Warum Vatertag nichts mit Feminismus zu tun hat
Familie ist ein Hemmschuh. Steht nicht im Leitbild, aber es klingt durch – in Kommentaren, in Büros, in Werbekatalogen zwischen Grillzange und Whiskeyflasche. Und solange wir das so framen, braucht es uns nicht wundern, dass kaum einer freiwillig dort sein will.
Das Zitat aus dieser Folge, das ich nicht mehr loswerde:
„Meine Anliegen sind nicht feministisch, meine Anliegen sind tief egoistisch. Ich will, dass es mir besser geht und wenn das anderen hilft, ist es schön. Aber das ist nicht das Ziel.“
Worum es in dieser Folge geht
Vatertag in Österreich. Dominik Gocumyan ist wieder da und wir reden, wie wir es immer tun: offen, direkt und ohne Scheuklappen. Diesmal geht es um die Frage, die mich eigentlich schon seit Jahren umtreibt, nämlich warum wir Väterkarenz immer als Problem behandeln, das gelöst werden muss – statt als etwas, das man wollen könnte.
Denn das Paradoxe ist folgendes: Es gibt genug Männer, die länger in Karenz gehen wollen. Die es aber trotzdem nicht tun. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis davon, wie wir Familie als Gesellschaft beschreiben. Als Belastung. Als Karrierebremse. Als etwas, das einem passiert. Deshalb kämpfen wir seit Jahren um Prozentzahlen, statt an dem echten Problem zu arbeiten: dem Framing.
Diese Folge ist für dich, wenn du das Gefühl hast, du willst eigentlich mehr Zeit mit deiner Familie – aber irgendwie sprichst du dafür nie davon, als wäre es etwas Verlorenes.
Diese Folge ist Teil unserer Reihe über moderne Vaterschaft, Väterkarenz und das Framing von Familie.
Kapitel
(00:00) – Intro
(01:15) – Vatertag in Österreich vs. Deutschland: Leiterwagen, Aschenbecher und Kresse-Igel
(10:30) – Grillzange, Whiskey, Old Spice: Warum Vatertagsgeschenke so viel über Rollenbilder verraten
(16:00) – FM4, Hero of Feminism und warum Bernhard den Preis lieber nicht feministisch nennt
(21:00) – FOMO für Väter: Vom Müssen zum Wollen
(36:00) – Der größte Hebel: Höherer Deckel, längere Mindestzeit, schwedisches Modell
Das nimmst du mit
- Du verstehst, warum intrinsische Motivation der einzige Weg ist – und warum gesetzlicher Druck das Gegenteil bewirkt.
- Du weißt, welche zwei konkreten Stellschrauben Väterkarenz in Österreich wirklich verändern könnten.
- Du erkennst, wie das gesellschaftliche Framing von Familie dazu beiträgt, dass Menschen keine Kinder mehr wollen.
- Du hast einen Satz im Kopf, den du beim nächsten Gespräch über Vaterschaft brauchen wirst.
Über Dominik Gocumyan
Dominik Gocumyan ist Unternehmer, Werber und Papa. Er ist einer der wenigen Menschen, mit denen ich wirklich streiten kann – und trotzdem immer klüger rausgehe. In dieser Folge redet er zum zweiten Mal über das, was Vaterschaft für ihn bedeutet: nicht als Gesellschaftsprojekt, sondern als persönliche Entscheidung.
Über Papa Mia!?
Papa Mia!? ist der Podcast von Papas für Papas – und für alle, die Papas mögen. Bernhard Vosicky spricht mit Vätern, Expertinnen und Menschen, die moderne Vaterschaft und Familie aus unterschiedlichsten Perspektiven kennen. Ehrlich, direkt, manchmal unbequem.
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