„Ich will keine Kinder!“ – Influencerin Melanie Köhler im „Papa Mia!?“ Interview

Episode 116
36:00

Was passiert, wenn jemand, der keine Kinder will, in einen Papa-Podcast kommt?
Es wird eines der ehrlichsten Gespräche, die Papa Mia!? je hatte!

In dieser Folge spreche ich mit Melanie Köhler, bekannt als Mellis Leben ohne Kinder, über ein Leben, das viele fasziniert – und manche wütend macht:

  • Wie fühlt es sich an, wenn man Kinder einfach nie gewollt hat?
  • Warum bekommt eine Frau ohne Kinder so viel Hate – und was steckt wirklich dahinter?
  • Was sagt ihr Blick von außen über unser Leben als Eltern?

Kapitel:
(00:00) – Intro: „Ich habe es einfach nie gefühlt“
(02:05) – Von Lutherstadt-Wittenberg nach Wien – mit 20 Kartons und ohne Kinder
(08:25) – Das Kindergartenpraktikum, das alles erklärt
(15:03) – Hate-Kommentare live: Melanie antwortet
(19:16) – Egoismus, Rente, Einsamkeit – die Vorwürfe im Schnelldurchlauf
(27:43) – Kernbotschaft: Leb dein Leben, wie es sich richtig anfühlt

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Transkript:

Melanie: [0:00] Ich hatte keinen Moment, wo ich gesagt habe, also oder wo ich mich so entscheiden musste, will ich Kinder oder will ich nicht Kinder, sondern ich hatte nie dieses Gefühl. Wenn ich Katzen auf dem Arm hatte, hatte ich mehr Gefühl, als wenn ich ein Baby auf dem Arm hatte. Tatsächlich, ja. Deswegen war das nicht so eine irgendwie bewusste Entscheidung. Papa Mia, reine Männersache. Bernhard: [0:22] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Kinder, das ist nichts für mich. Das sagt meine Interviewpartnerin heute. Ich freue mich wahnsinnig, dass sie da ist. Sicher einer der spannendsten Gäste, die ich in meinem Podcast bisher hatte. So eine Aussage vor allem, Kinder, das ist nichts für mich. Das hatte ich in bisher knapp 120 Folgen Papa Mia noch gar nicht. Melanie Köhler hat sich bewusst entschieden, keine Kinder zu haben und daraus eine Öffentlichkeit und ein Business gemacht. Was ihr Blick von außen mit meinem Blick auf Vaterschaft macht, das hört ihr in der aktuellen Folge. Sehr gerne abonnieren, bewerten, weiterleiten. Das ist so ein bisschen die Währung der Podcast, da würde ich mich natürlich freuen. Melanie, willkommen. Ja, hallo. Schön, dass du da bist. In meiner Küche mit lauter Stofftieren rund um und um. aber sehr, sehr Family-Setting, aber das ist ja kein Problem für dich. Melanie: [1:20] Das macht mir jetzt keine Angst. Bernhard: [1:21] Du willst das nur nicht für dich haben. Melanie: [1:22] Ja, die Kuscheltiere würde ich auch noch mal im Bett legen, aber... Bernhard: [1:25] Okay, sehr gut. Melanie: [1:26] Ja, genau, aber so dieses, du hast gesagt, ich habe mich bewusst gegen Kinder entschieden. Tatsächlich ist das, ich hatte keinen Moment, wo ich gesagt habe... Oder wo ich mich so entscheiden musste, will ich Kinder oder will ich nicht Kinder, sondern ich hatte nie dieses Gefühl. Bernhard: [1:42] Okay, es war quasi eher ein niemals ein Opt-in. Melanie: [1:45] Ja, ich habe das einfach nie gefühlt. Also ich sage dir so, wie es ist, wenn ich Katzen auf dem Arm hatte, hatte ich mehr Gefühl, als wenn ich ein Baby auf dem Arm hatte. Tatsächlich, ja. Deswegen war das nicht so eine irgendwie bewusste Entscheidung. Also für mich war es relativ normal, dass mein Leben halt so ist, wie es ist, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob ich irgendwann Kinder bekomme. Bernhard: [2:05] Um dich mal vorzustellen, für alle, die dich nicht kennen, wer in dieser Family Bubble drinnen ist, so wie ich mit meinem Podcast und auch wie viele andere, die wahrscheinlich hier zuhören, man kommt an dir nicht vorbei. Du bist sehr erfolgreich, vor allem, glaube ich, auf Instagram unterwegs und bist, das hört man, keine Ur-Wienerin. Melanie: [2:26] Nein, ich glaube, ich werde akzeptiert. Bernhard: [2:29] Und auch noch nicht völlig assimiliert in Wien. Aber du bist Anfang 40, du bist bald 42, geboren in Deutschland. Melanie: [2:37] In Lutherstadt-Wittenberg, das ist so anderthalb Stunden von Berlin. Bernhard: [2:41] Okay, alles klar. Und du bist dann irgendwann mit Sack und Pack nach Wien gezogen, lebst jetzt hier ein Single- und kinderloses Leben mit Katze? Hast du mir vorher nicht verraten? Melanie: [2:49] Ja, ohne, aber die Planung ist im Gange. Bernhard: [2:51] Ah, okay, sehr gut. Für dich wahrscheinlich, es ist ein Leben, wo ich jetzt einmal mutmaße, dass so manche Mamas und Papas, die da jetzt zuhören, vielleicht auch ein bisschen neidisch hinschilden. Melanie: [3:07] Das würde ich gerne herausfinden. Das würde ich tatsächlich gerne herausfinden, warum, ich steige direkt mal kurz ein, warum Menschen, und ich habe mich auch dafür entschieden, das zuhören. Als Mensch zu bezeichnen, nicht als Mutter, als Vater oder als Eltern, sondern es gibt ja unterschiedliche Meinungen. Und ganz oft kommentieren Menschen bösartig, die dann halt Mutter oder Vater sind. Und ich möchte einfach wissen, warum. Also man versucht dann ja so ein bisschen zurückzukommentieren, aber oft merkt man direkt, in welche Richtung das geht. Das ist einfach nur bösartig. Und ich denke mir so, ich tue euch ja nichts. Bernhard: [3:47] Also ich habe da eine Theorie dazu, die ich lustigerweise heute in der Früh auch mit meiner Frau besprochen habe, weil die Tatsache, das ist natürlich ein total interessantes Setting, das wir haben. Also mein Podcast hat ja ein bisschen so das Motto, auch wenn es mittlerweile man das nicht mehr sagen darf, weil es so trumpisch ist, aber make family great again wäre so mein Gedanke. Melanie: [4:10] Aber ist kein Problem. Bernhard: [4:11] Ja, das weiß ich eh. Aber natürlich trifft das dann auf einen Gegenpol, der nicht sagt, Familie ist schlecht, aber ich will das nicht. Und das ist natürlich ein Clash. Das ist Reibung und das ist total spannend. Schauen wir mal. Theorie später. Du hast schon erzählt, du hast mit Hate zu tun, du hast mit Menschen zu tun, die deine Art zu leben nicht nur in Frage stellen, sondern bewerten. Und das ist natürlich heftig. Auf das kommen wir noch. aber daher meine frage hast du darüber nachdenken müssen ob du in einen papa podcast kommst ich. Melanie: [4:49] Habe mir dazu wirklich gar keine gedanken gemacht weil ich mir denke ich Oder jetzt gerade in dem Moment so denke, was soll denn noch passieren? Also was soll mir noch Schlimmeres passieren, was ich jetzt schon die letzten Jahre erlebt habe? Man stumpft ab, sage ich dir so, wie es ist. Also ich habe mir wirklich keine Gedanken gemacht. Ich finde es toll, dass ich da bin, dass ich zeigen kann, okay, das Leben ist genauso lebenswert. Bernhard: [5:12] Alles fein. Super. Natürlich habe ich deinen Instagram-Account durchforstet, bevor du hergekommen bist, eh klar. Ja, und daher würde es mich natürlich interessieren, wer ist denn die Melanie Köhler, wenn wir das Wort Kind weglassen? Beschreib mir drei Sätze, ohne dass du dieses Kinderthema reinnimmst. Melanie: [5:31] Ja, ganz einfach. Ich bin die sportlichste Melanie, die es jemals gibt. Also wirklich, ich liebe Sport und ich liebe das einfach so, jeden Tag einfach das zu machen, was ich will. Ja, super spontan irgendwelche Dinge zu unternehmen oder einfach ganz alleine zu Hause auf der Couch zu liegen. Also das bin ich. Bernhard: [5:51] Und die Frage, wo ich mir sicher bin, du hast die hundertmal schon bekommen und auch reagiert, magst du Kinder? Melanie: [5:57] Ja, nicht alle, aber ich mag auch nicht alle Erwachsenen. Bernhard: [6:01] So geht es mir auch. Melanie: [6:02] Weißt du, genau. Bernhard: [6:03] Es gibt sogar Momente, da könnte ich meine eigenen Kinder auf den Mond schießen. Ist so, ja? Bei aller Liebe manchmal. Melanie: [6:11] Ja, das glaube ich dir. Bernhard: [6:12] Es ist natürlich dann schon so, dass das einfach Momenteaufnahmen sind und man liebt jemanden und mag ihn gerade nicht auch das ist mit einem partner teilweise so oder partnerin. Melanie: [6:20] Also wirklich die frage kommt sehr oft also beziehungsweise die frage kommt nicht sondern es wird direkt gesagt dass ich kinder hasse und das stimmt nicht ich meine meine freunde haben kinder ich habe eine schwester die hat drei kinder also wir sind genau das gegenteil Und deswegen, ich hasse keine Kinder. Bernhard: [6:37] Das wäre jetzt auch schon das Setting, auf das ich dich ansprechen wollte. Wie bist du denn? Du hast gesagt eine Schwester. Wie bist du aufgewachsen? Melanie: [6:44] Auf dem Dorf, ich sage es dir, das hatte mehr Tiere als Einwohner, wirklich. Also das war so klein, aber ich bin sehr behütet aufgewachsen. Ich bin immer mit meinem Fahrrad, dann vom Dorf in die nächstgrößere Stadt. Also eine ganz normale Kindheit, weil viele sagen ja auch immer, ja, irgendwas ist in der Kindheit schief gelaufen, dass die Melanie jetzt keine Kinder will. Kann ich jetzt für mich nicht sagen. Bernhard: [7:10] Also ich muss sagen, das ist total, total, nicht witzig, aber auffällig, dass ich habe jetzt in über knapp 120 Folgen mit vielen, vielen Papas auch gesprochen mit dem Thema. Und alle, alle Menschen, die ich gefragt habe, sagen, sie hatten eine tolle Kindheit. Ist eigentlich beeindruckend, oder? Ist es vielleicht der verkleerte Blick auf die Vergangenheit oder wie immer. Ich möchte niemandem unterstellen, dass er eine schlechte Kindheit hatte, aber wenn es eine tolle... Ich meine, irgendwann wird man geweint haben, sehr häufig wahrscheinlich. Ja, natürlich, weine jetzt auch noch. Genau, gerade auch dazu. Melanie: [7:41] Also bitte. Bernhard: [7:43] Aber das heißt, du sagst, gut behütet und eigentlich alles fein und dein Family-Bild war ein schönes. Melanie: [7:49] Ja. Bernhard: [7:52] Das heißt, da hat dich überhaupt nichts beeinflusst, dann zu sagen, da entsteht ein Wunsch, ich möchte das dann vielleicht später auch haben. Das wäre ja so das Kinderspiel. Melanie: [8:00] Ja, gar nicht. Das war nie in meinem Kopf irgendwie. Das war nie... Also meine Schwester hat dann irgendwann ihr erstes Kind bekommen, da hatte ich schon meine Katze. Und das war halt so, na hallo, ich bin da mit Minimi und meine Schwester hat halt gesagt, hallo, ich bin da mit Henrik. Und für mich war das nicht so, sie hat jetzt ein Kind, ich will das auch, sondern hey, meine Katze ist toll. Also ich habe es einfach nicht geführt. Bernhard: [8:25] Trotzdem gab es da offenbar einen Moment und da spreche ich jetzt bewusst dieses Kindergartenpraktikum an. Melanie: [8:30] Ja, bitte. Bernhard: [8:32] Erzähl mir alles darüber. Melanie: [8:33] Also das ist so dieses Rückblickende, weil wenn man so viel konfrontiert wird im Internet mit diesen ganzen negativen Kommentaren, macht man sich so ein bisschen Gedanken. Und dann ist mir irgendwann eingefallen, wirklich, ich hatte das eigentlich schon vergessen, ich hatte mal ein Praktikum im Kindergarten und rückblickend, ich fühle es immer noch, merke ich, dass es nichts für mich war. Klar, es sind ganz viele Kinder, es sind nicht meine eigenen Kinder, ja. Also wenn ich ein eigenes Kind hätte, ich sage dir, ich wäre eine gute Mutter, ja. Denke ich einfach. Aber dieses mich hinsetzen, Lego bauen oder mit Puppen spielen oder so, das war nichts. Ich habe das nicht geführt. Bernhard: [9:10] Ich muss sagen, auch ich, der selbst zwei Kinder hat, denke mir, Kindergartenpädagoge never. Melanie: [9:17] Ja, es sind halt auch viele. Ja, das kann man jetzt auch nicht vergleichen, wenn man jetzt ein eigenes Kind hat. Aber das war für mich so, das schaffe ich nicht. Bernhard: [9:25] Aber erinnerst du dich da einen Moment, wo du gesagt hast, dass ich gehe raus, mache die Tür hinter mir zu und denke mir, ach, Ruhe oder was war da? Melanie: [9:33] Ja, das könnte man schon so sagen. Also ich mag schon so Ruhe. Also ich bin so jemand, ich möchte mir das gerne immer aussuchen können. Wann ist es laut, wann ist es leise, wie viele Leute sind um mich drumherum? Also das mit dem Ruhe, ja, so wenn du das jetzt zusagst, ich glaube, ich war ganz froh, als dann die Tür hinter mir zu war. Bernhard: [9:50] Ich erinnere mich an einen Moment, wo meine Frau und ich in einem eigentlich Idols-only-Hotel waren, das interessanterweise eine unterirdische Verbindung hatte zu einem Kids-Hotel. Die gehören zusammen und auf der einen Seite sind halt die Eltern ohne Kinder, auf der anderen Seite sind die Kinder mit gestressten Eltern. Und die sind unterirdisch verbunden mit einem Bademantelgang, das kennt man so aus Wellness-Hotels. Und wir haben uns gedacht, ach, jetzt haben wir noch keine Kinder, schauen wir uns doch mal an, wie dieses Hotel ist. Und sind unterirdisch runtergegangen und machen dann diese Verbindungstür auf, aus dem, weißt du, du hörst so diese Wellness-Musik und dings und machst auf. Melanie: [10:25] Es ist schon laut. Ich bevorzuge da wirklich meine Ruhe. Bernhard: [10:31] Verstehe ich. Ich kann das Ruhebedürfnis durchaus nachempfinden, als jemand, bei dem es halt nicht oft ruhig ist, so ruhig wie jetzt. Nur wir beide hier sitzen, ist es selten. Aber du bist dann nach Wien gezogen. Das ist ein Schritt, den du mir vielleicht noch erklären könntest. Melanie: [10:46] Genau. Also ich war, Gott, ich habe es vergessen, ich bin immer ganz schlecht in Zahlen und Namen, aber sieben oder acht Jahre war ich in einer Beziehung. Warum auch immer, wurde ich verlassen. Passiert. Und dann war ich so, wer bin ich, was will ich, warum lebe ich überhaupt? Also man wird ja so komplett aus der Komfortzone rausgeschmissen und wollte halt auch einfach unbedingt eine neue Wohnung. Und bei mir in der Stadt war jetzt nicht so das richtige Angebot. Dann habe ich überlegt, vielleicht Richtung Leipzig, Magdeburg oder Berlin. Und ich habe so eine typische Rentner-Flusskreuzfahrt gemacht auf der Donau. Kann ich jedem empfehlen, wirklich. Ja, relativ hohes Durchschnittsalter, aber mach das. Und da war unter anderem ein Stopp in Wien. Und ich habe mich direkt in Wien verliebt, weil ich liebe Gebäude, ich liebe so Details, alles, was so schön ist. Und dachte mir, okay, komme ich für ein verlängertes Wochenende nochmal her. Wir kommen zurück zu dieser Wohnungssuche. Ich habe keine Wohnung gefunden und dann dachte ich mir irgendwann, ziehst du nach Wien? Denn keine Katze zu kämmen, kein Kind, kein Partner. Ja, meine Freunde lasse ich zurück. und dann habe ich es einfach gemacht. Bin einfach los. Mit 20 Umzugskottons, einem Stuhl, einem Schreibtisch und dann bin ich da. Bernhard: [11:57] Wann bist du nach Wien gekommen? Melanie: [11:59] Letztes Jahr im Mai, also Mai 2025. Bernhard: [12:04] Sehr schön. Wann hat das denn begonnen bei dir, dass du gesagt hast, ich mache diese Reise, also Mellys Leben ohne Kinder, so heißt du online. wann hast du gesagt du machst das zu einem öffentlichen thema das ist ja auch nicht selbstverständlich ja. Melanie: [12:24] Also ich mache social media schon eine weile meinen account gibt es seit 2013 ich habe dann ganz klassisch wie man das damals gemacht hat outfits gezeigt mich vor dem spiegel gestellt und meine outfits abfotografiert dadurch eine community aufgebaut und irgendwann war ich dann mal ich glaube wie gesagt zahlen ganz schlecht 20 24 oder so war ich in griechen mit Freunden Und da hatten wir dann uns über meinen Geburtstag unterhalten, weil ich ja dann demnächst 40 wurde. Und dann hatte ich einfach so ein kurzes Reel dazu gemacht, da stand drin, Single, keine Kinder und bald 40. Und dann ist das explodiert, dann dachte ich mir, also sehr viel Hate, ich konnte nicht damit umgehen, weil das noch nie passiert ist, weil ich hatte ja nur dieses Fashion-Thema sonst als Thema. und dann habe ich mir irgendwann die frage gestellt warum sind die alle so sauer auf mich also es ist ja mein leben also die haben wirklich bezug auf dieses die frau ohne kinder genommen mit diesen klassischen kommentaren und dann habe ich irgendwann gedacht okay ich bin vielleicht aber auch einfach ein bisschen mehr als fashion melli und habe mich dann irgendwann entschieden mein content umzustellen weil natürlich auch positive rückmeldungen kam und ich gemerkt habe dass ich auch mit meinem leben nicht alleine bin das hat viele so leben und ja das Bernhard: [13:45] Ist ja das ist ja genau das was glaube ich wie realität ausmacht kontroverse diskussion also auf der einen seite holst du menschen ab dort wo sie sind auf der anderen seite und das ist meine theorie die ich dir zu beginn angesprochen habe und angeteßt habe ich glaube mit deiner art mit deinem leben das du führst stellst du das leben die lebenssituation das system in das sich andere menschen hinein begeben haben und jetzt halt da drinnen sind. Komplett in Frage. Und das ist natürlich für jemanden unangenehm, wenn du in einem System bist, wenn ich jetzt da bin und ich denke mir halt auch, okay, wie wäre das denn eigentlich anders? Ja, es gibt ja dieses Lied, und wenn sie tanzt, du weißt, was ich meine, ganz bestimmt natürlich. Melanie: [14:26] Das Ding ist aber, ich stelle das ja nicht in Frage. Bernhard: [14:29] Unbewusst, natürlich. Melanie: [14:30] Ja, unbewusst vielleicht, genau. Also für mich ist es das Natürlichste der Welt. Bernhard: [14:34] Bin ich ganz bei dir, aber mit dem, was du sagst, stellst du es, ohne es bewusst zu tun, in Frage. Und deswegen fühlen sich diese Menschen, und da sage ich jetzt bewusst diese Menschen, weil es sind ja nur ein Teil, zum Glück, ein lauter Teil, sage ich jetzt mal so. Sehr laut. Stellst du das in Frage. Aber bleiben wir gleich bei dem. Was sind denn so? Also, was sind die Reaktionen, die du bekommst, die du am häufigsten kriegst? Melanie: [15:03] Oh mein Gott. Sag ich es ja, Bernhard: [15:05] Ich, warte. Ich hätte hier ein paar so aufgeschrieben. Melanie: [15:09] Ja, du kannst auch mal, aber ich habe noch ein Special von letzter Woche. Aber sag ruhig... Bernhard: [15:11] Nein, also wir starten mit dem Special. Hau den guten Content zu Beginn raus. Melanie: [15:15] Warte, pass auf. Also... Ganz klassisch und das kommt immer von Männern. Vielleicht hast du auch einfach keinen Mann gefunden, der mit dir ein Kind haben wollte. Bernhard: [15:25] Okay, also du bist schuld. Melanie: [15:27] Ja. Bernhard: [15:28] Du bist nicht gut genug. Das ist die Aussage, die dahintersteckt. Melanie: [15:32] Genau. Was ich ganz spannend finde, das kommt von einer Frau. Danke, dass du es selber gemerkt hast und von einer Fortpflanzung absiehst. Also ich kann drüber lachen mittlerweile, weil ich dann, meine Antwort ist, ja okay, ich habe jetzt eine Gebärmutter, ich muss die aber nicht nutzen, so wie jeder Menschen Gehirn hat und die nutzen das auch nicht alle, weißt du? Also ich versuche das immer so mittlerweile ein bisschen mit Humor zu nehmen und mich da irgendwie gar nicht triggern zu lassen. Bernhard: [15:57] Aber das ist ja wirklich, da reden wir jetzt von Trollen hoffentlich, oder ist das so häufig? Kommt das wirklich so? Melanie: [16:05] Na klar, wenn jetzt mal irgendein Beitrag viral geht, dann kommen die aus allen Ecken. Also das ist schon... Bernhard: [16:12] Woher glaubst du, kommt der Hass? Hast du hast du für dich schon irgendwas gefunden? Weil ich meine, es gibt zwei Sachen. Auf der einen Seite beeindruckend, dass dich das kalt lässt. Mittlerweile, ja. Ich kann mir vorstellen, und ich habe auch mit einigen Menschen schon gesprochen, die quasi so einfach so Mini-Shit-Därmchen hinter sich gebracht haben oder gerade mittendrin waren. Das ist nicht lustig? Melanie: [16:32] Na, man gewöhnt sich dran. Bernhard: [16:33] Ja, also du entwickelst deine Resilienz einfach, oder wie ist das? Melanie: [16:37] Ja, ich wandle das jetzt um. Manchmal nutze ich das auch für meinen Content dann, um einfach nochmal zu zeigen, dass es halt Ein Mann hat ja jetzt nicht mitzubestimmen, ob ich ein Kind möchte oder nicht so, weißt du wie. Und ich nehme es mit Humor. Also anders kannst du damit nicht mehr umgehen. Also ich nicht. Bernhard: [16:56] Wer sind die Menschen, die da kommentieren? Hast du das einmal verfolgt? Melanie: [17:00] Natürlich, ich stalkiere auch die ihre Profile. Also ich denke mir so, okay, wer bist du? Und häufig ist es halt so, die haben kein Profilbild, die sind nicht öffentlich, die haben gar keine Beiträge. Und dann denke ich halt immer, es sind halt Menschen, die sich verstecken, ja weil sie zeigen sich ja nicht öffentlich und vielleicht sind dann halt auch wirklich die die halt ein bisschen unzufrieden sind denn mittlerweile ist es auch so dass ich kommentare von müttern bekomme die dann teilweise halt auch schreiben ich liebe meine kinder über alles was ja auch wirklich gut ist aber im nächsten leben würde ich keine kinder wieder bekommen und dann finde ich das also das ist halt damit kannst du arbeiten damit kannst du kannst du antworten hast halt mal einen netten Kommentar und das finde ich halt auch mal eine ehrliche Sichtweise. Bernhard: [17:46] Das ist ja genau dieses Regretting Motherhood-Thema, was du jetzt ansprichst. Da hatte ich ja eine, Instagramerin, die Wiebke bei mir, im Wohnzimmer aufgenommen und haben über das Thema gesprochen, die ja mit ähnlichen Dingen zu kämpfen hat und die genau das sagt. Das geht sich im Kopf aus, die Kinder zu lieben und trotzdem zu sagen, vielleicht... Melanie: [18:10] Ja, weil ich glaube, vieles weißt du auch gar nicht vorher, was dich so alles erwartet. Man kann das vielleicht schon mal so ein bisschen durchspielen im Kopf. Aber ich habe zum Beispiel immer für mich gesagt, unabhängig davon, dass ich es jetzt nicht gefühlt habe, Kinder zu bekommen, ich könnte mein Herz nicht außerhalb von meinem Körper tragen. Weil ich mir ständig Gedanken machen würde, ich hätte immer Sorgen, was ist mit dem Kind und das würde ich nicht schaffen. Und ich weiß auch nicht, vielleicht wäre ich dann wie so eine Helikoptermutter und das, welches Kind will das? Bernhard: [18:40] Wie bei dir, also das heißt, weil es ist ja oft auch der, Vorwurf, du wärst egoistisch. Melanie: [18:47] Natürlich. Ja, ganz oft. Aber ich denke mir so, also ich sehe es jetzt nicht als Egoismus, also die beziehen das ja immer, diesen Egoismus auf, du tust nichts für die Gesellschaft und wenn du es dann einfach umdrehst und sagst, ich meine, wenn ich dich jetzt, du hast ja deine Kinder nicht bekommen, um einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, du hast es für dich bekommen, also ist es ja genauso ein Egoismus, weißt du, juckt mich nicht mehr, juckt mich nicht, wirklich. Bernhard: [19:16] Ist es okay für dich, wenn ich dir ein paar von diesen Vorwürfen lese und du antwortest darauf, was du sagst? Melanie: [19:23] Ja. Bernhard: [19:24] Wenn es too much ist, sag es mir. Wobei es ausschließlich Dinge sind, die du selbst in Reels beantwortest. Also in Wirklichkeit lese ich da nur ein Reel vor von dem, was du gemacht hast. Also von dem her ist es eh nicht außergewöhnlich. Aber es würde mich nur wahnsinnig interessieren, weil es glaube ich auch viele Hörerinnen und Hörer vielleicht nicht wissen, was da in dir vorgeht. Und ich finde, es klingt gelesen von jemandem auch immer anders, als wenn man es selbst liest. Also das ist genau richtig, das ist einfach ein Unterschied. Aber du wirst doch ganz bestimmt irgendwann einsam sein. Melanie: [19:59] Also ganz ehrlich, wenn du Kinder hast, ich fange jetzt mal so an, wenn du Kinder hast, heißt das ja nicht, wenn du alt bist, dass die immer für dich da sind. Ja, die haben ein eigenes Leben, die ziehen weg, die wandern aus, was auch immer. Schlimmstenfalls sterben die vor dir, ja. Und ich sehe das so, ich habe ja Freunde, Familie, also soziales Umfeld ist halt mega wichtig, damit man halt im Alter nicht alleine ist. Oder halt fünf Katzen. weißt du also ja also ich finde so dieses soziale umfeld ist halt extrem wichtig und das sollte halt jeder haben unabhängig ob man jetzt knack oder nicht und ich bin nicht so dass ich mir denke okay ja was ist jetzt mit 70 wenn ich 70 bin so ja dann mache ich hoffentlich immer noch sport und habe immer noch freunde weißt du und ein partner Bernhard: [20:51] Das ist ja dann das Nächste, du hast schon gesagt, also was der Vorwurf war, du hast noch nicht den richtigen Partner gefunden, aber was ist so dieses, na, warte noch ab, das kommt schon noch. Melanie: [21:01] Ja, wann denn? Also die meisten sagen immer, die schreiben dann, ja, warte mal ab, bis du 40 bist und dann schreibe ich so, ja, ich bin 41, was jetzt? Also weißt du, was soll kommen? Also warum sollten sich so Gefühle ändern? Es ist ja, wie gesagt, keine bewusste Entscheidung, sondern ich fühle es nicht und deswegen, also es wird sich nicht ändern. auf was soll ich warten, also wann ist Tag X, wo ich sage, jetzt will ich Kinder das wird nicht passieren Bernhard: [21:27] Du hast ja keine Ahnung, was echte Liebe ist. Melanie: [21:29] Na, sowieso nicht. Genau, das ist auch immer so, du wirst nie diese bedingungslose Liebe kennenlernen. Und ich finde, das fühlt sich für mich immer an, wer erfährt die meiste Liebe im Leben? Und das finde ich, also was ist das für ein Wettbewerb? Weil Liebe gibt es in Freundschaften, Familie und eben Partner. Natürlich ist die Liebe zum Kind, soweit wie ich mir das vorstellen kann, eine andere Liebe, aber es ist nicht die einzige Liebe. ja liebe gibt es in vielen varianten ja du Bernhard: [22:01] Hast du nur angst vor der verantwortung. Melanie: [22:02] Sowieso was heißt angst also ich weiß dass es eine riesen verantwortung ist und ich habe keine angst aber ich habe keine lust drauf so weißt du wie deswegen überlege ich auch gerade ich hatte es vorhin kurz erwähnt mir beide wieder mal eine katze zu holen das ist ja genauso verantwortung weiß ich will mir die nicht einfach überlege gerade ist ein tierarzt in der nähe wie kann ich meinen balkon absichern. Also ich bin schon so ein Mensch, der immer erstmal alles analysieren muss und deswegen ich möchte mich, ich habe keine Angst vor der Verantwortung, aber ich möchte die einfach nicht tragen. Bernhard: [22:35] Wenn deine Eltern auch so gedacht hätten, wärst du gar nicht da. Das stimmt. Melanie: [22:39] Aber ich kann, wenn du das so vorliest, ich bin an dem Punkt, dass ich da nur noch lachen kann. Das stimmt, aber wir haben ja nicht, ich bin ja jetzt nicht aus meiner Mutti rausgekommen und habe einen Vertrag unterschrieben, dass ich jetzt auch Kinder bekommen muss, weil sie mich bekommen hat. Also das war gleich. Bernhard: [22:56] Und du tust ja nichts für die Gesellschaft, wenn du keine Kinder hast, dann solltest du auch keine Rente bekommen. Melanie: [23:01] Ja, genau, deswegen sorge ich auch selber vor. Ja, ich weiß, das ist der Klassiker mit diesem Generationsvertrag. Aber da kommen wir wieder zu diesem Punkt, niemand bekommt Kinder, damit dieser Generationsvertrag weiter funktioniert. Und ich meine, der funktioniert ja schon lange nicht mehr. Und meine Überlegung ist halt immer, es wird alles teurer. Ja, Kinder sind teuer, alles, was dazu gehört. Von daher muss halt wahrscheinlich auch dieses ganze System mal irgendwie überarbeitet werden, aber nicht von mir. Bernhard: [23:28] Einen habe ich noch? Du hast ja dann überhaupt keine Lebensszenen. Melanie: [23:31] Na, gar nicht. Das höre ich wirklich super auf, weil ich finde das so spannend, wie halt Menschen ihren einzigen Sinn im Leben sehen, Kinder zu bekommen. Ich finde das irgendwie, also ja, jeder hat einen anderen Sinn, aber ich finde es halt irgendwie schade, mein Leben von einem anderen Leben abhängig zu machen. Also mein Sinn ist einfach, gesund und glücklich zu sein. Und ich deswegen noch ein Kind so bekommen. Bernhard: [23:57] Wir sind durch. Ja, super. Keine Sorge. Melanie: [23:59] Ich habe keine Sorge. Bernhard: [24:01] Jetzt hast du ja auch von vorhin erzählt, natürlich in deinem Freundeskreis, du hast ja nicht dir bewusst jetzt Freunde ausgesucht, die auch alle keine Kinder haben, sondern du hast ja Eltern in deinem Freundeskreis. Melanie: [24:12] Genau, ja. Bernhard: [24:14] Kriegst du da auch ein bisschen mit, was deren Herausforderungen sind? Und das, was ich am Anfang bei der Einleitung gesagt habe, Ich glaube, es ist ja auch ein bisschen ein Neidfaktor dahinten, weil so diese, und ich glaube, da geht es um Werte wie Selbstbestimmung, die du natürlich schön groß leben kannst, weil du nur für dich verantwortlich bist. Und ich glaube, diese Form der Selbstbestimmung vermissen vielleicht viele Eltern. Kriegst du das mit? Melanie: [24:42] Also mir ist gerade eine sache eingefallen genau als sie nach wien ausgewandert bin für mich heißt das übrigens auswandern viele menschen sagen dass das mal jemand zu mir gesagt hat gesagt hat aus meinem bekanntenkreis ja du kannst das ja machen ich könnte das jetzt halt nicht und dann habe ich gesagt ja gar nicht die thematik also warum vergleichst du dich in dem moment so weißt du das habe ich halt irgendwie nicht so verstanden ansonsten muss ich dir sagen sind alle meine Freunde fein damit. Ich sehe aber zum Beispiel bei meiner Cousine, die auch Kinder hat, was du halt alles, was du so alles regeln musst. Der eine muss zum Fußball, der andere muss zum Ballett. Dann hast du da Elternabend, dann hast du da noch mal einen Sprechtag. Also es ist halt wahnsinnig viel an Terminen so, was jetzt für mich nichts mehr. Bernhard: [25:28] Also diese Fremdbestimmung wäre nichts für dich? Nein. Ist Freiheit ein großer Wert? Melanie: [25:37] Schon, ja. Also ich möchte einfach so wissen und leben, dass ich sagen kann, okay, in drei Wochen bin ich halt einfach mal da und da. Ich brauche dieses flexible, ich weiß nicht, ob das mit meinem Sternzeichen zusammenhängt, Zwilling, keine Ahnung, die Frau mit den zwei Gesichtern. Also eigentlich habe ich Kinder zu Hause. ja ich brauche das wirklich also dieses also ich habe auch gerne termine aber dann sind so gerne private termine die ich mir selber gelegt habe gibt Bernhard: [26:13] Es irgendwas wo du sagst das ist so ein aspekt von von eltern den könnte ich auch brauchen. Melanie: [26:22] Fällt mir keiner an. Vielleicht hast du ein Beispiel. Bernhard: [26:26] Nein, nein. Melanie: [26:29] Beispiel. Das Problem ist, ich befasse mich ja gar nicht so viel mit Eltern, mit dem Eltern-Dasein, aber ich habe immer das Gefühl, andersrum passiert es halt, dass die sich so viel mit den Frauen beschäftigen oder Familien, die halt keine Kinder haben. Bernhard: [26:44] Du hast gesagt, du machst dir keinen Unterschied, sagst bewusst Menschen. Melanie: [26:48] Ja, genau. Bernhard: [26:50] Ist das tatsächlich so? Melanie: [26:51] Ja, finde ich schon. Weil, wie gesagt, es kommen jetzt halt auch so Kommentare rein, auch aus meiner eigenen Community. Ich habe auch tatsächlich Frauen mit Kindern, die mir folgen, weil die einfach mein Leben interessant finden. Obwohl es halt manchmal wirklich langweilig ist. Aber die mir auch schreiben, ja, ich liebe meine Kinder über alles, aber im nächsten Leben würde ich keine Kinder mehr bekommen. Und deswegen zeigt mir das ja, eine Mutter kann haten, aber eine Mutter kann halt auch genauso reflektiert antworten. Und deswegen ist für mich Mensch die Aussage. Bernhard: [27:24] Wenn du jetzt deine Kernbotschaft, mit der du auf Social Media unterwegs bist, das ist ja deine Form der Sichtbarkeit, auf ein, zwei, drei Seiten zusammenfassen möchtest, würdest, damit jeder weiß, okay, ah, okay, das ist die. Was würdest du sagen? Melanie: [27:43] Ja, also ich würde, glaube ich, sagen, na, das ist ja eine spannende Frage. Meine Kernbotschaft ist eigentlich die, dass man einfach so leben will, wie man es, also leben soll, wie man es fühlt, bei mir kommt super viel aus dem Bauch heraus und vor allen Dingen, dass man sich da nicht so reinreden lassen soll, also sei es privat, es gibt ja auch Familie, die dir reinredet und sagt, also jetzt komm, Mann, heiraten, Haus, Kinder oder egal welche Reihenfolge, lebt einfach euer Leben so, wie es sich für euch am besten anfühlt. Bernhard: [28:13] Haben es Frauen, die mit so einer Entscheidung leben, schwerer als Männer, die mit so einer Entscheidung leben? Ich glaube, ja. Melanie: [28:24] Ich habe vorhin tatsächlich eine Nachricht bekommen von einem Mann, der, kann ich jetzt leider nicht vorlesen, Datenschutz, aber er hat gesagt, also ihn, er hat auch keine Kinder, weil er keine möchte, aber er wird nicht darauf angesprochen, er bekommt keine Vorwürfe. und der sieht es halt auch in seinem privaten Umfeld, dass halt wirklich Frauen immer dafür kritisiert werden oder direkt darauf angesprochen werden, warum denn nicht, kannst du nicht, hat es nicht geklappt oder so. Und bei ihm ist es halt gar nicht so. Bernhard: [28:53] Also ein bisschen so, wenn du in der von der Gesellschaft für dich vorgesehenen Rolle nicht performst, als Frau, als die Mutter, der Mann ist nicht in dieser Rolle, der hat diese Rolle nicht. Somit fällt es ihm natürlich leichter auch, das nicht zu erfüllen, weil diese Rolle gar nicht da ist. Würde sich jetzt vielleicht ein Mann bewusst entscheiden, zu sagen, hey, ich bin Stay-at-home-Dad, dann müsste er möglicherweise mit ähnlichen verwunderten Reaktionen arbeiten, wie eine Frau, die halt ihre Mutterrolle nicht erfüllt, oder? Da sind wir auch von beiden 50ern stecken geblieben. Melanie: [29:26] Also ich verstehe es halt einfach nicht. Ja, ich denke, habe auch immer gedacht, dass es vielleicht so eine bestimmte Altersgruppe ist, die halt diese ganze Thematik nicht versteht. Aber ich habe gestern auch wieder einen Kommentar bekommen, dass mein Profil alles zeigt, was bei der modernen Frau verkehrt läuft. Und das war Lisa. Lisa sah relativ jung aus. Also es ist halt wirklich, es hat kein Alter, dieses Problem. Bernhard: [29:54] Und was macht das mit dir? Melanie: [29:59] Ich dachte nur, ich habe alles richtig gemacht, wenn sie jetzt kommentiert. Weißt du, du musst halt immer, der Hate ist das, was mich ja in dem Moment weiterbringt, weil dadurch rein Instagram-mäßig gesehen werden ja meine Beiträge dann noch mehr ausgespielt und erreichen genau die Frauen, die ich erreichen möchte. Oder halt auch Männer, die keine Kinder haben. Wie auch immer. Bernhard: [30:25] Ich habe mal den sehr, sehr feinen Satz gehört, Hater sind das Gratis-Bonus-Programm des Erfolgs. Melanie: [30:32] Ja, und die kommentieren immer wieder. Ich habe jemanden auf TikTok, ich schreibe ja wirklich nur so Single, 41, keine Kinder, alleine nach Wien ausgewandert. Dann fragt er, ist ein Mann, warum keine Kinder? Einfach so, warum keine Kinder? Und ich kommentiere dann, warum Kinder? so, ne, und dann geht es, ich habe gar nicht mehr weiter kommentiert, weil es war gar nicht nötig, weil andere Frauen sich halt auch so beteiligt haben und ja, warum muss man jetzt fragen, warum sie keine Kinder hat, beschäftige dich doch mal ein bisschen mit dem Content, dann siehst du das halt auch. Er hat jetzt wirklich zwei Wochen lang jedes Mal einen Kommentar verfasst, ja, aber ich will ja nur wissen, warum sie keine Kinder hat und so und nachher hast du gemerkt, in welche Richtung das geht. Ihm ging es da drum, dass ja, also er hat von Deutschland gesprochen, dass ja dann gar keine Kinder mehr nachkommen. Also ihm ist halt so die Geburtenrate wichtig gewesen. Und das merkst du halt direkt irgendwie schon am Anfang. Wie sind die Fragen formuliert? Bernhard: [31:36] Aber das ist halt genauso eine blöde Diskussion, wie wenn jetzt alle so denken würden wie du, dann gibt es ja, ja, aber es tun ja nicht alle. Ja, richtig. Das ist genauso, wenn du sagst, wenn jetzt alle Leute ein E-Auto haben, dann gibt es so wenig Tankstellen. Ja, aber es haben nicht alle Leute ein E-Auto. Melanie: [31:50] Ja, deswegen. Also ich check's halt nicht. Ich verstehe es nicht. Bernhard: [31:53] Was würdest du dir denn wünschen? Vielen Dank. Melanie: [31:56] Dass jede Lebensform, für die ich mich entscheide, Akzeptanz findet. Weißt du? Egal, wie du lebst. Sei bitte nicht kriminell. Bewege dich im Rahmen des Möglichen. Aber lass uns doch einfach alle so leben, wie wir wollen. Mehr ist es nicht. Bernhard: [32:15] Ich habe zum Ende des Podcasts noch zwei Fragen, die ich eigentlich allen meinen Gästen stelle, wobei auch das komplex wird bei dir, weil sie eigentlich normal mit Kindern zu tun haben. Aber ich habe eine Kategorie, die nennt sich Zurück in die Zukunft. Es ist einfach nur eine ganz simple Frage, die steht einem jüngeren Ich von früher gegenüber. Und vielleicht die Person, die du warst, bevor du mit der Thematik in die Öffentlichkeit gegangen bist. Und gib ihr einen Ratschlag, der Melanie von damals. Melanie: [32:49] Also der Melanie von damals, würde ich wirklich sagen, tritt viel zeitiger mit deiner Lebensentscheidung öffentlich auf, um Menschen abzuholen, um eine Community zu bauen, dass sich Frauen auch einfach verstanden fühlen, aufgehoben fühlen, in Ort haben, auch wenn es jetzt nur online ist, sich da austauschen zu können, weil ich finde das extrem wichtig. Bernhard: [33:12] Mhm. Und eine letzte Frage, es gibt auf Spotify eine Playlist, die habe ich die Playlist des Grauens genannt. Und da geben Eltern ihre Songs drauf, die die Kinder tot gehört haben. Verstehst du, was ich meine? Es gibt so Songs, Kinder hören Songs so oft. Melanie: [33:28] Oh ja, da fällt mir dieses mit diesem Krokodil, wie hieß das? Schnappi? Bernhard: [33:31] Ja. Melanie: [33:32] Ja, ganz schlimm. Bernhard: [33:33] Okay. Melanie: [33:34] Okay, darf ich das draufsetzen? Bernhard: [33:35] Das darfst du draufsetzen. Schnappi ist noch nicht oben, weil das war ja quasi, das war ja aus in einer Zeit, wo... Ich weiß es nicht. Das war so 15 Jahre, 20 Jahre vielleicht so ungefähr, ist Schnappi her. Aber Schnappi ist noch nicht oben, nehmen wir. Ja, okay. Schnappi, das kleine Krokodil. Ja, perfekt, super. Das kommt auf die Playlist und somit ist sie um einen Song reicher und einen Song länger und wir können alle anderen damit nerven, das ist total schön. Melanie: [33:58] Super. Bernhard: [33:59] Ich danke dir vielmals. Ich hoffe, es war nicht unangenehm. Melanie: [34:01] Für mich nicht. Ich hoffe auch freundliche Reaktion. Bernhard: [34:06] Das hoffe ich auch natürlich. Schauen wir mal, dann sehen wir sie. Das ist so die wienerische Sicht. Man wird nachher erst rausfinden, was rauskommt, wie man es gemacht hat. Dank dir, ich wünsche dir alles Gute. Gibt es eine Botschaft, die du noch vielleicht an andere Mamas loswerden willst oder an andere Frauen vielleicht? Weil die Mamas, da haben wir das Regretting-Motherhood-Thema, aber andere Frauen, die vielleicht in der Situation sind, dass sie sich gesellschaftlich unter Druck gesetzt fühlen, aber eigentlich nicht wollen, Kinder zu kriegen. Möchtest du denen was sagen? Melanie: [34:37] Ja, steht einfach für eure Gefühle ein. Wirklich, also ich weiß, es ist manchmal schwierig, wenn vielleicht, also bei mir ist das nicht passiert, aber wenn halt der Druck auch aus der eigenen Familie kommt, dann vielleicht irgendwann zu sagen, pass auf, bis hierhin und nicht weiter, ich möchte nicht. Also klar für sich einzustehen, auch wenn es vielleicht manchmal schwer ist. Bernhard: [35:00] Wie siehst du die Frage, na, was ist denn jetzt mit Kindern bei Familienfeiern? Melanie: [35:04] Hatte ich tatsächlich. Also es war jetzt nicht unbedingt Familie, sondern Bekanntenkreis. Es gab immer eine Person, die mich wirklich gefragt hat. Also wir haben uns super selten gesehen, vielleicht zweimal im Jahr. Und dann kam immer so dieses, na Melanie, und wie sieht es bei dir aus? Und die Anfangszeit habe ich dann immer gesagt, nö, ich glaube, das passt nicht zu mir. Und irgendwann habe ich gesagt, okay, pass auf, bitte stell mir diese Frage nicht mehr, weil ich möchte einfach nicht. Weil das nervt dich ja irgendwann, weißt du? Also ich glaube, einfach klar kommunizieren. Bernhard: [35:32] Also noch ein Ratschlag an alle anderen, fragst das einfach nicht. Das geht euch nichts an. Melanie: [35:36] Ja. Ich frage ja auch nicht, warum habt ihr Kinder? Weißt du, warum hast du Kinder? Bernhard: [35:42] Ich lasse die Frage jetzt unbeantwortet. Ja. Wenn du dir dankt, dann filmst du. Melanie: [35:46] Ja, danke dir. Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard: [35:50] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

02:05
Von Lutherstadt-Wittenberg nach Wien – mit 20 Kartons und ohne Kinder
08:25
Das Kindergartenpraktikum, das alles erklärt
15:03
Hate-Kommentare live: Melanie antwortet
19:16
Egoismus, Rente, Einsamkeit – die Vorwürfe im Schnelldurchlauf
27:43
Kernbotschaft: Leb dein Leben, wie es sich richtig anfühlt
Bernhard Vosicky – Podcast Host Papa Mia!?

Bernhard Vosicky

Host

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