„Keiner redet über Papas!“ – mit Christoph Holly

Episode 110
39:27

2fach Papa, Multiunternehmer und Speaker Christoph Holly spricht aus, was viele denken, aber kaum jemand sagt:

Nach der Geburt redet jeder über die Mama – fast niemand über den Papa.

Wir sprechen über fehlende Vorbereitung aufs Vatersein, das harte erste Baby-Jahr und den Spagat zwischen Ernährerrolle und Präsenz.

Eine ehrliche Folge über Vaterschaft jenseits von Instagram-Idylle.

Kapitel:

  • (00:00) – Intro: „Über Papas redet keiner“
  • (08:30) – Vaterrolle hab‘ ich keine vorgelebt bekommen
  • (17:01) – Ernährer sein und präsent sein: warum bei Papas alles dazukommt
  • (21:05) – Keine Schule fürs Vatersein: Learning by doing, ohne Anleitung
  • (29:17) – Zwei Kinder, ein Papa: der emotionale Spagat im Alltag
  • (36:00) – Zurück-in-die-Zukunft: der eine Rat an werdende Papas

Weiterführende Links:

Website Christoph Holly – https://www.christoph-holly.com/

Projekt „Fans führen“ – https://www.christophholly.at/

Hollystic – https://www.hollystic.at/

Christoph auf Linkedin

Website „Papa Mia!?“ – ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠www.papamia.at⁠⁠⁠⁠⁠⁠

„Papa Mia!?“ – Youtube Channel ⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.youtube.com/watch?v=vlczJi3MlqA&list=PLBsmCGWpasWcYdyEE3Pcl_aOATzJ9La-K&pp=gAQB⁠⁠⁠⁠⁠⁠

Die „Papa Mia!?“ Playlist des Grauens – ⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://open.spotify.com/playlist/7HIWtMrisEMEW8GxEbFwnD?si=1e7b8f1e464e44ec⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

„Papa Mia!?“ auf Instagram – ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.instagram.com/papamiapodcast/⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

„Papa Mia!?“ auf TikTok – ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.tiktok.com/@papamia.at⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠

„Papa Mia!?“ auf Facebook – ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠https://www.facebook.com/papamiapodcast/⁠⁠

Transkript:

Christoph Holly: [0:00] Wir wissen, dass es keine leichte Zeit ist für die Frau und auch nicht für den Mann. Nur es redet halt keiner über den Mann. Sondern es geht immer über Babyblues und Stildemenz und was auch immer, dass die Frau einen riesen Part trägt, da brauchen wir nicht diskutieren. Aber dass wir auch da mittendrin sind und gewisse Dinge kompensieren müssen, das wird einfach angenommen. Das ist so selbstverständlich. Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard Vosicky: [0:31] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Willkommen zur nächsten Folge Papa Mia. Diesmal mit einem sehr, sehr lieben Speaker-Kollegen von mir, den ich erst kürzlich bei der Weihnachtsfeier der German Speakers Association, unserer gemeinsamen Berufsvertretung der Berufsredner, um die ganze Zeit runterzubrechen, auf dem deutschsprachigen Raum. In Salzburg haben wir uns da in Anif bei einer Weihnachtsfeier endlich einmal ein bisschen länger unterhalten. Christoph Holli, schön, dass du da bist. Christoph Holly: [1:04] Vielen Dank für die Einladung. Bernhard Vosicky: [1:05] Das, was ihr hier seht, also ist mein Wohnzimmer, aber mitgebracht hat der Christoph Ayazal. Das ist fantastisch, das muss ich wirklich sagen, das ist nicht selbstverständlich. Und, und das schätze ich wirklich, also wahrscheinlich meine Kinder besonders, es gibt kleine Geschenke, die du den Kids mitgebracht hast, meiner Elfjährigen und meiner bald Fünfjährigen. Du bist selber Zweifach-Papper, das ist eigentlich der Hauptgrund, warum du da bist. Christoph Holly: [1:27] Genau. Bernhard Vosicky: [1:29] Du bist aber Speaker, du bist Trainer, du bist, du nennst dich selbst, Walddenker. Finde ich ganz spannend. Du bist aus Kämmerthen an der Krems. Christoph Holly: [1:39] Genau, also zumindest ist da der Firmenstandort. Offiziell lebe ich in Willering, aber der Firmenstandort ist in Kämmerthen an der Krems und in Neuhofen, weil ich ja auch drei Unternehmen habe. Bernhard Vosicky: [1:50] Wohl kann zeigen, das wäre das nächste gewesen. Multi-Unternehmer. Christoph Holly: [1:53] Das hört sich immer so hoch trabend an, das ist aber nett. Bernhard Vosicky: [1:56] Aber sehr unterschiedliche Branchen. Auf der einen Seite Textilbranche, das heißt das Innenleben dieser Tiere, die man auch in den Kuhle legen kann, damit sie warm werden und das Bauch hier wärmen. Das kommt von euch. Christoph Holly: [2:06] Kommt von uns, direkt aus Österreich. Bernhard Vosicky: [2:07] Sehr, sehr coole Geschichte. Aber weswegen du da bist, ist ein bisschen die Kombination aus all dem, weil das hat mir sehr gut gefallen. Wir haben uns bei dieser Weihnachtsfeier nicht komplett sinnlos betrunken, sondern wir haben über Familie geredet. Christoph Holly: [2:20] Wir hätten es versucht, aber wir sind am Schluss zur Familie gekommen. Bernhard Vosicky: [2:23] Ja, richtig, richtig. Christoph Holly: [2:24] Haben wir Hemmungen gehabt. Bernhard Vosicky: [2:25] Viele trinken dann erst danach. Christoph Holly: [2:26] Genau. Bernhard Vosicky: [2:27] Wir haben das gar nicht gemacht, aber mir gefällt das extrem gut. Ich habe gemerkt, das haut hin und freue mich, dass wir es jetzt geschafft haben, weil du vor allem auch persönlich da bist. Das schätze ich immer sehr, weil Remote ist schön, ist gut, aber persönlich? Christoph Holly: [2:39] Mir ist persönlich immer lieber, ganz egal, ob ich mit meinen Mitarbeitern spreche oder sonst was, sondern ich will immer den Menschen gegenüber auch sehen und fühlen in einer gewissen Weise. Also ich betatsche dich jetzt nicht. Bernhard Vosicky: [2:51] Wir haben einen gewissen Abschreit zwischen uns gesetzt. Christoph Holly: [2:54] Also das ist mir einfach wichtig, weil man das ganz anders dann mitbekommt. Bernhard Vosicky: [2:58] Und das finde ich gut, dieses anders mitbekommen. Ich habe dir in unserem Gespräch gemerkt, du hast irgendwie, was Vaterschaft angeht, ein bisschen ähnliche Vibes im Kopf wie ich. Vielleicht kurz zu der Situation. Was bist du für Jahrgang? Christoph Holly: [3:10] 91. Bernhard Vosicky: [3:11] 91. Christoph Holly: [3:12] Ich kann sogar nicht schreiben. Bernhard Vosicky: [3:13] Acht Jahre jünger als ich. Wahnsinnig. Hast zwei Kinder, großes Mädel, Christoph Holly: [3:18] Kleiner Bursch. Genau. Die Valentina ist jetzt sechs, die ist gerade in die Schule gekommen und da Konstantin ist jetzt sieben Monate. Das heißt, da sind die neuen Herausforderungen. wieder voll am Start. Bernhard Vosicky: [3:29] Wie war das? Weil der Altersabstand, 6 und, also sagen wir so ein bisschen etwas mehr als 5 Jahre, die ihr Abstand habt, das ist schon, das kenne ich von meinen, weil wie gesagt 11 und 5, das ist auch ungefähr so in die Richtung, Ist schon heftig, oder? Wie war das für dich? So quasi back to the root, weil du hast, die Windeln waren nicht mehr im Haus, der Schnuller war schon wieder weg und dann kommt jetzt alles wieder? Christoph Holly: [3:50] Ja, es hat mich einerseits immer wieder ein bisschen verfolgt, sage ich jetzt mal, wenn meine Frau alles hortet. Bernhard Vosicky: [3:55] Also ich habe eigentlich nie was weggekommen. Christoph Holly: [3:56] Die Wickelkommode, die ist gefühlt zwar im Keller gestanden, aber jedes Mal, wenn ich das Kellerabteil betreten habe, habe ich es wieder gesehen und habe gesagt, ah ja, Kinderwagen ist auch im Kinderwagenraum gestanden und irgendwann habe ich gesagt, könnte man den doch einmal verkaufen. Nein, warum jetzt? Wir können ja doch fürs Zweite nehmen. Und irgendwie hat sich das dann so entwickelt. Wir haben dann verkauft und ich glaube ein Dreivierteljahr später ist dann die Verkündung gekommen. Ja, dann haben wir halt wieder investieren müssen. Bernhard Vosicky: [4:25] Aber der Kleider wird euch irgendwann danken, weil das ist ein bisschen so das Los der Zweitgeborenen. Die müssen immer das Euge von den Großen haben. Christoph Holly: [4:32] Voll. Und ich bin da so voll das Gegenteil. Ich sage, hey, der braucht was Eigenes. Meine Frau, das können wir doch nur verwenden. und sagen, ja, können wir, müssen wir aber nicht. Und das ist, was ich halt schön finde, einfach wenn er auch neu von den Spielsachen, okay, da scheiden sich die Geister, da kann man sicherlich Sachen doppelt verwenden, weil irgendwie sind wir, wie heißen die neuen Spiele, früher hat es Toys R Us geheißen, jetzt hast du anders Smith Toys. Genau, wir könnten denen sicherlich Konkurrenz mittlerweile. Bernhard Vosicky: [5:03] Es ist viel da, aber ich meine, du sitzt bei mir im Wohnzimmer, angeblich ist das das Wohnzimmer, ich würde eher sagen, es ist ein Kinderzimmer, Christoph Holly: [5:09] Das ist doch schön. Bernhard Vosicky: [5:09] Aber es lebt. Christoph Holly: [5:11] Also ich glaube, wenn man Vater ist oder wenn man Familie hat, dann ist es so. Bernhard Vosicky: [5:14] Ja, und wenn du irgendwo auf Lego steigst, dann nicht böse sein. Du kennst das aus eigener Art. Christoph Holly: [5:19] Ich kenne es, ja. Ein kurzer Jahr 18, dann geht es weiter. Bernhard Vosicky: [5:22] Einer der schlimmsten Schmerzerfahrungen, die man haben kann als Elternteil. Aber jetzt sagst du es schon, das ist das Los der Geschwister der Kleine. Bist du selber mit Geschwistern aufgewachsen? Christoph Holly: [5:32] Ich war lange Zeit ein Einzelkind. Ja, meine Mutter wollte immer eine Fußballmannschaft, meine Großmutter hat zwölf Kinder gehabt mit Landwirtschaft und Wirtshaus etc. Und das wollte irgendwie meine Mutter auch immer haben. Es hat nicht gelungen, warum auch immer. Und habe eine Stiefschwester. Ich nenne es eigentlich nicht Stiefschwester, sie ist eigentlich meine Schwester, aber korrekt genommen Halbschwester. Halbschwester ist es. Bernhard Vosicky: [6:02] Also einfach nicht dieselben Eltern. Christoph Holly: [6:03] Genau, genau. Selbe Mutter, nicht denselben Vater, aber sie ist meine Schwester und wir sind zwölf Jahre auseinander. Okay. Und jetzt habe ich natürlich in meiner Jugend, in meiner Pubertät, habe ich eigentlich so das Baby mitbekommen. Also ein kleines Kind, meine Mutter hat sich um alles gekümmert und ja, aber ab und zu hat es doch geheißen, du kannst du doch einmal drauf schauen. Das war immer sehr spannend. Die beste Episode war dann, wo die Windel voll war und ich dann gesagt habe, das ist nett. Es war Sommer und ich habe es dann einfach rausgestört. Bernhard Vosicky: [6:38] Das Kind oder die Windel? Christoph Holly: [6:39] Das Kind. Ich habe meine Mutter angerufen, die war kurz, ich glaube, einkaufen, hat nur was geholt und in dem Moment ist halt die Windel voll geworden. Dann habe ich gesagt, okay, Mama, sorry, das stinkt pestialisch. Da kann man sich vorstellen, wie alt ich da war. Und dann habe ich gesagt, ich stelle das Kind raus, ich beobachte das Kind, aber das war es. Also das waren so meine ersten Züge, dass ich einmal auf kleinere Kinder aufpasse. Mittlerweile ist sie meine große Schwester, gleich groß wie ich, bummelt in der Welt herum, studiert ihr Leben, was auch immer und sucht sich, glaube ich, selber gerade noch. Bernhard Vosicky: [7:16] Und die eigenen Kinder stellst du auch nicht raus? Christoph Holly: [7:18] Nein, nein. Also das war meine Lehre oder zumindest war es ein Lehrprozess. Mittlerweile schaffe ich das. Bernhard Vosicky: [7:27] Jetzt hast du gesagt, deine Mama hat sich am alles gekümmert. Wie war die Vaterrolle, die du mitbekommen hast? Christoph Holly: [7:32] Wenig. Eigentlich sehr wenig. Also in meiner Kindheit hat eigentlich meine Mutter das Ganze geschopft, dominiert. Und mein Vater war anwesend, aber war jetzt nicht so die Leitfigur. Bernhard Vosicky: [7:47] War das ausgemacht? Christoph Holly: [7:49] Das hat eine beziehungstechnische Thematik, glaube ich, gegeben. Oder zumindest war es so, mit einer gewissen Trennung hast du natürlich nicht 100% von jedem und dann lebst du bei der Mutter und genau. So hat sich das entwickelt. Ich habe aber meinen Stiefvater, der im Endeffekt ist ja mein zweiter Vater, ich bin mit zwei Väter aufgewachsen, aber auch hier war es relativ zurückhaltend. Also meine Mutter hat das wirklich für meine Verhältnisse bravourös gemeistert, alleine und alleine. Chapeau, genau. Bernhard Vosicky: [8:21] Das heißt eigentlich, in Sachen Vorbild, Christoph Holly: [8:24] Positives Vorbild? Vorbild, positives Vorbild, wenig. Also das, was ich schon mitgekriegt habe, ist einfach diese Ruhe, diese Ruhe zu bewahren. Das habe ich von meinem Vater auf alle Fälle. Meine Mutter ist eher ein bisschen hektischer und schaut, dass da was weitergeht und dass sie alle entwickeln können. Aber diese richtige Vaterrolle, würde ich nicht sagen, dass ich die vorgelebt bekommen habe. Bernhard Vosicky: [8:49] Hast du aber offenbar eine Vorstellung, wie du es machen möchtest? Christoph Holly: [8:52] Ja. Bernhard Vosicky: [8:54] Wie ist das? Hat das ein bisschen was zu tun mit dem? Ich glaube, du erzählst eben, deswegen wollte ich auf diesen Begriff des Walddenkers ansprechen. Also du bist jemand, der sehr gerne auch draußen ist, der sagt, jeden Tag gehe ich in den Wald, ich hole mir die Energie von dort. Das ist auch wichtig. Christoph Holly: [9:08] Also wir haben auch unser Bürogebäude dort hingebaut, weil mir das so wichtig ist. Wir leben jetzt auch am Rand des Waldes anhand der Donau, Willering ist ja direkt an der Donau. Also die Natur ist mir und uns extrem wichtig, weil wir Menschen sind einfach ein Teil der Natur und das vergessen viel. Und darum sage ich, Walddenker, ich leite sehr viele Business-Sachen aus der Natur ab, aber auch psychische Sachen. Ich arbeite auch sehr viel mit psychisch erkrankten Menschen, die ich halt begleite einfach und da lernst du so viel, was ist wirklich wesentlich in unserem Leben und mit Kindern nur dazu, also da kommst du ja wirklich dann am Boden der Realität wieder, wo du sagst, okay, die müssen sich entwickeln und du musst denen die Chance geben und es geht halt nicht immer bergauf. Ein Baum verliert auch einmal Blätter und wenn du eine kleine Pflanze im Garten setzt, dann musst du die gießen, dann musst du die betreuen und darfst sie nicht mit irgendwelchen Reisig oder sonst was komplett einpappen, weil dann wird sie sich nicht entwickeln können und das nehme ich auch für die Kinder ein bisschen her. Bernhard Vosicky: [10:16] Ist das der Rahmen, den ein Vater geben muss? Christoph Holly: [10:21] Die Frage ist, was muss man und was will man? Also ich glaube einfach, zumindest ist das meine Sache daran, dass ich sage, ich möchte meinen Kindern viel ermöglichen, dass sie sich viel ansehen können. Ich bin aber nicht der Buffer für ihnen. Also ich bin jetzt nicht so die Wrappingfolie, die wir rumwickeln, damit sie sie nirgends anhauen können, sondern sie dürfen sie auch einmal verletzen, egal ob das jetzt psychisch, physisch, was auch immer ist. sondern sie müssen einfach das lernen. Also ich sage immer so, Möglichmacher. Ich mache es möglich, ich gebe ihnen einen gewissen Schutzmantel. Ich sage immer, die Leitplanken der Autobahn, da habe ich auch drei, vier Spuren in der Regel, in die kann ich mich bewegen, nur wenn die Leitplanke kommt, okay, dann ist die Leitplanke da und die schaut, dass wir halt nicht rausfallen. Und so sehe ich mich und diese Freiheiten haben auch die Kinder. Also auf alle Fälle die Große, der Kleine ist noch zu klein, der ist nur ein bisschen faul, der liegt nur ein bisschen rum da. Aber das ist, glaube ich, für mich extrem wichtig. Das ist nicht Einschränke, weil es gibt einfach so viele Jugendliche, Kinder, die schon psychische, Belastungen haben, die es nicht mehr wegkriegen. Bernhard Vosicky: [11:36] Ich glaube, dass das eine total schwierige Gratwanderung ist. Ich vergleiche das immer ganz gern mit dem, nehmen wir jetzt Rollerskaten, Skateboard fahren. Ich möchte meine Tochter ermöglichen, Skateboard zu fahren. Jetzt hat sie gerade gekriegt, so Rollschuhe, Schuhe, wo man sich die Rollen so rausklappen kann. Richtig geil. Hätte ich uhrgegangen. Christoph Holly: [11:55] Das hat es bei uns nicht gegeben. Bernhard Vosicky: [11:56] Aber ich weiß, ziemlich sicher wird sich die wehtun. Und jetzt müssen wir kämpfen, wie wir das tun, weil das Ding hat sie natürlich, Christoph Holly: [12:06] Damit sie cool ist. Bernhard Vosicky: [12:07] Weil die Coolness, Unterstufe, extrem, extrem wichtig. Gleichzeitig möchte ich sie schützen vor Verletzungen. Ich weiß, aber ich werde sie nicht 100% schützen können und ich werde ihr auch nicht antun dürfen, dass sie diese Dinge nur anziehen darf, wenn sie mit vollen Protektoren unterwegs ist, Warnweste und Helm. Aber irgendwo ein Mittelding muss sein. Also das heißt eben diese Gratwanderung zwischen der Freiheit der Kompletten auf der einen Seite und wenn dieser Wert aber ins Übermaß geht, ist es ja irgendwie Chaos. Und klar, es ist sauschwer. Christoph Holly: [12:39] Ja, das war ganz lustig, wie die Große angefangen hat mit dem Fahrradfahren. Dann hat der Opa ihr Knieschützer gebraucht, Ellbogenschützer, alles Mögliche. Und dann bin ich so da gestanden und habe gesagt, nein. Danke, sehr lieb, nein. Wir werden das auch so. Helm, natürlich, Handschuhe, ja, weil das kennt man, wenn man Motorrad fährt, das ist gefährlich, wenn man stürzt und die Kieselsteine drin hat, aber ansonsten, ja, wie du sagst, eine Gratwanderung ist es. Bernhard Vosicky: [13:11] Jetzt freiheit für die kinder möglichkeiten wie schaut es mit freiheit für dich als als erwachsener aus jetzt sagst du dein vater war anwesend wie wie ist das mit aber anwesend aber quasi jetzt kein wird man jetzt keine aktive vaterfigur oder ich glaube ich genau korrigiere nicht weil ich es falsch zu dir aber wie bist du wie gehst du das anders an wie schaffst du es da diese Gratwanderung zu gehen, dass du präsenter Papa bist, aber eben mehr Vaterfigur. Weil so wie ich dich einschätze, so wie wir gesprochen haben, so wie ich jetzt auch in unserem Gespräch mitkriege, ist dir das wichtig? Christoph Holly: [13:44] Ja, es ist mir extrem wichtig. Natürlich ist es auch da diese Thematik als Unternehmer, oder egal, ob du in welchem Beruf du auch immer tätig bist, ist es die Gratwanderung. Einerseits muss Brötchen verdienen, andererseits muss für die Familie da sein. Und genau da sind wir auch wieder auf dieser Gratwanderung, aber es gibt einfach Zeiten, zum Beispiel jetzt gehen wir Eislaufen, Eislaufkurs und so. Also meine Frau hat uns angemeldet für den Eislaufkurs. Die Valentina liebt unter Anführungszeichen Eislaufen, ich liebe unter Anführungszeichen Eislaufen, aber wir sind angemeldet, das ist sehr cool. Alle anderen haben sich riesig gefreut und wir sind so dagestanden, haben sich gedacht, Danke Mama, wir dürfen was Neues lernen, wir müssen uns motivieren und die Zeit muss man sich einfach nehmen dann. Das ist Gott sei Dank, sage ich mal, Freitagnachmittag, aber auch hier bin ich normal länger im Büro, aber aus, fertig. Da sind die Kids da, es wäre gelogen, wenn ich 40 Stunden in der Woche für die Kinder da bin. Ist nicht so. Also was die ganze Versorgung etc. Angeht, ist das meine Frau, ganz klar. Bernhard Vosicky: [14:55] Und da auch die Frage, weil ich bei deinen Eltern schon gefragt habe, das ist ausgemacht. Christoph Holly: [15:02] Das hat sich entwickelt. Also meine Frau hat gesagt, du kannst doch einmal, du hast ja glaube ich einen Papamonat. Bernhard Vosicky: [15:09] Also ich war bei beiden Kindern in Karenz. Ja, oder in Karenz. Unterschiedlich lang. Christoph Holly: [15:15] Das hätte man angedacht. Habe ich gesagt, aber ich kann mir das nicht vorstellen. Ich kann mir das nicht vorstellen, weil wir halt einen gewissen Standard haben und den halt finanzieren müssen. Und als Selbstständiger gibt es das oder hat es zumindest das damals nicht gegeben bei mir. Und ich bin ja nicht angestellt. Ich bin ja seit meinem 18. Lebensjahr selbstständig. Somit kriege ich vom Vaterstaat nichts. Von der SVS. Oder SVS. Und das war eigentlich der Knackpunkt. Also wenn ich jetzt wahrscheinlich in einem Angestelltenverhältnis gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich gemacht. Bernhard Vosicky: [15:49] Also geht es um Möglichkeiten auch hier. Christoph Holly: [15:52] Es wird einem einfach die Möglichkeit gar nicht gegeben, zumindest als Selbstständiger, dass du das machen kannst. Bernhard Vosicky: [15:59] Verstehe ich, bin nicht ganz bei dir. Es ist immer eine Frage von Geld, die unterschiedlichen Kindergeldmethoden oder die Modelle, die es gibt, das Wort habe ich gesucht, die sind ja auch immer abhängig von Lebensphasen, aber im Endeffekt das einkommensabhängige Kindergeld, dieses was glaube ich mit 2.000 Euro im Monat gedeckelt ist, das ist viel Geld. Aber auf der anderen Seite, wenn du mehr gewohnt bist als Standard, tut das auch weh. Und dann ist halt immer die Frage, wie geht sich das aus, wie machen wir das? Wenn man es ausrätet, ist es einmal gut, wenn man sich dann auf etwas einigt. Kompromiss heißt ja meistens, dass beide nicht wirklich zufrieden sind. Christoph Holly: [16:33] Ja, das ist meistens so. Bernhard Vosicky: [16:34] Ja, ist ja eher so die Geschichte. Dann ist die Sache blöd, ist nur, wenn einer unzufrieden ist mit der Geschichte. Natürlich, gibt es Reibereien in einer Partnerschaft? Das ist ganz normal. Christoph Holly: [16:45] Also ich glaube, eine Partnerschaft, das ist einerseits ein wichtiger Teil, Weil ansonsten wird es langweilig, wenn jeder gleich tickt, wenn es keine Reibereien gibt, dann lebt man nebeneinander und das war's. Und so kann man sich halt auch aussprechen. Bernhard Vosicky: [17:01] Hast du das Gefühl, dass genau dieses Spannungsfeld ein bisschen eine Herausforderung ist für Papas, die sich jetzt nicht in diesem alten Rollenmodell zurücklehnen wollen, sondern das vielleicht ein bisschen anders angehen? Was spreche ich an? Ich glaube, dass uns Frauen sehr viel voraus haben, weil sie die letzten Jahrzehnte unter Leidensdruck Dinge bewirkt haben, die heute anders sind als noch vor 30 Jahren. Das ist gut so, es ist viel zu tun, aber es ist ein Schritt. Bei Männern habe ich das Gefühl, dass Dinge ausschließlich dazukommen. Wenn du jetzt diese moderne Art und Weise, Denkweise hast, nämlich du bist nach wie vor gesellschaftlich der Ernährer. Du hast das ja gesagt mit Brötchen. Und gleichzeitig kommt aber dann noch das hinzu, dass du ja eigentlich möchtest auch noch da sein. Also eigentlich kommt nur was hinzu. Da haben wir was aufzuholen. Christoph Holly: [17:54] Ja, auf alle Fälle. Also bei mir hat das angefangen eben mit dem ersten Kind. Meine Frau hat gesagt, du bist um 18 Uhr zu Hause. Dann waren Diskussionen, waren wirklich Diskussionen. Dann bin ich so taggerissen und habe gesagt, wie stellst du dir das vor? Also vor 18 Uhr bin ich nie nach Hause gekommen. Dann habe ich mir gedacht, okay, du willst das Kind sehen, du musst früher nach Hause kommen, wie bringst du das alles unter mit dem Job? Na gut, die Stunden, die ich nach hinten gesetzt habe, habe ich jetzt nach vorne gesetzt. Das heißt, mein Tag startet um 5 Uhr, 5, halb 6, je nachdem, bin ich im Büro und starte durch. Genieße ich. Hinten auch, muss ich ganz ehrlich sagen, es war gut, dass sie so draufgeblieben ist, weil sonst hätte ich es wahrscheinlich anders gemacht und hätte von meiner Tochter nichts mitbekommen. Und das ist halt auch ein Wandel, den ich machen habe dürfen und für das bin ich extrem dankbar, dass sie da so hartnäckig war, weil sonst wäre es anders jetzt. Bernhard Vosicky: [18:52] Was hat denn das Papa sein sonst noch mit dir gemacht? Christoph Holly: [18:55] Also ich habe mir immer früher gedacht, wenn Freunde, die schon Kinder gehabt haben, gesagt haben, ja, das ist wunderschön und super und klasse, also ich habe eine große Familie und dann habe ich mir immer gedacht, ey, nice to have, kann ich mir nicht vorstellen, kann ich nicht fühlen, was du fühlst. Christoph Holly: [19:14] Diese endlose Liebe zu seinem Kind, habe ich mir gedacht, ob ich sowas kriege. Ich muss ehrlich sagen, ja, ich habe es, ich habe es und mit jedem, mein bester Freund sagt, du hast mir das gesagt, weil er ist nach mir Vater geworden, er hat auch gedacht, irgendwas läuft bei dir schief, aber mittlerweile weiß ich, es passt wieder, es kommt einfach, wenn das Kind auf die Welt kommt. Und das ist genau, wo ich sage, ja, es tut sich was. Es hat sich was entwickelt und ich muss aber auch sagen, ich habe in den, Konstantin ist jetzt sieben Monate und ich habe in den ersten Jahren, Wochen, Monaten eigentlich nicht so diese Liebe gehabt. Also schon Liebe da, aber halt jetzt nicht so die Endlose, wo ich sage, wow, mega cool, alles super. Ich weiß nicht warum, es redet auch kaum wer über dieses Thema. Ja, ich liebe meinen Sohn und alles gut und ich kann was damit anfangen. Ich habe zum Beispiel, ich kann mit einem kleinen Baby, so klar, wenn sie nur schreien, also mit sieben Monaten schreit er noch immer, aber jetzt kommt halt schon eine Reaktion zurück. Jetzt passiert schon was, wenn ich einen Anlauch oder wenn ich einen Spaß mache, dann grinst du. Also es kommt was zurück. Und davor die Zeit ist für mich verdammt hart gewesen von beiden Kindern. Bernhard Vosicky: [20:36] Ich glaube, da ticken wir ähnlich. Ich sage auch immer, ich habe so zwei, drei, vier Monate gebraucht, bis ich so dieses Vatergefühl, also bis ich auch akzeptiert habe, dass mich jemand Vater nennt. Du bist der Vater von diesen Kindern oder von diesem Kind. Das ist schon, weil das ist was, also für mich hat ein Papa eine ganz eine gewichtige Position und Funktion. Dass ich das bin, der Job, der am Abend mit einer Freundin Abendessen geht. Christoph Holly: [21:05] Es war für mich am Anfang auch so, und ich denke mir jetzt immer wieder noch, du bist Vater von zwei Kindern. Was hast du da eigentlich für eine Aufgabe? Es bereitet dich kein Mensch vor auf das, sondern du bist es einfach dann. Das ist das Thema haben wir immer bei Führungskräften auch immer. Eigentlich gibt es keine Schule für Führungskräfte. Es gibt eigentlich auch keine Schule für Väter, Mütter, was auch immer. Frauen haben vielleicht nur die Hebamme, die ein bisschen das Ganze begleitet. Aber wir Männer haben so gut wie keinen. Jetzt kannst du sagen, du kannst dich auf deinen Vater, auf Bekannte zurückrufen. Aber ansonsten ist das, finde ich, ja... Sehr erstaunlich gewesen, oder nur immer, also ich habe jetzt gerade wieder vor Weihnachten, da bin ich irgendwie so ein bisschen besinnlich und reflektiere alles, wo ich mir gedacht habe, ja, eigentlich unfassbar, dass du jetzt Vater von zwei Kindern bist, obwohl du ja gar nichts kannst. Also, so, weißt du? Bernhard Vosicky: [22:02] Ich sage immer, das ist natürlich von der Natur her der große Vorteil, dass diese Kinder permanent auch so gebaut sind, so konstruiert sind, dass sie auch Eltern aushalten, die keine Ahnung haben. Christoph Holly: [22:13] Ja, das ist ziemlich sicher. Bernhard Vosicky: [22:15] Ja, genau. Also das ist schon so konstruiert. Christoph Holly: [22:17] Die Evolution hat sich da schon. Bernhard Vosicky: [22:18] Ja, hat sich schon was überlegt, dass man die recht robust konstruiert, diese kleinen Menschen. Trotzdem, und das ist halt etwas, was wahrscheinlich eine Aufgabe jetzt auch für uns Papas ist, ich unterscheide da bewusst zwischen Vater und Papa. Ich finde, das ist ein Unterschied. Vater bist am Papier jedenfalls. Wenn du nur ein Kind, du fragst, Papa ist für mich die aktive Form. Christoph Holly: [22:36] Die aktive Rolle. Ja, genau. Bernhard Vosicky: [22:38] Wobei ich immer auch da, wenn ich aktiv vorsichtig bin, weil niemand sagt, das ist eine aktive Mutter. Wenn es eine aktive Mutter ist, macht die Sport. Christoph Holly: [22:44] Ja, das stimmt. Oder? Bernhard Vosicky: [22:45] Aber genauso wie wir brauchen, wenn du sagst, starke Frauen, dann sind das eher willensstark und durchsetzungsstark. Ein starker Mann ist Arnold Schwarzenegger. Genau. Christoph Holly: [22:56] Ja, da sind komplett konträre Sachen, kommen da teilweise raus. Oder lustig. Bernhard Vosicky: [23:01] Aber jetzt hätte man dir eigentlich, ich zähle jetzt einmal zusammen, was so die Grundvoraussetzungen sind. Ein Mensch, der am Land lebt, handwerklicher Betrieb, kommt aus einem eher traditionellen Bereich, im Sinn von Vaterrolle, also der Vater war da, ob es jetzt der Papa war, das musst du mir dann erzählen, aber Hätte man euch sagen können, du machst das auch so weiter. Christoph Holly: [23:24] Warum nicht? Weil ich mich halt schon ewig mit Menschen beschäftige. Und wenn du dich selber mit dir beschäftigst, da fängt es ja mal an, dann weißt du, okay, es sind einfach ein paar Sachen nicht so gelaufen, wie es das du halt für dein Kind wünschst. Und ich möchte nicht meine Kinder irgendwann sehen, dass die in einer Psychiatrie oder sonst was landen. Also bin ich auch nicht. Und wenn wer ist, ist es nicht schlimm, weil dann ist der erste Schritt, dass er sich Hilfe holt und dass er Unterstützung kriegt, dass er da wieder rauskommt. Aber dort, wo sich unsere Menschheit und die Bevölkerung hinentwickelt, habe ich Angst mit diesem ganzen Druck etc. Und das möchte ich eigentlich meinen Kindern ersparen. Und darum habe ich gesagt, okay, weg von der alten Denkweise, sondern du musst auch da sein. Ich erkläre meiner Tochter, was arbeite ich, wie läuft das, die interessiert das. Also mich hätte mit sechs Jahren sowas noch nicht interessiert. Also da habe ich mal gewusst, was hat mein Vater gemacht oder meine Mutter. Aber das war es. Also die hinterfragt Sachen, wo ich mir immer denke, wieso? Von wo kommt das? Ist man teilweise schleierhaft, aber... Bernhard Vosicky: [24:34] Jetzt hast du schon gesagt, das ist bei euch natürlich wie in keiner Partnerschaft ohne Reibungspunkte. Das ist auch völlig klar. Unternehmer, Papa, ich weiß nicht, wie deine Frau, wenn der Kleine sieben Monate ist, wird momentan wahrscheinlich nicht erwerbstätig sein. Keine Ahnung. Aber wie schupft ihr den Alltag? Christoph Holly: [24:59] Heute sind wir gemeinsam aufgestanden also wenn ich wenn ich zu hause bin bin ich natürlich ein aktiver teil davon aber am anderen ende schuft meine frau eigentlich dort den großteil also von stunden technisch brauchen diskutieren geht sie nicht aus die kümmert sich und die lebt richtig auf in dem also am anfang nach dem ersten kind haben uns doch zweites kind schwierig Überforderung. Bernhard Vosicky: [25:26] Hilfe. Christoph Holly: [25:28] Das ist auch der Grund, warum ein gewisser Abstand da dazwischen ist. Bernhard Vosicky: [25:31] Also der war bewusst gewählt. Christoph Holly: [25:33] Wir haben ganz klar gewusst, nach zwei Jahren kommt noch kein Kind und wir haben einfach dann gesagt, okay, jetzt hat sich alles ein bisschen gelegt, jetzt hat sich das Ganze, einen gewissen Rhythmus gekriegt und dann haben wir gesagt, ja, das passt jetzt wieder. Und da lebt sie wirklich. Also natürlich hat sie auch jetzt beim zweiten Kind immer wieder mal Themen. Obwohl, ich sage wahrscheinlich, wenn wir, den Abstand nicht so groß hätten, wäre das richtig heftig. Weil die Große, sage ich einmal, die geht halt allein auf die Toilette, zieht sie an, die ist halt schon sehr selbstständig in einer gewissen Weise, was auch sehr cool ist. Sie ist in der Schule, weil sie so auch erziehen in der Schule, dass sie selbstständig werden. Und das ist natürlich Entlastung, auch wenn es ein Kind ist und wenn ein Kind bespaßt werden will. Komplette Entlastung gibt es nicht. Es ist ein Riesenbrocken. Wochenende bin ich immer da, also rund um die Uhr in der Regel und nehme halt auch Sachen ab. Oder ich komme am Abend heim und koche halt, damit ich halt den Part erfülle. Also macht mir Spaß und ist, glaube ich, auch zumindest ein wesentlicher Punkt, meine Frau zu entlasten. Bernhard Vosicky: [26:43] Wie schafft es ihr es, auch Zeit für euch als Paar zu haben? Christoph Holly: [26:48] Aktuell schwierig, mit einem sieben Monate alten Kind, der zwischen uns liegt. Bernhard Vosicky: [26:54] Ich meine jetzt nicht nur das körperliche, ich meine jetzt auch Christoph Holly: [26:56] Das Ausgehen oder wie auch immer. Es geht, ja. Man muss einfach sagen, meine Frau liebt die Kinder und gibt die sehr selten weg. Oder dass wir kommen zum Aufpassen. Also das ist so ein bisschen ein Thema, was wir haben, was wir lösen. Aber heißt nicht, dass wir gar nicht ausgehen. Bernhard Vosicky: [27:16] Das war bei uns, bei meiner Frau und mir, beim ersten Kind, weil wir, ich sage mal, sehr freiheitsliebende Menschen waren und nach wie vor sind. Je mehr freiheitliebend du bist, umso eher ist das natürlich ein Einschnitt, wenn diese Freiheit dann weg ist. Christoph Holly: [27:31] Ja, komplett. Bernhard Vosicky: [27:32] Und das war dann eine Reiberei und da waren wir wirklich bei einer Therapeutin, bei einer Paartherapeutin, die dann quasi in der Stunde 150 Euro kriegt dafür, dass sie uns im Endeffekt gesagt hat, Babysitter, das ist eine Geschichte. Aber ist gut. Also es ist wirklich gut, muss man halt auch zulassen. Also da nehme ich jetzt mich gar nicht aus. Ich bin auch jemand, der sich teilweise bei den Kindern dann denkt, in Wirklichkeit ist es einfach nur... Wirklich? Christoph Holly: [28:00] Das habe ich gar nicht. Also ich bin da voll straight in dem Bereich, wo ich sage, ja okay, natürlich muss ich eine Person sein, der ist vertraust, etc. Also würde ich es auch nicht von der Straße nehmen und sagen, hast du kurz Zeit? Bitte bleib bei dir. Bernhard Vosicky: [28:13] Wobei du wahrscheinlich bei dir eh einen jeden kennst. Christoph Holly: [28:16] Noch nicht, weil wir noch nicht so lange dort sind. Wir haben uns ja vergrößern müssen. Durch das zweite Kind jetzt sind wir übersiedelt. Haben wir nur währenddessen, meine Frau, eine Woche vor der Geburt war, habe ich das nur erledigt. Bernhard Vosicky: [28:31] Wenn, dann muss man es dann machen. Wann, dann. Christoph Holly: [28:34] Firmengebäude habe ich gebaut, wie die Tochter auf die Welt gekommen ist. Das haben wir die ganze Firma übersiedelt. Und dann habe ich mir gedacht, naja, irgendwas fehlt. Gott sei Dank bin ich eine Woche vorher noch drauf gekommen. Aber auch das fehlt eine Baustelle. Bernhard Vosicky: [28:45] Aber du wirst lachen, bei Geburtsmonat meiner kleinen Tochter ist Juli 2021. Unser Haus in Leerbouldsdorf, in das wir dann quasi eingezogen sind, war am 2. November 2021. Christoph Holly: [29:00] Das brauchen wir. Ich glaube, wir brauchen das. Wir brauchen eine Funktion, eine Beschäftigung. Ich sage immer, wenn meine Frau hört bei mir so, dann weiß es okay, höchste Eisenbahn, ihr braucht ein Projekt. Ihr braucht ein Projekt. Nimm dieses Modellflugzeug und mal an. Kümmern wir dich. Bernhard Vosicky: [29:17] Was ist denn so für dich momentan die größte Herausforderung als Papa? Christoph Holly: [29:23] Den Spagat zu schaffen. Nicht den Spagat zwischen Firma und Familie, dem bin ich gewöhnt, sondern den Spagat zwischen beiden Kindern. Weil ich komme heim und meine Tochter läuft mir entgegen, Papa, Papa, Papa und Busse hin und Busse her und es ist so super, dass du da bist. Jedes Mal, wenn sie das macht, denke ich mir, wow. Es hat auch schon Zeiten gegeben, wo sie gesagt haben. Bernhard Vosicky: [29:48] Die werden mehr. Christoph Holly: [29:49] Die werden sicherlich mehr. Aber aktuell haben wir gerade wieder so eine Phase und wir müssen spielen und wir machen das. Und dann denke ich mir halt, ja, aber wir haben ja einen zweiten auch noch, der jetzt ins Bett gehen muss. Da diesen Spagat zu schaffen, der Kleine kriegt es jetzt noch nicht so mit, aber das wird sicherlich noch spannender. Bernhard Vosicky: [30:11] Ich kann ja nur sagen, es ist genügend Platz für beide, also im Herzen sowieso. Christoph Holly: [30:15] Auf alle Fälle, also von dem, da habe ich kein Thema. Da sind beide... Bernhard Vosicky: [30:20] Und du wirst auch jetzt schon merken, wahrscheinlich, dass die Charakterzüge völlig unterschiedlich sind, dass diese Kinder ganz anders sind, auch wenn er sieben Monate alt ist und du denkst, okay, was ist da von Charakter? Nein, nein, da ist schon was. Christoph Holly: [30:32] Der setzt dich durch, das merke ich jetzt schon. Genau, die Zweiten müssen. Bernhard Vosicky: [30:35] Ich bin auch Zweites. Christoph Holly: [30:36] Also du hast das. Bernhard Vosicky: [30:37] Der ist noch kleiner, aber da musst du dich durchsetzen, das ist so. Aber jetzt, wir wandeln da eh entlang dieses schmalen Grates zwischen auf der einen Seite Überforderung, weil es so anstrengend ist, Eltern zu sein. Und auf der anderen Seite, es ist so wahnsinnig schön. Christoph Holly: [30:53] Es ist wunderschön. Es ist so toll. Bernhard Vosicky: [30:55] Wie schaffen wir es, dass wir, und das ist ja mein Ziel in diesem Podcast, anderen Papas die Angst zu nehmen, weil sich die Investition, also die Einbußen lohnen für das, was man zurückkriegt. Das ist meine Meinung. Christoph Holly: [31:06] Auf alle Fälle. Bernhard Vosicky: [31:07] Wie schaffen wir es, dass wir das kommunizieren? Wie können wir quasi die Vaterschaft aufwerten, die Papa, das Papa sein und gleichzeitig nicht so tun, als wäre alles schön im Pastellfaden wie auf Instagram. Christoph Holly: [31:19] Das tolle instagram also ich glaube instagram macht teilweise mehr kaputt als es hilft ziemlich sicher und also, Wenn mir irgendwer gesagt hat, wie schön es ist, Vater zu sein oder eine Familie zu haben. Ist ja auch völlig egal, ob du jetzt in einer Familie lebst, ob du getrennt lebst. Und Vater, du bist Vater und du bist Papa. Egal, ob das Kind jetzt bei dir lebt oder nicht. Und das ist, glaube ich, auch was, was viele Angst macht. Wenn irgendwas nicht passt. Ja, ich verliere mein Kind. Habe ich schon oft gehört einmal, wenn ich mit Leuten zusammengesessen bin. Ich trenne mich nicht, obwohl es nicht passt, weil da verliere ich ja mein Kind. Nein, du bist nach wie vor der Vater des Kindes und du bist auch der Papa des Kindes und du wirst das Kind nicht verlieren. Und da schwingen einfach viel so Hintergrundsachen mit bei Vätern, Papas. Und ich glaube, wir sollten offenbar über das reden. Auch wie ich sage, hey, in den ersten Monaten habe ich nichts mit dem Kind anfangen können, auch wenn es mein Sohn oder meine Tochter war, das war schwer. Wenn ich das zu jemandem gesagt habe, der hat mich angeschaut und hat gesagt. Christoph Holly: [32:30] Also das habe ich mir nie getraut, dass ich das sage. Aber du hast recht. Es spricht halt keiner drüber. Und ich glaube einfach, es ist wichtig, dass man drüber spricht. Und man kann sich nur so viel vorbereiten, es wird immer anders kommen, als es kommt. Das ist ja eigentlich das Leben. Das ist das Leben. Also der Plan ist nice to have und das ist vielleicht eh so ein bisschen roter Faden, aber ob ich jetzt 18 Mal rechts abbiege und dann wieder auf diese Linie kommen, das weiß man nicht und das ist glaube ich auch beim Vater werden, beim Papa werden so, also einfach keine Angst davor haben und einfach andere Leute fragen, wie geht es dir damit? Und das ein bisschen stärken. Bernhard Vosicky: [33:11] Das würde ich generell so, auch wenn ihr vielleicht als meine Zielgruppe und die Hörerschaft, ich schaue mir das immer recht genau an, es sind natürlich viele Papas, die noch nicht Papa sind oder bald Papa werden. Und ich weiß, ich habe damals, bevor es dann tatsächlich so weit war, dass ich Papa geworden bin, das Wissen in mich aufgesogen. Und es gibt ja Literatur viel für Mamas, sehr wenig für Papas, wird immer mehr, ist gut so. Auch dieser Podcast, Tim, da hofft ich ein bisschen vielleicht dazu. Und ich habe da immer versucht, mir Sachen zu holen, wie das Ganze wird und habe eben gehofft, dass mir irgendjemand so sagt, wie das wird, wie toll das wird, mir ein bisschen die Sorgen nimmt und das Ganze, oder? Weil die ist schon da. Christoph Holly: [33:51] Sicher. Also das war auf alle Fälle beim ersten Kind, natürlich anders als ich beim zweiten, also beim ersten Kind habe ich noch studiert, wie eine Geburt abläuft und was kann ich machen, wenn der Arzt nicht da ist. Bernhard Vosicky: [34:03] Okay, gut. Also du warst im Modus quasi do it yourself. Christoph Holly: [34:06] Ich war im Modus, Das hat alles, weil meine erste Tochter ist Beckenendlage gewesen, jetzt war das natürlich nur mal und meine Frau wollte keinen Kaiserschnitt, also da waren Spezialärzte etc. Vor Ort und wir sind reingekommen um 5 in der Früh, nein es war früher, ich glaube um 3 sind wir bei der ersten rein, um 5 in der Früh hat das Ganze angefangen und dann habe ich gesagt, wo ist der Herr Dr. XY? Ja, der kommt erst um 8, sage ich, dann rufen Sie ihn jetzt bitte an, er möge schon früher kommen. Er möge ja auch schon einen. Genau, weil wir brauchen ihn, glaube ich. Das Ganze hat bis Mittag gedauert. Um 12 Uhr habe ich dann so ihm gesagt, jetzt wäre es aber dann an der Zeit, wenn ich hungrig, dass wir das dann beenden. Und ja, meine Tochter ist kurz nach 12 Uhr auf die Welt gekommen, die hat das mitgekriegt. Man braucht nur was sagen. Man muss nur kommunizieren. Das ist ja genau das Wichtige. Christoph Holly: [34:56] Unter Papas reden wir doch darüber, was uns auf dem Herzen liegt. Was für Themen hast du gerade in deiner Beziehung? Das ist ja auch wichtig, weil wir wissen, Oder zumindest glaube ich es zu wissen, dass es keine leichte Zeit ist für die Frau und auch nicht für den Mann. Nur es redet halt keiner über den Mann. Sondern es geht immer über Babyblues und Stildemenz und was auch immer, dass die Frau einen riesen Part trägt. Da braucht man nicht diskutieren. Also ich glaube, das steht außer jeder Diskussion. Aber dass wir auch da mittendrin sind und gewisse Dinge kompensieren müssen, das wird einfach angenommen. Das ist so selbstverständlich. Bernhard Vosicky: [35:41] Deswegen einer der wenigen ratschläge die ich in dem podcast gebe weil ich mir das gewünscht hätte selber ist so dass man wenn dein freundeskreis wenn in deinem freundeskreis quasi jemand papa wird dass man nicht nur weil dann ab dem moment beginnt ja und wie geht es der mama und wie geht es euch jetzt wird nie einfach hey wie Christoph Holly: [36:00] Geht es dir. Bernhard Vosicky: [36:01] Eigentlich mit der geschicht alles ist ein ratschlag der man dem man geben obwohl ich nicht keine ratschläge geben weil es so individuell ist Aber da sind wir eh schon beim Thema, weil ich könnte es ja mit dir lang reden, aber ich versuche immer so quasi die halbe, dreiviertel Stunde nicht zu sprengen. Thema Ratschlag, meine Zurück-in-die-Zukunft-Kategorie, die ich im Podcast habe, wo du dich vor den Christoph Holli stellst, der noch kein Papa ist und dem mit dem Wissen, was du heute hast, einen Ratschlag gibst. Was sagst du ihm denn? Was hättest du selber gern gehört vielleicht? Christoph Holly: [36:34] Ja, was hätte ich wahrscheinlich selber gern gehört, es wird sich alles lösen mit der Zeit. Also man ist da schon sehr verpicht an gewisse Dinge, wo ich sage, hinten nach, wieso steigerst du die in sowas rein, warum machst du das, warum machst du das, es löst sich alles, entspann dich einfach, lass es kommen und unterstütz dich, unterstütz die Familie, schau, dass das alles läuft, aber mach es entspannt. So wie, ich weiß, was ich machen muss, wenn, forget it. Sprich wirklich mit Menschen in deinem Umfeld und informiere dich, wenn dir was interessiert. Aber ansonsten, es hat noch jeder geschafft. Der Mensch ist, glaube ich, gebaut, so wie wir jetzt erst da schon gesprochen haben, dass auch Leute, die mit Kindern wenig zu tun haben, Kinder großziehen können. Ob gut, schlecht, das sei dahingestellt, das ist eine Ansichtssache. Wer sieht was wie. Also so würde ich es einfach sagen. Also ich habe mir da viel zu viele Gedanken gemacht drüber. Bernhard Vosicky: [37:36] Also Kumove, relax, es wird alles gut. Christoph Holly: [37:39] Und auch wenn die der Frau mal anschreit in der Schwangerschaft, entspann die. Bernhard Vosicky: [37:42] Ja, also meine macht das so auch. Christoph Holly: [37:44] Ach so, okay. Bernhard Vosicky: [37:47] Aber ja, so sind wir unterschiedlich. Ich werde leise, sie wird laut. Christoph Holly: [37:51] Ja genau, das kenne ich von wo. Wir sind da glaube ich wirklich sehr ähnlich. Bernhard Vosicky: [37:56] Und die letzte Frage, weil die Liste immer länger und auch schon für längere Autofahrten mittlerweile geeignet ist auf Spotify. Du hast mir erzählt, deine Tochter hat eine eigene Spotify-Playlist, weil sie ihre Sachen hört. Was hört sie jetzt gerade so? Christoph Holly: [38:10] Sie fängt jetzt an, DJ Ötze zu hören. Oh je, möchte ich darüber sprechen. Lieber nicht. Ist sehr schön, aber wir lassen es so dastehen. Genau. Und du möchtest jetzt für deine Playlist. Bernhard Vosicky: [38:24] Also wo schon viele Songs drauf sind, die wirklich furchtbar sind. Und ich hätte gerne den furchtbarsten aus deinem Leben. Also quasi wegen der Kinder. Kinder haben ja dieses Burnout von Songs nicht. Christoph Holly: [38:34] Ja, nein, das gibt es nicht. Das läuft einfach. Also was mir wirklich schwer fällt, ist das Weo Weo. Oh, Weo Weo. Da gibt es ja auch die deutschsprachige Version. Bernhard Vosicky: [38:44] T.O.T. Christoph Holly: [38:45] Ja, genau. Und welche nehmen wir? Ich habe die Weo Weo jetzt da in meiner Playlist. Also in ihrer Playlist, die ich auch da führe, wenn das noch nicht drinnen ist, dann würde ich das nehmen. Bernhard Vosicky: [38:55] Die nehmen wir, ja. Ein Juwel der Kinderdisco. Ein Juwel der Kinderdisco. Das nehmen wir, tun wir drauf. Und ich sage danke fürs Kommen, für die vielen Sachen, die du mitgenommen hast und für dieses wirklich schöne Gespräch über Vaterschaft und das Schönste, nämlich Familie. Christoph Holly: [39:13] Danke dir. Papa Mia, reine Männersache. Bernhard Vosicky: [39:17] Der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

08:30
Vaterrolle hab' ich keine vorgelebt bekommen
17:01
Ernährer sein und präsent sein: warum bei Papas alles dazukommt
21:05
Keine Schule fürs Vatersein: Learning by doing, ohne Anleitung
29:17
Zwei Kinder, ein Papa: der emotionale Spagat im Alltag
36:00
Zurück-in-die-Zukunft: der eine Rat an werdende Papas

Bernhard Vosicky

Host

Bitte gib den gewünschten Suchbegriff ein.