Skistar Manuel Feller: „Ich bin noch weniger da als mein Papa“

Episode 127
42:19

Wenn er drei Wochen weg war und seine Kinder am Telefon geweint haben, hat ihn das jedes Mal umgehauen. Also hat er irgendwann nicht mehr angerufen.

Der Satz, der mich seit diesem Gespräch nicht mehr loslässt:

„Das tut richtig weh. Irgendwann hab ich mich distanziert, um dem Schmerz auszuweichen. Hab teilweise gar nicht mehr angerufen. Dass das der falsche Weg ist, hab ich erst im Nachhinein gemerkt.“

Manuel Feller ist Papa von Lio und Leila und mit Selina verheiratet. Beruflich fährt er Skirennen, und zwar sehr erfolgreich. Genau das ist sein Problem als Vater. Im Winter ist er drei Tage weg, zwei Tage daheim, dann wieder weg, im Herbst drei Wochen am Stück in Südamerika. Wenn er von dort telefoniert hat, haben seine Kinder geweint. Weil ihn das jedes Mal getroffen hat, hat er sich distanziert und teilweise gar nicht mehr angerufen. Heute weiß er, dass genau das der Fehler war, weil du so den Bezug zu deinen Kindern und zu deiner Frau verlierst. Gemerkt hat er es erst, als er sich professionelle Hilfe geholt hat.

Er selbst ist mit zehn ins Internat gegangen, sechs Tage die Woche, neun Jahre lang. Im ersten Jahr hat er jedes Mal geweint, wenn er mit seinen Eltern telefoniert hat. Sein Vater war der Mann für Ski, Fischen und Verträge. Auf die Frage nach dem Papa, mit dem man kuschelt, sagt Manuel nur: Wenn du mit zehn weg bist, gibt es das nicht. Deshalb sitzt ihm die Frage quer, was er heute bei seinen eigenen Kindern anders macht. Seine Antwort darauf ist der unbequemste Moment der Folge, und er lässt sie stehen, ohne sie schönzureden.

Wir reden über seine Tochter, die ihn monatelang nicht getröstet haben wollte. Über seine Frau, die daheim denselben Job macht und trotzdem keine Auszeit findet. Und über zwei Welten, weil daheim der Halligalli-Papa steht und im Auto der Skifahrer sitzt. Diese Folge ist für dich, wenn dein Job dich regelmäßig von deiner Familie wegholt und du dir schon mal gedacht hast, dass Wegschauen leichter ist als Vermissen.

Diese Folge ist Teil unserer Reihe über Abwesenheit, Bindung und Väter, die viel arbeiten.

Kapitel

  • (00:00) – Intro
  • (06:22) – Mit zehn ins Internat: der Papa, mit dem man nicht kuschelt
  • (14:37) – „Was machst du anders als dein Papa?“ „Fast gar nichts“
  • (17:25) – Drei Wochen weg: warum er aufgehört hat anzurufen
  • (22:26) – Wenn dich dein eigenes Kind nicht trösten lässt
  • (37:48) – Der eine Rat, den er sich vor der Geburt gewünscht hätte

Was du mitnimmst

  • Warum sich Distanz zu den eigenen Kindern wie Schutz anfühlt und was sie dich kostet.
  • Wie ein Vater damit umgeht, wenn sein Kind monatelang nur die Mama will.
  • Was der Alltag daheim mit deiner Partnerin macht, während du unterwegs bist.
  • Warum wir über einen Bandscheibenvorfall reden dürfen und über Überlastung nicht.

Über Manuel Feller

Manuel Feller ist Vater von Lio und Leila und seit Mai 2025 mit Selina verheiratet. Als Skirennläufer gewann er 2026 den Slalom in Kitzbühel, dazu Olympia-Silber in der Teamkombination von Milano Cortina und 2024 die Slalom-Weltcupwertung. Über das Vatersein spricht er hier zum ersten Mal so ausführlich.

Links

Über Papa Mia!?

Papa Mia!? ist der Podcast über moderne Vaterschaft, ehrlich erzählt. Bernhard Vosicky spricht mit Vätern über das, worüber Männer sonst schweigen: Überforderung, Zweifel, Stolz und die Frage, was für ein Papa man eigentlich sein will.

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Transkript:

Du bist daheim, der Papa, Halligalli den ganzen Tag. Dann sitzt dich ins Auto rein und dann bist du in der anderen Welt. Dann bist du der Skifahrer. Wenn Olympia ist, dann bist du der, von Österreich nach Olympia fährt. Jeder klopft auf die Schulter, wenn du was gewinnst und weiter. Und zack, boom, dann sind die Leute wieder weg und du stehst daheim in deinen eigenen vier Wänden zwischen den Kindern sind einfach zwei komplett verschiedene Welten und das macht es dann teilweise auch sehr, schwierig, ersten Tage daheim oder die ersten Tage dann wegzusehen. Willkommen, neue Folge Papa Mia, mitten bei mir vor der Aufnahmekammer, hat es gerade 32 Grad, die Sonne scheint, wir sind mitten im Sommer und die Diskrepanz dazu, ich habe heute einen Gast, der eigentlich eher für die kalten Temperaturen bekannt ist. Ich freue mich, dass ich Kitzbühel-Sieger, Slalom-Weltcup-Sieger Manuel Feller bei mir im Podcast habe. Einen schönen Nachmittag wünsche ich dir, grüß dich. Hallo, freut mich. Danke für die Einladung. Bist du eigentlich jetzt im Urlaub oder Skifahrer im Sommer? Was tust du? mir ist es heuer ein bisschen anders. bin ja Frühjahr an der Wirbelsäule und von daher bin ich eigentlich noch in einem Reha-Prozess. Ich würde gerne mehr trainieren, das Thema Urlaub, viele denken sehr, okay, der Skifahrer hat im Sommer Urlaub, wobei eigentlich der Sommer bei uns das weit anstrengendere ist, wenn man die Sachen machen muss, die man nicht so gern tut und die auch wehtut, also im Sinne von Training wehtut. Die Basis wird im Sommer gesetzt, dem her zwei bis drei Wochen Urlaub auf den Sommer aufgeteilt nach der Saison. Das war's dann eigentlich. Ich will mit dir aber gar nicht großartig über den Sport reden. Das macht jeder andere. Ich glaube, du spürst so viele Interviews zum Thema Sport. Interessanterweise ist ja auch deine Krankenakte offenbar österreichisch als Allgemeingut. Das ist ja ganz spannend, dass man als Spitzensportler überhaupt keine Privatsphäre hat, was die Krankenakte angeht. Aber das gehört, glaube ich, diesem ganzen Berufsbild Wintersportler in Österreich dazu. Was so aktuell, was ich weiß von dir, du hast gerade vor kurzem deine wohlverdiente Kitzbühel- Gondel bekommen, Mit einem riesengroßen Fest mit der ganzen Family auch, wo du die Gondel quasi mit deinem Namen drauf verliehen bekommen hast und du bist quasi frisch retour von den verspäteten Flitterwochen, ist das korrekt? Ja, Aufgrund dessen, dass wir letztes Jahr Mai geheiratet sind. Bei uns ist das ein bisschen so Thema, das man nicht mehr finden darf. Die Kinder schauen im Winter, einfacher, weil meine Mama viel Zeit hat. Aber die arbeitet auf einer Hütte am Berg mit meinem Bruder zusammen. Die haben sieben Tage wochen im Sommer. Der Papa ist da eigentlich auch immer am Wochenende oben. Es geht da und da schon mal einen Tag, aber es ist schwierig, dass man es eben dann für eine Woche oder zehn Tage mal irgendwo hinbringen, von dem haben wir es Jahr verschoben und wir sind auf die Malediven gewesen, sehr, sehr schön. Aber das heißt auch, auch Spitzensportler haben Babysitter-Probleme, kann man das so sagen? Ja, ich glaube, ist wie bei jedem anderen auch unterschiedlich. Die anderen haben die Großeltern nebenbei, bei den anderen sind sie halt weiter weg. Und bei uns ist es auch so. Also bei uns sind die Großeltern entweder in Tirol oder in der Steiermark. Und von dem her ist es nicht immer so einfach, jemanden vor allem kurzfristig zu finden, der dann mal schauen kann. Wir teilen uns schon ein und vor allem im Winter werden wir sehr gut unterstützt. Heute sind sie bei den Schwiegereltern meiner Frau. Ich hoffe, die platzen jetzt nicht durch die Tür ein, weil die kommen jetzt nach Hause. Und selbst reden, ist ein Papa-Podcast. glaube, wenn Kinder wo reinplatzen dürfen, dann hier bei uns. Das passt gut. Aber, also das sind die Sachen, die über dich gerade irgendwie so aktuell sind. Stichwort Gondel, Stichwort Flitterwochenretour, natürlich deine Operation auf der anderen Seite. Da habe ich ein großes Krone-Interview gelesen. Eigentlich wollte ich da später drauf kommen, aber weil es gerade aktuell ist, wo du quasi deinen Trainerstab, unter Anführungsstrichen, erweitert hast. oder darüber geredet hast, dass du dir auch Hilfe geholt hast, wenn es als Ganzes im Kopf zu viel wird. Hast du da Feedback gekriegt auf die Geschichte? Das ist ja auch so ein Spitzensport, wo es Erfolg geht, da offen darüber zu reden. Ich finde das super, aber ich glaube, es ist nicht gewohnt. mir war es dann eher schon so, dass es der letzte Ausweg war, ich weiter Skifahren hole. Feedback, ich bin mittlerweile nicht mehr so aktiv auf Social Media, dass ich auch Nachrichten kriege. Das eine oder andere habe ich mitgekriegt. Manche finden das stark. Ich weiß nicht, also in gewisser Hinsicht, wenn einer das Bedürfnis hat, dass er in der Richtung Hilfe braucht, dann soll er das machen, genauso wie er zum Physiotherapeut geht. Ich weiß, es ist in der Gesellschaft vielleicht jetzt noch nicht so angekommen. Ich weiß aber auch, dass es viel zu wenig Angebot gibt, beziehungsweise vor allem für akute Fälle, das sehr, sehr schwierig ist, als Otto Normalverbraucher da gleich mal eine Anlaufstelle zu finden. Das ist wohl wahr, das kenne ich aus eigener Erfahrung, bis du da jemanden findest, weil das muss ja passen, du musst dich ja auch auf einer gewissen Ebene verstehen können. den Maus lösen. Du kannst ja nicht mit an jeden gut reden, das ist ja völlig logisch. Und ich glaube auch, dass wir möglicherweise auch irgendwie so... ganz anders konditioniert sind, was die Thematik angeht. meine, gerade du als jemand, und da komme ich jetzt in den ersten Teil von dem Podcast eigentlich hinein, du bist ja von Kindesbeinen an eigentlich auf Leistung und dich muss alles schaffen, irgendwie getrimmt worden. Oder was habe ich gelesen? Mit zehn Jahren ins Internat nach Stams. Das ist ja jetzt nicht so, dass man ... die Skihauptschule Neustift mit 10 Jahren. ok, gut. Aber das heißt, du warst dann schon im Internat, ist das korrekt? sechs Tage die Woche. Und das ist ja schon ein Wahnsinn, wenn ich mir denke, meine große Tochter ist elf Jahre alt. Der Gedanke, wie es der gehen würde, wenn sie jetzt sechs Tage die Woche nicht bei Mama und Papa ist, das tut mir weh. Ja, ich muss jetzt auch. dachte, mein Puh wäre dem November 7. Das heißt, in drei Jahren wäre er sechs Tage die Woche weg. Nein, natürlich. hat auch einen großen Teil zu der Situation, die dann über die Jahre entstanden ist, sage ich jetzt einmal, was die psychische Schiene betrifft, getragen. Wobei er jetzt schon mal ganz ... unbedingt erwähnen muss, also ich bin zu nichts gezwungen worden. Ich bin oft genug gefragt worden, wo ist du das? Und ich wollte das auch, auch wenn ich im ersten Jahr im Internat eigentlich jeden Tag vor allem, wenn es zum Telefonieren war, eine Stunde geweint habe. Und vor allem das erste Jahr extrem schicht. Ich war schon einer, gerne, ich war auch ein bisschen ein Mamabua, muss ich sagen. Ich war einfach gern daheim und wenn es dann am Sonntag war, zum Fahren ins Internat, wo die anderen halt mit ihren Eltern daheim gegrillt haben und einen schönen Abend gehabt haben und ich bin am Sonntag halt ins Internat gefahren. Das war dann schon nicht einfach und vor allem, wie du gesagt hast, wenn man mit zehn Jahren eigentlich auf sich allein gestellt ist, dann Dann lernt man das halt auch. Man macht alles mit sich selber aus. Von Anfang an ist man einfach auf sich allein gestellt und das hat sich ein bisschen ins Erwachsenenalter durchzogen. Das kriegt man auch schwer aus, dass man da andere dann irgendwie teilhaben lässt oder so. Man ist immer auf das getriggert, schaff das und ich mach das allein, weil ich hab das immer allein gemacht. Das kommt dann in Beziehungen und vor allem, wenn man dann Kinder hat und so weiter, schon in zu größeren Problemen für uns. Ja, in Wirklichkeit die Probleme mal anzusprechen und zu erkennen, ist sicher mal nicht falsch und dann kann man die nächsten Schritte gehen. was ich halt spannend finde, ist, dass du eigentlich schon mit dieser sehr, sehr frühen Kindesalter gelernt hast, dass es alles auf Erfolg getrimmt ist. Weil es sagen sie immer alle, es ist eine Leistungsgesellschaft. Aber ich glaube, gerade du im Spitzensport wirst mir bestätigen, wenn ich sage, Leistung allein ist wurscht, weil du kannst dich doch so sehr anstrengen, wenn du es nicht gewinnst. die Leistung eigentlich verpufft, oder? Ja, definitiv. ist ja auch das, wenn ich jetzt hernehme, ich habe in meiner Skihauptschulkarriere acht Klassen erlebt mit meiner, also drei unter mir, drei über mir und meine Klasse. Und da bin ich der einzige Skifahrer, überbleben ist. Und die haben aber alle das Gleiche gemacht wie ich. Die sind auch mit zehn Jahren von daheim weggegangen, die haben auch gleich viel trainiert. Und dann kommen halt vielleicht Verletzungen dazu oder vielleicht Da eine oder andere halt nicht so talentiert und dann vielleicht auch, ja, teilweise vielleicht auch von daheim zu wenig Unterstützung und so weiter. Das kann man nicht sagen, aber auf jeden Fall haben sie das gleiche auf sich genommen und ich bin der Einzige, der überbleiben ist. Und das ist von dem her schon brutal und das zieht sich dann weiter. Ich bin dann in die HIB nach Saalfelden ins Internat und dann vier Jahre nach Stams. Ich war neun Jahre im Internat. Wenn man Leistung bringt, dann gehört man auch zu den dazu. Es wird schon von klar auf in unserer Gesellschaft alles nach Leistung eingestuft. Ich leiste was, also bin ich jemand. Und leiste nichts, dann bin ich halt keiner. Das ist vor allem für Kinder und Jugendliche, glaube ich, schon brutale Geschichte. Und ich glaube, dass das heutzutage noch viel, viel schlimmer ist mit Social Media und so weiter. Weil wenn ich tausend Follower mehr habe als der andere, dann ist das, ich, ich auch schon fast in die Gesellschaft so eingestuft, wie viele Leute folgen mir oder finden das cool, was ich mache. Das soll ja eigentlich gar nicht so sein. Jeder Mensch hat ja in gewisser Hinsicht sein. Also die Song. sein Recht, er zu sein oder jemand zu sein, ich jetzt einmal. Also wir alle sind einfach gut genug so wie wir sind. glaube auf das vollst du hinaus, wenn ich dich richtig verstanden habe. Und das ist auch aber halt etwas, das mit dieser modernen Währung der Online-Reputation irgendwie bisschen in Diskrepanz steht. Aber jetzt hast du vorher angesprochen, dass du ein Marmabor warst. Mhm. Welche Rolle hat dein Papa gespielt in der Familienbeziehung? Bei meinem Papa habe ich, vor allem was Sport betrifft, eigentlich fast alles zu verdanken. Er auch heutzutage noch mein Manager, wenn man das so sagen kann. Der macht alle Verträge und so weiter. Weil er sich sehr gut auskennt in der Richtung, habe ich schon ein Riesenglück. Skifahren hat mir meine Mama und mein Godi gelernt. Firmtante, also meine Patin. Firmpatin. Die haben wir aus Skifahren gelernt und wie ich dann Skifahren gekriegt habe, hat der Papa das Ganze übernommen. Ich sehr viel im Gelände, Buckelpisten und so weiter, mit ihm unterwegs, viel frei fahren und er hat definitiv für die Basis gesorgt, die ich dann in einem Ski-Rennsport mitgenommen habe. Der Papa hat mich auf mein größtes Hobby fischen gebracht eigentlich, das macht sehr viel. Ruhe zurück gibt es jetzt einmal und Zeiten, ich abschalten kann, bin ich sehr froh das Hobby, weil es einfach für den Schädel sehr, gut ist. Und ansonsten, er hat meine Ski hergerichtet. war von den ersten bis zu letzten Tagen da. Auch wenn er jetzt im Sport ist, das ich eigentlich gar nicht mache. Aber alles was Verträge betrifft, ist er immer noch sehr involviert. Aber jetzt gehst du sehr, der Papa ist assoziiert mit Sport, mit Skifahren, mit Fischen. Aber was ist mit dem Papa, mit dem man kuschelt und der einem Geschichten erzählt? 10 Jahre weg bist, dann gibt es das eigentlich nicht. Wobei vorher, ja, die Zeit, weiß nicht, meine Eltern haben schon sehr viel gearbeitet damals. Papa war zum Beispiel, wobei das hat er dann gelassen, aber er war Lastwagenfahrer, bis ich auf die Welt gekommen bin. Und die Mama war eigentlich, wobei der Papa am Wochenende eigentlich immer für uns zuständig war, weil die Mama dann am Abend ... in der Disko gekellnert hat oder hinter der Bar gearbeitet hat. dem her war eigentlich Wochenende. Wie gesagt Fischen, dann zelteln, im Kram mit mir, meinem Bruder und meiner Cousins. Das schon, aber das ist dann mit zehn Jahren abrupt gestoppt worden, ich jetzt einmal, was die soziale Verbindung betrifft. Was machst denn du bei deinen zwei Kindern, bei Lio und Leila, anders, als es dein Papa bei dir gemacht hat? gar nichts, ich bin noch weniger da. ich, naja, weniger da, kann man jetzt fast nicht sagen, weil es ist bisschen so Fluch und Segen. Ich bin halt dann lange Zeit weg und bin halt im Winter fast dauerhaft weg und gar nicht da. Aber im Sommer, ich gehe zwischen 8 und 9 vom Haus aus, gehe trainieren, bin 1 wieder daheim zum Mittagessen, dann bin ich zwei Stunden daheim, dann gehe ich nochmal vielleicht. zwei Stunden trainieren und dann bin ich fünf wieder da. Also ich habe sehr viel Zeit so, von fünf bis sieben bin ich dann mit den Kindern oder bis acht. Ich habe, wenn das vergleicht mit einem normalen Arbeiter, der am sieben von der Haustür rausgeht und am sieben zurückkommt, der ist zwar daheim, aber der hat eigentlich keine Zeit von seinen Kindern außer im Urlaub. Also von dem her kann man das so schwer sagen, aber... Ich versuche schon so viel Qualitätszeit mit meinen Kindern zu haben. nehme sie eben auch zum Fischen mit, wo wir dann zwei, drei Tage in Zeit schlafen und eben gemeinsam dann unter dem Tag auch was machen, schwimmen gehen und so weiter. ja, natürlich am Abend da und da mal Geschichte. Wir sind noch kleiner geworden, noch mehr, jetzt ein bisschen weniger, aber immer noch. ja. Fußballspuren. Mein Bub ist jetzt sehr fußballfanatisch seit der WM. Ich versuche schon meine Qualitätszeiten zu bekommen, aber natürlich ist mein gewisser Hinsicht limitiert. Ich habe ein Zitat gefunden von dir, wo du 2021 als Leiler auf die Welt gekommen bist, gesagt hast, jeder fragt sich wofür man auf der Welt ist und wenn man so einen kleinen Stöpsel daheim hat, dann weiß man es. Ist das nach wie vor gültig? Ich schon sagen, das für mich, das ist jetzt für jeden Menschen unterschiedlich. Andere Leute wollen gar keine Kinder und wollen einfach die Welt sehen und sehen da eher Erfüllung. ich glaube, das Sinnvollste, das liegt ja schon in der Natur des Menschen, Fallpflanzung in gewisser Hinsicht. Aber wenn man, blöd gesagt, ein Leben erschafft und das dann sein Leib und Blut in der Hand hat, das ist schon ein besonderes Gefühl. Und wenn du heimkommst und der Kind läuft auf dich zu und umarmt dich und weint, wenn du wegfahrst, dann sind das schon Momente, wo ich sage, da sind Erfolge eigentlich im Vergleich nichts wert. Wie geht es dir da, wenn du weißt, ok jetzt geht die Skisaison los und jetzt kommt die Zeit, wo du viel nicht daheim bist. Du sagst, ok wenn es zweckfasst, die Kinder rühren. Wie geht es dir? Was macht das mit dir, wenn du weißt, ok das ist halt meine Berufung, dass ich Winterspitzensportler bin und jetzt ist halt Saison. Aber kann man das so trocken sehen oder wie geht es dir da? Man versucht es natürlich so zu sehen, aber so einfach ist es dann nicht. Vor allem die langen Reisen sind schon extrem, wenn man dann zwei, drei Wochen weg ist, so wie in Chile. Das tut richtig weh. Bei mir war es dann teilweise auch so, dass ich mich dann sogar, dem Schmerz ein bisschen zu entgehen, distanziert habe, habe dann teilweise gar nicht angerufen usw. Das habe ich erst im Nachhinein gelernt. so bewusst gemacht hab oder unterbewusst in dem Fall. Im Moment schon, aber dauerhaft eigentlich nicht. Du verlierst ja den Bezug zu deinen Kindern, zu deiner Frau und so weiter. Aber für den Moment natürlich, das kann man ein bisschen zurückführen, wie ich 10 Jahre alt war und mit meinen Eltern telefoniert hab, hab ich jeden Tag geweint. Und jetzt telefoniere ich halt mit meinen Kindern und ist halt ein ähnlicher Schmerz eigentlich in dem Sinne. Und den versucht man halt aus dem Weg zu gehen, was aber eigentlich der falsche Weg ist. Im Winter ist es dann, muss ich sagen, teilweise gar nicht so schlimm, weil dann bin ich drei Tage weg, bin zwei Tage daheim, zwei Tage weg, drei Tage daheim. Jeder weiß, wie anstrengend Kinder aussehen können, wie das Leben als Familie teilweise. Man hat einfach nicht die Möglichkeit, dass man sich mal am Nachmittag auf die Couch legt. mal eine halbe Stunde Pause macht. Bei uns zumindest ist das mehr oder weniger nicht möglich. Und dann ist es auch mal so, dass man wegfährt und man weiß, ist jetzt drei Tage weg und man sieht die ersten zwei Tage eigentlich schon wie Skiurlaub, so blech gesagt. Aber dann wollen wir eigentlich schon wieder heim. Dann vermisst man schon wieder. Ja, in gewisser Hinsicht ist es aber wie zwei verschiedene Welten. Du bist daheim, der Papa, Halligalli den ganzen Tag. Dann sitzt dich ins Auto rein und dann bist du in der anderen Welt. Dann bist du der Skifahrer. Wenn Olympia ist, dann bist du der, von Österreich nach Olympia fährt. Jeder klopft auf die Schulter, wenn du was gewinnst und weiter. Und zack, boom, dann sind die Leute wieder weg und du stehst daheim in deinen eigenen vier Wänden zwischen den Kindern wieder. Der Kontrast ist halt so schnell so extrem. Das sind einfach zwei komplett verschiedene Welten und das macht es dann teilweise auch sehr, schwierig, ersten Tage daheim oder die ersten Tage dann wegzusehen. Und dann ist ja abgesehen davon, dass man da zwei Geschrappen hat, mit einem telefonieren oder facetimen oder je nachdem wie ihr das halt macht, wenn du nicht da bist. Aber das Ganze ist ja ein Teamwork. Also du und deine Frau und deine beiden Kinder, das ist ja ein großes Team das Ganze. Und wie du schon so bisschen angesprochen hast, und ich kenne das aus meiner eigenen Erfahrung, ich meine ich habe es im Radiomoderationsdienst halt immer mit Schichtdienst gehabt, ich halt dann früh, wenn die Sonne nicht einmal noch aufgegangen ist, von daheim weg bin und in der Früh war kein Papa da, weil der halt im Radio gesprochen hat. Aber das ist halt, also ich kenne es zumindest ansatzweise, wenn die Kinder fragen Papa, warum bist du nicht da und du denkst, hey, weil ich halt hakeln muss. Also so klingt das blöd, aber so ist es. Und dann ist ja aber auch noch die Partnerin da, die Frau, mit der man ein Liebesteam bildet, die ja auch, also da muss sich diese Beziehung und die Familie etwas anderem unterordnen. Auf einmal ist man, oder ich sag mal zumindest in den Anfang, wenn die Kinder noch ganz klar sind, dann ist es halt mehr Familie als Beziehung. Alle Eltern wissen das, Zeit zu zweit gibt es dann für gewisse Zeit fast gar nicht mehr. Am Abend mal eine Stunde oder was. Aber ansonsten ist es schon Challenge für eine Beziehung, wenn man dann auf einmal Kinder daheim hat. Ja, natürlich auch, wenn die Kinder fragen, Papa, wo fährst du schon wieder hin? Ich muss halt hacken, ist schwierig, aber genauso schwierig auch für die Frau, weil die hat eigentlich daheim genau den gleichen Hacken, wenn nicht sogar mehr. Wenn die Frau dann daheim schaut, es gibt bei anderen Familien auch, weil in unserem Fall eine Frau hat ja dann noch mal zwei, drei Jahre eigentlich nur das gleiche Schema. Die kommen ja gar nirgends, man hinfasst. Bei uns war's halt auch dann ganz extrem. Die Kleine, hat halt das was extrem lang, sehr schwierige Bindung aufzubauen zwischen uns, zwischen mir und ihr. Die hat, wenn die irgendwas gehabt hat oder im Bett schlafen gewollt und ich bin ins Bett gekommen, die hat mich mit allen Vieren ausgetreten. Und das tut halt als Papa dann schon auch ziemlich weh, wenn dein Kind sich nicht von dir trösten lässt oder Oder halt einfach nur die Mama will. Aber gleichzeitig, im anderen Sinne, es dann brutal anstrengend für die Mama, weil sie halt, weil sie die Einzige ist und wenn ich da gewisse Sachen übernehmen hätte können. Jetzt mittlerweile ist es sehr, gut. Auch weil ich sie zum Fischen mitgenommen habe, wie es ausschaut. Das hat sehr viel gebracht. Da haben wir sehr viel Bindung aufgebaut. Aber eben für eine Frau ist das dann ganz extrem, weil sie fast keine Auszeit mehr findet. Also das, das ... Ja, das für das ganze Team, schon eine große Challenge. Habt ihr euch das vorher ausgerät, habt ihr euch das so vorgestellt, habt ihr ja klar überlegt gehabt, das wird halt einfach so werden? Du hast auch Kinder. Hast du das genauso vorgestellt, wie es passiert ist? Oder wie die Situationen dann waren? Du bist ja einfach in so vielen Situationen dann überfordert. Schwierig wird es dann auch, wenn der Partner viel nicht da ist. hat es eigentlich nicht gelernt, darüber zu reden, wenn es schwierig wird. Jetzt ist er aber auch nicht da. Jetzt hast du auch gar nicht die Möglichkeit, dass du wieder dazu kommst. dann wäre es halt schon nochmal eine größere Challenge. Es kommen einfach so viele Situationen, das kann ja noch so oft jemand sagen, das oder das wird kommen oder keine Ahnung. Oder du bereitest dich so gut wie möglich vor. Es ist eher bisschen wie das Lauf umfahren. Du machst da einen Plan über Riesentorlauf auf Val d'Isère, über den Hiegel da oben, über den Schattigen. machst da einen Plan und beim vierten Tor ist der Plan aber schon wieder ganz was anderes. So ist das mit Kindern eigentlich auch. Es kommen so viele Sachen, mit denen man überfordert ist, man dann instinktiv reagieren muss oder einfach mit jeder Erfahrung dazulernen. Ich sag mal, beim zweiten Kind ist es schon leichter, aber dann schreien zwei, das macht es dann wieder schwer. Das ist vielleicht richtig, aber man weiß zumindest, wie man es angreift. Das hilft schon mal ein bisschen. genau, du bist mit den Sachen nicht mehr überfordert, mit den grundlegenden Sachen, aber es ist halt ein Doppelpack. Und ein Doppelpack ist halt doppelt so laut und dann hast du halt eine doppelte Chance, dass einer mal krank ist oder eine doppelte Chance, dass einer mal weh hat und dann ist das halt dann teilweise nicht so einfach. wir haben es geschafft und jeder andere hat es auch geschafft bis jetzt. Das ist jetzt gut. Wie man halt dann aussteigt, ist die Frage. Du hast vorher schon gesagt, dass das eigentlich auch schon die letzte Möglichkeit für dich war, dir jetzt Hilfe zu holen, wenn du weiter Ski fahren möchtest. Wie hast du das gemerkt überhaupt für dich? War das auch etwas, wo deine Frau eine Rolle gespielt hat, wo ihr geredet habt? Das hast du gerade eher der letzten Antwort davon gesprochen, dass man ja auch nicht zum Reden kommt, wenn ein Teil nicht da ist. Wie ist das denn? Mit wem tauscht man sich da überhaupt aus über solche Dinge? Du jetzt im Konkret. Ja, das ist... ~ nicht in der Sauna sitzen und tratschen. Nein, wobei das eigentlich fast meine engsten Leute sind. Man wohnt ja seit Jahren miteinander, aber eben man muss auch sagen, hat... Also ich hab daheim Gott sei Dank Freunde, schon lange hab, aber im Allgemeinen wechselt man ja eigentlich mit... ...einem vier Jahren im Schnitt den ganzen Freundeskreis. Also wenn ich Skihauptschule nehme, da hast du einen anderen Freundeskreis. Wie ich dann in der HIB Saalfelden gehabt hab, wie ich dann in Stams gehabt hab, dann bist du mit Stams fertig, dann sind wieder alle quer durch. Österreich, Schweiz, Italien verteilt. dann, ja, ist halt da richtig enge Leute zu finden. Die Leute, die ich jetzt habe, die sind schon eng, aber im Jugendalter war das schon schwierig. Aber auf die Frage zurückzukommen, das war ein großes Problem bei mir. Ich hab mich schwer getan, drüber zu reden. Und es ist dann fast ein bisschen wie ein Zug gegen die Wand gefahren worden. Und was hat dazu geführt, dass du dann doch drüber redest? Ja, das war eigentlich so. schon auf Anraten mehrere Leute im engsten Familienumfeld. Also die hat einfach gemerkt, man keine... Natürlich habe ich selber auch gecheckt, dass schon länger was schief läuft. Und ist das, also gefühlsmäßig, ohne dich würde mich jetzt von 28 Minuten interviewen, also von dem her kann ich natürlich überhaupt nichts sagen, aber wie geht's dir jetzt, ernst gemeint? Also wie durst du das, hilft das, merkst du, dass das super war? Im Großen und Ganzen schon, vor allem familiär war es Riesenschritt. Ich habe auch sehr viel in den Sport ummünzen können. wie man kommuniziert, wir so. Dass man mit Problemen nicht nur mit sich selbst umgeht. natürlich war meine Situation dann ... Es kommt eine Challenge zur anderen. Man hat die erste überwunden, dann wird man im Frühjahr operiert. Dann kommt meine Challenge, dass ich als Spitzensportler fünf Wochen an die Couch bunten bin. Das hat mir dann schon wieder sehr zugesetzt, muss ich sagen. Ist das so was, wo einem dann irgendwie so vor Augen gehalten wird, ok, es könnte eigentlich auch so quasi mit dem Beruf aus sein, oder? Das ist was, ich hatte, ich... Ich habe seit 10 Jahren, also ich meinen ersten Bandscheibenvorfall mit 19 Jahren gehabt und ich bin immer wieder damit konfrontiert worden, dass es vorbei sein könnte. ja, ich habe geschaut auf meinen Kachelofen und sehe eine Gams und eine Glaskugel stehen und das habe ich mit 19 Jahren noch nicht gehabt. Da waren alle Ziele noch so weit entfernt und mittlerweile Ich eigentlich alles erreicht, was ich erreichen wollte. Natürlich ein Weltmeister oder ein Olympiatitel wäre noch ein Hit gewesen, aber ich hab eh a Silber daheim. Ich habe viel mehr erreicht, als ich mir erträumt hätte. Von daher tut es dann leichter, wenn sagst, wenn es nicht mehr geht, dann geht es halt nicht mehr. Aber es ist nicht so, so, ja jetzt ist es vorbei, sondern ich gewisse, ich kunde nur das tun, was mir der Körper zulässt. Ich habe gewisse Ziele und ich wäre Wenn ich Ziele habe, dann weiß ich, was ich dafür da muss, das umzusetzen. wenn das funktioniert, dann funktioniert es. Natürlich weiß jeder Körper hat eine Ablaufdatum, vor allem im Spitzensport. Wenn es dann nicht mehr funktioniert, funktioniert es nicht mehr. Der große Grund, warum ich eigentlich noch eine oder zwei Saisonen zugehängen will, ist, weil ich einfach mit versöhnlich mit dem Sport abschließen, ich nicht... So wie letzte Saison habe ich schon sehr viele andere Sachen im Kopf gehabt, sehr viel mit Schmerz verbunden aufgrund vom Rücken und ich würde einfach gerne eine Saison oder zumindest ein paar Rennen fahren, wo ich sage, okay, das macht jetzt Spaß. das bin ich dem Sport in gewisser Hinsicht auch schuldig, weil er hat mir so viel gegeben. Und die letzten ein, zwei Jahre, wie zwischendrin auch immer wieder... waren halt schon mit sehr vielen negativen Sachen verbunden und da spars ein bisschen im Hintergrund. Und von dem her arbeite ich eigentlich auf einen persönlichen Abschluss hin, sag ich jetzt einmal, was die Reha betrifft. Du hast ja ein paar Mal gesagt, die Geschichte mit dem Körper, also wie du schon sagst, könnte der Körper, du kannst nur so gut fahren oder du kannst nur Ski fahren, wenn es der Körper dir erlaubt. Das ist klar. Ganz Österreich weiß über deine Krankenakte Bescheid, das haben wir schon am Anfang gesprochen, weil es ja eigentlich ganz spannend ist. Auf der anderen Seite gibt es ja auch noch andere Klicks. Ja eben, genau. Aber es ist lustig oder eigentlich interessant, dass man wie bei jedem Bandscheibenvorfall was hat. Ich muss irgendwie argumentieren, ich nicht am Start bin oder wenn ich nicht da oder da hinfliege oder wenn ich meine Karriere, mein Saison früher beende. Das bin ich auch irgendwie meinen Fans schuldig, dass sie wissen warum. Die fahren ja auch zu Rennen hin und schauen mir zu und feiern mich an. Der Skisport oder der Sport allgemein wäre ja ohne Publikum nichts. ist das, glaube nur fair, wenn man da mit, ja, so gut wie möglich mit offenen Karten spielt, damit die Leute, die, auch wenn du das jetzt nicht dir persönlich kennst, aber die, dich gewisser Hinsicht unterstützen, jeder Einzelne, da einschaltet, ist grundsätzlich Einschaltquoten, mit der ich meine Sponsoren bewerbe und so, eine Erinnerung Familie bleibe. Also von dem her habe ich jetzt nicht so ein Problem mit der Psycho, da ist es ein bisschen schwieriger. Weil es einfach ein anderes Thema ist und viele Leute das nicht verstehen vielleicht. Aber im Großen und Ganzen haben die Fans schon auch verdient, dass sie wissen, warum gewisse Sachen so sind, wie sie sind. Inwieweit glaubst du, würdest deine Fan-Community verstehen, wenn du sagst, Leute, mir ist das gerade so viel, ich schaffe das nicht, dass ich da jetzt hinfahre? Ich glaube, für meine richtigen Fans ist es kein Problem. Ich habe immer wieder gesagt, Feller-Fans zu sein, nicht einfach. Es ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nicht, was man kriegt. Und so war die letzte Saison wieder. Teilweise eine Katastrophe, dann ein Kitzbühel-Sieg, dann ein Silber-Teambewerb Olympia und dann wieder Ausfall beim Einzelbewerb Olympia. Das ist halt, es ist. Aber ich glaube ... Der, der bis jetzt noch kein Fan ist, mir, da kann ich jetzt noch zwei Jahre lang alles gewingen, dann wird er auch keiner mehr werden. Von dem her ist es so wie es ist und ich glaube, meine Fans verstehen das, wenn ich sage, es geht momentan nicht oder ich beende die Saison früher aufgrund von gewissen Verletzungen und Beschwerden. Ich glaube, die meisten verstehen das. Ob das körperliche oder psychische Geschichten sind? Ich glaube schon auch. Manche werden es nicht verstehen, aber werden es akzeptieren. Ich habe jetzt nichts Negatives mitbekommen. Wie gesagt, ich kriege nicht mehr so viel mit, weil ich nicht mehr so aktiv bin auf Social Media. Aber auch im Alltag werden wir nichts Negatives entgegenkommen. Von daher die meisten, glaube ich, es verstanden und akzeptiert. Warum glaubst ist das so schwierig, dass man auf der einen Seite quasi jede Bandscheibe kennt von einem Skifahrer, aber wenn der sagt, du, irgendwie ist mir das Gott zu viel im Kopf, dann ist das irgendwie was Besonderes. Also bleib so, keiner hat ein MR-Bild von mir jemals gesehen, aber grundsätzlich, bei einem Bandscheibenvorfall kann ich das schwarze Fels zählen. Ob ein Mensch jetzt psychisch fit ist oder nicht oder depressiv oder in Richtung Burnout geht, das sieht man einfach nicht. Man kann anderen Menschen einfühlen. Man sieht gar nicht, dass er humpelt oder irgendwas. Man sieht gar nicht beim Skifahren, er mit dem Oberkörper, dass er das nicht stabilisiert. Es ist einfach schwieriger nachzuvollziehen und auch schwieriger zu belegen. Das war es eigentlich nur der Mensch, der jeder Mensch für sich, also in gewisser Insektion jeder Mensch seine Challenges, psychisch wie physisch. Zumindest über die Phasen in seinem Leben. Mit 16 habe ich mir auch noch viel gedacht. Meine Frau sagt immer, jeder hat sein Packerl zu tragen und da gebe ich jetzt zu 100 % Recht. Das ist definitiv so. Ich möchte jetzt nochmal ganz zurückkommen auf deine beiden Kinder. hast vorher selber gesagt, der Lio in drei Jahren ist so alt wie du damals, als du ins Internat gegangen bist. Gehst du ihn lassen? Ich würde nicht dazu drängen, aber meine Kinder dürfen machen, was sie wollen. Das ist das Gleiche mit Skifahren. Mir war es schon wichtig, dass Skifahren können, aber ich würde nie sagen, es müsste Skifahren gehen. Das war mir auch ganz wichtig, wenn ich meinen Buben zwei Tage ins Zeit mitnehme, irgendwo fischen, dass ich ihn jetzt mal schon drei Tage vorher frage, möchtest du mitfahren und willst du das? Ich würde nie sagen, jetzt fahren wir, komm, tun wir. sondern die haben freie Auswahl in jeder Sportart. Und wenn er sagt, da gibt es eine Schule, oder wenn das zur Debatte steht, da gibt es eine Schule mit einem Internat und da könnte ich jeden Tag Skifahren. Ich möchte das machen, dann wäre ich da nicht im Weg stehen, sage ich. Also ich werde mit ihm darüber reden und werde ihm sagen, was das heißt, weil ich halt meine Erfahrungen damit habe. Das ist in gewisser Hinsicht der Vorteil, glaube ich. Aber ich würde nie sagen, dass es das Obwohl es für dich schwer wäre wahrscheinlich, der Gedanke daran? Ja sicher, aber das ist ja sein Leben und nicht meins. Also was soll ich mich da einmischen? Wenn er das will, dann darf er das natürlich machen. Und wenn er nach einer Woche sagt, er will wieder heim, dann darf er wieder heim. Hätte ich auch dürfen. Wie macht ihr das im Moment? Ich komme in Richtung Ende schon. Wie macht ihr das im Moment, und deine Frau mit den Kindern, dass ihr, ich habe gesagt, ihr habt es immer wieder auch Familybetreuung, also im Sinn von die Großeltern passen, auf wenn es halt geht. Aber wie schafft ihr das jetzt, dass ihr nicht nur Eltern, sondern auch Paar seid? Wir versuchen schon, wir einmal im Monat zumindest gemeinsam essen gehen, dass wir uns auch mal am Abend zusammensitzen, dass wir vielleicht am Abend bewusst auch den Fernseher ausschalten und miteinander reden, wie es dem anderen so geht. Ansonsten, meine Frau schreibt gerade Masterarbeit, also versuche ich am Wochenende eben ihr Zeit zu geben, den Kindern was zu machen, was für mich natürlich Quality Time ist, aber halt auch anstrengend, vor allem wenn man ein bisschen körperlich lädiert ist. momentan kriegen wir es ganz gut unter den Hut. Mal schauen, wie es ist, wenn wieder die stressigere Phase anfängt. Ich habe am Ende meiner Podcastfolgen immer zwei Fragen, die standardmäßig sind, die ich jedem Papa stelle, mit dem ich das Gespräch führen darf und zwar die erste nenne ich zurück in die Zukunft. Das ist so, was du dem Manuel raten würdest, der kurz bevor er Papa wird, mit dem Wissen, das du heute hast. Also im Sinne von Vater sein. Was hätte dir geholfen? Was hättest du gern gehört, bevor du Papa waren bist? Also ich muss sagen, ein Riesenvorteil war mein Serviceman, den ich mittlerweile als sehr guter Freund bezeichne, der ist mit beiden Kindern ein halbes Jahr vorausgegangen. Von dem her habe ich immer ungefähr gewusst, was auf mich zukommt, aber das am eigenen Leib zu erfahren ist ein anderes Thema. Aber ich habe das eigentlich immer gehabt, so das werde jetzt kommen, das werde jetzt kommen. Das war eigentlich ein großer Vorteil, wenn ich das so zurück betrachte. Aber Ich würde dem nicht Papa Manuel schon mitgeben... mit viel mit seiner Frau zu kommunizieren. Weil es das mit den Kindern und auch als Paar einfach massiv vereinfacht. Auch wenn es oft, wie soll ich sagen, wenn einer zu dir sagt, geht es nicht gut, tut er dir das auch in gewisser Hinsicht. Natürlich ist man damit Passiven Schmerz verbunden, aber man kann dann gemeinsam eine Lösung suchen. siehst, schaukelt sich das eine halt zum anderen oder es wäre das ein Problem, zwei oder drei. Also red über das, wie es dir geht. Also vor allem mit einer Partnerin im Sinne von Familie, ich jetzt einmal. Sich Zeit nehmen, miteinander zu reden. Bewusst. Ich glaube, Kommunikation ist zuhören, das ist interessiert zuhören, dem anderen die Wertschätzung geben, weil er die RZ verdient. Das ist so unendlich wichtig. Man schafft es nicht immer, das weiß ich jetzt 100 Prozent. Aber es ist sehr wichtig. Von dem her gar keine Frage. Da unterstütze ich deinen Ratschlag an dich selbst mehr als 100 Prozent. Eine Sache noch, genauso wie du deine Skifahrerkarriere sehr versöhnlich aufhören möchtest, möchte ich mit etwas Lustigem aufhören bei mir im Podcast. Und zwar habe ich eine Playlist auf Spotify erstellt, wo jeder Gast von mir einen Song draufschmeißen darf. Das ist aber jetzt bewusst nicht ein Song, den du hörst, dich irgendwie keine Ahnung zu motivieren, sondern es soll einer von diesen Liedern eines von diesen Liedern, wo die Kinder das so oft gehört haben, dass du sagst, ich kann es nicht mehr hören, ich halt's nicht mehr aus. Gibt's sowas? Ja, es gibt sowas, aber ein aktuelles. Mein Bub ist gerade, ja, da sind beide im Kindergarten, aber der Bub hat jetzt abgeschlossen im Kindergarten und geht nach der Schule. Und da muss irgendwie so ein Lied, also ich hab's da noch mal gegoogelt, beziehungsweise auf YouTube gesucht, das was die Mädels im Kindergarten alles singen und er hat halt seit Wochen einen Ohrwurm und singt das immer. Immer irgendwie, weil glaube die Hälfte ist ein russisches Lied und heißt Sigma Boy. Er singt das den ganzen Tag. Das ist sicher ein Lied, das ich nicht unbedingt hören muss. Ja, ich verstehe dich zu 100%. Es ist lustigerweise noch nicht oben, aber es ist eine hervorragende Wahl und ich werde es jetzt gleich auf die Playlist geben. Manuel, ich sage dir vielen Dank für deine irgendein originales Kinderlied gesagt, aber ich muss ganz ehrlich sagen, die hab ich selber auch gefeiert. Ich bin ein Einhorn, so wurde ich geboren. Bin dir das Gute da. Ich hätte mir nie gedacht, ich einmal mit Manuel Feller, ich bin ein Einhorn, so wurde ich geboren, singe. Aber es macht mich sehr glücklich. Ich danke dir an dieser Stelle für deine Zeit Manuel und wünsche dir alles Gute für die Family und für das Skifahren und für alles, dazu gehört. Vielen Dank, danke für die Einladung.
Bernhard Vosicky – Podcast Host Papa Mia!?

Bernhard Vosicky

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