Beim Bundeskanzler in Elternzeit: mit Peter L. Eppinger

Episode 121
49:42

Eigentlich solltest du so viel arbeiten, als hättest du keine Familie. Und gleichzeitig so viel für die Familie da sein, als hättest du keine Arbeit. Das geht sich nicht aus. Peter L. Eppinger hat diesen Spagat jahrelang versucht und ihn irgendwann verweigert.

Peters ehrlichster Moment in dieser Folge:

„Ich habe die glücklichsten Momente in meinem Leben um halb vier in der Nacht gehabt. Saumüde, komplett fertig – aber du hältst einen kleinen Kerl, der sich beruhigt, weil du ihn hältst. Das ist mörderisch stark.“

Darum geht es in dieser Folge

Peter L. Eppinger hat Österreich geweckt als Ö3-Morningshow-Moderator. Danach wechselte er in die Politik, wurde mitten darin zweifacher Papa und ist heute Kommunikationscoach und -trainer. Seinen ersten Sohn bekam er mit 42. In dieser Folge redet er darüber, warum er so lange gewartet hat, wie er seinem damaligen Chef – dem Bundeskanzler – einfach mitgeteilt hat, dass er jetzt in Elternzeit geht, und was er seinem jüngeren Ich heute raten würde.

Was mich in diesem Gespräch nicht losgelassen hat, ist eine Beobachtung, die ich selbst immer wieder mache: Familie hat ein Imageproblem. Wir definieren Erfolg über Status, Geld und Karriere – und übersehen dabei, was uns laut der Harvard Study of Adult Development wirklich glücklich macht. Nämlich Beziehungen. Das klingt banal, ist es aber nicht, weil wir trotzdem immer wieder das Falsche priorisieren. Deshalb ist mein Ziel mit diesem Podcast, Familie als etwas darzustellen, wo ich sein will – nicht als Hemmschuh.

Diese Folge ist für dich, wenn du weißt, dass du mehr Zeit mit deinen Kindern verbringen willst – aber irgendwie immer ein Argument findest, warum es gerade nicht geht.

Diese Folge ist Teil unserer Reihe über moderne Vaterschaft, Elternzeit und die Frage, was Papasein heute wirklich bedeutet.

Kapitel

  1. (00:00) – Intro
  2. (02:26) – 22 Jahre Ö3, dann Politik, jetzt Coach: Wer ist Peter L. Eppinger wirklich?
  3. (04:15) – Arbeiten wie ohne Familie, da sein wie ohne Job: Der Spagat, der nicht aufgeht
  4. (13:55) – Beim Bundeskanzler in Elternzeit – ohne Diskussion, aber auch ohne Freude
  5. (15:05) – Make Family Great Again: Warum Familie ein Imageproblem hat
  6. (29:52) – Mit 42 Papa geworden: Der perfekte Moment kommt nie

Das nimmst du aus dieser Folge mit

  • Du weißt danach, warum der Druck, immer liefern zu müssen, kein persönliches Versagen ist – und was wirklich dahintersteckt.
  • Du bekommst einen anderen Blick auf Elternzeit: nicht als Ausnahme, sondern als Haltung, die man einfordern kann.
  • Du verstehst, warum Familie ein Imageproblem hat – und was wir gemeinsam tun können, um das zu ändern.
  • Du hörst von einem Mann, der bis 42 gewartet hat – und dir sagt, was er seinem jüngeren Ich heute raten würde.

Über Peter L. Eppinger

Peter L. Eppinger ist Radiomoderator, ehemaliger Politiker und Kommunikationscoach. Er hat bei Ö3 die größte Morningshow des Landes moderiert, war danach im politischen Betrieb tätig und ist heute selbstständig als Kommunikationstrainer und Berater. Zweifacher Papa – und jemand, der Dinge ausspricht, die viele denken, aber nicht sagen.

Über Papa Mia!?

Papa Mia!? ist der Podcast von Papas für Papas. Ich bin Bernhard Vosicky – und ich rede hier mit Vätern, die ihren eigenen Weg gehen. Über Vaterschaft, Papasein, Care-Arbeit und das, was modernes Elternsein heute wirklich bedeutet.

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Transkript:

Peter: [0:00] Wenn Väter warten, wann kriege ich denn Kinder? Wann ist es denn soweit? Wann ist der richtige Zeitpunkt da? Jetzt. Also ich war 42, weil ich wirklich lang gewartet habe. Bernhard: [0:23] Wie sehr kann ein Kind eigentlich ein ganzes Leben auf den Kopf stellen? Das ist so das Thema, das wir heute in der nächsten Papa-Mir-Folge besprechen werden. Mit einem Mann, den wahrscheinlich die meisten von euch kennen. Stimmlich oder auch als Gesamtkunstwerk. Peter L. Eppinger. Peter: [0:42] Kunstwerk hat noch keiner zu mir gesagt. Danke. Bernhard: [0:43] Grüß dich. Schön, dass du da bist. Ich möchte gleich eine Sache auflösen. Das L ist Leo. Peter: [0:49] Steht für Leo, ja. Ich bin nach meinem Papi benannt. Bernhard: [0:51] Nach deinem Papa. Okay. Das ist der Papa oder Leo. Und es ist nicht Leopold, Peter: [0:54] Sondern Leo. Leo, also mein Vater hat mir, manche sagen etwas wenig mitgegeben, aber auf jeden Fall drei Buchstaben. Ja, okay. Und das sind die. Und darauf bin ich sehr stolz. Ich habe begonnen mit dem L, weil das vermutlich die nächste Frage ist, als ich elf, zwölf war, als ich meine Eltern scheiden haben lassen. Bernhard: [1:12] Ja. Peter: [1:12] Und ich habe noch etwas gesucht, wo ich meinen Vater immer bei mir habe und bei mir tragen kann. Und habe dann den Leo in meinen Namen reingezogen. Also ich war schon ein junger Gymnasiast, der schon der Peter L. Eppinger war. Bernhard: [1:25] Cool, aber eigentlich die meisten sagen Eppi zu dir, oder? Peter: [1:29] Die, die mich länger kennen, die mich vom Radio kennen, für die bin ich der Eppi, so wie auch für die Frau Rogers, da bin ich, na da. Bernhard: [1:34] Eppi, hallo. Peter: [1:36] Ansonsten bin ich auch in der Politik der Peter geworden. Aha, okay. Ja. Bernhard: [1:39] Kommst du damit zurecht? Peter: [1:41] Ja, ich schon. Die anderen hoffentlich auch. Bernhard: [1:44] Für die, die dich vielleicht nicht kennen, wir haben auch mittlerweile ein gutes Drittel aus Deutschland, die zuhören. Was ich sehr spannend finde, stellen wir dich mal ganz kurz vor. Ich bin sehr erstaunlich, wie viele vergleichbare Schritte wir beide haben, obwohl wir heute zum ersten Mal auch tatsächlich face-to-face miteinander sprechen. Peter: [2:05] Ich habe auch überlegt. Haben wir noch nicht. Ich kenne dich schon lange, auch aus dem Radio und von der Bühne und vor allem aus deinem Insta-Auftritt. Und vor allem höre ich ja den Papa-Mir-Podcast. Schöne Folge mit Cesar Semsen. Bernhard: [2:15] Ja, sehr fein. Peter: [2:16] Und ich wüsste nicht, wo wir uns mal, vielleicht zuwilligerweise mal, begegnet werden. Ja, aber gequascht noch nicht. Eigentlich bist du eh ganz nett. Bernhard: [2:23] Keine Ahnung, was die anderen immer haben. Aber was ich lustig finde, ist, du hast eine Vergangenheit im Landesstudio Wien, wo ich lang gewirkt habe. Du hast Morning Show moderiert, die größte des Landes, die drei Wecker. Ich habe quasi der Epi für Arme in Wien. Guten Morgen Wien bei Radio Wien moderiert. Du bist dann nachher, nach dem Radio, auch auf diesen Wechsel möchte ich noch hinkommen, bist du in die Politik gewechselt, von der Politik dann quasi so in die Wirtschaftskammer. Jetzt bist du Coach, Berater, Kommunikationsberater, Kommunikationstrainer. Das ist die aktuelle Position. Und, und das ist das Wichtigste, deswegen bist du da, bist du zweifach Papa. Peter: [3:04] Ja, das klingt alles nach mir. Sonst gibt es eigentlich eh nichts. Bernhard: [3:08] Jetzt lass mal ganz kurz, Du bist 51. Oh ja. 51. Peter: [3:13] Ja, auch 1,51. Nein, ich bin schon größer, aber es wirkt immer so. Bernhard: [3:17] Du bist, wenn man das Mikrofon, die Politik, die Kommunikation weglässt. Wer bist denn du? Peter: [3:27] Ich bin glücklich. Bernhard: [3:28] Das ist eine geile Aussage. Peter: [3:30] Ich bin müde, aber glücklich. Und beides hängt mit den Kindern zusammen. Bernhard: [3:35] Okay. Peter: [3:36] Also das ist schon ein Challenge, Papa zu sein und ein Erwachsenenleben zu führen. Und wenn es geht, auch noch ein Beziehungsleben. Du weißt, wie das ist. Irgendwas bleibt immer auf der Strecke. Und das ist irgendwie, als Mann wir betrachten das ja. Hier als Mann hast du in deinem Leben ganz viele Struggles. Also dein Kopf will vorankommen und Karriere machen, dein Herz will bei den Kindern sein und dein Bauch sagt, das geht ja alles nicht aus. Aber das ist ein dauerndes Miteinander kommunizieren und am Ende dann doch ein Glücklichsein. Bernhard: [4:08] Ich beschreibe das immer ganz gern, also diesen Spagat, den wir alle machen müssen. Einerseits solltest du, und das habe ich in meinem Beruf auch sehr viel mitbekommen, in meinem Erwerbsleben, eigentlich solltest du so viel arbeiten und so viel Präsenz zeigen in der Arbeit, in der Erwerbsarbeit, als hättest du keine Familie. Und gleichzeitig, damit alle zufrieden sind, solltest du aber auch so viel Präsenz in der Familie zeigen, als hättest du keine Arbeit. Peter: [4:35] Oh, schön. Bernhard: [4:36] Das geht sich irgendwie nicht aus. Peter: [4:37] Ich wüsste nicht wie, wie machst es du? Bernhard: [4:39] Es ist für mich der Schritt weg gewesen von der Fremdbestimmung zur Selbstbestimmung. Also im Sinn von relativ... Bei mir war es ein harter Cut, wo ich da gesagt habe, und da möchte ich eben schauen, ob wir auch Parallelen haben, dass ich gesagt habe, ich will das nicht mehr, dass jemand anderer darüber bestimmen darf, wie viel Zeit ich mit meiner Familie verbringe. Und das hatte ich aber lange, lange Zeit in einem Verhältnis mit einem Arbeitgeber, wo natürlich in der Natur der Sache Morningshows sind in der Früh zu bestimmten Zeiten. Das ist halt komisch. Peter: [5:08] Können wir zu einer anderen Zeit aufstehen, bitte? Bernhard: [5:10] Richtig. Aber da war dann für mich halt der Gedanke, okay, wenn sich das nicht ausgeht, Wenn sich offenbar dieser Beruf mit meiner Familie nicht ausgeht, dann muss ich den Beruf verändern. Und das habe ich gemacht. Überraschend für viele. Und da komme ich jetzt schon dorthin. Also eigentlich habe ich es ganz anders strukturiert gehabt. Da drehe ich einfach meine Zettel um und wir quatschen. Peter: [5:28] Ja, wie immer. Bernhard: [5:29] Weil ich das wahnsinnig spannend finde. Peter: [5:31] Kurze Frage, wenn ich dich auch fragen darf. Hast du diesen Schritt gemacht, bevor du Papa geworden bist oder erst wie du Papa warst? Bernhard: [5:39] Ich habe ein langes, langes Learning gehabt. Lang, lang, lang, viele Jahre. Meine erste Tochter kam 2015. Und dann den Schritt weg habe ich 2024 gemacht. Okay. Also sagen wir so, ich habe keine besonders steile Lernkurve. Peter: [5:54] Macht ja nichts. Bernhard: [5:55] Aber es war dann zumindest eine da. Okay. Und ich glaube, so geht es aber vielen, dass man halt erst erkennen muss, ob das, was man will, auch das ist, was man braucht. Und da habe ich halt lange gebraucht. Mit Hilfe von außen, mit einem gesundheitlichen Einbruch, mit, also bei mir dann, und das kannst du wahrscheinlich als Radiomensch oder Sprechberufmensch auch sehr gut nachvollziehen, ich hatte von einem Tag auf den anderen plötzlich eine halbseitige Gesichtslähmung. Das ist im Nachhinein gesehen eine Lappalie, weil ein Herpesvirus halt einfach einen Gesichtsnerv eingeklemmt hat. Aber wenn du aufwachst und du trinkst einen guten Kaffee, wir haben gerade einen guten Kaffee getrunken, und der ringt dir auf der einen Seite wieder raus, weil du den Mund nicht schließen kannst, dann kannst du auch nicht reden. Und wenn du sagen willst, keine Ahnung, auf der A4 gibt es Stau in Fahrtrichtung Budapest, und du kannst aber nicht Budapest sagen, sondern es wird Fudafest, kannst du dir helfen, indem du sagst Richtung Ungarn, das geht. Aber es ist für den Sprechberuf Suboptimal. Und du weißt nicht, ob das wieder gut wird. Es wurde dann wieder nach zweieinhalb, drei Monaten alles fein, restlos. Aber das war der Moment, wo ich überlegt habe, okay, wer bin ich ohne meine Arbeit? Bernhard: [7:08] Und also du brauchst vielleicht so eine Zäsur. Hast du bei dir so eine Zäsur gespürt? Ich glaube, mich in der Recherche an einen Griechenlandurlaub Kalkidiki erinnern zu können, wo du mit deiner Frau dort warst und sie war schon schwanger. Und offenbar war das für dich dieser Zeitraum einer, der was mit dir gemacht hat, dass du gesagt hast, so wie es jetzt ist, möchte ich es nicht, ich möchte es anders Oder dass du überdacht hast einmal, wer bin ich, was will ich, wie geht es weiter? Peter: [7:43] Erstens einmal starke Geschichte von dir, die gerade was macht mit mir. Weil man, da gibt es ganz viele tolle Bücher, aber Krise als Chance ist ja eines der stärksten Triebmittel, wenn man es dann erkennt, um weiterzukommen im Leben. Wenn man es nicht erkennt, wird die Krise allgegenwärtig sein. Also das Leben als Dauerkrise, wir kennen viele Menschen, die das so erleben. Und es tut mir sehr leid für sie. Und wenn man es dann erkennt, insofern Chapeau, wenn du das schaffst. Ich habe nach 22 Jahren bei Ö3 und im Fernsehen oder überhaupt in den Medien gemerkt, Da ist noch was. Also ich wollte mich mein Leben lang politisch engagieren. Immer. Ich war immer politisch interessiert. Mein Vater hat in meiner Kindheit zweimal geschrien vor dem Fernseher. Einmal, als Gerhard Berger seinen Feuerwehrunfall hatte, also wie er gegen die Mauer gekracht ist. Bernhard: [8:35] 76, 1. August. Peter: [8:36] Gerhard Berger. Bernhard: [8:37] Ah, Gerhard Berger, Entschuldigung. Peter: [8:38] Den hat er sicher auch gesehen, den Nicolauder. Und dann ein zweites Mal, als er ein SPÖ-Kandidat beinahe Präsident geworden wäre. Also waren es zwei Optionen. und habe mir gedacht, okay, spannend, warum schreibt mein Vater vor dem Fernseher? Also entweder ich wäre Formel-1-Fahrer oder gehen die Politik. Also es hat was gemacht mit mir und habe mir gezeigt, oh spannend, das bewegt Menschen und ich habe mich immer dafür interessiert und habe geschaut, wie Menschen Einfluss nehmen können auf die Gesundheit, auf das Fortkommen anderer Menschen und da war die Politik eine Antwort für mich. Und habe das im Ö3-Studio auch immer sehr viel verfolgt, immer wenn wer bei mir war oder ich habe Ö3-Nachrichten gehört, es war mir nur nie möglich, mich selbst zu engagieren, weil ich im ORF war. Und also habe ich mich entscheiden müssen, einen sicheren Job zu lassen, den ich bis zu meiner Pension hätte machen können. Ich wusste auch, ich werde Papa. Und gleichzeitig habe ich auch Sebastian Kurz kennengelernt, zu dem Zeitpunkt auch schon. Und ich war im Urlaub und wir alle kennen diese Abende, wo man auf einer Liege liegt, aufs Meer rausschaut, da einen Cocktail trinkt oder Pitschi und über das Leben sinniert. Und es war einer dieser Momente, wo ich gewusst habe, wenn ich was machen möchte, dann sollte ich es vielleicht tun und auch jemandem sagen, dass ich das möchte. So wie du ja auch Chancen ergreifst. Also man wartet nicht nur, dass eine Chance kommt, sondern man schafft sie sich. Und dann habe ich das ausgesprochen, dass ich in die Politik gehen möchte. Und wenige Monate später war ich in der Politik. Peter: [10:01] Und ich erinnere mich noch sehr gut an den Anruf, der damals kam von Sebastian. Ich habe den Kleinen am Arm gehabt. Peter: [10:08] Und er hat gesagt, was ist jetzt Peter, bist du dabei? Ich sage, ja sicher bin ich dabei. Und ich habe meine letzte Sendung bei Ö3 gemacht, ohne dem Wissen, dass das meine letzte Sendung ist. So schnell ging der Wechsel. Ich habe mich eigentlich nie verabschiedet. Also, wenn jetzt wer zuhört, ja, danke fürs Zuhören. Das war eine richtig schöne Zeit. Ja, du, manchmal braucht es, man muss diese Momente, ich glaube, dass jeder diese Momente hat. Und dass jeder auch diese Momente spürt. Die Frage ist, kann man es in dem Moment zulassen? Ist ja nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch des Könnens. Wir alle haben unsere Abhängigkeiten und Verpflichtungen. Insofern, wer bin ich, zu sagen kann jeder, na, manchmal geht es und manchmal nicht. Ich habe zugegriffen. Bernhard: [10:49] Wie war denn das für dich, als du Papa geworden bist damals? War das für dich so ein Erlebnis, wie du es dir erwartet gehabt hast? Hast du dir überhaupt irgendwas erwartet? Wie war das? Peter: [11:04] Wer es gewohnt ist, sehr lebend lang Gas zu geben, Und im Job, wie du ja auch, alles zu geben und aus sich rauszuholen, ist dann vielleicht doch in manchen Momenten überwältigt, was für Gefühle in einem hochkommen, wenn man so einen kleinen Kerl oder bei dir halt ein kleines Mädel in der Hand hat. Das sind Gefühle, die man nicht nachvollziehen kann. Man bekommt sie oft von Freunden beschrieben. Also ich kann mich erinnern, dass ich oft darüber gelächelt habe, wenn Freunde zu mir gesagt haben, man bekommt so viel zurück. Ja, was? Müde, Windeln, Lautstärke. Ja, es wird ja auch immer lauter. Es beginnt ja mit dem ersten Schrei und auch die Lautstärke maximiert sich über die Monate. Aber Bernhard, ich habe die glücklichsten Momente in meinem Leben gehabt um halb vier und eine Nacht. Wenn du saumüde bist, komplett fertig, aber du hast einen Typen in der Hand oder ein Kind in der Hand, das dich beruhigt, weil du es haltst. Das ist schon stark. also das ist mega stark und da, Und insofern war es auch für mich logisch, wenn ich das schon erzählen darf, dass ich auch viel Zeit bei den Kindern ans Haus bin. Weil die Zeit mit den Kindern, vor allem wenn sie so klein sind, kann man nicht nachholen, an den Job schon. Bernhard: [12:17] Bin ich ganz bei dir, aber das kam dann doch gleichzeitig mit dem Start in die Politik. Wann kam dein Sohn, der erste Sohn? Peter: [12:25] 2017. Bernhard: [12:26] 2017. Das war der Start, oder? Ja. Das war gleichzeitig. Ja. Wie geht dir das aus? also ich habe dich jetzt nicht bei irgendwelchen Presseterminen gesehen mit dem Kleinen am Arm. Wie schaffst du das dann? Oder wie kann ich mir vorstellen, dass dein Alltag ausschaut und du sagst, du bist, obwohl da gerade politisch sich massiv was tut, weil das ist ja kein Job, der fängt am 9.00, 1.30 Uhr auf und ich kenne Leute, die in dem Bereich arbeiten, da Leute das Telefon durchgehen, die laden das iPhone dreimal am Tag, weil es sich halt anders ausgeht. Wie kann man sich da Zeit nehmen für Family? Peter: [12:58] Erstens bin ich kein Bundeskanzler und kein Minister und auch kein Staatssekretär. Ja, die haben bestimmt so ein Leben. Ich war politisch anders engagiert und habe mir das eingeteilt. Hat das meinen Chefs immer gefallen? Nein. Aber andererseits habe ich auch gewusst, dass es Zeiten für Familie gibt und Zeiten für den Job gibt. Ich habe viel in der Nacht gearbeitet. Wirklich viel in der Nacht. Habe ich mehr während meiner Schulzeit schon gemacht. Ich habe am besten gelernt, wenn es elf, zwölf war. Wirklich? Ich habe wenig geschlafen, war saumüde, aber am nächsten Tag dann Lernkurve. Null, könnte man früher schlafen gehen? Nein. Genau das Gleiche. Aber ich erinnere mich an ganz viele, weil du das gerade ansprichst, Nächte, wo ich von irgendeinem Wahlkampf-Event oder in der Tour zurückgekommen bin und zwei in der Nacht und auch ins Zimmer gegangen bin und den Kleinen einfach spüren wollte und den zu mir genommen habe. Und die Zeiten sind ja auch nicht immer so. Aber ich kann mich daran erinnern, dass ich zu meinem damaligen Chef, der zuwilligerweise auch Bundeskanzler damals war, gegangen bin und gesagt habe, übrigens, ich möchte jetzt drei Monate nicht da sein. Ich gehe jetzt in Karenz. Und es war, keine Diskussion. Sondern okay, wenn du das willst, dann machst du es halt. Bernhard: [14:06] Weil Freude ist anders? Peter: [14:07] Ja. Es muss sich auch keiner darüber freuen, aber respektieren kann man es. Nicht nur akzeptieren, sondern respektieren. Ich glaube, das ist auch etwas, was der Jürgen bei dir angesprochen hat, der Czernohorski, der Stadtrat, der ja auch in Karenz war. Da muss ich in der Politik, boah, das ist ja der Klinische wie der Politiker, da muss ich etwas tun. Nein, ich finde, dass man das auch an die Realität anpassen muss. Es ist immer schön, wenn man davon redet, und der Jürgen hat sehr eindruckvolle Zahlen mitgehabt, das ist nur, glaube ich, 16 Prozent sind der Männer, die in Karenz gehen. Das mag schockierend sein und furchtbar sein, aber dann sollte man mal darüber nachdenken, warum das so ist. Bernhard: [14:43] Vor allem, weil 40 Prozent wollen. Peter: [14:46] Exakt. Bernhard: [14:46] Und die Frage, wie wir das denn wollen und können und dürfen, das passt. Weil da ist, glaube ich, die große, da klafft die Wunde oder da klafft dieses Loch, das da ist. Da müssen wir schauen, wie wir hinkommen. Peter: [15:02] Und was ist dein Ansatz? Bernhard: [15:05] Ich versuche ja auch in diesem Podcast den Wert von Familie in irgendeiner Weise nach oben zu heben. Ich glaube, dass Familie ein Imageproblem hat. Weil Familie wird in den Kreisen, in denen wir unterwegs sind, und ich sage jetzt einmal, wer Zeit hat, sich einen Vaterschaftspodcast anzuhören, Bernhard: [15:23] Dem geht es wahrscheinlich gar nicht so schlecht. Das klingt jetzt ganz blöd, aber ich sage mal, Menschen, die wirklich jeden Cent 17 Mal umdrehen müssen, die haben andere Sorgen. Also über die reden wir nicht. Aber wenn nicht die, die die Möglichkeit hätten, etwas zu verändern, was zu tun, dann werden die anderen nie den Wunsch haben, etwas zu verändern oder jemandem nachzueifern. Das heißt, wir müssen ein Bild von Familie kreieren, von einem Ort, an dem ich sein möchte. Momentan kreieren wir einen Ort, dass die Familie ein Hemmschuh ist für Erfolg. Und das ist meiner Meinung nach das Problem, dass wir Erfolg falsch definieren. Wir definieren Erfolg mit Status, mit Geld, mit Haus, mit Auto, mit Wohnung, mit Hund, mit Dings. Du weißt, was ich meine. Materielles. Das ist erstrebenswert. Aber wie du schon vorher gesagt hast, du kannst die Zeit nicht zurückholen. Den Job schon. Am Ende des Lebens fragst du dich, sicher nicht, geil, dass ich so viel gekackelt habe. Leihwand, dass ich so viel habe. Und das sind auch erwiesene Dinge, die Menschen bereuen. Das, was ich am meisten bereue, ist, dass ich nicht so viel Zeit für meine Familie gehabt habe. Dass ich mich nicht so sehr darum kümmern konnte, dass ich mein Leben lebe. Das könnte man früher herausfinden, als erst später. Also das heißt, lange Rede, kurzer Sinn, ich sage es jetzt Trumpisch, make family great again. Ja, klingt jetzt blöd, aber weißt du, was ich meine? Peter: [16:42] Das klingt sogar sehr gut. Bernhard: [16:44] Das ist mein Ziel mit dem Podcast, Familie als erstrebenswert darzustellen, dass ich dort sein will. Weil wenn ich dort sein will, dann kriegen die, die dort nicht sein können, einen Grant und sagen, hey, ich würde es aber. Weißt du, was ich meine? Du kennst ja dieses, gerade die Kommunikation, wir gegen die sind immer sehr stark. Peter: [17:02] Ja, ja. Du hast was sehr Richtiges angesprochen gerade, auch was man bereut am Ende des Lebens. Ich hatte das Glück, dass ich Zivildiener war, als ich 19 war und bin in weißer Kleidung und mit dieser metallenen Abzeichen, Zivildiener, in ein Altersheim gestanden auf der Betreuungsstation und habe die Damen dort damals niedergelegt, jeden Abend. Das waren so Führerzimmer. Und ich glaube, dass auch da die Grundlage meines Ö3-Engagementes auch liegt, weil ich habe jeden Abend mit denen Ö3 gehört. Treffpunkt Ö3, diese Jugendsendung, haben wir ja gehört damals. Immer zum Schlafen gehen, 19 Uhr, habe ich das Radio genommen, angesteckt in jedem Zimmer und habe halt die Damen gewaschen, habe mit ihnen gequatscht, habe sie zugedeckt, habe Hand gehalten und gute Nacht gesagt. Peter: [17:43] Und währenddessen haben wir wahnsinnig viel geredet. Das heißt, eigentlich habe ich viel zugehört. Peter: [17:48] Weil Menschen am Ende ihres Lebens, wenn sich so ein ganzes Leben auf vier Wände beschränkt, Vielen Dank. und wenige Leute vorbeikommen, weil es niemand mehr gibt, weil wenige Leute Interesse haben, sehr gerne erzählen. Man muss nur zuhören. Und wie du richtig sagst, niemand, oder ich war zehn Monate da, glaube ich, kein einziger hat je gesagt, man hätte noch gern mehr gearbeitet. Ich war so oft der Letzte, der das Licht abgedreht hat, ich hätte es nur einmal machen müssen, noch mehr. Nein, alle haben gesagt, ich hätte so gern mehr mit der Familie verbracht. Ich hätte gern noch was ausprobiert. Jetzt war es denen auch, aufgrund auch einer anderen Generation, auch nicht möglich, es zu tun, aber der Wunsch war da. Und mir ist auch vollkommen klar, wie du es richtig ansprichst. Diejenigen, die das hier hören, haben vielleicht andere Möglichkeiten als Menschen, die irgendwo am Supermarkt an der Kasse sitzen oder in einer Werkstatt sind oder in einem Callcenter. Ist mir vollkommen klar, dass nicht immer die Möglichkeit ist. Ich bin nur ein großer, großer Anhänger von, wenn du die Möglichkeit hast, ergreife sie. Ich glaube auch, dass viele, diese 42 Prozent, die es gern wollen, dass da vielleicht auch ein paar Prozent drunter sind, wo es möglich wäre, sie wissen es nur nicht. Also insofern bitte, sprecht es mit euren Chefs oder Chefinnen drüber. Liebe Männer, ihr habt Angst vor dem Karriereknick, Angst vor weniger Gehalt. Peter: [19:14] Euren Frauen geht es genauso. Bernhard: [19:16] Das macht es halt nicht besser. Peter: [19:17] Nein, aber wir müssen drüber reden. Absolut. Das meine ich. Weil Sie sagen, das sind ja Ängste, die Männer haben. Die haben ja Frauen genauso. Also bitte tauscht es euch aus, nicht nur mit euren Frauen, sondern auch mit euren Chefs und legst es offen. Und vielleicht, wenn wir dann eben, genau weil wir sowas öffentlich machen, ändert sich irgendwann mal was. Aber es muss sich was ändern. Weißt du, ich komme ja aus der Politik. Und ich habe ganz oft gehört, eine meiner Lieblingsphasen im Sinne von, ich kann es nicht mehr hören, ist, es braucht, Ja, also wenn Politiker, viele Politiker erkennen den Umstand richtig, das Problem richtig und merken wir dann, die Lösung ist so weit weg oder es sind so viele Hindernisse dazwischen, dann braucht es etwas oder man hat gerade nicht die Mehrheiten, wir müssen auch realistisch bleiben, man hat nicht die Mehrheiten etwas durchzusetzen, dann braucht es etwas. Hier braucht es aber nicht nur etwas, sondern hier müssen wir etwas tun. Nicht hier sollten wir etwas tun, hier müssen wir etwas tun, weil wir ganz vielen Menschen und ganz vielen Kindern auch ganz nebenbei unfassbar viele Chancen und Momente wegnehmen. Bernhard: [20:26] Richtig und eben was du schon vorher angesprochen hast, dieses am Sterbebett bereuen. Es gibt ja auch eine wunderschöne, Statistik oder Studie, kennst du die Harvard Study of Adult Development? Peter: [20:41] Die kenne ich nicht. Bernhard: [20:42] Ist deswegen spannend, weil sie die längste jemals durchgeführte Studie ist an Menschen, die es nach wie vor gibt. Die läuft nach wie vor. Hat 1938 begonnen, ist eine Studie, die nur an Männern durchgeführt wird, die, was in dem Fall aber auch aussagekräftig ist, weil wir reden ja über Papas. Die Studie hat sich nur eine Sache gefragt. Warum sind Menschen glücklich? und die haben das versucht herauszufinden, indem sie immer dieselbe Zielgruppe plus der Nachkommen dann halt alle reiligen Zeiten, also eigentlich in einem regelmäßigen Abstand, gefragt haben, was tust du gerade und wie geht es da? Peter: [21:16] Okay, spannend. Bernhard: [21:17] Und herausgekommen ist, und die läuft nach wie vor, es geht um Beziehungen. Das heißt, unabhängig davon, was die für Einkommen haben, unabhängig davon, wie es denen materiell geht, Status, es ist Nebensache. Die Quelle von Glück im Leben sind Beziehungen. Wenn man das weiß, kann man das anstreben. Wir haben das falsch geframed. Weißt du, was ich meine? Also worauf ich hinaus will, ist, mach es attraktiv, dich um deine Beziehungen zu kümmern. Die einzigen Menschen, die sich an deine Überstunden erinnern, sind die Kinder. Dem Chef ist es irgendwann wurscht. Fallst du in der Firma aus, in 14 Tagen bist du ersetzt. Du kannst dann Haxen brechen und fallst aus. Aber für Karenz, nein. Ich meine, was ist das? Weißt du, was ich meine? Peter: [22:01] Ja, ja, ja. Bernhard: [22:02] Also das ist so kurzsichtig gedacht und wenn man draufkommt, ist es spät. Peter: [22:08] Ja, du sprichst sehr viel Richtiges an. Ich befürchte, dass viele Menschen eh schon drauf kommen, aber nicht die Möglichkeit haben, es zu ändern. Ich wünsche, es wäre so. Was uns jetzt nicht aus der Verantwortung nimmt, es ist so und wir können es nicht ändern. Das ist auch etwas, was wir oft gehört haben. Ist so, war schon immer so und wird immer so sein. Bernhard: [22:31] Beste Argumente. Peter: [22:32] Ja, ja, großartig. Haben wir immer schon so gemacht. Klassischer Österreicher. Bernhard: [22:37] Kunter jeder kommen. Peter: [22:38] Ja, hallo. Da könnte man jetzt viel noch weiter machen. Nein, sicher nicht. Wir machen das anders. Haben wir beide schon viel gehört in diversen Unternehmen. Ja, ich habe in der Politik ganz viel Erfahrung gemacht und Erfolge auch, selbst als Politiker, als ich Landtagsabgeordneter war, als ich diese Karte gespielt habe mit alle sagten, das ging nicht, bis einer kam, der es nicht wusste. Das war ich. Natürlich habe ich es gewusst. Aber ich habe halt so getan, als ging es. Und dann plötzlich ging es. Also manche Dinge. Das müssten halt dann auch Menschen machen, die in Verantwortung sind. Also ich fände es richtig cool, ich spreche es jetzt mal aus, wenn wir einen Minister hätten, einen Bundeskanzler, der sagt, alles Gute, ich bin dann mal weg. Weil wenn eine Regierung, bleiben wir bei dem Bild, gut aufgestellt ist, dann gibt es natürlich auch Stellvertreter, die das auch machen können für eine gewisse Zeit lang. Warum denn auch nicht? Es muss halt mal mehr machen. Bernhard: [23:41] Ja, und das ist, glaube ich, ein bisschen das Problem. Also quasi dieser, wir sind alle gerne die Early Adopter, aber die First Mover sind wir nicht gerne. Peter: [23:48] Unschwierig, ja, da hast du recht. Bernhard: [23:50] Also auf einen Trend aufspringen ist sicher was Cooles, aber wenn du der Erste bist, ist es schwierig. Und es gibt zum Glück welche, die es machen, aber die müssen halt auch wissen, was bringt es ihnen. Und du weißt aus dem Kommunikationsbereich, dass wir uns halt tendenziell eher für das bekannte Unglück als für das unbekannte Glück entscheiden, weil wir es kennen. Wir wissen, wie wir damit umgehen können, weil das machen wir ja schon Jahre. Deswegen gibt es zwei Möglichkeiten, was zu ändern. entweder der Leidensdruck ist groß genug, da müssen wir, oder der Wunsch, das Neue zu haben, ist groß genug. Weißt du, was ich meine? Die Begeisterung für das Neue. Das sind die zwei Gründe, aus denen wir was ändern. Andere gibt es nicht. Und ich bin halt eher der Meinung, dass wir was Positives herzeigen sollten, deswegen auch dieser Podcast. Ich versuche halt einfach, ich mache nichts anders, als tausende Frauen von mir vorher schon gemacht haben, über Familie reden. Und weil ich und du, weil wir Männer Papas sind, interessiert das wen. Ist ja verrückt eigentlich, oder? Wir machen ja nichts anderes. Wir reden über Familienthemen, wie du schon vorher gesagt hast. Genauso geht es den Frauen. Wir reden über das. Aber wenn wir nicht drüber reden, wenn das kein Thema wird, wird es nicht normal. Und wenn es nicht normal wird, dann macht es niemand. Weil Sprache schafft Bewusstsein. Das ist unser Thema. Peter: [25:10] Als ich erzählt habe auf LinkedIn, dass ich zu dir komme, hat eine Frau darunter geschrieben, die Peter Gattringer, glaube ich, heißt sie, wenn eine Frau weg ist oder ein Kind bekommt und eine Karenz ist, muss sie sich nachher in einer Art noch rechtfertigen, ob sie das eh noch schafft, ob sie eh noch bereit ist, das zu leisten. ich kenne niemanden, der einen Mann danach gefragt hat. Oder auch als wir begonnen haben zu reden online, ging es darum, dass wenn Männer Väter werden, klopft man ihnen öffentlich gerne auf die Schulter. Super, toll gemacht, Stammhalter. Wenn Frauen Mütter werden, werden sie ganz oft auch online vor allem aus Äußerlicher reduziert. Also dann müssen sie sich rechtfertigen, wie viel sie zugenommen haben und da ist bestimmt ein großer Druck auch da wieder perfekt auszuschauen verstehe ich alles, Also da ist eine Ungleichgewichtung drin. Und wenn sie sich dann auch noch dafür entscheidet, was ja gutes Recht ist und wie schön und wie cool eines jeden Menschen, wenn man sich dafür entscheidet, wenn sie Mutter ist und arbeitet, dann ist sie gleich eine Powerfrau. Ich habe noch nie den Begriff Powermann gehört, weil bei einem Mann geht man offensichtlich davon aus, dass er eh genügend Kräfte hat. Warum eigentlich eine Frau nicht? Bernhard: [26:33] Diese Zuordnungen, diese Adjektive oder diese besonderen Attribute, die man da Worten zuordnet, ist ja immer, weil es nicht der Norm entspricht, die wir in unserem Kopf haben. Peter: [26:43] Hast du auch etwas Gescheites gesagt? Bernhard: [26:45] Naja, den Familienvater. Peter: [26:47] Ah ja. Bernhard: [26:47] Wenn ich sage, hey, das ist ein Familienvater. Peter: [26:49] Familienmutter. Bernhard: [26:50] Die gibt es nicht. Genauso wie wenn ich sage, hey, bei jedem 8. März hörst du, das sind jetzt wirklich starke Frauen. Dann denke ich mir, okay, wenn ich sage, das sind jetzt wirklich starke Männer. Was sind starke Männer? starke Männer sind im Fitnesscenter. Verstehst du, was ich meine? Oder wenn ich hergehe und sage, das ist ein aktiver Vater. Okay, alles klar. Der macht Sport. Nein, ein aktiver Vater ist einer, der für die Familie ist. Eine aktive Mutter macht Sport. Peter: [27:12] Oh ja, stimmt. Bernhard: [27:14] Und das ist so crazy, weil in unserem Kopf ist offenbar eine Norm. Wenn ich sage Powerfrau, dann ist alle anderen es nicht. Völlig ein Blödsinn natürlich. Aber wir haben halt das in uns drinnen. Und man kriegt als Mann für das absolute Minimum wird auf die Schulter geklopft, im Bereich Familie. Weil wir im Bereich Familie, weil man uns eigentlich nicht wirklich zutraut, dass wir das kennen. Das ist ja, weil es nicht gewohnt ist. Das ist genauso, wie du kriegst, ich weiß ja nicht, ich moderiere immer wieder auch Preisverleihungen, wo dann der Frauen in der Technik Preis verliehen wird. Das sind Mädels, Lehrlinge, die machen genau das Gleiche, wie deren männliche Kollegen. Bernhard: [27:57] Und kriegen einen Preis dafür, weil sie sich in einem Bereich, in dem sie unterrepräsentiert sind, beweisen. Das ist gut. Ich sage jetzt nicht, dass man einem Mann einen Preis verleihen sollte. Aber hey, wir haben in unserem Kopf eine Hürde. Und diese Hürde ist unser Bias, unsere Vorbelastung, unsere Vorstellung von Geschlechterrollen. Weil nur dadurch klopfen wir anderen auf die Schulter oder verleihen ihnen Preise. Weil wir halt in unserem Kopf drinnen haben, eigentlich ist das nicht so. Eigentlich sind Frauen nicht in der Technik. Eigentlich sind aber Männer nicht mit dem Kinderwagen unterwegs. So denkt unser Kopf. Und das muss man halt ändern. Sichtbar machen. Aufmerksamkeit schaffen. Einen Podcast machen, wo man mit anderen Papas über sowas redet. Ist ein Mini-Zahnrad dazu. Aber ich bin jemand im Sprechberuf. Meine Instrumente sind Mikrofone. Peter: [28:50] Schau, einer muss mal beginnen. Es wird sich sonst nie was ändern. Und dieser Baum der Veränderung hat ja ganz viele Äste und du bist einer dieser Äste davon. Bernhard: [29:01] Was hast denn du für ein Bild mitbekommen? Du hast gesagt, dein Papa hat dir nicht viel, aber drei Buchstaben mitgegeben. Das ist hängengeblieben. Peter: [29:06] Das ist ein Witz. Mein Papa hat mir bestimmt viel mitgegeben. Mein Papa ist, wie meine Mutter auch, Nachkriegsgeneration. Und wenn man selber Papa wird oder Eltern wird, wird man auch etwas versöhnlicher in der Nachbetrachtung. Also im Rückspiegel des Lebens weiß man viele Dinge zu erklären. Mein Vater hat bestimmt viel gearbeitet im selben Leben wie viele, wenn man 50 ist und ein Vater hat, der 45 auf die Welt gekommen ist, hat er sich definiert in seinem Leben durch viel und harte Arbeit und uns damit auch ein Leben ermöglicht. Also ich habe bestimmt bei meinem Vater gesehen, was es bedeutet, fleißig zu sein. Bei meiner Mutter habe ich auch gesehen, was es bedeutet, viel allein zu sein mit Kindern. Und ich spüre auch immer wieder mal von ihr, wenn sie mir Fragen stellt über die Kinder, dass sie etwas nachholt oder vielleicht anders machen hätte wollen. Aber was die Vaterrolle betrifft, das ist auch vielleicht etwas, was ich gerne, wenn ich es erzählen darf, sagen kann, wenn Väter warten, wann kriege ich denn Kinder? Wann ist es denn soweit? Wann ist der richtige Zeitpunkt da? Peter: [30:18] Jetzt, also ich war 42, weil ich wirklich lang gewartet habe, ich wusste nicht, wann bin ich denn bereit, Papa zu werden, wann geht sich das aus, wann schaffe ich das überhaupt, habe ich schon alles erlebt, weil auch in meinem Kopf habe ich gedacht, das ist vorbei, dann. Also was Karriere betrifft, ist es vorbei, Freunde betrifft, ist es vorbei, Ausschlafen, vorbei, es ändert sich das Leben, es ist nichts vorbei, es geht anders weiter, aber wenn ich jetzt, wenn ich auf den perfekten Moment gewartet hätte in meinem Leben, wäre ich nicht Papa geworden. Der kommt nie. Nein. Und das ist wie so vieles im Leben. Wann beginne ich mit Sport? Jetzt. Wann ende ich meinen Job? Jetzt. Wann greife ich endlich zur Gitarre? Ich will mein Leben lang Gitarre spielen? Jetzt. Das ist bis zu dem Zeitpunkt, wo man dann jetzt sagt, ohnehin keine Überlegungen, die aus der Hüfte geschossen kommen, weil wir denken eh Dinge fast bis zum geht nicht mehr, aber zerdenken kann man es auch. Und wenn ich etwas, ich würde nicht sagen bereue, aber wenn ich etwas schade finde in meinem Leben ist, dass ich erst mit 42 Papa geworden bin. Weil es wäre schon noch schön, eine größere Familie zu haben. Jetzt merke ich mit 51, das geht sich nicht mehr aus. Also körperlich wie psychisch ist es schön, zwei Kinder zu haben und eine unglaublich geile, tolle Frau. Aber mehr schaffe ich schon nicht mehr. Bernhard: [31:39] Aber das heißt, du hast ein ganz klassisches Bild mitbekommen eigentlich, oder? Peter: [31:44] Was ist ein klassisches Bild? Bernhard: [31:45] Ein klassisches Bild, wie du es hast angesprochen, dein Papa 1945 auf die Welt gekommen, mein Papa 1952 auf die Welt gekommen, geht sie aus als eine Generation, sage ich jetzt mal. Alles, was mit Family zu tun hat, macht die Mama. Alles, was mit Einkommen zu tun hat, Erwerbseinkommen, macht der Papa. Das sage ich jetzt mal klassisch. Unabhängig davon, ob ich das gut oder schlecht finde, unabhängig, das hat nichts damit zu bedeuten. wer bin ich, das zu beurteilen, die werden sich das schon ausgemacht haben. Genauso wie ich hoffe, dass du mit deiner Frau dir ausgemacht habt, dass ihr die Rolle, wie ihr sie lebt, habt, so wie sie ist. Also, sage ich ja immer, rätst drüber, dann findet es eine Lösung. Und wenn nicht, müsst ihr euch überlegen, wie es damit umgeht. Also, das ist so, ich stülpe nicht meinen Lebensentwurf über dich. Aber wie, wenn das aus diesem klassischen Bereich kommt, dass du das vorgelebt bekommst, was machst du anders als dein Papa? Oder was machst du gleich? Peter: [32:39] Um... Ich hatte große Sorge, dass ich zu wenig da bin oder auch zu wenig da sein kann, weil auch ich natürlich Karriere machen möchte und wollte und vieles erleben wollte. Das mache ich bestimmt anders jetzt und ich habe nicht das Gefühl, dass mir was fehlt. Mache ich immer alles, was ich möchte? Nein. Aber dafür mache ich andere Dinge. bin ich immer erfolgreich in dem, was ich mir vornehme und immer der perfekte Papa nein, es ist ein weiteres Learning deswegen wird man auch versöhnlicher im Rückspiegel des Lebens, weil auf vieles du wirst es auch kennen Bernhard, was man sich überlegt und sich vorbereitet kann man gar nicht vorbereitet sein da passiert so viel mit Kindern, wo du davor stehst und du denkst was mache ich jetzt, wie geht das jetzt weiter, ich habe keine Ahnung probieren wir mal diesen Weg zu gehen und Wochen, Tage, Minuten später, manchmal kommt auch darauf, war es mir eine Chance. Also ganz oft in mir steigt auf, das macht man nicht so. Also wenn das Kind dir was macht und du denkst, das geht aber nicht so. Also ich kann mich erinnern, wie wir begonnen haben zu lesen abends. Man hört Lieder, man liest was und die blättern schneller weiter. Du bist aber noch nicht fertig mit der Seite. Bernhard: [34:03] Das wissen die ja nicht. Peter: [34:05] Das macht man so nicht. Das geht so nicht. Ich würde lügen, würde ich sagen, das ist ganz weg. Aber in vielen Momenten denke ich mir, warum macht man das eigentlich nicht so? Wer sagt denn das eigentlich so? Das steckt ein bisschen in mir drinnen, woher es auch immer kommt. Aber es ist manchmal richtig befreiend, einfach umzublättern. Ja, so machen wir halt nicht fertig, machen wir halt da weiter. Ist ja wurscht. Also das macht man nicht so, ist wo auch immer begründet, in den 70er, 80er Jahren meines Lebens. Keine Ahnung, von mir ist das auch. Vielleicht auch von der Schule. die Schule war auch sehr steigend das macht man nicht so, da muss man brav sitzen und folgen ähm, Womit ich mir ganz offen und ehrlich schwer tue, ist dieses, wenn du nichts folgst, wirst du bestraft. Also es braucht irgendeine Konsequenz. Also sonst tanzen die einen ja überall herum. Du weißt, wie das ist. Trotzdem kann ich, ich möchte meine Kinder nicht bestrafen. Also in welcher Art und Weise auch immer. Ich habe da noch nicht diesen ultimativen Weg gefunden. Kannst du mir einen Rat geben? Du führst zu viele Gespräche mit Vätern. Wie machst du das? Bernhard: [35:17] Eine der wichtigsten Sachen, vor allem wenn es um Konsequenzen geht, ich nehme jetzt bewusst Konsequenzen und nicht Strafel, ist, du musst dir halt auch immer überlegen, was bedeutet diese Konsequenz für dich? Weil wenn du jetzt hergehst und deinem Kind sagst, Peter: [35:34] So, jetzt gibt es einmal eine Woche, kein Fernsehen. Bernhard: [35:38] Legitim, mach das, ist okay, wenn du das für dich richtig hältst. Nur, was ist denn die Alternative? Peter: [35:43] Ja, ja. Bernhard: [35:44] Weil oft ist ja das Kind fernschauen lassen auch ein, was auch immer, du hast jetzt heute Buchhaltungstag und das geht halt nur dann, wenn das Kind nicht permanent einen neuen Toast will, den du gerade zubereiten musst. Peter: [35:56] Auch den kann man falsch zubereiten. Bernhard: [35:58] Gar keine Frage. Wie du ihn schneidest, gedostet, nicht gedostet. Peter: [36:01] Ich wollte ihn nicht so geschnitten, ich wollte ihn anders geschnitten. Bernhard: [36:04] Aber das kann dem Tag kaputt sein. Peter: [36:05] Da hast du falsche Käse drin. Bernhard: [36:05] Natürlich, richtig. Peter: [36:06] Käse. Den Teller wollte ich nicht. Bernhard: [36:07] Du traust dich was. Aber, also ich sage, sei dir bewusst, was haben deine Konsequenzen verfolgen. Ja, das stimmt. Was nicht heißt, lass alles durchgehen. Peter: [36:18] Okay, aber was ist das und was schließen wir jetzt daraus? Bernhard: [36:22] Was wir daraus schließen, ich versuche, meine Kinder zwar nicht zu parentifizieren, aber trotzdem ihnen klarzumachen, warum mir was wichtig ist. Also ich habe jetzt gerade mit meiner großen Tochter, die in der ersten Klasse Gymnasium jetzt halt auch mit Schularbeiten zu tun hat und ich habe so ein bisschen dieses, ich würde sie gerne ein bisschen motivieren, mehr zu lernen, obwohl sie ein Einserkind ist. Peter: [36:47] Okay. Bernhard: [36:48] Trotzdem, man macht das so, man macht das so. Naja, genau. Peter: [36:52] Habe ich auch gemacht. Bernhard: [36:52] Ja, es war schon. Finde ich auch gut so, dass sie das macht. Aber? Aber jetzt muss ich mir, muss ich den schmalen Grat gehen zwischen, sie sagt, na, ich kann eh alles. Peter: [37:02] Ja. Bernhard: [37:03] Und ich glaube sie nicht. Und dann muss ich hergehen und sagen, okay, jetzt muss ich mich selber zurückhalten, indem ich sie nicht quasi dazu schiebe, was zu lernen, was sie vielleicht eh nicht braucht. Ja. Und muss sie ihre Erfahrungen selber machen lassen. Ah, schwierig. Und das ist das Schwierige. Ich möchte, dass sie nie schlechte Erfahrungen hat. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass schlechte Erfahrungen... Peter: [37:23] Wir wollen uns Kinder beschützen, wissen aber auch, sie müssen es selbst auch spüren. Bernhard: [37:27] Genau, und das ist halt der Weg, den ich auch bei Dingen mache, wenn es jetzt darum geht, Konsequenzen aufzuzeigen. Dass ich jetzt sage, schau her, wenn du das machst, wird das passieren. Wenn du ohne Ellbogenschützer Skateboard fährst, Gehe ich davon aus, dass du dir wehtun wirst. Ich kann dich nicht immer davon schützen. Ich kann dir sagen, pass auf dich auf. Peter: [37:52] Es könnte ja auch gut gehen. Bernhard: [37:53] Es könnte ja auch gut gehen, natürlich. Aber wenn es nicht gut geht, habe ich halt ein Kind mit einem gebrochenen Handgelenk, was dann wieder die Konsequenzen für mich ist, weil ein Kind mit gebrochenem Handgelenk hat andere Bedürfnisse im Moment. Also es ist halt immer so ein Versuch, es ganzheitlich zu sehen, was sauschwer ist. Peter: [38:09] Ich wollte gerade sagen. Bernhard: [38:10] Und manchmal zerdenkst du auch einfach nicht, sondern sei lieb. Peter: [38:13] Das passt schon. Bernhard: [38:14] Also ist immer die Frage, sind die Konsequenzen? Machst du das jetzt gerade, weil du deinem Kind was Gutes tun willst oder weil du für dich jetzt was auch immer... Peter: [38:23] Auch wichtig, Wäsche, Waschen, Steuern machen. Bernhard: [38:25] Genau, eh alles wichtig. Peter: [38:27] Für die Lugnur hat man. Bernhard: [38:28] Genau, das muss man sich schon auch gönnen. Also das ist so dieses Beispiel, mit setz zuerst dir und dann deinem Kind die Maske auf, weil sonst... Also du musst schauen, dass es dir gut geht, Peter: [38:39] Sonst kann ich nichts anderes machen. Bernhard: [38:40] Ist eh ein alter Hut, wissen wir eh. machen wir nicht immer. Peter: [38:44] Ja, wir probieren es. Bernhard: [38:45] Ja, richtig. Wie schaut euer Alltag aus? Wie ist das jetzt gerade so? Du bist als Coach, als Kommunikationstrainer Wirkt so, als hättest du jetzt gerade eine Hoheit über deine Zeitanteilung. Peter: [39:00] Du weißt selbst, als Selbstständiger ist es wunderschön, wenn man sich die Zeit selbst einteilen kann. Ich schaue, dass ich meine Kinder jeden Tag in Kindergarten und Schule führe, und sehr häufig auch gerne abhole. Und dann gehen wir immer, einer geht mit dem einen schlafen, einer geht mit dem anderen schlafen. Bernhard: [39:15] Und ihr schlacht beide ein wahrscheinlich. Peter: [39:17] Ich schlafe ganz viel ein. Also neulich habe ich auch gesagt, Papi? Bernhard: [39:21] Papi? Hat er dich hingelegt? Peter: [39:23] Also quasi, ja. Und ich bin eingeschlafen bei ihm. einschlafen helfen. Also er war meine Einschlafhilfe. Naja, ich bin viel in Österreich unterwegs. Weniger unterwegs als zuvor. Auch das war ein Grund, warum ich aus der Anstellung wieder in die Selbstständigkeit gegangen bin. Als ich das meinem Sohn gesagt habe, meinem Älteren, wir sind beim Essen gesessen, hat er die Hände in die Luft geschmissen und gesagt, ja, der Papi ist wieder mehr da. Und ich dachte, uh. Bernhard: [39:49] Das tut weh, oder? Peter: [39:50] Das tut weh und war auch schön zu sehen, dass der Typ das zu schätzen Grundsätzlich hat mir auch gezeigt, dass mein Leben in den letzten Monaten vielleicht in die falsche Richtung abgebogen ist. Auch aus familiären Gründen. Insofern freue ich mich total, dass ich selbstständig wieder bin. Und ich arbeite ganz viel von zu Hause aus, vom Computer aus. Man kann ja auch online sehr viel kommunizieren. Und wenn wir gerade über Kinder reden und Kommunikation, so kann jeder, meine Kunden, ganz viel lernen von Kindern. Du weißt es ja selbst, wie es ist. Ganz viele Menschen, vor allem in der Politik, kommen mit unfassbar viel Inhalt daher, sind gut vorbereitet, haben tausende Zettel bei sich und dann sagen sie mal, du Peter, jetzt sage ich es ihnen schon zum dritten Mal, die kapieren das noch immer nicht. Und ich sage, hast du schon mal versucht, das in drei Sätzen zu erklären? Oder etwas einfacher zu erklären? das ist ein Bild von meinem Sohn, erklär es ihm mal bitte. Und plötzlich funktioniert es, weil sie Komplexes einfach erklären und das Wichtigste an den Anfang stellen. Weil wenn du jetzt zu deinem Sohn gehst und sagst, so pass mal auf, wir haben uns zusammengesetzt mit ein paar Experten und Expertinnen und müssen das jetzt evaluieren und werden zeitnah entscheiden, haben die auch keine Ahnung, wovon du redest, sondern du musst relativ rasch kommen mit der Ansage oder mit dem, was du willst. Du denkst gerade an irgendwas. Bernhard: [41:08] Nein, ich denke nur daran, Das ist halt genau das, was wir im Radio gelernt haben. Bring es auf den Punkt. Wenn ich anfange mit, hey, stell einen Schlagsatz an den Anfang, mach eine Schlagzeile, erzähl, was ist die Geschichte. Peter: [41:20] Keep it short and simple. Bernhard: [41:21] Richtig, das KISS-Prinzip ist nie falsch. Peter: [41:23] Es funktioniert bei den Kindern, es funktioniert im Job und deine Kinder zwingen dich dazu. Insofern profitiere ich sehr von meinen Kindern. Danke vielmals, deswegen kriegt ihr auch bald Taschengeld, davon, dass ich arbeiten darf. Und das mache ich ganz viel auch von zu Hause aus. Oder verheil zu meinen Kunden und mache dann Einzel- oder Gruppencoaching und schaue, dass ich dann zum Abendessen oder zum Schlafengehen spätestens wieder da bin. Weil das nicht nur meinen Kindern gut tut, sondern auch mir. Also ein Tag ohne Kinder ist, so ehrlich bin ich, auch mal ein bisschen durchatmen. Aber ich habe richtig kein B. Also es ist ähnlich dem Gefühl, wie man mal früher als junger Bub in einem Feriencamp weg war, am Börthersee oder irgendwo. Und nach einer Woche denkt man sich, ich vermisse das Haus, mein Zimmer, meine Eltern und überhaupt alles. Es ist irgendwie, und so vermisse ich meine Kinder. Bernhard: [42:12] Ich verstehe dich zu 100 Prozent, und das war eine ganz schöne Geschichte, die meine Frau und ich erlebt haben, wie wir, ich glaube, es waren ein paar Monate, war die Kleine, die erste Tochter alt, da hatten wir damals eben nur eine. Und meine Eltern haben sich bereit erklärt, auf die Kleine zu schauen, dass wir mal für das Wochenende in die Therme fahren. Peter: [42:28] War schön, oder? Bernhard: [42:28] Super, richtig geil. Fahren wir hin und was haben wir beim Abendessen gemacht? Peter: [42:34] Ich habe dir angerufen, Babyfotos angeschaut. Ich wollte gerade sagen, ja, ja. Bernhard: [42:37] Und dann kommt der Kellner her, sieht uns, wie wir Babyfotos anschauen und sagt, ah, erstes Mal ohne Kinder weg. Peter: [42:46] Aber hey, so ist es. Wir sind alle gleich. Bernhard: [42:47] Und das ist ja eigentlich was Schönes. Genauso wie wenn es dich den ganzen Tag genervt hat und dann schlafen wir uns und sind so süß. Peter: [42:54] Ja. Bernhard: [42:54] Oder? Peter: [42:55] Ja. Bernhard: [42:55] Ja, also das ist schon, es ist richtig fantastisch. Aber wir sprengen jetzt eh schon wieder das Zeitlimit, das macht aber nichts. Peter: [43:02] Das sind schöne Geschichten, die wir erzählen. Bernhard: [43:04] Wollte ich gerade sagen. Und Geschichten erzählt man Kindern zum Einschlafen und Erwachsenen zum Aufwachen. Peter: [43:08] Ja. Bernhard: [43:10] Deswegen, Geschichten sind wahnsinnig richtig. Peter: [43:11] Sag das nochmal, das war schön. Bernhard: [43:12] Ja, Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen, Erwachsenen erzählt man Geschichten zum Aufwachen. Peter: [43:16] Oh, spannend. Bernhard: [43:17] Einer meiner Lieblingssätze, liebe ich sehr. Peter: [43:19] Kann was. Bernhard: [43:20] Kann was. Du hast vorher gesagt, hättest du gewusst, wie das Papa-Sein ist, hättest du früher angefangen. Habe ich auch lange gesagt, da habe ich mir gedacht, ja, aber gleichzeitig bin ich ja nur mit dem Wissen, das ich hatte, als der Mann, der ich war, Papa geworden. Vorher war ich da ja noch nicht. Peter: [43:36] Exakt. Bernhard: [43:37] Also das geht sich nicht ganz so aus, aber gleichzeitig, ja, ich weiß, es ist geil und ich hätte dieses Gefühl gern früher gehabt. So, glaube ich, hätte ich es formuliert. Aber ich habe ja hier auch immer die Kategorie drinnen, zu sagen, was würdest du dir denn, wenn du vor dem Peter L. Eppinger stehst, als er noch Nicht-Papa war, als er das Land geweckt hat oder setzt dich immer, in welcher Situation du sein möchtest, mit dem Wissen von heute, mit zwei Kindern, selbstständig, was sagst du deinem Ich von damals? Pass auf, mach so. Oder mach das nicht. Peter: [44:11] Ich glaube, ich würde ihm sagen, du backst es schon. die Angst vor dem, was kommt, ist immer größer als das, was dann wirklich passiert. Es ist so. Was wir uns alles vorstellen, wenn wir am Abend im Bett liegen, ganz allein und das Gedankenkarussell geht los, was wir uns fürchten und vorstellen, und dann kommt es zu dem Punkt oder so und es passiert aber nichts. Und ähnlich ist es beim Papi-Sein. Bernhard: [44:39] Also, lass dich darauf ein. Es hat der Tom Filzer, kennst du den Tom? hat hier gesessen ebenfalls zum Interview und hat gesagt, es ist das Geilste, aber Anstrengendste der Welt. Peter: [44:55] Das stimmt. So kann man es zusammenfassen. Bernhard: [44:58] Finde ich nach wie vor so schön und zitiere ich sehr gerne. Und dann natürlich auch, bevor wir uns hingesetzt haben und aufgenommen haben, auch ein bisschen über Musik gesprochen. Du hast auch die Platten hinter mir angeschaut. Was ist denn so eine So eine Geschichte, die dir deine Kinder vielleicht ein bisschen kaputt gemacht haben. Wie hörst denn du Musik? Fangen wir mal an, das ist bei Radiomenschen immer spannend. Bist du ein Radiohörer überhaupt noch? Peter: [45:21] Ich bin ein Durchzepper. Ja. Also wenn man aber beim Radio war, du weißt, wer das ist, ist es, glaube ich, ähnlich wie ein Konditor, der weiß, was drin ist. Also in der Schokotorte ist Schoko drin. In der Dorfentorte ist Dorfentorfen drin. Und du weißt, was kommt und was drinnen ist. Also es kann mich wenig überraschen, dich wahrscheinlich auch nicht. Die Momente, wo man früher, wo man auch im Auto sitzen geblieben ist, man mal einpackt hat und wartet, was ist da nicht Saison oder wie geht die Geschichte weiter, werden immer weniger. Weil auch das Angebot weniger geworden ist. An Geschichten doch Zeit zu erzählen. Insofern höre ich sehr wenig Radio. Ich höre sehr viel Podcast. Deinen. Auch lustigerweise ein Fußball-Podcast. An Deutschen. Obwohl ich weder Fußball-Fan bin und schon gar nicht der Deutschen Bundesliga. Aber es sind drei Buben, die wahnsinnig gut befreundet sind und da läuft der Schmäh und sie kommen selber nach 10 Minuten drauf. Sollte man vielleicht über Fußball reden? Bernhard: [46:13] Ja, geil. Peter: [46:14] Und das höre ich wahnsinnig gern beim Laufen. Insofern bin ich ein Podcast und sehr selektiv Musikhörer. Bernhard: [46:21] Weil du auch jemand bist, der beim Laufen nur Musik hören kann, die in deiner Schrittfrequenz ist? Oder warum hörst du Podcasts beim Laufen? Bei mir ist es so. Peter: [46:29] Nein, nein, nein. Ich gehe eigentlich nie laufen. Ich gehe Podcast hören. Bernhard: [46:34] Ah, geil, ja. Peter: [46:34] Weil Laufen an sich, ich wahnsinnig fad finde. Und auch sehr anstrengend. Aber ich bin draufgekommen, ey, es ist das Einfachste. Du machst die Tür auf, gehst laufen, raus. Du brauchst niemanden Zweiten, wenn man Squash spielen geht oder Dänisch spielen geht oder Skifahren muss die groß anziehen. Du ziehst dir die Schuhe an und gehst raus. Aber es ist fad. Und insofern habe ich ein paar Podcasts gefunden, wo ich vergesse, dass ich laufe, weil es mich einfach so fesselt. Und... Das ist meine Möglichkeit, Sport zu machen. Und außerdem ist es Me-Time. Es bin nur ich. Es ist eine Stunde lang Beta. Bernhard: [47:05] Das ist geil. Und wenn du das noch toppen willst, wenn du noch mehr Me-Time haben willst, dann geh schwimmen. Weil, und das habe ich immer gemacht, nach der Frühsendung, du weißt, wenn du da bist, das ist so schnell und so laut und so viel auf einmal. Und wenn du dann wirklich runterkommen willst und du gehst nachher eine Stunde in ein Schwimmbad, hast die Brille auf, ich habe sogar Ohrenstöpsel drin, weil ich das brauche fürs Schwimmen, Kopf unter Wasser. Das kann niemand mit dir reden. Du hast keine Musik, du hast keinen Podcast und du siehst wahnsinnig langweilige Dinge, nämlich Fliesen oder Edelstahl. Das ist so langweilig, dass du mit den Gedanken abdriftest. Und das ist, also wenn du wirklich, keine Ahnung, das ist meine Form der Meditation, aktive Meditation, Schwimmen ist so, das war nur ein Tipp von mir, aber eigentlich wollte ich über Musik reden. Peter: [47:55] Nein, nein. Bernhard: [47:55] Eigentlich wollte ich dich fragen, was so die Songs sind, weil es gibt ja die Playlist des Grauens und da würde ich dich auch bitten, einen Song hinzuzufügen. Einen Song, den deine Kids, deine Söhne kaputt gemacht haben. Peter: [48:09] Also wenn man 22 Jahre lang Radio macht, hat man andere Songs schon auf der Liste, die man nicht mehr hören kann. Also ich habe in meinem Leben so oft WhatsApp gespielt von der Fon und Blondes, und Breakfast at Tiffany's von Deep Blue Something, dass jedes Kinderlied eine Erleichterung ist. Also wenn ich diese zwei Songs hier gerne drauf. Ja. Aber ich höre so gerne Guten Abend, Gute Nacht oder Lale Lu oder irgendein Schneemann, irgendein Weihnachtsmann, der krank ist, das ist neu auf unserer Playlist, keine Ahnung, wie es der reingeschafft hat. Viel lieber als die vorne und blond. Bernhard: [48:42] Ich erhöhe um Brian Adams, Summer of 69. Peter: [48:45] Auch sehr schön. Bernhard: [48:46] It's Raining Man. Peter: [48:47] Ja, warte, Caterina of the Waves. Bernhard: [48:49] Ja, Walking on Sandstein kann man immer weglassen. Peter: [48:52] Final Countdown. Bernhard: [48:53] Auch nicht schlecht, ja. Peter: [48:54] Pointer Sisters. Bernhard: [48:55] Don't Stop Believing. Vielen Dank. Peter: [48:57] Okay, alles klar. Bernhard: [49:00] Menschen aus Adult Contemporary. Gut, Peter, es war großartig. Dank dir vielmals. Peter: [49:07] Ja, danke. Bernhard: [49:08] Könnte lang weiterreden, aber das machen wir in den Mikros aussehen. Peter: [49:11] Ja, Radio Gaga. Bernhard: [49:13] Ja, wobei, das höre ich noch gern. Peter: [49:14] Das habe ich mit meinem Sohn jetzt wiederentdeckt. Bernhard: [49:16] Crazy Little Thing Called Love geht nicht mehr. Peter: [49:17] Auch schön, Falco hört er gerade. Bernhard: [49:19] Oh ja, stimmt, ja. Peter: [49:20] Sehr schön. Also Songs bekommen eine andere Bedeutung. Ja, richtig. Richtig. Bernhard: [49:24] Übrigens Tipp für Kinderlieder, die nicht wie Kinderlieder klingen, Peter: [49:28] Oh, noch nie gehört?
Bernhard Vosicky – Podcast Host Papa Mia!?

Bernhard Vosicky

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