Hör auf, mit deinem Kind zu lernen: Was Papas stattdessen tun können

Episode 135
40:02

Hör auf, mit deinem Kind zu lernen. Das ist der Rat von Lerncoach Lennard Klein. Du springst nur ein, wenn dein Kind eine Frage hat oder nicht weiterkommt. Wie du dein Kind beim Lernen unterstützen kannst, hörst du in dieser Folge.

Der Satz, der unser Bild vom Lernen auf den Kopf stellt:

„Ohne Fehler ist Lernen unmöglich. Wenn man keinen Fehler macht, bleibt man immer auf demselben Level, per Definition.“ Lennard Klein

Lernen mit Kindern: Worum es in dieser Folge geht

Ich spreche mit Lennard Klein, 22 Jahre alt, Lerncoach in Wien und gerade im Auslandssemester in Pittsburgh. Seinen ersten Fünfer hatte er mit 15 oder 16 in Mathe. Heute lag er bei internationalen Tests in den Mathe-Teilen meistens sogar über dem Harvard-Durchschnitt. Dazwischen liegen ein paar Jahre und ein Lernsystem, das er selbst entwickelt hat. Mit Brain Boost Learning hat er außerdem schon mehr als 100 Schülerinnen und Schülern geholfen, effektiver zu lernen.

Mir war wichtig, dass Papas aus dieser Folge konkret etwas mitnehmen, wie sie mit ihren Kindern lernen können. Deshalb sprechen wir über Schlaf, Lernplatz, Handyzeit und Gewohnheiten, denn Lernen passiert laut Lennard nicht nur am Schreibtisch. Außerdem geht es um Fehler, Fragen und Abfragen, und darum, was wir stattdessen tun können, wenn wir nicht mehr mit dem Kind lernen.

Am Ende steht ein Bild, das ich im Gespräch formuliert habe: weniger Nachhilfelehrer, eher Sparringpartner meines Kindes. Lennard hat zugestimmt. Das passt, weil Lernen mit dem Kind zum Familienalltag und zum Elternsein gehört. Diese Folge ist für dich, wenn du dein Kind beim Lernen begleiten willst und dir dafür konkrete Dinge für die nächste Lernsession wünschst.

Kapitel

(00:00) – Intro
(03:00) – Zu dumm für die Schule? Der Fünfer in Mathe als Wake-up-Call
(11:45) – Warum Durchlernen vor der Prüfung nach hinten losgeht
(22:30) – Lernen mit Freunden: Fünf Stunden, halber Stoff
(27:15) – Ohne Fehler kein Lernen: Warum Durchlesen nichts bringt und Abfragen schon
(36:00) – Hör auf, mit deinem Kind zu lernen: Vom Nachhilfelehrer zum Sparringpartner

Das nimmst du mit, wenn du dein Kind beim Lernen unterstützen willst

  • Du weißt danach, warum Durchlesen nichts bringt und warum Abfragen sogar dann funktioniert, wenn dein Kind noch nichts kann.
  • Du bekommst konkrete Ideen, wie du Schlaf, Lernplatz und Handyzeit Schritt für Schritt verbesserst, zum Beispiel mit einer halben Stunde früher ins Bett.
  • Du weißt, wann du beim Lernen einspringst und wann du dich zurückhältst.
  • Du kannst die Tipps auch für dein eigenes Lernen nutzen.

Über Lennard Klein

Lennard Klein ist 22, Lerncoach in Wien und Gründer von Brain Boost Learning. Er studiert Business and Economics und Neurowissenschaften und ist aktuell für ein Auslandssemester in Pittsburgh, Pennsylvania. Sein Lernsystem hat er an sich selbst entwickelt, nachdem er in Mathe seinen ersten Fünfer hatte. Für diese Folge ist er wichtig, weil er Papas konkrete Methoden mitgibt, die sie beim nächsten Lernen mit ihrem Kind anwenden können.

Über Papa Mia!?

Papa Mia!? ist der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Wir sprechen über Vaterschaft, Papasein und Elternsein, über Familie, Väterkarenz, Care-Arbeit und darüber, was moderne Väter bewegt.

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Transkript:

Ich glaube, dass jeder es theoretisch schaffen kann. Also wenn man jetzt keine sonstigen Einschränkungen hat, dann ist, glaube ich, jeder in der Lage, einen einseitigen Mathe zu schaffen oder halt in dem Fach, wo man sich am schwersten tut, ist meiner Meinung nach überhaupt kein Problem. Man braucht einfach nur die richtigen Techniken. Papa Mia – reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Und gar nicht an uns liegt, dass es gar nicht an den Kindern liegt, sondern an der Art, wie wir lernen. Ich spreche mit Lennart Klein, er ist Lerncoach und die Art zu lernen, dieses effektive Lernen, die hat er an sich selbst entwickelt, ausprobiert, dass sie zu dem führt, wie es heute ist, ein guter, großartiger Lernerfolg. Aus der Folge mitnehmen wirst du konkrete Dinge, die du im Lernen, in der nächsten Lernsession mit deinem Kind schon mitnehmen kannst, die dich aber auch vielleicht selbst dazu bringen, dass du effektiver lernen kannst. Bevor es losgeht, kurze Bitte an dich. Papa Mia ist und bleibt ohne Sponsor im Hintergrund. Das heißt, ich lebe schlicht und einfach davon, dass du als jemand, der den Podcast gut findet, ihn weitergibst an andere, die ihn hoffentlich auch gut finden. Also danke vielmals gleich im Voraus für Bewertungen, für einmal folgen oder einfach weiterschicken der Folge, wenn sie dir heute gefallen hat. Danke schon jetzt. Lennart Klein, mir gegenüber ein junger Student, 22 Jahre alt. Aktuell mit sechs Stunden Zeitverschiebung, einmal über den Atlantik, weil du bist in Übersee und studierst dort. Genau, ich bin in Pittsburgh in Pennsylvania, hier in den USA. Da mache ich gerade ein Auslandssemester. Und genau, ich studiere Business and Economics und Neurowissenschaften. Wenn du in deiner Heimat in Wien bist, dann bist du als Lerncoach aktiv. Brain Boost Learning ist dein Produkt und du hast schon mehr als 100 Schülerinnen und Schülern dabei geholfen, effektiver zu lernen. Aber der Hintergrund der ganzen Geschichte ist ein eigentlich persönlicher Pain Point. Du hast das Gefühl gehabt, du bist zu dumm für die Schule, oder was war da los? Also zu dumm für die Schule, ja eigentlich schon, muss ich sagen, das trifft es circa. Also natürlich hat jeder seine Stärken und Schwächen. Bei mir war meine große Schwäche Mathe. Ich habe mir eigentlich nach der Volksschule, seit ich zehn bin, immer schwer getan in Mathe. Also in der Unterstufe hatte ich coolerweise einen super Lehrer, der mir da geholfen hat. Aber in der Oberstufe, da hatte ich dann eben auch wegen Pubertät einfach null Bock. Ich habe es nicht gecheckt, der Lehrer war ungut zu mir. Und ja, ich war jetzt nicht so motiviert. Dann habe ich mich einfach in die letzte Reihe gesetzt, habe nichts verstanden, habe einfach am Handy, gespielt ein bisschen und das hat natürlich dazu geführt, dass es immer schlimmer und schlimmer und schlimmer geworden ist. Bis ich dann mit 15, 16 dann meinen ersten Fünfer hatte, jemals in der Schule, in Mathe eben. Und da stand auch eine Wiederholungsprüfung im Raum und so etwas. Ich habe dann alles trotzdem positiv abgeschlossen. Aber das war sozusagen der Wake-up-Call, so hey, so du kannst dich nicht weiter zurücklehnen, da muss wirklich was getan werden. Genau. Und über die nächsten Jahre, habe ich dann mein Lernsystem entwickelt und im Endeffekt bin ich jetzt in Mathe sehr, sehr gut. Ich habe bei internationalen Tests, war ich in den Mathe-Teilen meistens sogar über dem Harvard-Durchschnitt. Und das jetzige Studium, das ich in Wien habe, das hat auch noch eine 6% Aufnahmequote mit einem Aufnahmetest, der zum größten Teil Mathe ist. Also es geht, dass man von einem 5 auf eine, auf ein sehr gutes Ergebnis kommt, auch wenn man, wie ich, überhaupt kein Talent hat. Ich glaube, dass jeder es theoretisch schaffen kann. Also wenn man jetzt keine sonstigen Einschränkungen hat, dann ist, glaube ich, jeder in der Lage, einen Einser in Mathe zu schaffen. Oder halt in dem Fach, wo man sich am schwersten tut, ist meiner Meinung nach überhaupt kein Problem. Man braucht einfach nur die richtigen Techniken. Dann erklär mal ganz kurz, weil genau das finde ich eben spannend. Du sagst, du hast ein Lernsystem. Wie ging es dir denn damals, als du da gesessen bist und es ist nichts und nichts weitergegangen? Weil das sind ja Dinge, die wir wahrscheinlich von uns selber oder eben von unseren Kindern kennen. Ja, also ich habe einfach irgendwas gemacht. Das Szenario, der Lehrer gibt einem den Stoff und sagt, lern das. Und dann spricht man natürlich mit Freunden immer so, ja, wie lernst du, wie lernst du was, was schaust du dir an? In Mathe habe ich mir einfach immer nur den Stoff durchgelegt, lesen, vielleicht ein paar Beispiele gemacht, aber das war es schon. Ich habe mich nicht wirklich konzentriert, wenn ich mich hingesetzt habe. Also das war alles ein unorganisiertes Mess eigentlich. Und entsprechend waren dann natürlich auch die Noten. Ich habe keine Hausebüngen gemacht, keine Hausaufgaben. Und generell auch in den Fächern, wo man mehr Stoff lernen muss, wo man mehr Stoff lernen muss, da habe ich auch einfach keine Ahnung, keine Ahnung gehabt. Sehr lange hatte ich da sehr, sehr große Schwierigkeiten. Weil ich war auf der Handelsakademie, da muss man in Betriebswirtschaft extrem viel Stoff, extrem große Stoffmengen wissen. Und das habe ich einfach nicht hinbekommen. Einfach sehr frustrierend war das. Aber das, was du da schilderst, das sind ja alles Dinge, die kommen mir nicht unbekannt vor. Also ich habe ja auch in Mathe wahnsinnig schwer getan. Und auch dieses, der Lehrer gibt dir Stoff, und dann musst du halt lernen. Okay, aber was hast du dann anders gemacht? Alles, was die meisten Schüler machen, oder sagen wir mal, das meiste, was die meisten Schüler machen, ist komplett falsch. Circa 80% der Schüler in den Studien haben mit Methoden gelernt, die fast gar nicht funktionieren. Das heißt, dass 80% der Schüler unter ihrem vollen Potenzial arbeiten. Ich vergleiche es immer mit einem Auto. Es kann der beste Rennfahrer der Welt, das ist Max Verstappen, wenn sich der in einen verrosteten Fiat 500 setzt, dann wird der von einem Fahrschüler besiegt, der in einem Ferrari sitzt. Also man kann extrem schlau sein, man kann extrem smart sein, wenn man kein richtiges System dahinter hat, wenn man einfach drauf loslernt und einfach nicht die richtigen Techniken einsetzt, dann kann man auch einen Fünfer bekommen. Wenn du jetzt das Beispiel mit dem Rennfahrer im Fiat 500 bringst, natürlich wird Max Verstappen in einem Ferrari, die Top-Leistung bringen. Aber wie ist es, wenn ich jetzt den Fahrschüler, also man kann das ja auch kombinieren. Ist das System für alle gut oder muss man auch der richtige Rennfahrer sein? Also es gibt einfach eine optimale Art, wie man lernt, genauso wie es eine optimale Art gibt, einen Bizeps-Curl zu machen. Wenn man seinen Bizeps trainieren möchte, das ist natürlich ein sehr, sehr simplifiziertes Beispiel, aber wenn man seinen Bizeps trainieren möchte, dann muss man seinen Unterarm sozusagen beugen. Anders geht es nicht. Es funktioniert einfach nicht anders. Wenn man seinen Unterarm streckt, dann kann man per Definition nicht den Bizeps trainieren. Und so kann man sich das auch vorstellen. Also die Grundprinzipien sind für alle gleich, für alle Menschen. Das ist für meine sechsjährige Cousine oder meine 94-jährige Oma. Also beide lernen, wenn sie etwas Neues lernen wollen, lernen exakt gleich. Jetzt der einzige Unterschied ist natürlich, wie man das dann in seinen Alltag einbaut. Also das ist komplett unterschiedlich für jeden Schüler. Und das sehen wir auch im Coaching, dass da die Unterschiede am größten sind. Okay, aber das heißt, jetzt wendet sich wahrscheinlich ein Elternteil bei dir, sagen wir jetzt mal ein Papa, und sagt, mein Sohn, meine Tochter, da geht es nicht weiter. Sag uns doch, was wir machen können. Was ist denn das? Erstens einmal, womit melden sich die bei dir? Ist das das Problem? Und zweitens, was ist das Erste, was du tust? Also Schritt eins ist erstmal alles vergessen, was man mit einem Lernen weiß, weil das ist meistens falsch. Also alles, was einem Lehrer beigebracht haben, ist falsch. Das meiste, was einem Eltern beibringen, ist falsch. Das meiste, was man sich selber beigebracht hat, ist auch falsch. Ich werde da jetzt nicht ins Detail gehen, aber es ist fast unmöglich, alleine herauszufinden, was eine gute Lernmethode ist, weil es einen Trick gibt, den das Gehirn anwendet, der einen aktiv davon abhält, eine gute Lernmethode zu finden. Also das ist schon mal Schritt eins. Das Zweite ist zu verstehen, dass Lernen nicht nur am Schreibtisch sitzen ist, genauso wie Sport machen. Fitness ist nicht einfach nur, was man im Gym macht, sondern es ist Erholung, Ernährung, Schlaf, Mikronährstoffe und so weiter, die man alles braucht, damit man ein gesunder Mensch ist. Damit man einen gesunden Körper hat. Und beim Gehirn ist es nicht anders. Also die, sagen wir mal, die Gedächtnisleistung, wie schnell man sich etwas merkt, das ist nicht immer nur von dem abhängig, natürlich auch, aber nicht immer nur von dem, was man am Schreibtisch macht, sondern hat auch andere Faktoren, wie zum Beispiel Schlaf. Im Schlaf werden die Erinnerungen vom Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis überschrieben. Wenn man nicht gut schläft, dann merkt man sich um einiges weniger. Also es kann sein, dass man da 20, 30 Prozent einfach so vergisst, wenn man nicht gut schläft. Gut schlafen hat ja auch so etwas ein bisschen mit Schlafhygiene zu tun. Und da kommen wir gerade als Eltern mit Nachwuchs zu Hause in so eine Zwickmühle. Also ich sage jetzt, meine Tochter, elf Jahre alt, zum Glück eine sehr, sehr gute Schülerin, die momentan nirgendwo hängt. Trotzdem ist es halt so, dass ich mir denke, ja, ins Bett gehen wäre nicht falsch, weil du musst morgen früh raus. Du brauchst wahrscheinlich als jemand, der in die Pubertät, in die Pubertät kommt, natürlich mehr Schlaf als ich mit Anfang 40. Aber das ist halt auch schwierig, jemanden dann ins Bett zu bringen. Aber das ist tatsächlich erwiesen, Schlaf ist wahnsinnig wichtig, um das Gelernte umsetzen zu können. Das heißt, das, was ich gemacht habe als Jugendlicher, so kurz vorm Schlafen gehen, vor der Prüfung noch einmal alles durchlesen, länger aufbleiben bis um eins in der Früh und dann um vier wieder aufstehen und nochmal durchgehen, ist eigentlich kontraproduktiv. Das ist absolut kontraproduktiv. Ich habe vor kurzem wieder eine Studie gesehen, dass, wenn du nicht schläfst vor einer Prüfung, ist die Performance bis, oder wenn du schlechter schläfst vor einer Prüfung, ist die Performance bis zu 20% schlechter. Einfach, egal wie du vorher gelernt hast, einfach nur, weil du dich weniger gut konzentrieren kannst. Dann noch ein Faktor, der dazu kommt, damit man überhaupt das durchhält, die ganze Nacht aufzubleiben und zu lernen, muss man schon so gestresst sein, muss man so, so stark das Gefühl haben, dass man es nicht kann, dass man dann bei der Prüfung um einiges mehr gestresst ist und das kann dann auch wirklich zu einem Blackout führen, unter Anführungszeichen. Das ist dann da, wo das Stresslevel so hoch ist, dass wirklich im Gehirn, könnte man so sagen, ist sehr simplifiziert, aber man hat dann nicht mehr Zugriff auf die vollen Erinnerungen. Und dann passiert es, dass Schüler können alles, sie sitzen in der Prüfung, plötzlich ist alles weg. Und das, ein Großteil davon ist eben Stress, der da so hoch ist. Deswegen würde ich auf keinen Fall machen. Wenn ich eigentlich einen Tipp hätte, dann besser schlafen, weil das macht alles leichter. Also das macht das Gedächtnis besser, man hat mehr Motivation für alles, macht die Konzentration besser und diese Faktoren führen dann wieder dazu, dass man besser lernt. Und wenn man besser lernt, muss man auch weniger lernen. Das ist auch das Coole. Besser schlafen, heißt viel schlafen oder? Sehr gute Frage. Nein. Ich habe einen Aura Ring, der trackt meinen Schlaf seit, seit circa einem Jahr. Und ich sehe immer wieder, dass die Schlafdauer ist natürlich ein Faktor. Also acht Stunden sollte man mindestens schlafen. Das ist klar. Aber kommt sehr stark darauf an, zum Beispiel, was man davor macht. Wenn man zum Beispiel am Handy ist, dann gibt es eine Studie, das Risiko, dass man sehr lange braucht zum Einschlafen, das kann bis zu 50% steigen. Das heißt sozusagen, der Schlaf beginnt schon in der Stunde davor. Die Qualität ist dadurch bestimmt. Was macht man da? Wenn man jetzt TikTok scrollt, bis zum letzten Augenblick, erstens ist es hell und zweitens ist das Gehirn bombardiert mit allen möglichen Sachen. Man kann sich einfach nicht runterfahren. Deswegen empfehle ich auch immer, eine Nighttime-Routine zu haben. Also wirklich eben Schlafhygiene, dass man wirklich einen klaren Plan hat. Was macht man in der Stunde beziehungsweise halben Stunde vorm Schlafengehen? Am besten irgendwas ohne Bildschirme. Also ich bin der Meinung, dass man eine Stunde vor dem Schlafengehen die Bildschirme sowieso ausschalten sollte. Und danach, zum Beispiel, was ich sehr gerne mache, ist einfach lesen. Man hat mindestens eine halbe Stunde vorm Schlafengehen. Und dann kann man sich auch entspannen. Oder zum Beispiel Entspannungsübungen machen. Viele meiner Schüler machen eine kleine Meditation davor, weil sie das Gefühl haben, also weil sie dann merken, dass sie besser einschlafen, weil man sich besser entspannen kann. Also das ist ein ganz, ganz wichtiger Faktor. Wenn wir da jetzt schon in den Werkzeugkasten hineingehen, den du mitgibst, meinen Hörerinnen und Hörern, dann ist natürlich jetzt Achte auf den Schlaf, auf die, auf die Qualität und auf die Dauer. Dann ist das ein Werkzeug. Aber es gibt so viele weitere Werkzeuge. Unter anderem spielt es ja auch offenbar eine Rolle, wo ich lerne, oder? Absolut. Die Konzentration ist nicht so simpel, wie die meisten Leute denken. Es ist nicht so, man hat Konzentration oder man hat keine Konzentration. Das stimmt gar nicht. Also Konzentration hängt von so vielen Faktoren ab. Und einer der Dinge, die für mich, der größte Gamechanger waren, die größte Discovery, war, dass die Augen extrem connected sind zur Konzentration. Was heißt das jetzt genau? Dass, was man sieht, bestimmt einen Großteil der Konzentration. Wenn man jetzt zum Beispiel irgendwo auf einem Berg steht und einen weiten Horizont vor sich hat, dann wird man automatisch entspannter. Wenn man jetzt aber zum Beispiel einen Hoodie auf hat, der einen sozusagen einschränkt visuell, wird man automatisch konzentrierter. Je mehr gerade im Sichtfeld ist, vor allem Bewegungen, desto mehr muss das Gehirn natürlich verarbeiten und desto schlechter kann man sich konzentrieren. Deswegen heißt es auch auf der umgekehrten Seite, je weniger man auf dem Schreibtisch hat zum Beispiel, am besten eine weiße Wand vor sich und einen aufgeräumten Schreibtisch, wo nichts drauf ist, außer das Blatt und das Buch, dann kann man sich viel besser konzentrieren. Also das allein, dass man einen aufgeräumten und einen nicht ablenkenden Lernplatz hat, das ist ein riesen Game Changer. Okay, aber jetzt wird es viel, vor allem im Densin, wenn ich mir denke, also ich sage meiner elfjährigen Tochter, damit du lernen kannst, räum dein Zimmer zusammen, schau, dass dein Schreibtisch aufgeräumt ist, geh rechtzeitig schlafen, schlaf lang genug und gib dein Handy weg. Sie hasst mich für all diese Regeln. Ja, absolut, absolut. Und hier ist das Ding, das sind eigentlich einfach nur Gewohnheiten. Das kann jeder Mensch lernen. Was wir gerade ein bisschen ein Problem haben in unserer Gesellschaft, ist, dass diese Dinge nicht von klein auf gelehrt werden. Solche Dinge sollten ab dem sechsten Lebensjahr klar sein. Wenn man das natürlich, je älter man wird, desto schwerer ist es, sein Umfeld zu ändern. Natürlich, wenn man elf ist, dann geht das auf jeden Fall noch easy. Und natürlich ist da auch die gewisse Resistance da von einem Jugendlichen, der jetzt dann keinen Bock hat, das zu machen, was die Eltern sagen. Was ich dann immer mache mit meinen Schülern, ganz, ganz wichtig, wenn man Gewohnheiten umstellen will, das ist, glaube ich, das Wichtigste, was ich jemandem mitgeben kann, so langsam wie möglich. So langsam wie möglich neue Gewohnheiten aufbauen beziehungsweise alte Gewohnheiten abbauen. Was wir machen, wir sagen, wenn jetzt jemand mehr schlafen soll, einfach eine halbe Stunde früher ins Bett gehen. Das war's. Nichts anderes. Und wenn das super funktioniert, dann sagen wir, hey, wie fühlst du dich? Schauen wir immer über mehrere Wochen, wie fühlst du dich jetzt mit der Umstellung? Und dann sagen wir, okay, dann vielleicht nochmal eine halbe Stunde. Und was wir nie machen, ist, du gehst um eins, eine Uhr in der Nacht ins Bett, ab morgen gehst du um neun Uhr ins Bett. Das funktioniert nicht. Und das ist dann auch nicht nachhaltig. Und dann muss man als Elternteil dann extrem dahinter sein, damit das funktioniert. Aber das wollen wir ja nicht. Aber das heißt natürlich, dass ich, also ich muss Geduld haben. Es ist nicht so, dass das ein Fingerschnipp ist und dann wird es gelöst, oder wie? Genau, absolut. Also im Endeffekt, man kann jemanden kurzfristig dazu zwingen, sein Verhalten radikal zu ändern. Das Problem ist dann aber nur, dass sie selber keine, dass sie nicht das Gefühl haben, dass es ihres ist und werden es niemals langfristig umsetzen. Da haben wir die Erfahrung gemacht, am besten funktioniert es, wie gesagt, wenn man das so langsam wie möglich macht. Und deswegen arbeiten wir mit unseren Schülern immer mehrere Monate zusammen, weil es einfach sonst einfach biologisch vom Gehirn her, einfach sonst zu kurz wäre, um die Gewohnheiten wirklich aufzubauen. Lass mich eine Sache noch ansprechen, auf jeden Fall, die ich wahnsinnig spannend gefunden habe, weil du dich bei deiner Arbeit ja auch damit beschäftigst, ob dieses Lernen mit Freundinnen und Freunden sinnvoll und effektiv ist. Und du sagst nein. Ja. Nein, es macht keinen Sinn. Also es gibt ganz spezielle Fälle, wann es Sinn macht. Und die sage ich gleich. Wieso das keinen Sinn macht? Ich habe letztens für eine Prüfung gelernt, hier an der University of Pittsburgh für Neurowissenschaften und habe da den Fehler gemacht. Ich selbst, obwohl ich das unterrichte, habe ich mir gedacht, na, ich schaffe das schon. Ich kann mich ja super konzentrieren. Ich kenne ja die Lernmethoden. Da lerne ich mal mit einer Freundin. Und was ist passiert? Naja, es war extrem ineffektiv. Also wir sind da, glaube ich, fünf Stunden gesessen und haben nur die Hälfte des Stoffs durchbekommen. Wenn ich das alleine, wenn ich das alleine gemacht hätte, ich wäre in zwei Stunden fertig gewesen. Man redet kurz über das Lernen, dann redet man über was anderes. Ist einfach so. Und die Gefahr ist, dass es eben passiert, dass man sich ablenken lässt. Also die Gefahr ist eben die Ablenkung. Zusätzlich, wenn beide auf einem Niveau sind, wo sie es eigentlich nicht können, dann bringt es nicht wirklich etwas, zusammenzulernen. Was sehr viel Sinn macht, ist, wenn man sich erst mal, selber abfragen lässt, zum Beispiel von KI. Das mache ich immer so, wenn ich für Prüfungen lerne. Lass mich selber abfragen von KI, bis ich ein gewisses Level erreicht habe. Und dann kann man sich gerne mit Freundinnen zusammensetzen, aber mit Freunden und sich gegenseitig abfragen. Also das Abfragen macht absolut Sinn, aber nur, wenn das Gegenüber dann auch die richtige Lösung gut erklären kann, wenn man was falsch hatte. Wenn sich dann beide nicht sicher sind, dann bringt das Abfragen natürlich nichts. Weil Übung macht nur, wenn man etwas übt und dann direkt natürlich danach weiß, ob es richtig war oder nicht, weil sonst merkt man sich das Falsche. Und das wollen wir natürlich nicht. Aber man kann sich ja auch selbst abfragen. Das habe ich auch ganz spannend gefunden, als ich recherchiert habe, weil das, also das, wenn ich jetzt zum Beispiel so wie gestern mit meiner Tochter die Irregular Verbs auf Englisch einfach durchprüfe, das könnte sie allein auch machen? Absolut. Also ich habe seit drei Jahren auf keine einzige Prüfung ohne KI gelernt. Also ich habe eigentlich, ich habe in meinem Studium eigentlich noch nicht mal eine Seite gelesen von irgendeinem Buch. Ich habe einfach alles mit KI gelernt. Bis jetzt habe ich jede Prüfung geschafft. Ich bin immer noch in Mindeststudiendauer und auch hier an der Uni überhaupt keine Probleme. Der Grund ist, jetzt kommen wir zum Kernstück des Lernens, zum Kernstück auch des Lernsystems. Ist, dass Lernen ist nicht Input. Lernen ist nicht Lesen, Hören, Schauen. Das ist nicht Lernen. Das ist einfach nur Input. Das sagt dem Gehirn aber einfach, das sagt dem Gehirn aber nicht, ob es wichtig ist und ob das gemerkt werden soll. Deswegen bekommen die meisten Schüler keine guten Noten. Und das ist auch wirklich der Grund, warum die meisten Schüler so frustriert sind mit dem Lernen. Allein das ist der Grund, wieso Leute Schule hassen. Einfach nur deswegen. Weil sie einfach lernen, indem sie sich die Sachen immer wieder durchlesen. Aber das bringt absolut nichts. Also das ist die mit Abstand schlechteste Lernmethode, die es überhaupt gibt. Weil eben die Information kommt rein. Und was man dann will, ist, dass das Gehirn sagt, ah, ist wichtig, das merken wir uns. Das heißt, in der Nacht wird es dann ins Langzeitgedächtnis geschoben. Wenn man es sich einfach nur immer wieder durchliest, dann wird es im Gehirn wie eine Ablenkung und wird dann mal rausgeblendet. Und wird sich explizit nicht gemerkt. Das bringt natürlich dann nichts. Das heißt, alles, was so passiv ist, wie durchlesen, hören, überhaupt nicht machen. Bitte einfach weglassen. Anstatt dessen eben aktive Methoden wie Abfragen. Aber da kommen wir gleich noch zurück. In mehr Detail. Gehen wir gleich dorthin. Weil ich finde das wahnsinnig spannend. Weil das war ja auch ein bisschen meine Prämisse zu sagen, ich gebe den Eltern, den Papas konkret etwas mit, wie ich mit den Kindern lerne. Also Abfragen ist gut. Generell, glaube ich, bist du ein Fan von Fragen. Absolut. Also erstens, man muss verstehen, das Gehirn muss einen Grund haben, wieso es sich etwas merkt. Das geht, wenn man sich extrem für etwas interessiert. Das funktioniert. Also deswegen, wenn man es schafft, sich für etwas zu interessieren, super. Da braucht man, was weiß ich, nur die Hälfte der Lernzeit oder sogar weniger. Weil man sich Sachen einfach sehr, sehr schnell merkt. Da geht es sogar nur durchlesen. Aber wenn man jetzt keine Passion für etwas hat, eine wirklich starke Passion, dann muss man irgendwie einen anderen Grund geben. Und der beste Grund sind Fehler. Weil das Gehirn hasst, Fehler zu machen. Es ist genauso wie, man kann es sich vorstellen, wenn man jetzt beim Gehen einen Fehler macht, dann fällt man hin und es tut richtig, richtig, richtig weh. Diesen Fehler wird man nicht nochmal machen. Wenn man zum Beispiel auf die heiße Herdplatte greift. Das tut extrem weh. Deswegen tut man es nicht mehr. Und deswegen hat das Gehirn einen Grund. Okay, das hat mir sehr weh getan. Das mache ich nicht nochmal. Das ist Lernen. Wenn dieser Grund nicht kommt, wenn man jetzt auf die heiße Herdplatte greifen würde und keinen Schmerz fühlen würde, dann lernt man nicht daraus. Dann wird man denken, okay, es ist okay, wenn ich jetzt auf die heiße Herdplatte drücke. Und genauso sollte man das Lernen in der Schule auch behandeln. Das Wichtigste ist eigentlich beim Lernen, dass man selber etwas übt, wirklich versucht, eine Aufgabe zu machen. Nicht irgendwas durchlesen oder so etwas, sondern genau die Aufgabe zu machen, die auch dann im Test kommt, in der Prüfung kommt. Also zum Beispiel in Deutsch ist es ein Textschreiben. In Mathe ist es eine Aufgabe rechnen. In Geschichte zum Beispiel ist es eine Frage detailliert zu beantworten. Dann hat man eben für jedes Fach einen gewissen Aufgabentyp. Den macht man dann erstmal selbst. Und dann muss man herausfinden, war das richtig? Und wenn es richtig war, yes, freut man sich drüber. Dann bleibt man auf diesem Level bei dieser Aufgabe. Wenn es aber falsch war, dann denkt das Gehirn, fuck, was ist hier passiert? Ich hasse das, weil Fehler fühlen sich nicht gut an. Fehler fühlen sich nicht gut an. Das Gehirn hasst Fehler und versucht, Fehler eigentlich so gut wie möglich zu vermeiden. Das heißt, wenn das Gehirn dann checkt, okay, ich habe das gemacht, zum Beispiel ich habe jetzt eine Aufgabe in Mathe zu Gleichungen gelöst, so habe ich es gemacht, das war falsch. Okay, ich muss jetzt irgendwas machen, damit ich es das nächste Mal nicht nochmal falsch mache, weil ich hasse dieses Gefühl des Fehlers. Und wenn man sich dann danach, nachdem man herausgefunden hat, dass es falsch ist, wenn man sich danach die richtige Lösung anschaut, dann klammert sich das Gehirn sozusagen dran, weil es denkt, hey, das ist meine einzige Chance, jetzt das nächste Mal mich nicht wieder kacke zu fühlen. Und so lernt man eigentlich, durch probieren, Feedback, und dann... Was kann ich besser tun? Ohne Fehler ist Lernen unmöglich. Wenn man keinen Fehler macht, bleibt man immer auf demselben Level, per Definition. Genauso wie im Gym, wenn man im Fitnessstudio, wenn man jetzt immer, sagen wir mal, man macht jetzt wieder Bizeps Curls, man macht für ein Jahr mit 5 Kilo Bizeps Curls, dann ist es biologisch unmöglich, dass man stärker wird. Sondern man muss erstmal etwas tun, was man noch nicht kann, zum Beispiel 7 Kilo. Am Anfang ist es richtig schwer, aber der Körper passt sich daran an, das zu lernen und zu lernen zu können. Und genau so ist das akademische Lernen auch in der Schule. Man muss Sachen tun, die ein bisschen über seinem jetzigen Level sind, und dann passt sich das Gehirn an und wird besser, weil es die Fehler das nächste Mal vermeiden möchte. Dann hebt man das Level wieder ein bisschen an, aber dann verbessert man sich wieder. Also Fehler machen auf der einen Seite ist ganz wichtig, und auch es nicht blöd zu finden, aber auch zu zeigen, dass man etwas noch nicht kann, oder noch nicht weiß. Stichwort Fragen stellen. Würdest du sagen, es gibt keine dummen Fragen, ist das korrekt? Oder wie siehst du das? Absolut, es gibt keine dummen Fragen. Also ich weiß, es gibt Lehrer, die einen dafür bestrafen, wenn man eine dumme Frage stellt, aber Fragen können gar nicht dumm sein. Und ich habe herausgefunden in der Schule, das war bei mir so, wenn ich etwas nicht weiß, ist ein Drittel der anderen auch nicht, sie trauen sich einfach nur nicht zu fragen. Also es ist meistens so. Deswegen muss man sich überhaupt keine Sorgen machen, dass man da dumm dasteht. Die meisten checken das dann auch nicht, wenn man selber etwas nicht versteht. Und was es wirklich fürs Lernen bringt, da ist wieder genau die Sache, wenn man etwas nicht versteht in der Schule, dann ist das Gehirn in diesem Modus, okay, ich brauche irgendwas, ich will mich an irgendwas festhalten. Und wenn man dann aber keine Frage stellt, dann hat das Gehirn nicht wirklich etwas, wo es sagen kann, okay, ich bin jetzt in diesem unangenehmen Modus von ich verstehe es nicht, ich komme dort aber nie mehr raus, weil ich nie irgendeine Information habe, um sozusagen dieses Loch zu füllen. Und dann sitzt man in der Stunde und nimmt gar nichts mit. Weil das Gehirn eben diese richtige Frage, diese richtige Information dann gar nicht hat. Das heißt, man lernt einfach gar nichts. Und das mache ich, das heißt, wie ich das auch jetzt noch an der Uni mache, es passiert extrem oft, dass ich etwas nicht verstehe. Vor allem in einer Neurowissenschaftsvorlesung. Das ist ultrakomplex. Und dann, wenn ich, sobald ich merke, okay, ich verstehe es nicht mehr 100 Prozent, da ist irgendwas, wo ich sage, ah, das ist irgendwie für mich nicht ganz logisch, zeige ich sofort auf und stelle die Frage. Weil dann kann man sozusagen das fehlende Glied in der Kette einsetzen und dann hat man wieder eine komplette Kette. Wenn in der Mitte ein Glied fehlt, dann eilt die Kette entweder oder sie bringt einem überhaupt nichts. Ich fasse jetzt einmal ein bisschen zusammen von dem, was ich so mitbekommen habe, von dem, was du mir bisher gesagt hast, weil ich das schon wahnsinnig spannend finde. Also jeder und jede hat Potenzial, überall in jedem Fach sehr gut zu sein. Das Problem ist, wir haben das falsche Lernsystem, das einfach für uns nicht passt, weil wir vielleicht glauben, okay, es muss einfach nur der Content da rein, aber es geht nicht nur um Content da rein, es geht darum, wie ist das, die Qualität der ganzen Geschichte, die Lernumgebung, wie ist meine körperliche Konstitution, wenn ich dieses Wissen in mich aufsaugen will, wie schaffe ich es dann auch im Kopf, wie kann ich das in mir speichern, sodass es tatsächlich gelernt wird und nicht nur immer wieder überflogen. Also all das sind Dinge, die dazu führen, dass ich das in mir speichern kann und vor allem die nicht verhindern sollen, dass ich Fehler mache, sondern die das vielleicht sogar erst ermöglichen, aber dafür, dass ich aus diesen Fehlern dann auch lerne, das umsetze durch Feedback und dann genau dadurch die Qualität des Gelernten erst verbessere, damit sie auch wirklich drinnen bleibt. Absolut. Absolut, unterschreibe ich 100 Prozent. Finde ich wahnsinnig spannend und welche Rolle habe ich denn da als Elternteil, weil das ist jetzt das, wo ich mir denke, wie kann ich mein Kind dabei gut unterstützen, wenn ich sage, okay, mach das so, mit bestem Beispiel vorangehen oder was ist die Geschichte? Also bestem Beispiel vorangehen musst du nicht unbedingt. Das ist genauso wie, wir vergleichen das mit einer Führungskraft, die muss jetzt nicht unbedingt alles machen, was die Untergebenen sozusagen machen, sondern muss einfach gut führen. Und was heißt das jetzt für Eltern im Lernen? Also wenn wir uns jetzt einmal die generelle Umgebung anschauen, muss es natürlich klare Regeln geben, vor allem für Handynutzung und Bildschirmzeitnutzung. Das ist klar, den Rahmen müssen die Eltern vorgeben. Am besten, das ist ein, das ist ein Bereich, wo die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen können. Zum Beispiel, wenn man sich, das empfehlen wir Eltern manchmal, dass sie einmal die Woche, dass man sich alle zusammen an einen Tisch setzt und man schaut sich von jedem die Handyzeit an. Aber auch von den Eltern. Dann hat das Kind nicht das Gefühl, hey, das ist jetzt etwas, das mich jetzt bestrafen soll, sondern dass es eine generelle Sache ist, die man einfach in der Familie macht. Das ist das Erste. Oder zum Beispiel auch, was man vor dem Schlafengehen macht. Wenn du, Bernhard, eine Routine hast, wo auch deine Tochter dich jeden Tag sieht, wie du diese Routine durchführst, wird das etwas, das in der Familie einfach so gemacht wird. Wenn sie jetzt eine halbe Stunde vor dem Bett, Handy weg, alles, und du liegst da und scrollst TikTok und sie sieht das, dann wird das alles untergraben, was du ihr mitgeben versuchst. Das ist natürlich klar. Wenn man sich die Umgebung anschaut, dann kann man schon sehr gut mit dem Beispiel vorangehen. Beim wirklichen Lernen ist der größte Faktor, dass man nicht mehr mit dem Kind lernt, sondern erstens nur einspringt, wenn das Kind eine Frage hat oder nicht weiterkommt. Weil Lernen passiert nur, ganz, ganz wichtig, das Lernen passiert nur, wenn man erstmal in diesen State kommt, erstmal in den Gefühlszustand von dem, ich checke es nicht. Ich checke es nicht, ich weiß nicht, wie es weitergeht. Wenn man da gar nicht reinkommt, dann lernt man auch gar nichts. Und hier muss das Kind erstmal eine gewisse Zeit verbringen, alleine mit dem Üben, damit es in diesen Zustand kommt. Und dann kann man zum Beispiel dem Elternteil helfen, die Lösung zu erklären. Wir zum Beispiel haben herausgefunden, dass es mit KI super geht. Also die KIs sind mittlerweile schon auf dem Level, dass sie bei Schulthemen eigentlich schon fast alles erklären können. Und auch bei Uni-Level. Also ich lerne nur mit KI. Das heißt, auch wenn man jetzt in Mathe schon ausgestiegen ist als Elternteil, das höre ich oft, mein Papa konnte mir auch nicht helfen bei Mathe, dann kann man einfach KI fragen zum Beispiel. Und natürlich etwas, das super, super, super funktioniert, ist Abfragen. Und ganz, ganz wichtig, mir hat einmal eine Mama gesagt, ja, meine Tochter kommt dann zu mir und will sich abfragen lassen, aber sie kann noch gar nichts. Was bringt denn das Abfragen? Und das ist genau das Gegenteil von dem, wie man effektiv lernt. Weil durch das Abfragen und Fehler machen beim Abfragen lernt man. Man lernt nicht durch durchlesen, durchlesen, durchlesen und dann nur am Ende abfragen. Sondern eigentlich umgekehrt. Eigentlich kann man direkt ab Tag 1 ohne irgendein Vorwissen direkt ins Abfragen starten, weil man dann die meisten Fehler macht, die meiste Zeit in diesem unangenehmen Gefühlszustand von ich checke es nicht verbringt und dadurch dann auch am meisten lernt. Also wenn man mit dem Kind lernen möchte, ist Abfragen mit Abstand die beste Methode. Also dann sehe ich mich jetzt weniger als der Aushilfslehrer, der Nachhilfelehrer, sondern eher als der Sparringpartner meines Kindes. Genau, genau, absolut. Was ist denn, weil wir müssen langsam zum Ende kommen, sonst ist meine Folge, ich versuche zu einigen darauf, 30 bis 45 Minuten. Was ist denn so der eine Tipp, den du selber gern gehabt hättest mit dem Wissen von heute? Also versetz dich zurück in die Zeit, als du in Mathe damals selbst in der Schule die Troubles gehabt hast. Was hättest du da gern gewusst? Boah, ultra simpel. Mathe ist das leichteste Fach zu üben. Also die Lernmethode für Mathe ist eigentlich fast die leichteste, die es gibt. Es ist ultra, ultra simpel in Mathe gut zu lernen. Generelle Prinzipien, egal in welchem Fach, einfach immer aktiv üben. Also genau null Zeit verschwenden mit Durchlesen, null Zeit verschwenden mit irgendwas Passivem, sondern direkt starten ins Geheimnis. Aktive üben, also schreiben, rechnen, Fragen beantworten. Ab Minute eins, egal wie viel Vorwissen man hat, vor allem, wenn man wenig Vorwissen hat, direkt starten. Dann, zweiter Faktor, der dazu führt, dass sich etwas ins Langzeitgedächtnis abspeichert, ist, über welchen Zeitraum man etwas übt. Also ganz, ganz klare Regel, etwas, das über kurzen Zeitraum gelernt wird, geht ins Kurzzeitgedächtnis. Etwas, das über langen Zeitraum gelernt wird, geht ins Langzeitgedächtnis. Deswegen, wenn man jetzt, sagen wir, für eine Prüfung lernt, dann kann man sich natürlich zwei Tage davor jeweils vier Stunden vorbereiten. Oder exakt die gleiche Lernzeit, aber man beginnt acht Tage vorher, macht jeden Tag eine Stunde. Das Coole ist dann nämlich, dann schläft man dazwischen. Das heißt, es wird wieder abgespeichert und am nächsten Tag ist man dann schon besser. Und dann schläft man wieder und man ist schon besser. Und das führt halt dazu, dass es echt ins Langzeitgedächtnis kommt, weil man eben dazwischen schläft und weil man sich den Stoff aufteilt und nicht so gestresst ist. Und das sind die zwei größten Faktoren, die wir auch unseren Schülern beibringen beim Lernen. Wie dein Lernsystem funktioniert, mehr Infos dazu, die verlinke ich euch sehr, sehr gerne in den Shownotes zur heutigen Folge zu Brain Boost Learning, eben die Methode, die du entwickelt hast mit vielen Fallbeispielen, mit vielen Möglichkeiten, sich da auch ein bisschen vertiefend hineinzulernen eigentlich auch in das Thema. Eine Sache, die du jedenfalls sagst, das ist keine gute Idee, auch wenn vielleicht manche Musikwissenschaftler sagen, das wäre gut, aber Musik beim Lernen ist kein gutes Thema, kann auch zu Ablenkung führen. Trotzdem eine musikalische Frage am Ende der Folge, auch wenn du selbst kein Papa bist, würde ich dich bitten, dass du mir einen Beitrag zu meiner Playlist des Grauens hinzufügst, was denn der Song ist, den du nicht mehr hören kannst. Genau, also wir haben, wir haben, ich habe ja noch keine Kinder, aber wir haben, mein Bruder und ich, immer einen Song gehört, als wir klein waren, von Dean Martin, That's Amore, heißt der. Den haben wir wirklich so oft gehört, dass unsere Eltern schon so sind, wenn wir den anmachen, so nein, nein, nein, bitte nicht. Also das ist sozusagen der Song des Grauens unserer Eltern. Den nehme ich gerne hier mit hinein, That's Amore, obwohl es ja eigentlich ein sehr cooler Song ist, aber ich glaube jeder Song, den man einfach zu oft hört, der hat ausgespielt und somit kann das nicht funktionieren. Lennart, ich sage dir vielen Dank und wünsche dir alles Gute nach Pittsburgh für den Rest deines Übersee-Semesters und allen anderen hoffentlich die Möglichkeit, aus dem eben Gehörten was Praktisches für die nächste Lernsession mit dem Nachwuchs mitzunehmen. Danke dir, Lennart. Sehr gerne, vielen Dank, Bernhard. Papa Mia! Meine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Bernhard Vosicky

Host

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