Sebastian Tigges – Was bringt dir Vaterschaft wirklich?

Episode 131
45:57

Alle reden darüber, was Väter tun müssen. Niemand fragt, was sie davon haben. Dabei wäre das der Schlüssel.

Vielleicht hören deshalb bei mir rund 70 Prozent Frauen zu und „nur“ 30 Prozent Männer? Denn Solidarität mit den Müttern ist ein schwacher Treiber, wenn ein Mann sich fragt, was er von mehr Präsenz zu Hause hat.

Sebastian Tigges‘ ehrlichster Moment in dieser Folge:

„Natürlich zweifle ich jeden Tag daran, dass ich ein guter Vater bin. Mindestens einmal jeden Tag.“

Was bringt Vaterschaft und warum fangen Väter so spät an?

Sebastian Tigges ist mitverantwortlich dafür, dass es Papa Mia!? gibt. Wer sich online in der Papa-Bubble bewegt, kommt an ihm als „Walking Dad“ nicht vorbei. Trotzdem folgen ihm vor allem Frauen, und genau das ist der Ausgangspunkt für unser Gespräch.

Wir fragen uns, warum Männer erst dann in Bewegung kommen, wenn sie müssen. Sebastian erklärt, weshalb Mütter durch die Schwangerschaft automatisch früher im Thema sind und weshalb Väter diese Lücke dennoch schließen können. Außerdem sprechen wir über Elterngeld, Karenz und darüber, was Unternehmen tun müssten, damit ein Kind für Mütter und Väter keinen Karriereknick bedeutet.

Diese Folge ist für dich, wenn du Vater wirst oder schon bist und ehrlich wissen willst, was dir mehr Präsenz zu Hause bringt.

Diese Folge ist Teil unserer Reihe über moderne Vaterschaft, Väterkarenz und Care-Arbeit.

Kapitel

(00:00) – Intro
(02:27) – Leidensdruck oder Begeisterung: Was bringt Väter wirklich in Bewegung?
(14:37) – Warum wir Väter oft erst im Kreißsaal merken, dass wir Väter sind
(22:46) – Würdest du einen männlichen Babysitter engagieren? Sebastians ehrliche Antwort
(28:51) – Väter zwingen? Warum Karenz sich für alle lohnen müsste
(39:07) – Zurück in die Zukunft: Was Sebastian seinem kinderlosen Ich raten würde

Das nimmst du mit

  • Du verstehst, warum Väter sich oft erst ab der Geburt mit ihrer Rolle beschäftigen und was du schon in der Schwangerschaft anders machen kannst.
  • Du bekommst ein Argument für dich selbst, das mehr bewegt als Solidarität mit der Mutter: Was dir Nähe zu deinen Kindern bringt.
  • Du weißt, wie du das Gespräch über die Rollenverteilung führst, bevor alte Muster es für dich entscheiden.
  • Du nimmst Argumente mit, warum mehr Elternzeit für Väter auch Unternehmen nützt.

Über Sebastian Tigges

Sebastian Tigges ist durch sein Instagram-Format „The Walking Dad“ bekannt geworden und gilt als eine der prägenden Stimmen für moderne Vaterschaft im deutschsprachigen Raum. Er ist Autor von „Becoming Dad“ (Piper, 2026), schreibt die Stern-Kolumne „Daddy Issues“ und spricht im Podcast „tigges trifft“ mit prominenten Gästen. Früher war er Anwalt für Insolvenzrecht, heute lebt er mit seinen zwei Kindern in Berlin.

Über Papa Mia!?

„Papa Mia!?“ ist der Podcast von Papas für Papas. Bernhard Vosicky spricht mit Vätern, Müttern und Expertinnen über moderne Vaterschaft, Familie und Care-Arbeit, damit gleichberechtigte Elternschaft für mehr Männer zur echten Option wird.

Links

Papa Mia!? Alle Links
Bernhard Vosicky
Sebastian Tigges auf Instagram
Sebastian Tigges Website

👉 Abonniere „Papa Mia!?“ und bewerte den Podcast, wenn dir die Folge gefallen hat.

Transkript:

Sebastian: [0:00] Natürlich, sobald irgendwie ein Kind ins Spiel kommt, sobald eine Frau schwanger ist, dann ist der Fokus ja sofort auf der Mutter und zwar nicht nur gesellschaftlich, sondern auch industriell, der Kapitalismus, die ganzen Produkte, das zielt alles auf Mütter ab. Der Vater spielt von Anfang an qua gesellschaftlichen Umstand eine Nebenrolle. Da muss man sich das schon aktiv nehmen, erkämpfend schon fast, dass man da eine gleichwertige Rolle neben der Mutter spielt. Und das ist nicht einfach. Bernhard: [0:41] Kleine Bitte an dich, und zwar, wenn du den Podcast gerne hörst, dann klick doch bitte auf Gefällt mir oder lass eine Bewertung da, das würde mir extrem viel bedeuten. Danke vielmals gleich im Voraus und jetzt gleich rein in die neue Folge mit Sebastian Tigges. Mir sitzt heute ein Mann gegenüber, der ein bisschen auch unter anderem mitverantwortlich ist für das, was ich tue, einen Papa-Podcast zu machen, weil wenn du in dieser Papa-Bubble unterwegs bist, online, dann kommst du an diesem Mann nicht vorbei. Er ist als Dad-Influencer, er ist als Walking Dad auf Instagram viral gegangen und bekannt geworden und mittlerweile auch als Autor und Podcaster und einfach, Online-Persönlichkeit unterwegs. Freue mich, Sebastian Tigges, schön, dass du da bist und Zeit hast. Danke dir vielmals. Sebastian: [1:27] Danke für die Einladung, Bernhard. Danke. Internetpersönlichkeit hat auch noch jemand gesagt. Bernhard: [1:31] Echt nicht? Ist das neu? Ich versuche immer so das Wort Influencer rauszulassen, weil das in vielerlei Hinsicht auch so negativ behaftet ist. Und Internets Persönlichkeit ist so ein Hybrid aus Deutsch und Englisch und macht es irgendwie sympathischer, finde ich. Sebastian: [1:47] Finde ich süß. Bernhard: [1:48] Wunderbar, dann nehme ich das jetzt für dich als Bezeichnung. Sebastian: [1:53] Du hast einiges Internetpersönlichkeit. Bernhard: [1:55] Ja genau, richtig. Der Autor ist neu, also relativ neu oder frisch. Buch ist nicht mehr ganz druckfrisch, aber Becoming Dead ist seit, glaube ich, heuer im April heraus oder so. Ja, genau, sehr gut. Wie läuft es bisher? Was bekommst du für Feedback darauf? Sebastian: [2:14] Es läuft gut. Also der Verlag hat das so als, wie heißt das, Longseller sowieso ins Vorrang genommen. Ich bin leider kein Spiegelbesterlein geworden. Das war natürlich mein Anspruch an mich selbst. Bernhard: [2:25] Immer think big, ja klar. Sebastian: [2:27] Ja, aber es verkauft sich stetig gut. Und was man aber, glaube ich, beobachten kann, dass das wahrscheinlich tatsächlich leider an meiner Zielgruppe vorbeigeschrieben ist, also... Nicht die Zielgruppe, die ich erreichen will, sondern die tatsächlich da ist. Nämlich mir folgen immer noch weitestgehend Frauen und Mütter. Und das war auch das Feedback bei Instagram. Ja, weil ich dann irgendwie gesagt habe, das könnt ihr auch euren Männern schenken. Und dann haben ganz viele Frauen geschrieben, nee, das will ich mir nicht schenken, dann soll ich das schön selbst kaufen. Ich weiß nicht, wie das bei dir ist in Österreich, aber die Väter sind hier noch nicht so interessiert an solcherlei Content, sagen wir mal, Content im breiteren Sinne. Bernhard: [3:11] Also ich lege da jetzt ein bisschen meine Statistik offen von denjenigen, die mich hören und auch denjenigen, die mich auf den sozialen Kanälen verfolgen und das trifft genau das, was du auch gesagt hast. Also je nach Folge natürlich, je nach Gast, den ich habe, ist es unterschiedlich, aber so 70% Frauen, 30% Männer, wobei ich immer noch ein bisschen die Vermutung habe, dass die Männer einfach geheim mit den Accounts ihrer Frauen hören. Ja, das ist so meine Vermutung, aber das ist eh auch eine Thematik, die ich mit dir ansprechen möchte, weil mich das wahnsinnig fasziniert, dass das so ist. Also das ist ja dann eigentlich an der Zielgruppe vorbei. Ich habe das Glück gehabt, oder ich war auch immer vor einigen Monaten, das war auch im Frühjahr, habe ich einen in Österreich vom sogenannten Business Frauen Center, das ist in Klagenfurt, ein Netzwerk, ein Frauennetzwerk und die zeichnen, nennt sich der Award, ist der Hero of Feminism Award. Und den habe ich für meinen Podcast verliehen bekommen. Gut, finde ich schön, war dann dort mit meiner Frau gemeinsam, haben zum Glück Babysitter gefunden für die Kids und dann sitze ich dort und. Bernhard: [4:29] Es sind auf der Bühne Frauen und im Publikum Frauen, mit Ausnahme der Männer, die Preisträger waren. Also vielleicht ein paar vereinzelt im Publikum andere Männer. Selbes Bild bei einer Veranstaltung, das ich heuer moderieren durfte, anlässlich des 8. März Weltfrauentag im Bundeskanzleramt in Wien, wo es auch darum gegangen ist, ein bisschen so vor den Vorhang zu heben, was Frauen in der Gesellschaft leisten und geleistet haben, in unterschiedlichen Themenbereichen. Und auf der Bühne Female-Only-Panels und im Publikum nach der offiziellen Begrüßung, wo halt dann die Fotos für die Presse gemacht wurden, auch ausschließlich vor. Und das ist halt dann so die Frage, wieso kommen wir aus dieser Bubble nicht hinaus? Und ich habe irgendwie, ich erwarte jetzt keine Lösung von dir, weil wenn wir die hätten, dann würden wir wahrscheinlich beide nicht da sitzen, dann wäre dein Buch ein Spiegel-Bestseller, weil dann hätten ja deutlich mehr Leute und auch vor allem Männer mehr gekauft, aber, was ich mich halt dann immer frage, ist, wie kommen wir da hin? Und ich habe den Versuch des Weges der Begeisterung gewählt. Also es sind so, ich möchte ja jetzt nicht irgendwie abgleiten und eigentlich bist du mein Gast, aber jetzt hast du mich gefragt, jetzt muss ich das erzählen. Bernhard: [5:46] Zwei Wege, zwei Möglichkeiten, warum wir als Menschen Dinge verändern. Nummer eins, der Leidensdruck ist zu groß, als dass wir ihn aushalten. Das kennen wir aus, wenn der Job einfach kacke ist. Und so kacke ist, dass wir einfach nicht mehr können. Dann müssen wir weg. Und dann gibt es aber auch noch den zweiten Grund. Und das ist der Weg der Begeisterung für das Neue. Also wenn das Neue, wo ich hin will, der neue Job, als schönes Beispiel, so toll ist, dass ich da unbedingt hin will, dann mache ich auch was. Und alles dazwischen gibt es nicht. und wir sind aber gefühlsmäßig ein bisschen mit dem Leidensdruck aber der Leidensdruck ist ja nicht da, Und deswegen versuche ich, den Weg zu gehen und zu sagen, hey, aber dann schau dir doch an, das Ziel ist so schön, es ist so toll. Ein glückliches Leben ist doch für einen Mann durchaus ein Ziel, dem man nachlaufen könnte, also gehen wir doch dorthin. Also das ist mein, jetzt ein bisschen ironisch, aber so versuche ich das darzustellen. Sebastian: [6:42] Es klingt schlüssig. Ich finde, es klingt absolut schlüssig, wenn du sagst, der Leidensdruck ist nicht da. Ja, der ist nicht da, weil die Erkenntnis nicht da ist. Was verpassen wir Väter, wenn wir uns weiterhin fernab von unserer Familie bewegen und nur die Ernährrolle einnehmen? Was verpassen wir dann? Das wissen wir nicht, weil wir es nicht gelernt haben. Und was wir vielleicht so mitkriegen, klingt das nicht besonders verlockend. Wir wollen uns profilieren über beruflichen Erfolg und profilieren in dem Maß, in dem wir das bisher kannten, geht eben nicht über Care-Arbeit. Das ist zu still und zu unsichtbar und deswegen ist der Leidensdruck vielleicht da, aber vielleicht nicht bewusst. Und vielleicht auch erst später im Leben, wenn man irgendwie 50, 60 ist, die Kinder aus dem Haus sind, man auch beruflich irgendwie einigermaßen fertig ist, dann wird man vielleicht feststellen müssen, dass man die falschen Prioritäten gesetzt hat. Ich habe das so von meinem Vater gehört, ich höre das von anderen älteren Männern, die dann irgendwann später im Leben merken, okay, warte mal, habe ich vielleicht den falschen Fokus gesetzt und dann kommt der Leidensdruck aber mit Karacho. Insofern finde ich das einen guten Ansatz von dir zu sagen, ja, wir müssen eigentlich dafür begeistern, was ist denn positiv, weil die Diskussion um die Aufteilung von Teherarbeit und so weiter wird ja immer nur in einer Form geführt, in der man den Eindruck gewinnen könnte, ja, wir Männer, wir müssen jetzt leider auch ran. Also was machen wir denn jetzt? Absolut. Bernhard: [8:09] Also es klingt immer so, als wäre es ein Nachteil. Es klingt immer so, als hättest du einen, Altmann als Vater eine Art der Brimschuld und müsstest eigentlich, also müssten, allein schon müssen, dieses aus Solidarität mit der Mutter, mit den Frauen etwas tun, damit es denen besser geht. Aber das ist halt ein total schwacher Treiber. Solidarität ist wirklich extrem schwach. Leider finde ich extrem schade, aber es ist nun mal so, das motiviert dich nicht. Und deswegen denke ich mir halt, und deswegen wäre das auch eine Frage, die ich dir stellen wollte, was bringt dir denn das? Ganz persönlich, was bringt es dir, es nicht so zu machen? Und du beschreibst in deinem Buch Becoming Dad und auch in vielen anderen Interviews sprichst du sehr oft über deinen Vater. Du hast ja auch eine eigene Podcast-Folge mit deinem Papa gemacht, was ich übrigens wahnsinnig toll finde. War auch einer der persönlichsten und spannendsten, die ich mir angehört habe. Was bringt dir das, dass du das anders machst, als es dein Papa gemacht hat, der da schon sehr traditionell der Ernährer war und isst? Sebastian: [9:15] Das bringt mir Nähe zu meinen Kindern. Das bringt mir ein unglaubliches Plus an Beziehungen in meinem Leben. Wenn ich das so machen würde wie mein Vater, hätte ich beruflich natürlich sehr viel mehr Entwicklungsmöglichkeiten. Ich würde im Beruf vielleicht mehr aufgehen, weil das mein Leben ist und eben den Großteil meiner Zeit Sebastian: [9:41] Einnimmt. Aber dann würde ich eben zu Hause verpassen. Das ist ja einfach, also ich habe in einer Folge den Drehbuchautor Malte Welding da gehabt und ich habe ihn einfach so gemacht, einen guten Vater aus und er meinte, ja, da sein, du musst einfach da sein, weil du kannst nicht in irgendwas gut sein, wenn du nicht da bist und das leuchtet mir sehr stark ein. Und es geht jetzt auch gar nicht darum zu sagen, bin ich ein guter oder schlechter Vater, das muss ja jeder irgendwie selbst beurteilen, wie er das nach seinen Möglichkeiten ausfüllt, aber man kann nicht erwarten, dass ich ein, oder je mehr ich da bin für meine Kinder, je mehr ich in diese Beziehung eine Präsenz gebe, desto stärker ist das Potenzial für Nähe zu meinen Kindern und je weniger ich da bin, desto schwieriger wird es, ein enges Verhältnis aufzubauen. Das wird jeder bestätigen können, der mit einem Vater aufgewachsen ist, der weniger präsent war. Das Verhältnis zu meinem Vater ist heute gut. Wir sind sehr eng. Wir haben aber insbesondere in den letzten Jahren auch viel Arbeit da reingesteckt, die wir vielleicht in dem Maße nicht hätten reinstecken müssen, wenn damals mehr Präsenz und emotionale Verfügbarkeit da gewesen wäre. Das ist einfach faktisch so. Und nicht, dass ich jetzt ein besserer Vater bin als mein Vater, aber ich habe die Möglichkeiten. Die Zeit ist eine andere. Deswegen lebe ich mehr aktivere Vaterschaft. Das heißt nicht, dass mein Vater Mangel gelebt hat. Es war einfach auch eine andere Zeit. Aber ich habe die Möglichkeit, also will ich sie auch nutzen. Bernhard: [11:02] Wie sagst du, den Begriff aktive Vaterschaft fallen lassen, den finde ich immer so spannend, weil den gibt es bei der Mutterschaft schlicht und einfach nicht. Also wenn du mir von einer aktiven Mutter erzählst, dann macht die in meinem Kopf Sport. Sebastian: [11:18] Stimmt. Bernhard: [11:20] Also das finde ich so lustig, weil aktiver Vater, ja, ich weiß, was du meinst. Ich versuche trotzdem den Begriff zu vermeiden, weil er ja eigentlich zeigt, dass wir den Begriff Vaterschaft als passiv verstehen. Und das finde ich eigentlich ganz spannend. Und das muss man ja natürlich auch ein bisschen umframen, auch wenn ich natürlich weiß, woher das kommt und wie es von der Gesellschaft wahrgenommen wird. Aber das ist sehr spannend und auch die Bewertung, ob guter Vater oder nicht guter Vater, die Einzigen, die das sagen können, sind ja ohnehin die Kinder. Also das wirst du nie sagen können. Selbst wenn du sagst, eine Frage, die ich gerne stelle, ist, bist du ein guter Vater? Findest du, dass du ein guter Vater bist? Sebastian: [11:58] Wer soll das beurteilen? Das müssen ja tatsächlich meine Kinder beurteilen. Ich kann nur, natürlich zweifle ich jeden Tag daran, dass ich ein guter Vater bin. Mindestens einmal jeden Tag. Aber ich glaube... Ich mache sicherlich manche Sachen richtig in meiner Wahrnehmung und vielleicht auch in der Wahrnehmung meiner Kinder, aber ich mache auch sehr viele Fehler. Ich glaube, ein guter Vater oder eine gute Mutter, gute Eltern ist man, ich sage immer, Authentizität. Meine Kinder brauchen keinen Roboter, der perfekt die gewaltfreie Kommunikation vor ihnen praktiziert, sondern sie brauchen jemanden, der seine Gefühle auch zeigt, aber seine Kinder damit nicht überlädt, sie nicht in die Verantwortung zieht und die vor allen Dingen einordnet seinen Kindern gegenüber. Also wenn ich mal laut werde und das passiert, das passiert einfach leider. Und dann versuche ich das danach mit meinen Kindern zu besprechen. Das ist jetzt auch keine perfekte Vaterschaft, aber ich versuche meinen Kindern da beizubringen, dass es Emotionen gibt in alle Richtungen, dass sie auch da sein dürfen, dass man die nicht verstecken muss und dass daran aber keine Beziehung zerbricht. Dass nicht die Gefahr besteht, wenn Papa sauer ist, dass die Beziehung abbricht. Das ist, glaube ich, wichtig. für mich und deswegen würde ich deine Frage beantworten mit, ja, ich versuche es. Bernhard: [13:15] Du tust dein Bestes, es zu sein wahrscheinlich, so vielleicht, ja. Du hast, immer wieder höre ich die Kernbotschaft so raus aus deinem Buch, aus deinen Auftritten, in welcher Hinsicht auch immer, dass du den Ratschlag gibst, sich früher mit der Thematik der Vaterschaft zu befassen. Das ist ja etwas, was in der Natur der Sache liegt, dass für uns Papas, und ich unterscheide da immer bewusst zwischen Papa und Vater, also das, was du quasi zwischen Vater und aktiver Vater machst, mache ich von den Begrifflichkeiten her zwischen Vater, das bist du, sobald du ein Kind gezeugt hast am Papier und Papa ist dann für mich sozusagen, die Variante, die da ist. Ja, so unterscheide ich das. Und wenn du das... Wenn du das so lebst, also wenn du ein Papa bist, du sagst, man soll dich früher damit beschäftigen, als Mann passiert es halt meistens erst mit der Geburt im Kreißsaal oder wo auch immer die stattfindet, dass du jetzt merkst, okay, wow, da ist jetzt ein Mensch, der geht jetzt nicht mehr weg, also der bleibt jetzt. Und als Frau hast du auch aus der Natur der Sache heraus etwas früher schon die Beschäftigung damit. Das heißt, Ratschlag, beschäftige dich früher damit, damit du weißt, was auf dich zukommt, oder? Sebastian: [14:37] Ja, identifiziere dich früher mit deiner Vaterrolle. Also bei mir und in meinem Umfeld kann ich das auch beobachten, ist es eben so, wie du sagst, sobald die Geburt naht oder die Geburt stattfindet, realisiert man, ah, warte mal, da ist jetzt irgendwie, jetzt bin ich Vater. Frauen tun das ja und Mütter viel früher und das ja auch zwangsläufig, weil sie körperlich unmittelbar betroffen sind, wir Väter sind das eben nicht, deswegen bleibt es für uns zwangsläufig abstrakter aber das führt eben schon sehr früh zu regelmäßigen Ungleichgewicht in der Beziehung, denn die Mutter beschäftigt sich durch diese unmittelbare Betroffenheit viel eher mit Themen, die dann ab der Geburt losgehen, also Erstausstattung, wie sieht es aus mit Hebamme, etc., etc., alles was man so organisieren muss und das ist in den Köpfen der Mütter automatisch drin und wir Väter halten uns dann sehr stark zurück und da stellen wir aber schon die Weichen, glaube ich, für eine Sebastian: [15:39] Aktive Vaterschaft oder um Papa zu sein, dass uns das mehr interessiert. Und wenn uns das nicht körperlich tangiert, dann müssen wir eben einen Schritt mehr gehen und uns da intellektuell mehr mit befassen und emotional. Und das kann man glaube ich schon herbeiführen. Das muss nicht von Gott gesandt in unseren Kopf reinscheinen, dass wir jetzt die Eingebung haben, wir müssen uns jetzt schon während der Schwangerschaft unserer Partnerin mehr damit auseinandersetzen. Aber das ist glaube ich schon eine bewusste Entscheidung, die wir fällen können, wenn uns das Bewusstsein dafür mal ereilt. Und ich glaube, früh übt sich. Und wenn man sich intellektuell schon mit den ganzen Themen auseinandersetzt, dann ist man vielleicht von Anfang an dann bei der Geburt, wenn es so weit ist, auch schon einen Schritt weiter. Und landet nicht so schnell, das passiert ja leider auch häufig, Entschuldigung, das sage ich noch, auf alten Fahrten. Also so oft kriege ich das in meinem Umfeld mit, Menschen, die in meinem Alter sind, jünger, die, sobald sie schwanger werden als Paar, sagen, ja, also dann werde ich als Frau natürlich erstmal beruflich zurücktreten, eineinhalb Jahre Elternzeit nehmen und ich als Mann werde natürlich ein bisschen mehr arbeiten, weil ich muss ja jetzt nicht mehr Familie ernähren. So, dann rutscht man in alte Rollenbilder, ohne das vielleicht diskutiert zu haben oder bewusst entschieden zu haben, sondern einfach, weil es die Prägung ist und das muss nicht sein. Bernhard: [16:55] Verstehe ich, was du meinst. Da bin ich zu 100% bei dir und habe ähnliche Muster, auch bei meiner Frau und mir entdeckt, dass das passiert ist. Weil du reproduzierst das, was du selbst gelernt hast. Also zehntausende Jahre Sozialisation kannst du ja nicht so mit deinem Fingerschnippen wegmachen. Also das ist ja jetzt keine Verurteilung, sondern eine Erklärung dessen, was passiert eigentlich. Und dann geht es eben darum, willst du es ändern? Also hast du das Bedürfnis, das etwas anders zu machen? Und da finde ich es ganz spannend, weil es gibt diese Angebote ja. Du kannst dir ein Buch kaufen, Becoming Dead, du kannst Kurse machen. Es gibt hochwertige, ich kenne jetzt nicht das Angebot in Deutschland, aber ich kenne das Angebot in Wien. Es gibt Väter-Netzwerke, es gibt Väter-Treffen, es gibt Vorbereitungskurse speziell für Männer, wo es jetzt nicht darum geht, wie läuft die Geburt als solches ab, sondern was kommt da jetzt? Was tut sich da? Das gibt es alles. Und sie alle kämpfen damit, dass das jetzt von der Response her eher nicht so groß ist, wie man es sich wünschen würde. Und wie kriegt man die dorthin? Also wie schaffen wir es, dass das ein Interesse ist? Warum interessieren sich Männer erst, wenn sie müssen, für das Thema? Weil es würde ja allen das Ganze leichter machen. Hat Familie einfach eine zu weibliche Konnotation? Sebastian: [18:10] Ja, mit Sicherheit noch immer, zumindest in deutschsprachigen Ländern würde ich mal sagen, zumindest in Deutschland Österreich will ich jetzt nicht sprechen, aber ich glaube es sei jetzt dort ähnlich, dass Natürlich, sobald irgendwie ein Kind ins Spiel kommt, sobald eine Frau schwanger ist, dann ist der Fokus ja sofort auf der Mutter und zwar nicht nur gesellschaftlich, sondern auch industriell, der Kapitalismus, die ganzen Produkte, das zielt alles auf Mütter ab. Der Vater spielt von Anfang an qua gesellschaftlichen Umständen eine Nebenrolle. Da muss man sich das schon aktiv nehmen, erkämpfend schon fast, dass man da eine gleichwertige Rolle neben der Mutter spielt. Und das ist nicht einfach. Das heißt aber nicht, dass wir Männer uns darauf ausruhen können und sagen können, das ist nicht einfach. Sebastian: [19:03] Wir haben unser Glück selbst in der Hand. Und wir können das alles erreichen. Wir müssen uns eine Partnerin suchen, die bereit ist, da mitzugehen, weil es gibt mit Sicherheit auch Frauen, die sagen, nee, ich will das nicht so, ich bin die Mama und das war's. Mehr braucht das Kind nicht, aber es ist wahrscheinlich nicht die Mehrheit. Und wahrscheinlich ist ein Gro der Frauen und Mütter sehr froh, wenn ihnen ein Teil der Verantwortung abgenommen wird. Da gewinnt die Partnerschaft, da gewinnt das Verhältnis zu den Kindern und ich als Vater profitiere auch. Wie man das jetzt shiftet, da bin ich ehrlicherweise, also ich gehe manchmal auch an den Rand der Verzweiflung, wir haben gerade über den Anteil der Männer und Väter gehört, die uns zusehen und zuhören, dass der relativ gering ist, wie man das hinbekommt, ich glaube neben einem zeitlichen Element, es braucht für gesellschaftlichen Wandel immer eine gewisse Zeit, ähm müssen wir einfach öffentlich mehr darüber sprechen. Dein Job, was du machst, der Job, den ich teilweise mache, wird schon einen Beitrag leisten. Wir werden jetzt nicht die Väter dieser Welt verändern, aber je mehr Väter über ihre Vaterschaft sprechen und dass sie anders leben, als wir das bisher erlebt haben, desto mehr, glaube ich, mit der Masse wird es dann irgendwann auch mehr Menschen erreichen und dann sich irgendwann vielleicht zu einem größeren Ufen. Ich weiß es nicht, das ist zumindest mein Wunsch. Bernhard: [20:26] Das ist ja eigentlich das wahnsinnig Skurrile, was ich tue und was du tust, ist ja nichts anderes als zigtausend Frauen vor uns getan haben, über Familie zu sprechen. Aber dadurch, dass wir halt keine Frauen sind, ist das eine Nische, was ja eigentlich spannend ist. Und dann ist die Frage, wie kommen wir aus der Nische raus? Also Awareness schaffen auf der einen Seite. Bernhard: [20:48] Menschen finden, die es ähnlich tun, die ähnlich denken, die da quasi vielleicht schon diesen Schalter umgelegt haben und sagen, hey, es bringt mir was, passt, ich will das, also gehen wir dorthin. Aber dann gibt es noch die andere Seite und das ist halt die Struktur im Hintergrund, die ja, ohne jetzt die Zahlen in Deutschland zu kennen, aber ich nehme mal an, es wird so recht vergleichbar sein, Allein die Elementarpädagogik bis hin zur Grundschule und wenn wir dann weiterhin aufgehen, erst wahrscheinlich in der berufsbildenden Schule und auch da nur im technischen Bereich, wir haben überall einen signifikanten Teil an weiblichem Lehrpersonal. Was ja im Kopf von Menschen und vor allem von Kindern eigentlich auslöst, alles was mit Kindern, mit Ausbildung zu tun hat, ist weiblich besetzt. Wenn dann dazu auch noch daheim der Papa der ist, der erwerbstätig ist und die Mama ist, die mehr da ist, warum auch immer, weil wenn sich Mama und Papa das so ausmachen, dann wer bin ich das zu verurteilen? Hey, das ist deren Ding, also da rede ich nicht rein, auch wenn ich es anders lebe. Aber das ist nicht mein Ding, das ist euer Ding, ihr macht euch das aus. Aber was lernt das Kind dann eigentlich, bis ich 18 bin, ausschließlich Frauen zuständig für das, was Ausbildung und mit Kindern zu tun hat? Na, was soll denn da rauskommen? Sebastian: [22:06] Ja, genau. Also ich würde es unter dem Sammelbegriff Fürsorge irgendwie sammeln, glaube ich. Alles, was irgendwie Fürsorge für andere Menschen ist, jetzt nicht nur Kinder, sondern auch vielleicht pflegende Berufe für ältere Menschen. Bernhard: [22:18] Absolut. Sebastian: [22:19] Das ist einfach sehr weiblich besetzt und du hast recht. Ist Ausfluss unseres Bildes der Gesellschaft von Rollenverteilung, aber auch Symptom und Ansätzen. Man muss, glaube ich, grundsätzlich diese Berufe sowieso attraktiver machen. Aber das müssen wir jetzt nicht nur deswegen machen, damit wir mehr Männer andocken, sondern wir müssen diese Berufe finanziell mit mehr Anreiz füttern, damit sie attraktiver sind. Und vielleicht kriegt man ja dann auch Männer dazu, das zu machen. Bernhard: [22:46] Das ist der spannende Effekt, den eine mir bekannte Speakerin Nicole Beste-Vorpmer sagt ja wahrscheinlich auch was. Das ist auch in der Bubble unterwegs, ja schon öfter auch erzählt hat, dass es statistisch nachgewiesen ist, dass eine Erhöhung des Männeranteils in frauendominierten Berufen das Gehaltsniveau für alle anhebt, was ja skurril ist, aber was man nützen kann. Also das ist ja spannend, nur gleichzeitig sehe ich so viele und ich schätze sie, Initiativen Frauen in Technik, Frauen in MINT-Berufe, aber ich sehe total wenig Initiativen Männer in die Pflege, Männer in die Elementarpädagogik, die spüre ich nicht. Ganz im Gegenteil, ich sehe im Kindergarten eine Bastion von Eltern, die sagen, einen männlichen Pädagogen, ob ich das will, weiß ich nicht. Hast du einen männlichen Babysitter? Fang mal bei dir an, weißt du? Sebastian: [23:30] Nein, ich weiß es nicht. Also das ist die Geschichte. Ich habe das von Anfang an auch, also ich habe es erst überhaupt nicht hinterfragt und dann ist es mir aufgefallen, dass ich auch nicht jetzt wirklich intrinsisch auf die Idee kommen würde, einen männlichen Babysitter zu engagieren. Es ist halt, wie du sagst, diese Prägung sitzt fest und das kann man jetzt nicht einfach durch ein intellektuelles, Selbstdiskurs einfach mal kurz so beiseite legen. Das wirkt einfach, es hat eine riesige Gravitas und es dauert, bis es raus ist. Da braucht es Menschen, die sich bewusst dagegen entscheiden. Und ich sage nicht, dass ich zu diesem Menschen immer und in jedem Bereich dazugehöre, denn das ist genau das, was du ansprichst. Wenn in der Kita ein männlicher, mittelalter Erzieher wäre, dann würde ich auch denken, weiß ich nicht, finde ich das jetzt so gut oder finde ich das ein bisschen komisch. Bernhard: [24:18] Ja, klar. Also das heißt, das liegt schon in unseren allen Köpfen drinnen und vor allem, wir haben ja jetzt das wahnsinnige Privileg, dass wir uns jetzt, es ist Freitagvormittag, wir sitzen uns, online gegenüber, während viele andere Eltern gerade, ohne dass ich jetzt unsere Arbeit herabwürdigen will, aber die hacken halt wirklich. Also wir sind da in der privilegierten Situation zu sagen, wir machen uns Gedanken zu einem Thema, das bei anderen, ohne dass sie sich damit befassen, einfach nur für Probleme sorgt. Also das heißt, all das, was wir hier besprechen, ist ja eine unglaubliche privilegierte Diskussion, weil viele haben ja einfach nicht die Wahl. Also wenn da jetzt tatsächlich eine Familie, wo er, ganz klassisch der Hauptverdiener ist und sie jetzt vielleicht Teilzeit arbeitet, aber auch sehr viel Care-Arbeit erledigt, die halt unbezahlt ist, dann die haben ja keine Möglichkeiten, sich mit einem Wechsel der gesellschaftlichen Normen zu befassen. Sebastian: [25:13] Natürlich nicht. Deswegen ist es ja auch alles so ein bisschen noch, muss man dazu sagen, hoffentlich noch, Gerede aus dem Elfenbeinturm. Man kann keinen Vater vorwerfen, dass er nicht mehr Elternzeit nimmt, als dass der Durchschnitt der Menschen tut in Deutschland zumindest, wenn er sich das finanziell nicht leisten kann. Und deswegen ist es ja auch nicht nur die Verantwortung der Väter, von denen ich immer spreche, sondern auch die Verantwortung, vor allen Dingen auch der Politik, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Vätern oder Familien ermöglichen, gleichberechtigt sich die Kehrarbeit aufzuteilen, angefangen eben bei der Elternzeit, die für vieles der erste Hebel ist, wo die... Wo die Schienen auseinanderlaufen. Die Geburt ist der Zeitpunkt, wo Frauen in der Regel einen Karriereknick erleben, der sich so schnell auch nicht mehr aufholen lässt. In aller Regel landen viel häufiger in Teilzeiten nach der Geburt des Kindes, während Männer eher mehr arbeiten. Also wenn wir gesetzliche Regelungen schaffen, die es der Gesellschaft ermöglichen, diesem Wunsch nach mehr oder den Vätern ermöglichen, diesem Wunsch nach mehr Teilhabe auch dabei unter die Arme zu greifen und das finanziell vielleicht mehr Anreize zu schaffen, dafür mehr Elternzeit zu nehmen, das Elterngeld zu erhöhen und noch und nöcher, da wäre schon viel geholfen. Also ohne den Gesetzgeber geht es nicht. Also nur gegen Widerstände. Bernhard: [26:34] Also diese Forderung nach mehr Elterngeld ist eine, die ja nicht nur von dir kommt. Ich finde, natürlich ist das der Hebel. Gleichzeitig passiert ja eigentlich eher das Gegenteil. Sebastian: [26:45] Ja, exakt. Und das macht mich sprachlos. Ich weiß nicht, wie es in Österreich ist. Ich weiß es gerade nicht. Aber hier wird das Elterngeld alle paar Jahre sogar zusammengekürzt. Es ist jetzt ein bisschen erhöht worden. Aber gleichzeitig sind die Regelungen, wie man Elterngeld beziehen kann, mehr eingeschränkt worden. Es ist die Verdienstgrenze herabgesetzt worden. Also eigentlich wird eher gespart. Und das ist für sich ein Skandal. Weil das wird so behandelt, als wäre das irgendwie ein schöner Luxus, den Familien sich dann leisten könnten, wenn wir als Gesellschaft wirtschaftlich besser dastünden, dann könnte man es jetzt leisten. Das ist ja immer das Argument. Aber da beißt sich Katze ja den Schwanz. Wenn wir Familien so deprivisieren, wenn wir es den Menschen schwerer machen, eine Familie zu gründen, finanziell, Sebastian: [27:32] Dann leidet ja nicht nur eine kleine Sparte der Gesellschaft, nämlich die Familiensparte darunter, sondern die gesamte Gesellschaft, die nun mal aus Familien größtenteils besteht. Und wenn wir Familienpolitik depriorisieren, depriorisieren wir auch alle anderen Politikbereiche, insbesondere auch die Wirtschaftspolitik. Aber dieses Verständnis ist in Deutschland zumindest überhaupt nicht präsent. Wir sind da irgendwie gefühlt immer noch in den 60er-Jahren stecken geblieben. Oder Schröder hat es, glaube ich, mal gesagt, Familienpolitik ist ja nice to have, aber ist mir jetzt ein bisschen egal. Irgendwie so in dem Sinne hat er das gesagt. Das ist einfach ein falsches Denken und das funktioniert so nicht. Und es gibt eine Gebotenrate in Deutschland, die zu niedrig ist, also nicht, ob man das werten möchte, 1,2x irgendwas. Und dann sagen die Leute immer, ja, die Leute, die Menschen wollen keine Kinder mehr kriegen. Wenn das dann so wäre, dann müsste man sich fragen, warum wollen sie es nicht? Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Geburtwunschrate, also der Wunsch der Menschen, Kinder zu bekommen, der liegt bei 1,8. Es ist also eine Diskrepanz da zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Und da muss man sich doch erst recht fragen, ja, warte mal, die Leute wollen ja Kinder kriegen, aber sie tun es nicht. Warum denn eigentlich nicht? So, und dann muss die Politik doch mal aufwachen und sagen, ja, vielleicht könnten wir die Bedingungen ein bisschen verbessern. Bernhard: [28:51] Ich gehe da, wenn du natürlich die Erhöhung des Elterngelds ins Spiel bringst, vielleicht sogar noch einen radikaleren Schritt weiter, weil wenn ich mich als Gesellschaft darauf einige, dass ich nicht nur die Geburtenrate erhöhen will, sondern vielleicht auch den, Anteil der Väter, die sich hier aktiv einbringen, Weil auch hier ist ja, der Wunsch, mehr zu machen, deutlich größer als die Realität, was wirklich gemacht wird. Also hier haben wir einen ähnlichen Effekt. Wenn ich das will, dann muss ich vielleicht sogar hergehen und bewusst das fördern. Ja, absolut. Und da spreche ich jetzt davon, dass ich sage, vielleicht sogar Eltern, also Vätern vielleicht sogar das höher zu deckeln, auch wenn das extrem radikal ist. Sebastian: [29:36] Ja, ich glaube, man kann ruhig radikal denken in der Hinsicht. Oder Eltern oder Vätern, da haben wir mal einen starken Anreiz, bis vielleicht sogar gesetzlich, ich will jetzt nicht von Zwang sprechen, weil das ist in Deutschland natürlich auch ein heißes Tuch, zu Recht auch. Aber so starke Anreize zu schaffen für Väter, mehr Eltern ins Zelt zu nehmen und dann Elterngeld zu beziehen, dass es wirtschaftlich schon fast ... Unklug wäre, das nicht zu machen. Das wird man ja wohl schaffen. Bernhard: [30:07] Da bin ich auch bei dir. Und da sind wir eigentlich wieder beim Kern des Problems, versus Leidensdruck und Begeisterung. Im Moment arbeiten wir auch hier mit dem Leidensdruck. Also wir müssen das noch irgendwie machen. Wir müssen die Geburten raten. Das ist alles. Aber es wäre doch schön, wenn ich als arbeitstätiger, berufstätiger Mann sage, ich werde Papa. Ich gehe da jetzt hin, weil ich will das. Und das ist super. Verdammt, das will ich auch. Ja, exakt. Das ist so das, was man kreieren muss, oder? So ein bisschen. Aber im Moment ist es halt eher so, na, okay, na gut, aber nach den zwei Monaten Mindestzeit kommst du dann nicht zurück, gell? Ja. Also das habe ich auch gehört in meinem Unternehmen, ja. Und da zum Beispiel hätte ich mich gefreut, wenn die Mindestzeit nicht zwei Monate gewesen wären, sondern vier. Da hätte ich sagen können, ja, okay, ich komme nach der Mindestzeit, aber es sind halt vier Monate, ich kann nicht anders, sorry. Sebastian: [30:56] So argumentiere ich ja auch in meinem Buch. Man muss irgendwie so ein bisschen die Väter zwingen und indem man die Väter zwingt, zwingt man die Unternehmen auch, das mitzugehen und dann müssen die Unternehmen umstrukturieren, die Unternehmen müssen sich was Neues überlegen, sie können eben nicht, so wie du sagst, davon ausgehen, wenn da jetzt ein Mitarbeiter ist, der Vater wird, das tangiert den fast gar nicht. Wenn ich eine Mitarbeiterin habe, die Mutter wird, dann mache ich mir als Unternehmen riesige Gedanken, was zu den negativen Effekten führt, dass ich die Mitarbeiterinnen schlechter bezahle teilweise, weil ich eh denke, ja, wenn die Mütter werden, sind die eh weg. Es muss normal sein oder normal werden, dass wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiter in Eltern wird, dass ich mir als Unternehmen Gedanken machen muss, wie kann ich das für meine Mitarbeiter innen, ich gender jetzt mal tatsächlich, weil es alle betreffen soll, Sebastian: [31:44] Wie kann ich denen das leichter machen, wie kann ich das schmackhaft machen und wie kann ich vor allem dafür sorgen, dass ein Kind, für die nicht im Kopf, wie ich das als Unternehmenskultur eben vermittle, ein Karriereknick bedeutet, sondern, dass es etwas Positives ist, dass es eine Zeit geben wird nach der Geburt des Kindes, wo man beruflich im Zweifel flexibler sein muss, wo man vielleicht sogar kürzer treten muss für eine Weile. Wenn ich das aber meinem Mitarbeiter ermögliche und irgendwie versuche, Anreize zu schaffen, auch das zu leben und später in den Beruf wieder voll zurückzukehren, wenn man mehr Zeit dafür hat, kreiere ich, glaube ich, einfach zufriedenere Mitarbeiter. Und das ist für mein Unternehmen mit Sicherheit nicht schädlich. Es gibt Studien, das sage ich noch, dass Väter, die mehr Elternzeit nehmen, die dann zurückkehren in das Unternehmen, das sind zufriedenere Mitarbeiter, weil die nicht ihre Familie verpasst haben, weil die im Zweifel sogar Skills gelernt haben in dieser Elternzeit, die sie im Unternehmen so nicht gelernt hätten und die sie jetzt einsetzen können. Bernhard: [32:43] Absolut. Also ich unterstütze, das ist gerade das schwedische Beispiel auch fantastisch. Das haben ja auch dann schon viele Unternehmen verstanden, die den Vätern, die in Karenz gehen, die Differenz zum normalen Gehalt und dem Elterngeld bezahlen. Wahnsinn. Ich meine, was das für ein Anreiz ist, das ist doch dann fantastisch. Dann willst du das machen. Also kein Wunder, dass die… Genau. Sebastian: [33:03] Und was nicht passiert, ist nämlich, dass die Wirtschaft darunter leidet. Das Gegenteil passiert. Das sieht man in Schweden unter anderem, dass die Wirtschaft darunter überhaupt nicht leidet. Im Gegenteil, weil wir zufriedenere, produktivere Mitarbeiter produzieren dadurch. Bernhard: [33:17] Also das heißt, wir haben so ein Papier, da sind wir uns einig, wir sprechen da eh quasi dieselbe Sprache. Gleichzeitig finde ich es spannend, dass wiederum gerade du als, ich sage jetzt nochmal, Internetpersönlichkeit, sehr oft auch, sowohl von Männern als auch von Frauen, die halt aus einem Eck kommen, wo das gar nicht gern gesehen wird, massiv angefeindet wirst für das, was du tust, für die Art, wie du dir das vorstellst. Zwei Fragen. Wie gehst du damit um? Kriegst du das überhaupt? Also ich nehme an, mitbekommen tut man es, es macht auch was mit einem, jedes Schiedsdörmchen noch so klein ist unangenehm, gar keine Frage, aber erklär dir das, wie erklärst du dir das? Sebastian: [33:56] Also es macht was mit mir natürlich. Ich glaube, ich habe mich ein bisschen daran gewöhnt. Ich habe jetzt nicht mehr so ein dünnes Fell wie in der Anfangszeit. Das ist ja auch nicht so lange her. Ich mache das ja erst seit drei, vier Jahren. Da bin ich ein bisschen professioneller, glaube ich, einfach geworden im Umgang mit sowas. Ich kriege aber jetzt auch keine, also da gibt es ja vor allen Dingen Frauen im Internet, die ganz anders angefeindet werden. Ich kriege dann irgendwie, ah, du bist eine Lusche oder so, oder der möchte gerne performative Feminist. Das ist ja alles verkraftbar. Ich kriege jetzt keine Wortdrohung oder sexuelle Belästigung. Woher kommt das? Ich glaube, also im Moment erleben wir das ja zuhauf auf der ganzen Welt, auch in Europa. Auch ihr, auch wir, Sebastian: [34:49] Ein Movement, wo es irgendwie wieder so ein Backlash gibt zu alten Werten, früher war alles besser, diese rechten Tendenzen, die bringen eben auch mit sich, dass so ein Ausbrechen aus Tradition, insbesondere auch im familiären Bereich, einfach als zu progressiv wahrgenommen wird. Und ein Früher war alles besser bedeutet immer, wir wollen keine Veränderung und wir wollen diesen ganzen Schnickschnack nicht, wir wollen einfach, dass alles so bleibt wie es mal war aus so einer Unsicherheit heraus entsteht das und ich glaube, dass ein Teil daher rührt und ein Teil rührt daher, dass Menschen ähm Ich glaube auch viel, dass Identifikation eine Rolle spielt bei Müttern wie auch bei Vätern. Väter identifizieren sich eben schnell mit der Ernährrolle, Mütter mit dieser Mutterrolle, mit der Mama-Rolle. Und das gibt auch ein Stück Sicherheit, weil da müssen keine großen Fragen gestellt werden. Und sobald Fragen gestellt werden und so ein einigermaßen einfaches Konstrukt und Komplexität aufgeladen wird, ruft das Unsicherheit und Angst hervor. Und Angst verwandelt sich häufig in Wut oder in Häme. Das sind so die Erklärungen, die ich habe aber ich stecke da auch nicht drin, Bernhard: [36:02] Ehrlich gesagt Ich finde das nur spannend weil gerade jetzt, um es zumindest ein einziges Mal auch da drinnen zu haben, gerade der Bereich, wo du dann durch die Trennung von deiner mittlerweile Ex-Partnerin gegangen bist war das ja für viele die jetzt quasi dich kritisch betrachten ein bisschen so die Bestätigung, nicht mal der schafft das ich habe es euch ja gesagt oder? Sebastian: [36:27] Ja klar Ja klar, damit war zu rechnen, das konnte ich dann auch einordnen. Ich kann das verstehen, wenn man, ich rede jetzt mal sehr persönlich über mich, wenn man meine Arbeit verfolgt. Und da ist dann jemand, der wahrgenommenerweise, was ich ja nicht tue, hoffe ich zumindest, in aller Regel nicht, ich rede mir nicht mit dem erhobenen Zeigefinger rum und sage, ihr macht das mal alle so, dann geht es euch besser, sondern ich erzähle, wie es mir geht, was meine Erfahrungen sind, auch was die Herausforderungen sind. Und dass es aber von außen wahrgenommen wird manchmal als der Erklärbär oder der möchte-gern-Vorzeige-Date, das kann ich gut nachvollziehen. Ich würde das vielleicht auch denken von so einem Typen, der im Internet die ganze Zeit so rumplappert. Und dass dann das eigene Gefühl Erleichterung ist, wenn das dann nicht funktioniert, weil dann bestätigt mir das vermeintlich, dass das Modell ja doch nicht so gut funktioniert, wie das denn mal programmiert wird und dass ich schon bei meinem tradierten Rollenverständnis zum Beispiel bleiben kann, dann ist die Erleichterung groß und dann verwandelt sich das wiederum teilweise in Häme oder Missgunst oder Haha, ich hab's doch auch, ich hab's ja immer gewusst, das ist ja eine menschliche, komplett nachvollziehbar. Bernhard: [37:41] Also im Endeffekt eigentlich fast niederträchtig am Leid des anderen sich selbst aufzubauen, weil das das Einfachste ist, dass es gibt. Sebastian: [37:50] Aber so sind die Menschen halt. Da kann sich, glaube ich, keiner von ausnehmen. Das gibt es in manchen Situationen. Das ist eben das Leichtere. Statt zu sagen, okay, ich gucke jetzt dahin differenzierter, kann man ja auch gar nicht aus der Ferne so richtig. Insofern, das kann ich schon ganz gut einordnen. Ich kann es verstehen. Das ist natürlich überhaupt nicht hilfreich. Bernhard: [38:10] Ich zitiere gerne meine Frau, die mich bei solchen Diskussionen dann immer wieder fragt, schau, denk mal dran, was bringt dir denn das Problem eigentlich? Und ich finde die Frage ganz spannend, weil wenn ich darüber nachdenke, okay, es gibt ein Problem, aber wenn ich in dem Problem bleibe, dann muss ich nichts tun. Und das ist ja eigentlich auch bequem. Und das ist halt der große Vorteil. Und da fühle ich mich dann bestätigt, ah, siehst du, gut, dass ich nichts gemacht habe, weil sonst geht es mir ja genau wie dem im Internet. Absolut. Ja, also sehr, sehr spannend. Ich möchte schon langsam in Richtung Schluss kommen. Ich habe in Wirklichkeit vor mir Fragen liegen, keine einzige davon gestellt, weil es ein sehr schönes Gespräch war, aber das kenne ich. Wenn sich zwei Menschen unterhalten, die sich mit einer Materie befassen, dann trifft das ab, das ist auch gut so. Aber was ich schon ganz gerne machen würde, sind so zwei Fragen dir zu stellen, die ich immer stelle und vor allem bei dir interessiert es mich wahnsinnig. Wir sind, glaube ich, gleich alt, du bist auch 83er, oder? Sebastian: [39:06] 84er. Bernhard: [39:07] 84er, gut, dann bin ich sogar älter, also hat natürlich deutlich mehr Lebenserfahrt. Ein Jahr fast, was natürlich extrem wertvoll ist, aber ich würde wahnsinnig gern wissen, und ich nenne das immer die Multi-McFly-Zurück-in-die-Zukunft-Frage, was du dir mit dem Wissen von heute als noch kinderloser Sebastian raten würdest. Also steh dir kurz gegenüber und sag dir, hey, das wäre gut, das würde dir helfen. Sebastian: [39:38] Also, ich glaube, das ist nicht die Antwort, die du erwartest, aber ich würde... Ich würde primär auch sagen, leg mal los, weil manchmal ärgere ich mich ein bisschen, dass ich, ich werde jetzt 42, meine Kinder sind 5 und 6, das ist jetzt nicht wahnsinnig alt, aber manchmal wünsche ich mir, wenn ich so mit Menschen rede, die so alt sind wie ich und deren Kinder sind schon 10 oder 12, das finde ich irgendwie schön. Aus mehrerlei Hinsicht, vor allem, weil ich ein junger Vater bin und weil ich von meinen Kindern noch mehr habe in meinem Leben, im besten Fall, aber auch, weil die Zeit mit meinen erwachsenen Kindern ich dann vielleicht noch besser genießen kann. Das hat viele Gründe. Aber was ich sagen würde, ist, glaube ich, was würde ich sagen in Bezug auf Vaterschaft? Sebastian: [40:32] Ich würde wahrscheinlich sagen, trau dich und leg da alles rein. Weil jetzt, meine Kinder sind, wie gesagt, im Kindergarten, Frühschul, Kindalter. Wenn ich jetzt zurückblicke, ich weiß nicht, wie es dir geht, ich gucke immer wieder alte Fotos an, Zeit vergeht so rasend schnell. Sebastian: [40:51] Und vor allen Dingen, wenn man Vaterschaft so lebt wie die Generation vor uns, dann verpasst man so wahnsinnig viel und das kommt nicht zurück. Ich hasse das auch, wenn ich das irgendwie lese in einer blöden Instagram-Kachel, die Zeit kommt nicht zurück, aber es ist so. Es ist wirklich so. Es geht rasend schnell, das Leben ist unerbitterlich und wenn man Kinder bekommt, kriegt man das noch mehr mit, weil die Kinder einem spiegeln, wie die Schnellzeit vergeht. Wenn meine Tochter auf einem Foto von vor einem Jahr ganz anders aussieht und es ist ein Jahr vergangen, was sich anfühlt wie zwei Monate, dann weiß ich einfach, es geht so und meine Kinder sind in einem Alter, in dem sie vielleicht gar nicht mehr so viel Zeit mit mir verbringen wollen. Ich hätte mir kurz vor der Geburt gesagt, also wenn ich mir das Wissen hätte vermitteln können und dieses Gefühl, hätte ich mir das gewünscht, weil ich schon die ersten Jahre meiner Vaterschaft auch viel Zeit damit verbracht habe, irgendwie irgendwelchen Sachen hinterher zu laufen, beruflichem Erfolg, das irgendwie versuchen, alles unter einen Hut zu bekommen. Manchmal wünsche ich mir, ich hätte das früher, hätte sich so ein Schalter eingestellt bei mir, in dem mir klar wurde, wie kostbar diese Zeit ist, auch wenn sie anstrengend ist, auch wenn sie Opfer fordert, aber wie kostbar diese Zeit wirklich ist. Bernhard: [42:05] Wenn es dir hilft, das ist ja eine von diesen Firefly Grades of the Dying, die du wahrscheinlich kennst von Bronnie Ware. Ich hätte mehr Zeit mit meinen Liebsten um mich verbringen sollen. Niemand sagt am Sterbepett, na arbeiten, das wäre viel mehr arbeiten, das wäre richtig fett gewesen. Also du bist nicht der Einzige, der sich wahrscheinlich diesen Rat geben würde. Danke dir dafür trotzdem. Und eine letzte Sache noch, es gibt eine Playlist des Grauens, die ich auf Spotify habe, das heißt eine Sammlung an Songs, die, uns unsere eigenen Kinder kaputt gemacht haben, weil sie sie so oft gehört haben. Das können gute Songs sein, also weiß ich nicht. Huntrix, Golden, geiler Song, aber in der Dauerschleife, nein. Oder lass jetzt los. Du weißt, was ich meine. Deine Kids sind fünf und sechs. Was ist denn der Song, der dir auch deinen Spotify-Algorithmus zerstört, weil er so oft gelaufen ist und den du einfach nicht mehr hören kannst? Sebastian: [43:01] Ich müsste eigentlich jetzt bei Spotify, da gibt es ja jedes Jahr diesen Rückblick, seitdem ich Vater bin, ist diese Liste ein bisschen merkwürdig. Bernhard: [43:13] Vor allem, weil der Spotify-Algorithmus nicht unterscheiden kann zwischen Kinderliedern und Deutsch im Schlager. Und deswegen, das macht alles kaputt. Aber okay, das ist ein anderes Thema. Deinen Song möchte ich haben. Oder wenn du zwei Kids hast, auch gerne zwei Songs. Sebastian: [43:26] Nee, die können sich schon einigen gerade. Es ist ganz viel Simone Sommerlund gerade. Da gehen wir witzigerweise jetzt auch, es sind zwei Tagen, wir nehmen heute am Freitag auf, am Sonntag gehen wir auf ein Konzert. Und zwar Marie, die Kinder und ich, wir wollen ab und zu irgendwie mal auch was zu viert machen mit den Kindern. Und im Moment ist es so ein schöner Tag, das Fliegerlied, was witzigerweise ich reingebracht habe, weil ich kenne das von der, ich gehe ganz gerne zum Oktoberfest, da wird das bei den Wieseln gespielt. Aber es gibt auch eine Version von Simone und Sommerland. Und das haben wir angefangen, Anfang diesen Jahres, da war ich mit meinen Kindern in Österreich im Urlaub im Winter und da habe ich dieses Lied mal angemacht. Aber in der anderen Version. Und dann haben meine Kinder das so gefeiert. Und dann habe ich zufällig gesehen, dass Simone Sommerland das auch herausgebracht hat. Und seitdem wird sich das wirklich fast täglich gewünscht. Bernhard: [44:17] Ich verstehe. Und ein bisschen bereust du es. Man muss dazu sagen, es gibt kaum Songs, bei denen es kein Simone Sommerland gab. Sehr wenige. Sebastian: [44:25] Die macht das schon sehr gut. Bernhard: [44:27] Ja, absolut. Was ja auch lustig ist, weil die eigentlich ganz andere Musik gemacht hat, bevor sie die Kinderlieder halt dann... Sebastian: [44:33] Das weiß ich gar nicht. Ich weiß gar nichts zu der Historie. Bernhard: [44:35] Zum Business gemacht hat, was ja ein richtig gutes Business ist, weil ich glaube, der Dame geht es gut und ich bin gespannt. Das Konzert ist sicher auch spannend und kommt drauf. Ist noch nicht drauf, das Fliegerlied, zumindest nicht in der Simone Sommerland-Version. Ich bin ja mit den Original-Urhebern, den jungen Tilda Tallern, immer wieder auch gemeinsam auf der Bühne, weil ich den Oktoberfest-Ableger in Wien moderieren darf, wo die auch immer spielen. Ach toll! Und ich sage dir bei dem Song. Sebastian: [45:04] Geht's ab. Bernhard: [45:06] Also brauchst du nicht glauben, du bist nicht der Einzige. Aber wenn du es dann live hörst und wenn du dann sozusagen diesen Bierpegel dann vielleicht auch schon spürst, geht's leichter und dann hält man es auch durch. Sebastian: [45:18] Ich mag das Lied ja sogar, aber wie das so ist, das kenne ich ja auch, weil so früher zumindest als Jugendlicher, wenn ich einen Song mochte, dann habe ich den tot gehört und irgendwann kann ich ihn dann nicht mehr hören, zumindest für ein paar Jahre. Und so ist es jetzt leider bei diesem Lied, aber gut, die Wiesen kommen noch und das Konzert kommt auch noch. Ich werde da schon irgendwie in Zugang zu finden wieder. Bernhard: [45:38] Dann genieße es. Ich danke dir vielmals für deine Zeit und für das tolle Gespräch. Sebastian: [45:41] Dankeschön, Gerhard, für die Einladung. Hat sehr viel Spaß gemacht.

Bernhard Vosicky

Host

Bitte gib den gewünschten Suchbegriff ein.