Cesár Sampson: Im ersten Papa-Jahr war ich ein Versager
Episode 112
35:37
Vom ESC-Star zum unsicheren Papa. Cesar Sampson erzählt, warum ihn das erste Jahr Vatersein an seine Grenzen gebracht hat. Über fehlende Rollenbilder, Versagensgefühle und was Liebe wirklich bedeutet.
In dieser Folge von „Papa Mia!?“ spricht Cesár über Vatersein, Selbstzweifel im ersten Papa-Jahr und die Herausforderung, ohne eigenes Vater-Vorbild in die Rolle zu wachsen.
Es geht um moderne Vaterschaft, Partnerschaft nach der Geburt, Rollenbilder, mentale Belastung und darum, warum echte Liebe Entlastung bedeutet.
Kapitel:
- (00:00) – Intro
- (03:59) – „Growing up sucks“ – Warum Erwachsenwerden überschätzt ist
- (07:13) – Mein Sohn war mein Level-Up
- (13:26) – Vater ohne Vater: Was ich nicht gelernt habe
- (18:09) – Im ersten Jahr fühlte ich mich wie ein Versager
- (29:42) – Liebe ist kein Wort – sie ist Entlastung
Weiterführende Links:
- Cesar Sampson auf Instagram – https://www.instagram.com/cesarsampson
- Website „Papa Mia!?“ – www.papamia.at
- Die „Papa Mia!?“ Playlist des Grauens – https://open.spotify.com/playlist/7HIWtMrisEMEW8GxEbFwnD?si=1e7b8f1e464e44ec
- „Papa Mia!?“ auf Instagram – https://www.instagram.com/papamiapodcast/
- „Papa Mia!?“ auf TikTok – https://www.tiktok.com/@papamia.at
- „Papa Mia!?“ auf Facebook – https://www.facebook.com/papamiapodcast/
Transkript:
Cesar Sampson:
[0:00] Also da kannst du hundertmal sagen, ja, ich liebe dich oder ja, diese Wörter sind alle empty. Wenn du ermöglichst, dass der andere leben kann und wenn er sieht, dass du dich sorgst um dem, sein Leben, und dass der sich spürt und seine Bedürfnisse irgendwo Erfüllung finden, das ist der beste Beweis, dass du sagst, mir liegt was an dir. Papa Mia, reine Männersache.
Bernhard Vosicky:
[0:24] Der Podcast von Papas für Papas. und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Die neue Folge mit Cesar Samson gibt es gleich für dich, keine Sorge, aber eine kurze Bitte. Der Großteil aller Podcast-Hörerinnen und Hörer meines Podcasts hat den Podcast nicht abonniert. Das ist schade, weil diese Abonnenten, das ist ein bisschen so die Währung, in der Podcasts gehandelt werden. Also, wenn du noch nicht hast, lass gern ein Abo da, mich würde es freuen. Aber jetzt geht es los. Willkommen, neue Folge Papa mir mit einem Gast. Ich freue mich, dass er auf meiner Couch Platz genommen hat. Er ist 2018 beim Song Contest in die Herzen des europäischen Musikpublikums reingekommen. Er ist seither eine fixe Größe im österreichischen Musikhimmel. Cesar Samson, Musiker, Songwriter, Produzent, Vocal Coach, Dancing Stars Finalist, engagiert sich für UNICEF, Fitnesstrainer, Model und sogar Synchronsprecher in einem Animationsfilm, habe ich jetzt gerade herausgefunden. Du lebst ein öffentliches, intensives, kreatives Leben. Bühne, Studio, Medien und jetzt bist du da und rätst über was ganz anderes, nämlich über ein Thema, das irgendwie wahrscheinlich dein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Du bist Papa geworden und darüber reden wir heute. Willkommen.
Cesar Sampson:
[1:38] Danke fürs Einladen. Freut mich, hier zu sein und über dieses Thema reden zu können. Also die Vater-Journey ist etwas, was man, wenn dann nur mit dem einen oder anderen Jungvater bespricht, aber meine anderen Jungväter in meiner Umgebung haben einfach zu wenig Zeit zum Reden.
Bernhard Vosicky:
[1:56] Ach so, okay, gut. Ich verstehe nicht, was du meinst. Aber das hat mir auch gut gefallen, weil ich habe dich angemeldet und habe gemeint, hey, lass uns über das Papa-Sein reden und du hast gleich geschrieben, ja, über das Papa-Sein rede ich gern. Das ist was, was ich zum Glück von eigentlich so gut wie allen Menschen höre, die ich anfrage. Offenbar reden wir Papas sehr gern über das Papa-Sein.
Cesar Sampson:
[2:17] Total. Ich wüsste nicht, was da nicht zu reden gäbe oder so. Das ist einfach eine spannende Zeit und darüber reden bringt es auch wieder nah ins Bewusstsein und man schätzt dann nochmal um ein Stückchen mehr. wenn man davon redet.
Bernhard Vosicky:
[2:34] Schätzt du das auch als Künstler, der, ich sage jetzt einmal, gerade jetzt, wo Song Contest 2026 in Wien stattfindet, da wirst du ja quasi wieder ein bisschen präsenter rund um das ganze Thema sein mit deiner eigenen Geschichte, mit deiner eigenen Song Contest Vergangenheit. Schätzt man es da eigentlich, wenn es da irgendwie Interviews gibt, die über ein völlig anderes Thema gehen, dass man nicht immer quasi über Musik, auch wenn es dein Leben ist, redet?
Cesar Sampson:
[2:57] Also, ja. Ich wandle ja eigentlich mit dem Song Contest jedes Jahr mit. Ich bin ja jedes Jahr beim Song Contest. Und jedes Mal, wenn diese März, April, Maizeit kommt, ist das einfach, that's what it is. Und es ist klar, dass ich dann immer nur über dieses Thema rede und ich rede auch gern darüber. Aber ich habe viele Interessen und viele Dinge zu erzählen. Also ich bin ja ganz happy, über alles Mögliche reden zu können. Aber es wird mir nie in den Sinn kommen, dass es mir unangenehm wäre, über den Song Contest zu reden, sagen wir so.
Bernhard Vosicky:
[3:31] Okay, aber zumindest mal ein bisschen Abwechslung über das Papier-Seiz-Song. Abwechslung ist immer gut. Was ja auch wichtig ist. Du hast, ich habe auf deinem Instagram-Account gesehen, dass du vor kurzem so ein Zwei-Bilder-Posting gemacht hast, wo du quasi dich jetzt gezeigt hast und auch ein Bild von dir als, ich glaube schon, zwei Jahre alt, zwei, drei Jahre alt, müsste es gewesen sein, und dann mit dem Untertitel Growing Up Sucks. Aufwachsen ist nicht so cool, weil Kindsein so viel cooler ist, oder?
Cesar Sampson:
[3:59] Weil... Ich in der Retrospektive einfach sehe, was das für eine kostbare Zeit ist, wo man einfach, wo alles einfach ist, also wo das Leben auch einfach ist und noch so pur und noch so unkompliziert, ungetrübt gelebt werden kann. Ich sehe es in meinem Sohn und ich sehe das jetzt so, dass ich mir denke, meine Aufgabe ist das eigentlich zu bewahren, so lange wie möglich, weil früher oder später wird der Moment kommen, wo man so viele sich gegenüberstehende Dinge auf einen Nenner bringen muss. Und je mehr Zeit vergeht, desto relativer wird alles und desto grauer wird alles irgendwie. Diese klaren Momente sind einfach als Baby so kostbar und da denke ich mir einfach, it sucks, dass das jemals enden muss.
Bernhard Vosicky:
[4:50] Ich meine, ein bisschen vom Kind sollte man ja ohnehin in sich bewahren.
Cesar Sampson:
[4:53] Ja, das ist bei mir sowieso nicht zu tilgen, das Kind. Gott sei Dank, der Künstler hat ja diesen Verlust viel weniger zu beklagen als jeder andere Beruf, meiner Meinung nach. Künstler sein bedeutet, immer wieder in diese Quelle eintauchen zu müssen, eigentlich auch, sonst versiegt irgendwann auch die Kreativität.
Bernhard Vosicky:
[5:12] Was hast du noch vom Kind in dir?
Cesar Sampson:
[5:17] Der Moment des Kreierens ist ein Moment purer Wonder, also dieses Gefühl des Wonders, dass man einfach komplett eingenommen ist von etwas Schönem und dass es da kein Aber gibt. Also es ist nicht so wie, aber jetzt sei wieder vernünftig, passiert nicht beim Künstler, der muss sich dem hingeben, diesem Enthusiasmus und deswegen muss ich das auch immer wieder spüren können und man merkt es eben auch in meinen Musikerkollegen, das habe ich früher schon gemerkt, wenn ich jetzt bei einer Hochzeit war, die von einem Musiker war, wo ich dann mit meinen ehemaligen Musikerkollegen, mit denen ich aufgewachsen bin, die haben alle Kinder natürlich, aber es ist ein bisschen anders. Also die Kinder sind anders, die Dynamik ist anders, weil es einfach Künstler sind, die Kinder haben. Die haben zwar auch eine Transformation hingemacht, aber es ist nicht dasselbe wie bei anderen Berufen.
Bernhard Vosicky:
[6:11] Bleiben wir bei dieser Transformation. Ich finde das immer ganz spannend, weil das frage ich eigentlich auch alle meine Gäste, was das Papa sein mit einem gemacht hat. Ja, weil bei mir war es zum Beispiel ein deutlich stärkeres Erleben von Emotionen rund um und um. Also auch zum Beispiel die Thematik Familie, ob es jetzt in einem Hollywood-Disney-Film ist oder auch bei Nachrichtenlesen, du rezipierst Dinge, die mit Familie zu tun haben, wenn du selber Papa bist, völlig anders.
Cesar Sampson:
[6:40] Ja, ich glaube, das habe ich aus anderen Gründen schon vorher mir wieder geholt, dieses Wahrnehmen von was eigentlich gewisse Sachen wirklich bedeuten auf emotionaler Ebene. Das habe ich vorher schon machen müssen, aus meiner eigenen Selbstfindung heraus. Ich würde sagen, was für mich das große Neue war, ich musste mich nochmal selbst anschauen und ich musste fast nochmal durch meine eigene Kindheit durch. Weil ich meinen Sohn gehabt habe.
Bernhard Vosicky:
[7:13] So, weil es dich erinnert hat an deine Kindheit?
Cesar Sampson:
[7:17] Es hat mich getriggert. Weil, erzähl. Es hat mich und meine Kindheitserinnerungen getriggert, lustigerweise. Und ich habe, glaube ich, im ersten Jahr mit dem Dion, habe ich, ich glaube, meine letzten Kindheitswunden geheilt. Weil ich das einfach so, sonst hätte ich das gar nicht mehr wahrnehmen können. Also es ist schwierig, was zu heilen, was man nicht wahrnimmt bewusst. Und also diese letzten gespeicherten Ängste oder so, die ich als Kind mir mitgenommen habe, von denen ich viele natürlich schon zurückgelassen habe, aber die letzten, das war echt, er war mein Level-up irgendwie.
Bernhard Vosicky:
[7:59] Das heißt, der Dion ist jetzt wie alt?
Cesar Sampson:
[8:01] Er ist jetzt 18 Monate, also im Juli auf die Welt gekommen und ist ein Capes.
Bernhard Vosicky:
[8:07] Und ja, sehr cool. Das heißt, der zweite Geburtstag steht in diesem Sommer an. Zwei Jahre, die wahrscheinlich... Eine Veränderung mit dir gemacht haben, die in anderen zehn Jahren Platz finden.
Cesar Sampson:
[8:20] Es ist extrem schwer, in Worte zu fassen. Es ist ein Paradigmenwechsel auf jeden Fall. Ich könnte jetzt nicht über einen Kamm scheren, dass es bei jedem dasselbe ist, was es auslöst. Ich glaube, in meinem Leben hat es mir eine ganz individuelle Stimulation bewirkt. Also ich glaube, wenn man jetzt Künstler ist und seinen eigenen bisschen asymmetrischen Lebensweg hat, dann hat das ganz eigene Auswirkungen, dieses Element in sein Leben zu bekommen. Für mich ist es einfach Gold wert. Für mich ist es genau das Richtige zur richtigen Zeit. Es hat keinerlei Ablenkung. Es hat einfach alles, was mich ausmacht, nur noch intensiviert, finde ich. Also 100 Punkte für mich.
Bernhard Vosicky:
[9:07] Jetzt sprichst du sehr viel, immer von dem Papa auch als Künstler. Du bist ja selber auch ein Sohn von sportlich-künstlerisch tätigen Eltern. Hat sich das auf dich quasi ausgewirkt?
Cesar Sampson:
[9:21] Doch, also ich würde sagen, vor allem genetisch hat es sich ausgewirkt. Also ich würde nicht behaupten, dass meine Eltern... Mich geprägt haben, das zu machen, was ich jetzt mache. Aber es war einfach so stark angelegt, dass ich dieselben Skillsets irgendwo mitbringe und deswegen auch dieselben Dinge habe, die mich glücklich machen. Also das war ganz, ganz, ganz organisch. Und ich muss mich hin und wieder fragen, wie meine Mutter das auch gemacht hat, mir einfach diesen Weg zu ebnen, ohne jemals mich spüren zu lassen, dass sie irgendwas will, das ich mache. Das ist, glaube ich, der Key nämlich. Ich denke jetzt sehr viel darüber nach. Wie kann man Kindern was geben, ohne dass es nach hinten losgeht?
Bernhard Vosicky:
[10:10] Also selbstlos meinst du jetzt wirklich?
Cesar Sampson:
[10:11] Ja, nicht nur selbstlos, sondern man merkt ja, es gibt dieses Ding, jedes Kind hat irgendwann das Bedürfnis, sein eigenes Ding zu machen und ich möchte nicht, dass ich so viel, zwar wohlwollend etwas gemacht habe und dann sagt das Kind, ich will mein eigenes machen, macht dann das Gegenteil davon, obwohl es eigentlich so nützlich wäre, was ich versucht habe, dem Kind zu geben. Und meine Mutter hat das eben so gemacht, dass ich nie das Gefühl habe, wenn ich jetzt sage, ich muss mein eigenes machen, dass ich mich abwenden muss dem, was sie mit mir geteilt hat. Das versuche ich jetzt irgendwie zu spüren, wie hat die das gemacht.
Bernhard Vosicky:
[10:46] Also diesen schmalen Grad zwischen Unterstützung und Druck.
Cesar Sampson:
[10:50] Ja, also anbieten und ermöglichen, aber nicht nahelegen. Das ist vielleicht schon zu viel. Schwierig.
Bernhard Vosicky:
[11:00] Wie bist du da so aufgewachsen, als du von deiner Mutter erzählt hast, die war die Head of Education?
Cesar Sampson:
[11:06] Nein, ich bin einfach mit einer Single Mom aufgewachsen. Sie war einfach die einzige meine Autoritätsperson, mein Vorbild, mein bester Freund. Vieles ist einfach, ich glaube, wenn ich jetzt nicht von Natur aus ein musikalisches Kind wäre, hätte ich auch einfach was anderes machen können. Aber dadurch, dass es sich so früh gezeigt hat, haben wir einfach sehr viel gemeinsam musiziert. Und das war einfach so wie andere Eltern und Kinder andere Dinge teilen, war das halt bei uns das. Und es hat sich von selbst ergeben. Ich musste jetzt nirgendwo hingeschickt werden. Also ich kann mich erinnern, sie hat versucht, mir Klavierunterricht zu geben oder hat einen Klavierlehrer geholt, das hat kläglich versagt. Also da merkt man schon, sowas hätte schon nach hinten gehen können, aber sie hat es dann auch nicht mich gezwungen. Sie hat auch gesagt, okay, dann machen wir was anderes so auf die Art.
Bernhard Vosicky:
[12:07] Aber das ist sauschwer. Also das ist den eigenen Kindern so, weil es kommt bei jedem Hobby irgendwann einmal der Moment, wo die Kinder sagen, ich mag nicht mehr. Jetzt denkst du dir, okay, jetzt haben wir das Klavier gekauft. Also das sollte natürlich nicht das Argument sein, aber auf der anderen Seite, beim ersten, ich möchte nicht mehr aufzugeben, ist halt auch falsch, oder? Also ein bisschen Druck muss schon dahinter sein.
Cesar Sampson:
[12:27] Es ist so schwierig, das zu wissen. Ich glaube, bei meiner Mutter war es eher so, ich glaube, meine Mutter hat mir ein Klavier gekauft, weil sie Klavier gelernt hat und sie war wirklich gut. Sie hat Konzerte gespielt als Kind und so. Und ich glaube, sie hat das für sich abgehaktet, dass sie nochmal Klavier spielt und wollte es mir weitergeben und dann habe ich aber das Klavier nicht ausreichend gewürdigt und dadurch hat sie wieder angefangen zu spielen. Also ich glaube, ich war indirekt dafür verantwortlich, dass sie dann noch ein Klavieralbum aufgenommen hat, 10 Jahre später.
Bernhard Vosicky:
[13:00] Es gibt schlimmere Verantwortung.
Cesar Sampson:
[13:02] Also es hat manchmal alles seinen Sinn.
Bernhard Vosicky:
[13:05] Aber das heißt, Mutter ist halt zentral, Papa hat jetzt nicht die große Rolle gespielt im Aufwachsen.
Cesar Sampson:
[13:12] Ich habe von meinem Vater viel Nützliches bekommen, aber nicht in meiner Aufwachsen. In diesen ersten zehn Jahren ganz sicher nicht.
Bernhard Vosicky:
[13:21] Woher hast du dann das Bild, dass du jetzt als Papa sein möchtest?
Cesar Sampson:
[13:26] Das war eigentlich ganz tricky. Also das war eines der Dinge, ich glaube, das hat mich auch verunsichert. Ich habe da überhaupt nichts abgespeichert, kein Muster, kein Programm, in das ich mich reinklinken kann, wenn man einen Sohn hat. Ich konnte mir von reinen vorstellen, ich würde es jetzt nicht als eine Präferenz bezeichnen, aber ich konnte mir vorstellen, wie ich wäre mit einer Tochter, weil ich die Dynamik ich und ein weibliches Wesen kenne, meine Mom und ich. Ich weiß, ah, okay, ich verstehe meine Mom, ich verstehe, was meine Mom glücklich macht, ich verstehe, wie wir interagieren können miteinander, sodass jeder irgendwie happy ist. Und man dachte, okay, das kann ich irgendwie ummünzen in so einer Beziehung, aber Ich habe nicht gewusst, was muss ich machen als Vater von einem Sohn, so auf die Art. Ich habe nichts abgespeichert einfach, weil ich mit meinem Vater nicht so aufgewachsen bin. Ich habe den erst richtig kennengelernt, wie ich selber schon auf eigenen Beinen gestanden bin und ich habe den eher als Person einfach kennengelernt, aber nicht als Vater. Und das hat mich am Anfang schon verunsichert.
Bernhard Vosicky:
[14:33] Ich meine, grundsätzlich, glaube ich, so eine Bedienungsanleitung hat eh keiner. Aber natürlich, Rollenbilder sind wichtig, sind schön. Du kannst dich irgendwo orientieren, so als Nordstern.
Cesar Sampson:
[14:42] Ja, ich habe gedacht, da habe ich sicher Kompetenz, wenn ich eine Tochter habe. Ich wüsste ganz genau, wie ich das mache, so habe ich mir das vorgestellt. Ich rüste sie aus, dass sie die absolut best vorbereitete Frau auch wird für die Welt. Ich kann ja alle Tricks sagen, dass ich alles durchschauen kann, was Frauen vielleicht nicht gleich durchschauen, weil ihnen die Väter nicht alles sagen, was man wissen muss. Ich hätte sie voll ausgebildet. Aber was sage ich wirklich? Ich habe mir dann zwar wirklich so, was sage ich einem Sohn?
Bernhard Vosicky:
[15:11] Und hast du das Gefühl, dass das vielleicht ein bisschen so die Herausforderung von vielen Vätern ist, weil ich irgendwie das Gefühl habe, dass dann doch traditionell vielleicht die Mamas noch da mehr im Vordergrund stehen als die Papas? Fehlen uns Rollenbilder?
Cesar Sampson:
[15:27] Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dass bei mir die Sorgen unbegründet waren. Und das muss man aber erst spüren. Das muss man by doing mitbekommen, dass sich so viel von selbst zeigt. Und im Endeffekt stehen im Zentrum dieser Interaktionen trotzdem die Persönlichkeiten. Also ich als Person, mein Sohn als Person und das ist noch viel wichtiger als diese Rollenbilder meiner Meinung nach. Ich bin einfach der, der für ihn da ist. Die Person, die für ihn da ist. Ich bin der, der ihn verstehen lernen muss und sein Licht aufrechterhalten muss. Und es ist dann doch so simpel im Endeffekt.
Bernhard Vosicky:
[16:16] Und vor allem ist es ja dann im besten Fall auch Teamwork, also von deiner Partnerin und dir gemeinsam, von deiner Frau und dir, dass ihr da den Alltag schubft gemeinsam und dem Kleinen eben das mitgebt, was ihr ihm mitgeben wollt. Wie schubft ihr den Alltag so? Weil ich meine, das ist jetzt kein klassisches 9-to-5, was du lebst.
Cesar Sampson:
[16:34] Das ist richtig, ja.
Bernhard Vosicky:
[16:35] Das stelle ich mir leicht und schwer gleichzeitig vor.
Cesar Sampson:
[16:39] Es hat auf jeden Fall, es hat seine Vorteile, vor allem allalong hat es auf jeden Fall Vorteile, Es hat natürlich auch Dinge, wo man gerade in dieser wechselhaften Zeit, die ersten zwei Jahre sind ja sehr wechselhaft vom Anforderungsprofil her und da hat man nicht alle Antworten. Das ist einfach so, dass man immer wieder vor Fragen steht, wie man das jetzt löst. Und es ist eh schon so eine Zeit, wo man eh keine Antworten hat von Natur aus und dann ist noch die Struktur auch so unvorhersehbar, das ist nicht leicht. Das gebe ich auf jeden Fall zu. Aber jetzt gerade groovt sich so richtig ein. Wir haben einen Modus gefunden, wo jeder noch funktionieren kann und das beitragen kann, was er beitragen muss und trotzdem noch einfach dieser Schulterschluss perfekt funktioniert. Aber es war auf jeden Fall ein Lernprozess.
Bernhard Vosicky:
[17:34] Du hast beim, wie der Dion auf die Welt gekommen ist, ein Foto hochgeladen. Für mich ist natürlich der Blick immer nur auf dein öffentliches Profil. Ich weiß schon, das sagt nicht die Wahrheit zu 100 Prozent, aber es zeigt ein bisschen was. Und da hast du geschrieben, du bist quasi die zweite Mama, nur halt ohne Milch.
Cesar Sampson:
[17:52] Stimmt, aber in der Zeit fühlt man sich so, das fühlt man sich als das weniger nützliche Mamatier. Sorry. Ich habe halt noch nichts.
Bernhard Vosicky:
[18:01] Völlig klar, aber das heißt im Endeffekt aber auf der anderen Seite, dass mit Ausnahme von Milch eh, du alles kannst und tust und in Wirklichkeit auch willst.
Cesar Sampson:
[18:09] Ja, aber ich glaube, Väter machen sich dafür leicht, also vor allem die Väter, die sich vorgenommen haben, so ein richtiger Vater zu sein. Also nicht nur so ein Ballspielen am Wochenende und Geld.
Bernhard Vosicky:
[18:22] Ich sage immer Papa dazu. Ich sage Vater auf der einen und Papa, das ist quasi die aktive Version.
Cesar Sampson:
[18:27] Und es ist so diese namen habe ich nicht weil ich sie nicht benutzt habe aber ich verstehe was du meinst aber aber aber ich glaube ich bin ich erst jemanden einen tipp geben würde ich trotzdem sagen Du wirst früh genug dieser Papa werden und du wirst früh genug diese intensive Bindung mit deinem Kind haben. Und in den ersten Monaten sei einfach nur Entlastung, sei einfach die ultimative Entlastung. Ich habe mich da viel zu viel versucht, ich muss auch irgendwie Mama sein, dass es viel wichtiger wäre gewesen, wenn ich einfach nur meine Frau entlastet hätte und einfach nicht die Sorge gehabt hätte, dass ich sonst den Anschluss verliere. Anhandieren oder irgendwelche wichtigen, wertvollen Minuten verlieren oder irgend sowas. Aus meiner jetzigen Sicht.
Bernhard Vosicky:
[19:20] Ist aber halt schon so, dass man das in der Beziehung kommunizieren muss. Ich weiß auch meine Partnerin und die beim ersten gehen, wir haben gestruggelt. Es ist eine Prüfung für eine Beziehung, die man sich ausmachen muss. Da ist Kommunikation, offen darüber reden, was man braucht und was man will, das Wichtigste wahrscheinlich.
Cesar Sampson:
[19:35] Ja, das ist so schwierig, weil in diesem Strudel, ich glaube, meine Frau wusste selber nicht genau, was sie braucht und was sie will. Es wäre nicht so easy, manchmal zu richtig zu formulieren. Man überfordert sich dann auch selber. Man sagt dann auch selber, nein, das passt und es passt einfach überhaupt nicht. Ist halt so.
Bernhard Vosicky:
[19:54] Wo holst du dir die Antworten auf Fragen, wo du selbst keine Antwort hast?
Cesar Sampson:
[20:00] Also in dem Fall, auf diese Fragen, da war ich froh, dass ich um mich ein paar Leute hatte, die gleichzeitig Kinder hatten, die vielleicht schon das zweite Kind gehabt haben oder die vielleicht ein paar Monate voraus waren. Das war extrem wichtig, weil die können dir auch ein bisschen so sagen, du, das wird nur so und so lange relevant werden, danach ist es wieder ganz anders und dann hast du irgendwie so die nötige Lockerheit oder Flexibilität. Es ist so, es ist viel anstrengender, zu wissen, irgendwas zu machen, aber nicht genau zu wissen, wann das vorbei sein wird. Also wenn man dir genau eine Zeit sagt, dann kannst du dich perfekt darauf einstellen und bist plötzlich viel resilienter auch irgendwie.
Bernhard Vosicky:
[20:39] Und das Verständnis für das Kind ist oft größer. Und sobald man es versteht, haltet man, was auch immer, eine Bauchweh-Phase besser aus.
Cesar Sampson:
[20:46] Oder? Ja, viel besser, ja, ja, voll.
Bernhard Vosicky:
[20:48] Beim Alltag waren wir vorher noch, da würde ich noch gerne ein bisschen ganz kurz bleiben. Du hast gemeint, es ist natürlich ein Vorteil, wenn man jetzt nicht dieses 9-to-5 hat und quasi klare Zeiten, sondern ein bisschen flexibler das angehen kann im künstlerischen, kreativen Bereich. Wie schubst du das? Wie schaut so eine klassische Tag- oder Woche bei euch aus? Gibt es sowas klassisch überhaupt?
Cesar Sampson:
[21:07] Klassisch jetzt nicht unbedingt, aber es ist natürlich durch seinen Rhythmus ein bisschen geformt. Ich beginne es meiner das hat mich sehr erfreut dass ich das habe ich gleich mitgenommen in meinen grundsätzlichen energiehaushalt ich beginne jetzt mit ihm einen tag um 6 uhr 30 lang schlafen eigentlich super schlaf zu besser ist der wahnsinn also wir stehen frisch um 6 30 und dann spielen wir mal, essen was und so weiter und dann gehen wir in den Kindergarten und dann mache ich mal Von meiner Kreativarbeit eher so das Organisatorische, diese tausend Gespräche, diese tausend, diese Zooms und diese Telefonate, diese E-Mails, diese Podcasts, all diese Dinge packe ich dann in den ersten Teil vom Tag rein und dann je nachdem, was bei der Frederica auf der anderen Seite ihre To-Dos sind, entweder hole ich ihn dann vom Kindergarten ab und bleibe dann bis zum Abend, bis sie dann wieder fertig ist und ich dann nochmal was mache. Oder sie holt ihn ab vom Kindergarten und wir machen das genau umgekehrt. Das muss sich dann entscheiden, wer halt mehr zu tun hat.
Bernhard Vosicky:
[22:24] Wo bleibt da ihr als Paar?
Cesar Sampson:
[22:27] Ja, das ist eine gute Frage. Es ist einfach, jetzt kann das Paar überhaupt nur existieren, wenn wir gut zusammenarbeiten. Also es ist fast nichts, es sagt nichts mehr, ich schätze dich, Ich sehe dich als aufeinander eingehen und auf die Bedürfnisse eingehen. Ohne dem, das ist so wichtig, das ist so, also da kannst du hundertmal sagen, ja, ich liebe dich oder ja, diese Wörter sind alle empty. Und wenn du ermöglichst, dass der andere leben kann und wenn er sieht, dass du dich sorgst um dem sein Leben und dass der sich spürt und seine Bedürfnisse irgendwo Erfüllung finden, das ist der beste Beweis, dass du sagst, mir liegt was an dir. Und das muss einfach fließen und wenn es fließt, dann gibt es auch wieder eine Beziehung für dich.
Bernhard Vosicky:
[23:22] Meine Frau und ich haben es immer beschrieben als sich gegenseitig kinderlose Freizeit ermöglichen.
Cesar Sampson:
[23:27] Ja, das ist so wichtig.
Bernhard Vosicky:
[23:29] Was tust du da? Sport?
Cesar Sampson:
[23:30] Ich tue da Sport, ja. Das ist mein Balancer, mein Mental Health Counselor.
Bernhard Vosicky:
[23:39] Ist auch wichtig, glaube ich.
Cesar Sampson:
[23:41] Extrem wichtig, ja.
Bernhard Vosicky:
[23:42] Wenn du nicht funktionierst, für andere sorgen wird es wahrscheinlich schwierig, oder?
Cesar Sampson:
[23:46] Ja, also bei mir war es einfach schon lange vorher so, bei mir würde alles zusammenbrechen, wenn ich nicht relativ rigoros trainieren würde.
Bernhard Vosicky:
[23:56] Ganz kurz noch zum Thema Musik und Weitergeben. Du hast schon gesagt, Künstlerfamilie ist immer ganz eigen. Jetzt habe ich wieder ein Video gesehen, wo du mit deinem Sohn auf der Bühne gestanden bist und gesungen hast. Ich finde das ja schön. Ich bin auch selbst aktiv musikalisch und heute am Nachmittag nehme ich mit meiner kleinen Tochter, großen Tochter, oh Gott, die wird böse sein, wenn ich so eine kleine Tochter zähle, nehme ich nehme ich mir die einen kleinen song auf ja und und das ist fantastisch und das taugt die extrem mir daugt dass sie spaß hat an musik machen wie kannst du das weitergeben an deinen sohn kriegt er einfach den alltag mit wie.
Cesar Sampson:
[24:33] Kann ich was weiter
Bernhard Vosicky:
[24:33] Dass das deine begeisterung für musik so zentral ist bei dir.
Cesar Sampson:
[24:41] Ich mache es umgekehrt. Ich gehe zu seinem Spielprozess und bin einfach ich daneben. Und da kommt einfach Musik raus. Und ich bin einfach, genau, ich bin wie er in der Hinsicht, dass ich höre drei Töne und singe die nächsten drei. Und das ist so organisch. Anstatt ich ihn jetzt ins Studio mitnehme und sage, schau, ich drücke da auf Knöpfe und so. Auch lustig, aber er kriegt, glaube ich, das viel mehr von mir mit, wenn wir einfach spielerisch, Bei uns ist es einfach Spiel sehr oft um Klänge, um Rhythmen, so spiele ich schon seit ich klein bin und so spiele er auch gerne. Es gibt einen gewissen Humor in der Musik, also Musik bietet auch Unterlage für humoristische Interaktionen, das ist so selbsterklärend und jetzt ist er schon so ein Kind, das einfach andauernd singt. Er singt einfach alles und wir kommunizieren, wir reden oft, bin ich mit ihm stundenlang alleine und wir tun alles mit Tönen und wir tun nicht so viel labern eigentlich, sondern eher Geräusche machen und so.
Bernhard Vosicky:
[25:49] Kriegt er schon mit, dass der Papa irgendwie halt doch in der Öffentlichkeit steht? Kriegt er das mit, wenn du, weiß ich nicht, im Fernsehen irgendwas moderierst oder auf Bühnen stehst?
Cesar Sampson:
[25:59] Ich glaube nicht, dass er einen Begriff von der Öffentlichkeit hat. Aber er weiß zum Beispiel genau, wie ich auf einer Aufnahme klinge. Er würde mich immer erkennen, wenn er ein Lied spielt, wo ich dabei bin. Das hat er schon, wie er fünf Monate alt war. Also wir haben Ich war einmal, ganz witzig, ich war da Teil von einem Online-Songwriting-Camp, das heißt, da werden mehrere Tage Lieder erarbeitet und am Ende dieser dreitägigen Zeit werden alle Lieder, die erarbeitet worden sind, auf der ganzen Welt, in verschiedenen kooperativen Räumen, werden abgespielt. Das heißt, wir haben an dem Nachmittag zig Lieder gehört und er ist auf meinem Schoß gesessen und wir haben alle Lieder durchgehört. Und sobald eines der Lieder gekommen ist, was ich gearbeitet habe, hat er mich so angeschaut, hat so hingezeigt, sofort gewusst, da warst du dabei. Cool.
Bernhard Vosicky:
[26:48] Wo struggelst du im Moment oder wo du nicht gedacht hast, dass du vielleicht struggeln wirst mit Familie? Weil man hat ja doch ein bisschen so eine kleine Vorstellung, wie das so sein wird. Das kommt dann mal ohnehin anders. Aber gibt es irgendwie was, wo du gesagt hast, da hätte ich nicht gerechnet damit als Papa?
Cesar Sampson:
[27:05] Hm, das ist eine gute Frage. Naja, also ich würde es trotzdem zurückbringen zu dieser Identitätsfrage, wer bin ich in diesem ersten Jahr? Weil jetzt mittlerweile habe ich diesen Moment nicht, ich finde mich ganz gut jetzt in dieser, also die Vaterrolle und alle anderen Dinge, die ich mache, sind jetzt überhaupt nicht gesplittet. Ich komme mir nicht vor, als müsste ich irgendwie eins und hinten anstehen. Es fliegt alles gut zusammen. Aber man muss sich einfach im ersten Jahr, fühlt man sich einfach wie ein Versager. Man hat das Gefühl, man kommt überall zu kurz, man macht überall zu wenig. Und man hat immer das Gefühl, ich hätte irgendwas machen sollen, was ich nicht gemacht habe. Das ist einfach so ein grundsätzliches Gefühl. Ich glaube, das teilen viele Eltern einfach auch, dass sie das Gefühl haben, ich hätte alles besser machen sollen. Und ich bin auch der Meinung, dass das einer der Gründe ist, warum manche Pärchen gleich ein zweites Kind machen, weil sie es gleich besser machen wollen.
Bernhard Vosicky:
[28:15] Ja, aber dann kann zumindest das Kinderhaben nicht so schlimm sein, wenn man ein zweites macht, weil ja viele auch schimpfen, dass es so anstrengend ist, der geht dann, warum hast du dann ein zweites? Also irgendwie, Lernkurve ist flach.
Cesar Sampson:
[28:26] Ich glaube, es ist ein bisschen so, ach Gott, wenn ich nur das gewusst hätte, und was mache ich jetzt mit dieser ganzen Erfahrung, das kann nicht sein, dass diese Erfahrung wieder im Boden versiegt.
Bernhard Vosicky:
[28:36] Inwieweit fühlt ihr euch komplett jetzt als Dreierteam?
Cesar Sampson:
[28:39] Also ich denke nicht an ein zweites Kind zur Zeit und ich bin aber auch ein Einzelkind, das heißt ich liebe dieses One-to-One. Ich würde schnell das Gefühl haben, was zu verlieren, wenn ich das jetzt aufteilen müsste auf noch ein Kind. Ich habe das ja mit meiner Mutter so genossen, dass wir so viel spielen konnten. Ich konnte mit ihr sehr spielerisch sein. Es ist viel leichter, Mensch zu sein mit einem Kind und nicht nur Elternteil mit einem Kind, wenn es One-on-One ist. Wenn es zwei Kinder, drei Kinder sind, dann ist alles so organisatorisch. Die Kinder, wir, Eltern, die Kinder. Es wird alles so Lager auch ein bisschen, aber so one-to-one kann man echt noch spielen einfach und das ist mir sehr, sehr wichtig. Wenn ich mal ein zweites Kind habe, dann müsste das zu einem Zeitpunkt sein, wo ich das mit dem Dion nicht mehr mache. So in diesem Ausbau, dass er einfach seine eigenen Sachen macht.
Bernhard Vosicky:
[29:33] Verstehe, was du meinst. Drei kurze Fragen habe ich noch. Die eine ist, was würdest du sagen ist die Definition eines guten Papas?
Cesar Sampson:
[29:42] Das ist ein Whopper. des guten Papas nämlich wenn du mich gefragt hast die Definition von einem guten Elternteil ist wesentlich leichter ähm aber Papa spezifisch das ist eine großartige Frage ich glaube das kann man ich könnte es nicht grundsätzlich beantworten ich kann sagen was bei meinem sohn, was meine Aufgabe bei meinem Sohn ist ähm
Cesar Sampson:
[30:14] Meine persönliche Art, der Lebensfreude an ihn weiterzugeben, das ist etwas, was ich mitbringe. Ich bin geboren mit einer Lebensfreude und einer lebensbejahenden Haltung und ich habe Gott sei Dank alle Dinge, die da gestört haben, Also meine negativen Erfahrungen, meine Traumata, die habe ich Gott sei Dank schon durchgearbeitet. Das heißt, er wird nichts von diesen, von den Ängsten und von der Angst ausgegrenzt zu werden. All das, Gott sei Dank gebe ich nicht an ihn weiter. Ich sehe das richtig. Er nimmt nur meinen Sonnenschein auf und das möchte ich, und da bin ich Rahmen. Also Rahmen geben ist auf jeden Fall etwas, was meine Aufgabe ist, den safen Rahmen geben, wo er sich, wo er spürt, hinter mir ist einfach so ein Hafen und deshalb ist er auch so offen mit allen und so furchtlos, weil er das spürt. Das bin ich gern.
Bernhard Vosicky:
[31:15] Ich glaube, das ist auch wichtig. Und das heißt, dann würdest du sagen, bist du dieser gute Papa?
Cesar Sampson:
[31:24] Ja, so gut ich es verstehe, ich fühle, dass ich diese Funktion tatsächlich einnehme und dass er es auch spürt, sollte das jemals anders sein, weil ich die Änderungen mache, die es braucht, um das wieder zu sein.
Bernhard Vosicky:
[31:39] Irgendwann einmal ist er der Einzige, der beruhten kann, ob du ein guter Papa bist. Also man fragt dann einfach irgendwann einmal ihn und dann sagt er es dir wahrscheinlich ohnehin recht unverblümt. Bei einem, eine Frage hat man schon ein bisschen vorweggenommen, von dir aus selbst, die ich immer ganz gern stelle, ist so der Sisa, der noch kein Papa war, nach diesen eineinhalb Jahren Papa-Achterbahn-Fahrt, was du dir mitgeben würdest, um es vielleicht leichter zu haben.
Cesar Sampson:
[32:08] Wenn ich die Zeit reisen könnte?
Bernhard Vosicky:
[32:10] Genau, mal angenommen zurück in die Zukunft, du stehst vor dem Sisa, der noch kein Papa ist und sag ihm was.
Cesar Sampson:
[32:19] Ähm Hm Ich glaube, ich würde nur Grinsen anschauen. So einen breiten, wohlwollenden Grinsen, aber mach mal. Ich finde, das Leben gehört einfach so gelebt. Das Leben gehört mit dem Unbekannten als wichtigste Komponente. Das Unbekannte ist so wichtig. Das macht einen neugierig, das macht einen flexibel. Nichts ist schlimmer als alles zu wissen.
Bernhard Vosicky:
[32:55] Und die letzte Frage, eine musikalische, müsste für dich eigentlich ganz gut passen. Du bist wahrscheinlich auch jemand, der seine Lieblingsplaylist irgendwo hat und gerne hört. Gar nicht? Du gehörst alles durch?
Cesar Sampson:
[33:05] Ich habe keine Playlist, aber ich habe Kollektionen. Ich bin ein Mensch, der, wenn er ein Musikstück hört, was finde ich wichtig ist, was außergewöhnlich ist, dann lege ich es wo ab. Aber nicht, weil ich es durchhören werde oft oder so, sondern weil ich einfach sicher gehen möchte, dass ich das aus dieser masse an an sachen rausgeklappt habe und zurückgelegt habe als etwas was besonders ist ich sammle gern besonderes ich mache auch listen gerne von von dingen die ich besonders finde ich renke gerne dinge also ich habe sicher so einen wort von musik aber ich habe ich höre nie musik so also so sich einfach auf play drückt und es radelt so eine musik runter dafür höre ich viel zu viel musik im kopf das wird mich nur ablenken aber ich ich akkore also Also ich sage zum Beispiel meine besten 60s, die besten Songs der 60s, die besten Bands der 60s, die habe ich alle irgendwo in einem Ordner.
Bernhard Vosicky:
[33:57] Gibt es den greatest, best Song in the world für dich?
Cesar Sampson:
[34:00] Nein, den gibt es nicht, nein.
Bernhard Vosicky:
[34:02] Das ist auch schwer, oder? Stimmungsabhängig, was du gerade sagst.
Cesar Sampson:
[34:05] Songs können nicht ohne den Kontext existieren.
Bernhard Vosicky:
[34:09] Bin ich ganz bei dir. Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, es gibt, seit dem Podcast, gibt es auch eine Playlist Spotify, die wächst mit jedem Gast. Die ist die Playlist des Grauens. Ja, genau. Und zwar geben wir da diese Angst drauf. Die Kids so oft hören, dass du sie nicht mehr hören kannst. Das können alle Songs sein, von Kinderliedern bis zum letzten Gast, der hat Peter Fox alles Neue draufgegeben, der Hosea Rachilla, weil das einfach halt die Kids so oft gehört haben. Gibt es irgendwas, das der Dion schon vielleicht ein bisschen vermiest hat, weil das einfach, Kinder haben ja dieses Burnout von Songs nicht.
Cesar Sampson:
[34:45] Noch nicht, weil er so eine Liebestimme hat. Ich bin komplett verliebt in seine Singstimme, aber er singt undauernd The Wheels on the Bus.
Bernhard Vosicky:
[34:53] Ah, okay.
Cesar Sampson:
[34:55] The wheels on the bus go round and round. Den ganzen Tag. Gut.
Bernhard Vosicky:
[35:02] Hat schon einen Grund, warum das ein Kinder-Ohrbomb ist.
Cesar Sampson:
[35:04] Oder? Ja, das ist ein sehr mächtiger Ohrbomb. Gut.
Bernhard Vosicky:
[35:07] Dann gebe ich das auf die Liste.
Cesar Sampson:
[35:08] Okay? Ja, gib bitte The wheels on the bus.
Bernhard Vosicky:
[35:10] Ja, super. Wunderbar. Tisa, ich danke dir vielmals fürs Kommen. Wir sind durch. Ich wünsche dir alles Gute. Ich hoffe, die Song Contest-Zeit wird heuer, nachdem es im Heimatland ist, noch eine Spur intensiver als sonst. Und mit Family und so wird das großartig für dich. Dank dir.
Cesar Sampson:
[35:24] Danke dir. Papa Mia. Reine Männersache.
Bernhard Vosicky:
[35:27] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.