Otto Jaus: „Ich war nur Erzeuger, nicht Vater“

Episode 125
52:18

Dein Kind kommt auf die Welt – und du fühlst dich wie ein Kind, dem man ein Kind in die Hand gelegt hat.

Otto Jaus ist alles: Schauspieler, Kabarettist, Musiker, Autor. Aber als seine Tochter 2020 geboren wurde, war er vor allem eines: heillos überfordert.

In dieser Folge reden wir darüber, was wirklich passiert, wenn man Papa wird. Über das Gefühl, erstmal nur der Erzeuger zu sein. Über Liebe, die man mit Leistung verwechselt hat. Und darüber, warum Therapie das Beste sein kann, was du deinen Kindern schenkst.

Der Satz, der mich noch Tage danach beschäftigt hat:

„Mein Kind ist mein Spiegel – und ich muss ihn putzen. Je besser ich mich kenne, desto besser kann ich mit meinen Kindern umgehen.“

Ich kenne dieses Muster aus meinem eigenen Leben: Der schönste Tag war für mich der, an dem ich die Matura geschafft hatte und meine Eltern festlich den Tisch gedeckt haben. Wunderschön, aber gleichzeitig die Belohnung dafür, dass ich etwas geleistet habe. Otto nennt das Liebe mit Leistung verwechseln. Denn wer als Kind nur dann gefeiert wird, wenn er erfolgreich ist, lernt, dass Liebe an Bedingungen hängt.

Deshalb reden wir nicht nur über die schönen Seiten. Wir reden über Überforderung, über das Streiten als Paar, über Paartherapie, und darüber, warum man als Mann nicht alles alleine lösen muss.

Otto sagt einen Satz, der hängen bleibt: Wenn ihm der Fuß wehtut, geht er zum Arzt. Wenn ihm die Seele wehtut, eben auch.

Diese Folge ist für dich, wenn du dich manchmal fragst, ob du als Vater eigentlich weißt, was du tust und ahnst, dass die Antwort darauf bei dir selbst anfängt.

Kapitel

  • (00:00) – Intro
  • (02:37) – Der erste Vatertag, an dem die Tochter selbst gebastelt hat und die Tränen gekommen sind
  • (13:43) – „Ich habe Liebe mit Leistung verwechselt“ – wie der Einser zur Bedingung für Zuneigung wurde
  • (23:19) – „Ich war nur der Erzeuger“ – heillos überfordert mit dem eigenen Kind
  • (41:33) – Warum Otto und seine Frau in Paartherapie gehen – obwohl es gut läuft
  • (47:22) – Der eine Rat an sein früheres Ich: Mach eine Therapie

Was du aus dieser Folge mitnimmst

  • Du verstehst, warum du zum Vater nicht geboren wirst, sondern erst über die Jahre einer wirst
  • Du erkennst, ob du selbst Liebe mit Leistung verwechselst
  • Du weißt danach, warum an dir zu arbeiten kein Egotrip ist, sondern das Konkreteste, was du für dein Kind tun kannst.
  • Du nimmst mit, warum Reden, Paartherapie und Sport keine Schwäche sind, sondern Werkzeug.

Über Otto Jaus

Otto Jaus ist Schauspieler, Kabarettist, Musikkabarettist und Autor. Aufgewachsen in Großebersdorf, war er als Kind bei den Wiener Sängerknaben. Heute lebt er mit seiner Frau Eva und den beiden gemeinsamen Kindern (Tochter, fast sechs; Sohn, zwei) in Perchtoldsdorf. In dieser Folge lässt er die Bühne bewusst draußen und redet als Vater offen über Überforderung, Therapie und das Aufarbeiten der eigenen Prägung.

Über Papa Mia!?

Papa Mia!? ist der Podcast von Papas für Papas – und für alle, die Papas mögen. Bernhard Vosicky spricht mit seinen Gästen über moderne Vaterschaft, Familie und das echte Leben mit Kindern. Ehrlich, persönlich und ohne erhobenen Zeigefinger.

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Transkript:

Otto Jaus: [0:00] Die meisten Leute, die über Eltern urteilen, sind meistens die Leute, die keine Kinder haben. Die, die Kinder haben, urteilen ganz, ganz, ganz wenig. Die sagen vielleicht, also Freunde, wenn du sie fragst, geben dir einen Tipp, aber da urteilen du meistens die, die keine Ahnung haben, was da eigentlich los ist. Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard Vosicky: [0:22] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Neue Folge Papamia, Folge 125 mit dem wunderbaren Otto Jaus. Ich freue mich, dass du da bist. Habe ich jetzt 25 oder 125? 125. Habe ich gesagt, passt super. Ich bin super. Weil nicht, dass ich meine eigenen Folgen durcheinander bringe. Aber 125. Für die zwei Leute, die zuhören und dich nicht kennen, weil sie hinter dem Mond wohnen. Du machst alles. Du bist Schauspieler. Du bist Kabarettist. Du bist Musikkabarettist, Musiker. Du bist Autor. Kochbuchautor. Otto Jaus: [0:59] Kein Kochbuchautor. Naja, hallo. Der Schiffsteller, mir freut sich, wenn du Autos sagst. Bernhard Vosicky: [1:03] Aber mit der Mama gereist. Genau, aber das sind jetzt alles nicht Sachen, warum du da bist. Der Grund, warum du da bist, ist, du bist zweifach Papa. Otto Jaus: [1:12] Ja. Bernhard Vosicky: [1:13] Und zwar, die Tochter ist sechs Jahre alt. Otto Jaus: [1:16] Ja, bald jetzt mal. Bernhard Vosicky: [1:16] Sohnemann zwei. Otto Jaus: [1:18] Zwei, der Sohnemann ist zwei. Bernhard Vosicky: [1:20] Sohnemann zwei, Tochter. Das heißt, bald Erfolgsschule kommt. Otto Jaus: [1:23] Ja, ein Jahr haben wir noch. Bernhard Vosicky: [1:25] Okay, ein Jahr, also das heißt, letztes Kindergarten. Otto Jaus: [1:26] Zeit. Es ist im Oktober gebäumt und wir lassen sie nach einem Jahrzehntel... Wichtig, ein bisschen die Ruhe lassen. Bernhard Vosicky: [1:34] Also das ist der Grund, warum du bei mir bist, weil wir versuchen einmal das Musikalische, wenn es nicht ganz geht, aber zumindest jetzt einmal auf der Seite zu lassen. Otto Jaus: [1:42] Ist schön, wenn man nicht überreden muss. Bernhard Vosicky: [1:43] Und wir nehmen heute, ist es wirklich schön für dich, wenn du mal das nicht als Thema hast? Otto Jaus: [1:47] Ja, ich finde es super. Es ist nämlich überall, wo ich hinkomme, ist das das Thema. Also wenn ich auf eine Feier nachkomme, wo alle schon ein bisschen da waren, dann geht es ja, wo kommst du? Ich habe keinen Auftritt gehabt. Ah, wirklich? Und wann spürst du, wo spürst du, wie ist das? Das ist voll interessant. Es ist schön, weil die Leute interessieren sich dafür. Ich bin erst jetzt dazugekommen und stehe so sehr zu mir selber, dass ich sagen kann, bitte red mir über etwas anderes. Und dann funktioniert es meistens. Bernhard Vosicky: [2:17] Ist das die Standardfrage, die die Leute dir stellen, wenn du ihnen gegenüber sitzt? Wie ist das wirklich auf der Bühne? Oder was wollen die wissen? Otto Jaus: [2:26] Ja, das muss ja voll anstrengend sein. Das ist ja voll stressig gerade. Wie geht es dir damit? Und hast du da Vorbereitung, hast du da einen Mentor-Coach oder sowas und so weiter und so. Okay, gut. Bernhard Vosicky: [2:37] Lassen wir raus. Das lassen wir weg. Wir nehmen heute am 15. Juni auf. Gestern war Vatertag. Otto Jaus: [2:43] Ja, stimmt. Der war gestern. Bernhard Vosicky: [2:46] Scheint jetzt keine große Rolle zu spielen bei dir. Otto Jaus: [2:50] Nein, also was für mich wahnsinnig schön war und das war das erste Mal, ich meine, ist ja so, dass in diesem Alter der Kinder, also jetzt noch so ist, dass die letzten Jahre mehr oder weniger die Mama da beim Basteln mitgeholfen hat oder solche Geschichten gemacht hat und jetzt hat die Kleine. Bernhard Vosicky: [3:09] Die Große eigentlich, ja, Otto Jaus: [3:11] Ich sage nur die Kleine, aber die Große hat jetzt im Kindergarten, die hat was für den Papa bastelt und die, ich habe so einen Stein bekommen, Da war ein Drahtgestell drauf und da kann ich Fotos reinklipsen, so mit Spirale. Und dann habe ich noch ein wahnsinnig schönes Gedicht bekommen auf Englisch, weil sie in so einem International Montessori am Kindergarten ist und das alles auf Englisch tut, was eh schön ist. Und ich habe sehr aufpassen müssen, dass mir nicht die Tränen in die Augen fahren. Aufpassen muss ich gar nicht, das hätte ich gelernt, aber trotzdem, ich war wirklich sehr, sehr, sehr, sehr, sehr emotional angetan. Dass die jetzt auf einmal zu mir was basteln. Das war voll schön und sich so dermaß so fragen, Papa, du darfst jetzt noch nicht reingehen. Du darfst, hör auf, nein, Papa, schau weg, Papa. Schau, warum schaust du es hergeschaut? Ich habe nicht hergeschaut, ich habe mich geschont. Das ist so unfassbar. Und der Kleine macht natürlich das dann nach, was die Große macht. Der Mame, da hat er deine eigene. Das ist super. Und dann denkst du, ja, genau das ist der Grund, warum ich hier auf dieser Welt bin. Bernhard Vosicky: [4:22] Du hast wahrscheinlich noch Aschenbecher bastelt, oder? getöpfert für... Otto Jaus: [4:25] Ist das nicht sensationell, oder? Bernhard Vosicky: [4:27] Eigentlich schon. Otto Jaus: [4:27] Ist das nicht... Wenn du das jetzt überlegst, stell dir vor, dein Kind kommt nach Hause, aus dem Kindergarten und schenkt dir einen aus Ton gebastelten Aschenbecher. Am besten mit einem Kriegel noch dazu. Na, bist du wahnsinnig. Ich muss immer noch drüber lachen, dass das... Bernhard Vosicky: [4:41] Schon, oder? Aber wir haben das alle gemacht. Es wurde dann irgendwann zum Kresseigel, aber eigentlich war der Aschenbecher. Ja, aber eigentlich der Aschenbecher, Otto Jaus: [4:49] Genau, ja. Wir machen Aschenbecher für den Papa. Das ist ja Wahnsinn. Bernhard Vosicky: [4:51] Eigentlich, oh, dass wir das gemacht haben, aber Aber es hat sich viel verändert, auf das kommen wir eh noch zu sprechen. Aber bei dir, du bist aufgewachsen in der wunderbaren Gemeinde Groß-Ebersdorf. Ich habe mir auch recht so angeschaut, wo liegt Klein-Ebersdorf. Das liegt auch nicht so weit weg, ist aber deutlich kleiner. Groß-Ebersdorf, aktuell zweieinhalbtausend EinwohnerInnen. Otto Jaus: [5:12] Ja, nur die Ortsch, also die Machtgemeinde natürlich mehr, weil es eine Machtgemeinde ist. Bernhard Vosicky: [5:16] Also die Metropolregion Groß-Ebersdorf. Otto Jaus: [5:18] Die Metropole, wir sind, man geht drei in Gärerstorf, wieder ein riesiges Einkaufszentrum. Mein wahnsinn sage ich dir na ist ich habe es aber lieber gehabt ist noch so ein liebes kleines. Bernhard Vosicky: [5:28] Aber ich kenne das von mir weil ich bin aufwachsen lebensdorf ich habe in der schule in der volksschule damals gelernt wir haben 950 einwohner ja mittlerweile sind es Otto Jaus: [5:36] Viererhalbtausend oder ja es ist ja es geht ja auch er mir fehlt dann, Wir haben einen Schodergruben gehabt, da sind wir dann illegalerweise mit den Motorraden gefahren, mit den Gatschupferln, teilweise auch schon mit den Kawa 125, da hat es uns breselt. Wir haben am Mansport, hat das geheißen, es war so ein kleines Waldstück, wo die Eltern nicht wollten, dass wir dort spielen, weil dann haben sie uns immer Schauergeschichten erzählt, mit was die da ist, da sind ja die bösen Männer, die werden euch stellen. Und wir sind trotzdem hier, wo sind die bösen Männer? Und dann haben wir dort gezeltelt und das Ganze, und dann haben wir einen Vorrang gehabt, Obwohl wir dann wieder mit den Autos gefahren sind und illegal... Ich erzähle alte Sachen, die illegal waren, aber es ist verriert. Das geht alles nicht, weil wenn das halt ist, das ist alles zubetoniert und zugemacht. Was ja, ja, ist halt so. Und diese Dinge, es ist geil, dass es weg ist, es ist geil, dass diese Sachen nicht mehr da sind. Wenn du jetzt heimfahrst, dann... Die Heiligen sind auch teilweise zu und das ist so, ja, diese Platzen füllen dann. Aber die Erinnerung ist anders, das ist schön. Bernhard Vosicky: [6:36] Kannst du deinen Kindern sowas bieten? Otto Jaus: [6:41] Ich hoffe, das werden sie dann ohne meines Wissens machen, dass sie illegal mit dem Auto irgendwo auf einer Umfahrung rufen. Bernhard Vosicky: [6:47] Jetzt noch nicht vielleicht, Otto Jaus: [6:48] Aber nein, nein. Was meinst du mit? Bernhard Vosicky: [6:52] Naja, weil dieses behütete Aufwachsen mit geht's raus, geht's spüren, kommt's heim, wenn es dunkel wird, ist halt in Wien, in der Stadt schon was anderes. Otto Jaus: [7:00] Nein, das geht nicht. Deswegen, wir sind ja jetzt aufs Land, aufs Land, nicht wirklich Land. Wir sind im Berchtolstorf jetzt daheim. Und habe ich mich ja immer gewehrt, weil ein Nordenkind in den Süden, das geht sich nie ganz aus. Bernhard Vosicky: [7:12] Die Donau ist schon so ein bisschen Ja, Otto Jaus: [7:14] Da muss man schon aufpassen. Also wenn ich jetzt mit einem MD Kennzeichen nach Hause fange, muss ich sagen. Hast du eins? Ja, ja. Aber du, ich bin wirklich froh gerade. Ich bin wirklich, ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, ich sage jetzt nochmal sehr, glücklich im Berchtasdorf sein, im Bäderstorf sein zu dürfen. Wir haben da Zuflucht gefunden bei einer wunderbaren Familie, die haben in ihrem großen Haus Teile vermietet und die haben jetzt einen Garten und wir hatten diese Woche sogar einen Fuchs im Garten. Bernhard Vosicky: [7:43] Das ist aber geil. Otto Jaus: [7:48] Wir haben im sechsten Bezirk gewohnt. Wenn ich das Sack gehe auszuspülen, ja, eh cool, aber, eh schön, wir haben dann Kreide gehabt und haben dann die Gehsteige angeschmiert und alles mögliche, was ja auch schön war. Aber du machst immer mit zwei Kindern, Das ist dann überhaupt eine Weltreise zum Kinderspielplatz. Und wir haben jetzt einen Garten, den wir mit benutzen dürfen. Und ich habe eine Sandkiste gebaut. Und wir gehen raus und jetzt greifen sie die Würmer an. Und das ist eine Spinne. Und der Kleine. Und dann haben wir ein Hochbeet. Ich merke, was das für einen Unterschied macht, auch für die Kinder. Bernhard Vosicky: [8:27] Immunsystem auch nicht falsch, ne? Also von dem her, wenn sie Würmer essen, Immunsystem und so. Otto Jaus: [8:32] Super, da gehen da früher ein paar Würmer ins Müsl rein. Ist auch nicht falsch. Bernhard Vosicky: [8:35] Ja. Protein, du brauchst Otto Jaus: [8:37] Das ja eh. Aber die essen das eh von der Leid, da muss gar nichts tun. Bernhard Vosicky: [8:40] Unter den Nägeln ist immer ein bisschen was. Otto Jaus: [8:41] Ja, letztens ist ja auf eine Schnecken drauf gestiegen und dann ist die ganze Zeit durch gewesen. Bernhard Vosicky: [8:48] Französische Prägung. Otto Jaus: [8:49] Ja, französische Prägung, ja. Bernhard Vosicky: [8:51] Du bist ja dann, was ich gelesen habe, bitte korrigiere mich, wenn das falsch ist, relativ bald ins Sängerknaben-Internat gekommen. Bis zu dem Moment, wo es dann eigentlich, wo du, ich glaube, Mutant ist, oder? Mutant, in jeden Fall. Otto Jaus: [9:04] Na, ein bisschen was. Bist du wahnsinnig. Ja, das ist ein Ausdruck, kennen nicht viele, man nennt das dann den Mutanten. Wenn der Stimmbruch kommt. Ja, wenn der Stimmbruch kommt, wirst du auf einem, wie arg das ist, dass man da Mutant sagt. Bernhard Vosicky: [9:15] Vor allem, wenn du mit den Dörtles aufgewachsen bist. Ja, jetzt wir natürlich. Otto Jaus: [9:20] Und dann, ja, arg eigentlich. Aber ja, Mutanten. Das Mutantenheim geben. Bernhard Vosicky: [9:25] Ich war ja in einem Musikgymnasium, wo es auch ein Internat gegeben hat. Wirklich? Und für mich waren die, im dritten, in der Boerbegasse. Und für mich waren die Kinder, die im Internat sind, die kamen halt viel aus den Bundesländern, weil halt dann, da war auch eine Ballettschule dabei und die müssen halt dann trainieren in der Früh am Abend. Die können am Abend nicht nach Salzburg heimfahren. Aber jetzt rein theoretisch wäre es ja nach Groß-Ebersdorf schon noch gegangen. War das irgendwie eine Entscheidung für die Musik oder was war da die Geschichte dahinter? Otto Jaus: [9:52] Dass ich im Internat war, das war verpflichtend. Ich musste im Internat dort sein. Also jetzt ist es komplett anders. Ich war jetzt, also man kann die Sängergnaben, nicht mehr vergleichen mit dem, Also ja, heute ist das ein Traum. Also heute würde ich auch, wenn mein Kind sagt, sie will es uns hängt haben oder er will es uns hängt haben, weil beide ist es möglich, weil sie auch die Türen geöffnet haben, endlich für Mädels, würde ich sogar überlegen, ja, können wir darüber reden. Wenn es noch so wäre wie bei mir, dann würde ich sagen, sicher nicht. Das war eigentlich Kinderarbeit, was wir da gemacht haben. Wir sind da vier Monate weg gewesen von zu Hause, ohne irgendwie großartigen, pädagogischen, wertvollen Hintergründen, die wir da mitgehabt haben und haben dort gespielt, gesungen, gesungen, gesungen, gesungen, gesungen, ja. Und haben in Schlafseelen gelebt mit 24 Burschen, also mit diesen, weißt du ja, diesen Kindergarten. Otto Jaus: [10:47] Ja, und ich will nicht sagen, das war die schlimmste Zeit meines Lebens, weil es war nicht die schlimmste Zeit meines Lebens. Warum? Weil ich auch Eltern hatte und weil ich aus einem Elternhaus komme, die mir immer gesagt haben, wenn du nicht mehr willst, nehme ich dich raus und weil ich auch aus einer Ortschaft komme, wo ich gelernt habe, dass ich mich auch verteidigen kann, wenn ich will, weil einfach dieses, ja, dieses Gatsch mit Rangel und so weiter. Und weil, ja, ich bin auch, ich habe Geschwister, das heißt, ich habe auch, ja, deswegen ist es ausgegangen, aber ich weiß einfach, ich weiß es einfach, dass da viele Leute vielen Kindern teilweise wirklich großartige Probleme gekriegt haben dann im Nachhinein, weil da einfach Dinge, also, es geht gar nicht anders, dir wird etwas von deiner Kindheit genommen. So war es bei uns. Jetzt komplett anders. Ich war jetzt dort und das ist so eine wunderschöne Offenbarung, wie die jetzt diese wunderschöne Institution, weil es ja wirklich schön ist, das ist ja Wahnsinn. Man merkt wirklich die Freude, die dort sprießt, weil einfach diese Strukturen einfach aufgebrochen worden sind und weil jetzt auf einmal funktioniert es. Und das ist super. Wir haben ganz andere Herangehensweise, ja. Bernhard Vosicky: [11:51] Jetzt habe ich in der Vorbereitung gelesen, dass du mal gemeint hast, wir sind ein Produkt unserer Eltern, also im Guten wie im Schlechten. Unterschreibe ich zu 100 Prozent. Jetzt ist aber natürlich die Frage, wenn man dann doch einen Großteil der Zeit gar nicht bei den Eltern ist, bist du da auch ein Produkt von den Pädagoginnen und Pädagogen von dort oder generell vom Umfeld? Otto Jaus: [12:12] Das naja das gilt es herauszufinden da bin ich noch dabei dass es herausfindet was das englisch mit mir gemacht haben ich glaube viel positives aber auch manche suchen die netzerleihung aber das, ich glaube das meiste passiert von 1 bis 6 da war ich noch nicht bei den senken also ich glaube das ist immer es ist mir so spannend für mich wäre letztens wieder darüber noch doch dass das das, Da schafft es der menschliche Körper, also der weibliche Körper, aus so einem kleinen Schestreck, dieses Wunder der Natur, dass da auf einmal nach neun Monaten, wenn alles gut geht hoffentlich, ein gesundes Menschenkind auf die Welt kommt, das sich bewegen kann, das schreit, die Augen aufmacht. Und dann sagt der Mensch, die kriegen ja noch nichts mit. Wie saublöd ist das denn? Da kriege ich so eine Krise. Weil ich glaube wirklich, da passiert es dann halt. Da bin ich nicht bei der Sengdarm gewesen. Ich glaube, von eins bis sechs, da kriegst du das von den Eltern mit, was nachher dein Leben bestimmt, mehr oder weniger. Auch von der Elementarpädagoge, also auch vom Kindergarten kriegst du das Sachen mit. Dann eher sind es die Kindergärtnerinnen gewesen oder Kindergärtner gewesen, die mir was mitgeben haben. Bernhard Vosicky: [13:31] Ich glaube, das Gendern war nicht notwendig. Otto Jaus: [13:32] Danke, ja. Bernhard Vosicky: [13:35] Gerade in der Otto Jaus: [13:35] Elementarbeit der Covid brauchen wir nichts Gendern. Genau, brauchen wir nichts Gendern, genau richtig. Aber ich glaube, da wäre es eher am Fall, dass man was mitbekommen hat. Bernhard Vosicky: [13:43] Zum Beispiel das, was du erwähnt hast, auch in einem anderen Interview, dass du Liebe mit Leistung verwechselt hast oder gleichgesetzt hast. Und da muss ich sagen, habe ich mich auch an mich erinnert gefühlt, weil ich habe einmal meinem Therapeuten erzählt, dass einer der schönsten Tage meines Lebens der war, als ich die Matura dann geschafft hatte und nach Hause gekommen bin. Und meine Eltern haben so in meinem Zimmer so den Tisch gedeckt, so richtig schön festlich mit gelanden und mit allem Pipapo und so. Jetzt hat der Bub das geschafft. Und für mich ist das der schönste Moment meines Lebens, wenn ich daran denke. Aber auf der anderen Seite ist das ja eigentlich nur, weil ich was geleistet habe. Ja, schlimm. Otto Jaus: [14:23] Oder? Es ist vollsagisch. Bernhard Vosicky: [14:24] Wie hast du, erinnerst du dich an irgendetwas? Ich brauchst jetzt mal keine, also du hast eine Geschichte, freue ich mich, Aber wie hat sich das bei dir geäußert, dass Leistung bei dir so ein essentielles Ding ist? Otto Jaus: [14:36] Ähm... Das beginnt bei den Noten. Bernhard Vosicky: [14:44] Also Bestrafung oder Ächtung, wenn du schlechte Noten hast und Belohnung bei Gutem. Otto Jaus: [14:50] Das ist ja so, eins bis fünf, logisch. Fünf schlecht, eins gut. Du lernst der Leistung wegen und nicht des Wissens. Und das ist einfach und Leistung, wenn du mit einem Einser heimkommst, du hast ein Eins und bravo, du bist super. Und da fängt es schon an, ja okay, das heißt, wenn ich so etwas mache, wenn ich keine Fehler mache, dann bin ich super. dann haben mich alle lieb. Deswegen hat man dann auch so eine Scheu vor Fehlern, die eigentlich so scheiß wichtig sind, dass du Fehler machst, aber die traust du dich nicht machen, weil ja immer nur, wenn du gut bist, funktioniert alles. Und dann haben die dich gerade auch lieb. Und wie du sagst, dann wird der Tisch gedeckt. Ich habe einmal einen Einserheim gebraucht, weil ich so wahnsinnig viel gelernt habe, der Film mit meiner Tante kann man erinnern, und die haben sich alle so dermaßen gefreut mit mir. Und ich habe gedacht, ich bringe einen Einserheim, und die haben mich alle so auf einmal so lieb, und das ist super. Und es ist viel traurig eigentlich weil und dann beginnt und dann kommen sängergnaben natürlich dann singst du auf der bühne die applaudieren wenn du super singst und denkst du hey cool die applaudieren wenn ich wenn ich cool auf der bühne bin, super und dann geht es los dass du liebe mit leistung verwechselst also du, fährst liebe durch durch leistung und das ist halt das geht sie ihm irgendwann halt nimmer aus und das versuche ich auch meinen kindern einfach nicht einzubringen. Bernhard Vosicky: [16:02] Da wollte ich eigentlich hin weil ich würde sogar noch einen schritt weiter gehen und sagen es ist gar nicht die Leistung, sondern es ist eigentlich der Erfolg. Weil wie du schon sagst, wenn du leistest, aber wenn du lernst, wie ein Böser und du hast doch mal einen Vierer. Otto Jaus: [16:15] Hast du recht. Es ist gar nicht so, eine Leistung zu bringen, ist ja schön. Ja, es kommt darauf an, was ich daraus mache, wenn mein Kind mit einer Leistung heimkommt. Bernhard Vosicky: [16:29] Oder was ich als Erfolg sehe. Otto Jaus: [16:30] Ja, du, Erfolg ist, also Erfolg, Also ich habe da irgendwann einmal von mir gesagt, also, Zufrieden ist nicht immer der, der erfolgreich ist, aber erfolgreich ist immer der, der zufrieden ist. Bernhard Vosicky: [16:44] Ja, das ist schön. Otto Jaus: [16:45] Also, wenn ich zufrieden bin, dann habe ich es geschafft. Ich muss nicht immer glücklich sein. Das war eine Katastrophe. Man darf auch einmal, es muss da schlecht gehen, dass du weißt, wie es ist, dass es wieder gut ist. Aber diese Zufriedenheit, das ist alles übernommen. Und das wäre schön, wenn ich das... Also jetzt ist, wenn... Also ich versuche das, also ich weiß auch nicht, wie es ist, wenn es dann in den Schulweg hineingehen, aber jetzt ist es halt so, dass ich versuche, so wenig wie möglich den Kindern diesen Druck aufzubürden, dass sie gut sein müssen. Bernhard Vosicky: [17:20] Das ist sauschwer, wenn es dann wirklich um Schularbeiten und so weiter geht, Testschularbeiten, Prüfungen, weil auf der einen Seite möchtest du natürlich deine Kinder motivieren, dass sie was lernen dafür, obwohl du natürlich auch gleichzeitig weißt, dass dieses punktuelle Lernen ja der größte Blödsinn ist. Ja, also ich meine, die ganze Schule hörst du, du lernst nicht für den Test, für die Schularbeiten und was ist das Ende der Schule, ist eine Woche lang Prüfungen in jedem Fach. Otto Jaus: [17:44] Ja, ja, warum muss der Lehrer, warum muss ich alles wissen, der Lehrer nur als zwei Fächer? Bernhard Vosicky: [17:49] Ja, ja, das ist genau das. Otto Jaus: [17:52] Ich verstehe das. Bernhard Vosicky: [17:53] Ja, genau. Das ist natürlich total blöd, aber gleichzeitig möchtest du natürlich den Kindern jetzt nicht die Schmach aufbürden, dass du ihnen sagst, ja, ist ja wurscht, was du lernst, Hauptsache du kommst durch. Aber wie es halt dann in der Klasse, der mit sieben Vierer ist, vielleicht auch nicht cool. Weiß ich nicht. Otto Jaus: [18:09] Ich verstehe, ich werde das nie wissen, weil wir haben, Schule ist für mich ein riesengroßes Thema. Das ist für mich so ein großes Thema, da kann ich mich in Rage reden bis zum Gettnimmer. Otto Jaus: [18:26] Wie war die Schule für dich? Und ich sage immer, mich hat die Schule nie interessiert. Ich muss aber genauso sagen, die Schule hat sich nie für mich interessiert. Und genau das ist das Problem und deswegen habe ich auch gesagt, meine Kinder werden bis zu einem also wo es dann notwendig ist in der Oberstufe dann werden sie keine Noten sehen, das heißt die werden halt, die werden lernen, die haben ihre auch bei Montessori so, die werden das die müssen schon dort irgendeine Leistung bringen, aber halt nicht. Otto Jaus: [18:55] So ist das, so waren das schon immer deswegen mach das, aber mich interessiert es nicht mir wurscht, dann tue es, als das die interessieren Bravo! Das heißt, du siehst kleine, kleine, kleine, wunderbare Menschen in China, dem einfach dieses Ding rein. Auch wenn es dich nicht interessiert, musst du tun, als das dich interessieren. Das heißt, du hast irgendwann einen Job, der dich nicht interessiert, aber du musst tun, als das dich interessieren. Das heißt, deine Belohnung ist dann auch nicht das Geld, was du dann monatlich bekommst, sondern einfach der Suf, den du dir jedes Wochenende rein hast, damit es dir einfach wirklich, dass du einfach der sein kannst, der es wirklich sein willst. Weil so schaust du es ja nicht. Und das will ich meinen, das ist ganz arg gesagt, das ist natürlich bei jedem nicht so, aber das will ich meinen Kindern ersparen und deswegen... Versuche ich da also nicht diese Idee, also deswegen weiß ich nicht, wie das sein wird dann, wie das sein muss, wenn du dann wirklich sagst, ach jetzt hat das Kind vier Fetzen oder auch ein paar Vierer und genügend und wird es von den anderen Kindern vielleicht gecancelt oder sowas, das muss halt die Hölle sein. Und da bist du dann als Vater auch da hinten und sagst, du wirst nicht ein bisschen mehr lernen, dann geht es vielleicht ein bisschen und hast eine bessere Noten, dann haben dich an. Aber wie schlimm ist das eigentlich? Bernhard Vosicky: [19:58] Voll. Otto Jaus: [19:59] Wenn man nicht aufwacht endlich, dass man sagt, vielleicht sollte man vielleicht einmal da was ändern. Bernhard Vosicky: [20:04] Aber es ist ja genau das, dass du dein Kind vor allem Bösen bewahren willst, aber gleichzeitig lernt es ja nur, wenn es das Böse erfährt. Wenn du mir sagst, ich möchte meinem Kind natürlich jede Knieverletzung ersparen, aber wenn sie Rollerskaten will oder Skateboard fahren, wird sie sich wehtun. Otto Jaus: [20:19] Ja, aber das fällt mir leichter. Das würde mir, glaube ich, leichter fallen, wenn ich weiß, okay, das ist nicht lebensgefährlich, was es jetzt verletzt, was es sich rückverletzt und es passt. Weil das, sie weiß. Bernhard Vosicky: [20:29] Es tut weh, das blutet, Otto Jaus: [20:31] Kutukiert und nach ein paar Wochen ist es vorbei. Das, was aber dann in der Schule passiert, wenn sie von anderen gehänselt, wird es etwas, was länger anhaltet und was ein psychischer Wahnsinn ist. Und das finde ich, glaube ich, wäre für mich schwieriger zu ertragen, als wie, ja, da haut es sich wieder ein bisschen auf. Also bin mir hundertprozentig sicher, wenn mein Kind gemobbt werden sollte, irgendwann einmal, puh, da wüsste ich, ich habe keinen, wirklich einen, ich weiß nicht, wie ich das, wie du sagst, der muss es durch damit, aber wie weit? Das ist doch wahnsinnig. Halleluja. Bernhard Vosicky: [21:04] Aber das ist ja genau das, was du auch immer wieder gesagt hast, dieses Backerl. Jeder hat einen Backerl. Und dann ist die Frage, wie groß wird das Backerl und was ist in dem Backerl drinnen? Und die Frage ist, was bei dir im Backerl drinnen ist, erfährst du mittlerweile? Man arbeitet das selber auf. Ich glaube, das tun wir eh alle, hoffentlich zumindest. Aber wie schaust du, dass deine Kinder in das Backerl möglichst wenig Sachen reinkriegen. Otto Jaus: [21:24] Ich gehe in Therapie. Bernhard Vosicky: [21:26] Und das hilft dir beim... Packen des Backels für die Kinder? Otto Jaus: [21:31] Ja, weil mein Kind ist mein Spiegel und ich muss ihn putzen. Also das ist so die... Je besser ich mich kenne, und ich kenne mich leider Gottes auch nicht so gut, aber je besser ich mich kenne, desto besser kann ich mit meinen Kindern umgehen. Und ich habe... Ich glaube wirklich, dass das einer der Schlüssel ist, dass ich das Backel von meinen... Weil je besser ich mich kenne, desto ruhiger werde ich. Je ruhiger ich werde, desto mehr höre ich meinen Kindern. und so was sie brauchen, und versuche mich von diesem Narrativ, die kriegen eh nichts mit zu entfernen, welches natürlich sehr an mir verankert ist, dieses, naja, okay, der mit zwar kriegt ja nichts mit, ob ich jetzt da bin oder nicht, dieses Ding, weißt du, nein, der kriegt alles mit, der kriegt alles, alles, alles und nochmal mehr mit und selbst wenn sie nicht reden können, bekommen sie wahnsinnig mit, weil sie das an deinem Gesicht ablesen, weil wir so viele Muskeln haben, die gleich, wenn ich die ganze Zeit mit so einer krantigen Sicht vom Kind bin, weil ich keine Lust habe, dann wird das Kind merken, okay, da ist die ganze Akkrantik, was mache ich jetzt? Und das ist alles wissenschaftlich bestätigt. Also es ist kein Hokuspokus und die Leute glauben es noch immer nicht. Also je mehr ich mich damit beschäftige, desto besser, glaube ich, kann ich dieses Bagger von meinem Kind. Und ich mache genug Fehler, aber trotzdem. Also ich glaube, je mehr ich mich mit mich beschäftige, desto besser geht es dem Kind. Bernhard Vosicky: [22:50] Wie war das für dich, als du Papa geworden bist? Das war 2020. 20. Genau. Ihr habt es, genauso wie meine Frau und ich, 2019 geheiratet. Ja. Im Nachhinein wahnsinnig froh, dass man kurz vor Corona das noch geschafft hat. Oder? Ja. Ab Hochzeitsreise ohne Probleme. Ja, genau. Und auch die Hochzeitsfeier. Otto Jaus: [23:07] Die Hochzeitsseber, alles super. Die Feierabendspiel, Gott sei Dank. Bernhard Vosicky: [23:11] Und danach, dann kam 2020 die große Tochter. Otto Jaus: [23:16] Oh. Bernhard Vosicky: [23:19] Was hat das? Da bist du quasi dann vom Sohn zum Vater geworden. Wie Wie war das für dich? Was hat das mit dir gemacht? Wie lange hast du es gebraucht, dass du es realisierst, dass es echt ist? Otto Jaus: [23:30] Bist du Depper, das ist so eine interessante Frage und ich war so dermaßen überfordert. Ich war ein kleines Kind, welches mir ein kleines Kind in die Hand legt, wenn ich, glaube ich, ehrlich bin. Ich glaube auch, ich habe letztens überlegt und da widersprechen mir viele, aber auch, weil sie mich, glaube ich, nicht ganz verstehen, weil ich meine das nicht im Bösen, sondern ich glaube, ich war in erster Linie mal der Erzeuger. Ich war nicht kein Vater, ich war einfach ein Erzeuger, der einfach dieses Kind gezeugt hat. Und ich glaube, ob ich dann ein Vater werde oder nicht, ist dann eher die Handlung, über die Jahre hinweg, was ich mache. Und das entscheidet dann auch das Kind und meine Frau mehr als wie ich selber, ob ich ein Vater bin. Also natürlich bist du der Papa von dem Kind, aber du bist der Papa, der Vater. Also so sehe ich das und ich war heillos überfordert. Ich war so dermaßen überfordert. Otto Jaus: [24:27] Ich wollte immer Kinder haben und dann hatte ich dieses Kind und habe nicht gewusst, wie ich das irgendwie machen soll. Und ich habe mir gedacht, warum habe ich mir das hergetan? Bist du derzeit? Ich bin verantwortlich für dieses Leben. Ja, Katastrophe. Bist du derzeit? Warum hat mir das niemand gesagt? Warum habe ich... Dann such es bei dir anderen, den Schuld. Wäre doch schön gewesen, wenn man irgendwie eine Vorbereitung gibt, wie man das irgendwie und so weiter weil die Geburt war auch nicht gerade das Beste, das Schönste auf Gottes Erde und das war auch eine Katastrophe dann hast du, das war heillos überfordert andererseits aber nur, dass man auch das Positive reingibt, ich kann nur jeden ich glaube es hören, glaube ich nur Mama und Papas diesen Podcast, aber ich glaube auch bei allen, wo die Geburt dann doch irgendwie, Es gibt nichts Schöneres auf dieser Welt. Nichts. Nichts Vergleichbares auf dieser Welt. Otto Jaus: [25:27] Wenn ein Kind auf die Welt kommt und du legst, dein Kind liegt nackt auf deinem nackten Oberkörper und du spürst den Herzschlag von deinem Kind auf deinem. Das ist das Schönste. Alles ist vergessen, wenn das passiert. Das ist diese, dieser Friede wirst du nie wieder in deinem Leben haben, so stark wird. Das ist das, bist du wahnsinnig. Also das haut mich also immer noch vor, siehst du. Das ist, also ja. Bernhard Vosicky: [25:59] Weil es dich einfach, weil es einfach überfordert. Otto Jaus: [26:03] Es ist ja komplette, aber positive Überraschung. Also du kriegst eine komplett neue Gefühlspalette. Es ist eine Gefühlspalette, da heißt Pass und Mach. Und da wächst man dann hinein. Bernhard Vosicky: [26:17] War das beim Sohn dann leichter? Otto Jaus: [26:20] Ja. Bernhard Vosicky: [26:21] Weil? Otto Jaus: [26:22] Ja. Es, war alles leichter. Es war auch wieder aufregend und ein Wahnsinn und bist du ein Wahnsinn, ist alles gleich, aber man hat doch, man merkt, man hat doch das schon einmal durch. Was jetzt, deswegen war alles ein bisschen die Routine, also keine Routine nicht, aber du. Bernhard Vosicky: [26:46] Souverän, du warst souverän mit dir. Otto Jaus: [26:48] Ja, man hat schon gewusst, ja, also man hat, das wird nicht gleich tot sein, also du kannst das ruhig angreifen, es ist, da hast du Hose an den Windeln und ja, ich kann es so nehmen und so nehmen und so, es muss mir keiner mehr was zeigen und so weiter. Und das war natürlich viel leichter. Jetzt sind wir vor der Herausforderung, jetzt wird es ja wieder, weil Östrogen ist doch was anderes, wie das, was der Rollstuhl ist. Bernhard Vosicky: [27:08] Ja, das glaube ich. Otto Jaus: [27:09] Oh, Pistur, heiliger, bist du der Part? Und jetzt sind wir gerade im Pistur. Bernhard Vosicky: [27:14] Aber weißt du, was ich mich damals gefragt habe, wie die zweite gekommen ist? Bei mir sind ja zwei Mädels. Ich habe mir damals gedacht, genau wie du es beschrieben hast, dieses ganz Große, das ich bei der ersten gespürt habe, das hat mich ja 100 Prozent ausgefühlt, wenn nicht sogar überfüllt. Und dann stellst du dir die Frage, okay, ist hier Platz für zwei? Otto Jaus: [27:35] Ja, stimmt. Das ist natürlich, ja. Bernhard Vosicky: [27:38] Ja. Otto Jaus: [27:38] Aber es geht. Bernhard Vosicky: [27:39] Das Gefäß wird größer. Das ist beeindruckend. Otto Jaus: [27:44] Ja, stimmt. Aber diesen Gedanken habe ich nie gehabt. Oh, warte mal, stimmt doch nicht. Blödsinn. Mit meiner Frau haben wir doch schon, wir haben darüber geredet. Wie können wir ein zweites Kind genauso lieben wie das erste, das ist ja genau wie du richtig sagst, aber das geht sowas von, das ist ja Wahnsinn. Ja, ja, du, es ist, es funktioniert, ohne irgendwas. Oh, ist das schön. Ja, aber wie gesagt, wir sind gerade im, er ist gerade zwei und jetzt sind wir gerade im, bist du der Gott? Bernhard Vosicky: [28:17] Seid ihr zu viert komplett? Otto Jaus: [28:19] Wir sind zu viert komplett, ja. Also jetzt mal. Wir werden, glaube ich, auch komplett bleiben zu viert. Bernhard Vosicky: [28:26] Ja. Otto Jaus: [28:27] Ich glaube, ich weiß es nicht. Keine Ahnung, aber jetzt ist die Energie gerade, ich meine, obwohl ich muss sagen, ich finde voll, ich will mir nicht beschweren, ich beschwere mich auch nicht, das ist einfach gerade anstrengend, aber es ist, ich habe ein wunderschönes Leben. Ich kann mir beim besten Willen, ich habe genug Zeit, ich kann mich auf meine Kinder komplett einlassen, ich bin viel daheim, ich habe ein wunderschönes Zuhause. Es ist alles wirklich, also das heißt, es ist gerade anstrengend, aber ich bin mir total bewusst, das kann noch ganz anders sein. Bernhard Vosicky: [29:01] Aber ist das jetzt der Zeitpunkt der Zufriedenheit? Also muss noch mehr kommen. Ich kenne es von mir. Ich denke mal ab und zu, ich wäre wahnsinnig gern oftmals mit weniger zufrieden, weil ich halt einfach jemand bin und ich glaube, das ist mein Subinne. Ich werde nie sagen, jetzt ist genug, weil es geht immer noch ein bisschen mehr. Weißt du, was ich meine? So irgendwie dieses, ich habe zwei Kinder, wir haben ein tolles Leben, ich habe eine tolle Frau, uns geht es so, dass wir eigentlich nicht groß nachdenken müssen, ob wir auf Urlaub fahren können oder nicht. Das ist alles super. Trotzdem weiß ich, aber es geht schon noch mehr, da geht noch was. Und wann ist Schluss? Otto Jaus: [29:46] Wann ist Schluss? Das ist sehr schön. Wenn wir die Augen so machen und nicht mehr öffnen, dann ist Schluss. Otto Jaus: [29:53] Ich lese gerade ein sehr interessantes Punkt. Das heißt, ein Hormon geht um die Welt und da geht es einfach um Dopamin. Und im Endeffekt sind wir dopamingesteuerte Viecher. Und dieses, ich will immer mehr, ich will immer mehr, ich will immer mehr, oder ich hätte gern mehr, hat viel damit zu tun, dass wir immer in die Zukunft denken. Deswegen ist auch oft, wenn du es dann hast, ja, dann kriegst du es. Genau, wie du richtig sagst, dann kommt das Nächste. Weil wird Dopamin gesteuert, immer nur in die Zukunft. Und anstatt, dass wir sagen, warte mal, wow, es ist voll, schau, wie gut es uns, wie schön das alles ist. Und ich bin nämlich genau auch dort, dass ich versuche mehr genau jetzt, nicht in hier und jetzt, du musst in hier und jetzt denken, nein, da geht es gar nicht um hier und, einfach diese Zufriedenheit zu erlangen. Es ist alles ganz cool. Und wenn es so ist wie jetzt, wenn es so bleibt, hast du das schönste Leben auf Gottes Herzen. Es werden Probleme kommen, es wird sogar manchmal besser werden. Aber der Erfolg ist einfach wirklich diese Zufriedenheit und es wird. Aber... Was bei mir hilft sind, was wirklich hilft und das unterschätzt man sehr oft, also Therapie hilft immer, aber bei mir ist auch gerade was Atemübungen. Atem, Atem, Atem, Atmen, Atmen. Es gibt so unfassbar wunderbare Atemübungen, Atem, Atmenübungen, Atemübungen, die sehr schnell zu erledigen sind und die dich komplett in einen anderen Stresslevel, außer der Stresslevel einfach komplett senken. Hilft, wirklich, unterschätzt man sehr oft. Bernhard Vosicky: [31:23] Bei mir ist Sport. Otto Jaus: [31:24] Sport, super, Sport ist das Beste, was man tun kann. Bernhard Vosicky: [31:26] Also wirklich, das ist jetzt einfach nur Bewegung, sage ich einmal. Reicht ja oft schon, gehst eine Stunde im Wald. Genau, richtig. Im Endeffekt geht es ja genau anders. Also deinen Körper bewusst wahrnehmen, glaube ich. Otto Jaus: [31:36] Biochemie, Vollgas. Das ist super. Was machst du? Bernhard Vosicky: [31:39] Laufen gehen, Ausdauersport hauptsächlich. Otto Jaus: [31:41] Das ist ja das Beste, was man tun kann. Bernhard Vosicky: [31:43] Vor allem zum Nachdenken. Du gehst mit Problemen laufen und kommst ohne Retouren. Und das ist schon richtig geil. Otto Jaus: [31:50] Ja, ist leider Gottes. Laufen, ich werde mit dem Laufen kein Freund mehr. Das geht sich für mich nicht. mir wird so fad, dann solltest du das auch machen. Ja, ich weiß es. Ich habe jetzt überlegt, ich gehe gern wandern. Ich wandere so gern, klettersteige, alles mögliche. Ich bin, wie gesagt, ein, ich liebe alles, was schnell geht. Deswegen, ich trainiere eine halbe, dreizeitviertel Stunde Vollgas. Bernhard Vosicky: [32:13] Deswegen laufen, weil Radfahren brauchst du vier Stunden? Otto Jaus: [32:15] Ja, aber genau das ist meine Herausforderung. Das muss ich machen. Ich glaube, ich brauche wirklich, ich kann meine Knie schon so im... Bernhard Vosicky: [32:21] Ach so, okay, na gut. Dann aber, Empfehlung, schwimmen. Otto Jaus: [32:24] Schwimmen ist noch fader. Bernhard Vosicky: [32:26] Ja genau, weil du hast Ich habe ja schon das Verlust der Kriegskrise. Okay, das geht nicht. Weil für mich ist das super, wenn ich nur Fliesen zähle und dann da vergesse ich währenddessen wie viel ich schon schwimme und dann bin ich eine Stunde unter Wasser. Niemand redet mich an. Ich kann mit niemandem reden. Du hast nur Blubberbläschen und Fliesen. Das ist die Welt. Und das ist eigentlich total schön, weil ich meine, gerade du als jemand, der im auditiven Bereich unterwegs ist, du wirst ja auch zugetrönt mit Musik, mit Gespräch, mit allem. Das ist immer eine laute Welt wahrscheinlich. Otto Jaus: [32:56] Ja, also ich probiere mal das Radfahren. Ich probiere mal Radfahren, weil ich liebe Wald, ich liebe den Wald, ich bin Wald, das ist sowas Geiles. Und ich nenne das Mountainberg anfangen, weil ich kenne keinen Mountainberg-Fahrer, der sich nicht einmal ordentlich wedern hat. Das gibt's halt. Das ist jeder irgendwann einmal, ja, mein Finger war einmal da drüben und meine Hand war einmal irgendwo und mein Fuß, mein Zechen, was für ein Zechen, ich habe ja nur mehr drei. Deswegen ich werde dann eher so drei stunden rad fahren hört sich für mich jetzt viel besser an als wie fünf kilometer rennen oder oder. Bernhard Vosicky: [33:26] Oder ein kilometer schwimmen du kannst es kombinieren und und so wie wie das vernünftige männer über 40 machen da mit dem triathlon anfangen Otto Jaus: [33:33] Hör mir auf mit dem triathlon ich kenne so viele die machen die distanz ja schön bravo super nur fünf stunden 30 ja oder fünf stunden 30, das ist bis du wasser nicht knapp wenn ich das jemals macht, dann, ja, schauen wir mal, ich weiß es nicht, aber ich bin eher jetzt gerade, ich hoffe mal in der Rat. Bernhard Vosicky: [33:51] Ja, ich verstehe dich gut, aber es ist so, es gibt also Männer über 40 und ich glaube, keine Ahnung, bei dir war ja der 40er schon auch ein bisschen eine Tissue, oder? Jetzt nicht die Zahl vielleicht als solche, aber irgendwie, das kommt auch alles zusammen, also ich sage einmal, du bist so alt wie ich, das heißt 43, oder bist 43, die Kinder kamen so kurz vorher und um, genau, richtig, zumindest habe ich in den Interviews gelesen, dass du auch über Lebensstil nachgedacht hast, Stichwort Alkohol weglassen, was man halt in der Musikerbranche ja wahrscheinlich auch ganz gut kennt. Otto Jaus: [34:20] Ja. Bernhard Vosicky: [34:22] Bei mir selber, exakt dasselbe. Also ich trinke seit zwei Jahren gar nichts. Otto Jaus: [34:25] Das ist der Wahnsinn. Bernhard Vosicky: [34:27] Gratuliere. Aber auch nur, weil ich einfach merke, hey, besser schlafen hat einen Wert und ich brauche das für mich. Gratuliere. Und auch, was du am Anfang angesprochen hast, dieses Ausklinken aus, ich möchte nicht von Montag bis Freitag arbeiten, dass ich mich am Samstag ausklinke und dann halt alles fein. Aber ich würde das nicht für mich. Otto Jaus: [34:46] Ich will sagen, genau. Ich fühle mich in Ordnung, wenn das jemand macht und sagt, das ist mein Leben und so habe ich das gern. Ich finde, das gratuliere. Zwei Jahre kein Alkohol, das ist spitze. Das ist wirklich, wow, super. Kann ich von mir nicht behaupten. Bernhard Vosicky: [34:59] Muss man ja auch nicht. Ich missioniere niemanden. Otto Jaus: [35:01] Nein, ich glaube, missionieren, das hat nie wirklich was gebracht. Das soll jeder für sich entscheiden, ob er was trinkt oder nicht trinkt. Ich finde immer, was ich halt schon wirklich sehr lustig finde, ist, wenn ich jetzt die Titel, also, wo war das irgendwo, Social Media hat da irgendwas aufgehobt, wo einfach dann steht, ja, neue Studien zur Folge ist Marihuana, die am meisten konsumierte Drogen und ich denke mir, bravo, habt ihr Alkohol und Zigaretten nicht drin gehabt oder was? Das wäre sehr spannend. Aber ansonsten, ich trinke so gerne und ich will jetzt, ich trinke so gerne Bier. Es ist so, ich will jetzt keinen Geschmack machen, weil das geht noch zwei Jahre. Aber es ist wirklich, aber das Problem ist, dass ich einfach merke, dass bei mir hat sich das verändert, dass ich jetzt mich aus dem Leben schieße. Das ist nicht der Fall, aber die Regelmäßigkeit geht es dann halt nach. Ich merke einfach, dass ich dann wirklich dreimal in der Woche einfach dann meine Papier habe. Und das habe ich jetzt wieder mal gesagt, na, das reicht jetzt mal wieder. Und ich merke einfach, wenn ich weniger trinke, wenn ich ein bisschen mehr auf meinen Körper schaue, wenn ich auf die Nahrung schaue und das ist alles jetzt nicht etwas, was so wahnsinnig schwierig ist, dann geht es mir so viel besser. Mein Stresslevel ist weiter oben. Das bedeutet, ich kann besser auf die Kinder eingehen. Ich habe mehr Energie zum Spielen. Ich bin dann auch ein kleines Kind und springe herum. Ich kann das alles wegdenken, wenn irgendwas gerade etwas schwierig ist. Ich kann das runter. Es ist einfach alles leichter. Deswegen, ja. Bernhard Vosicky: [36:25] Aber das kommt ja oft mit der, sage ich jetzt mal, unter Anführungsstrichen, ansatzweise Weisheit, die man halt zur Mitte des Lebens hat. Es ist ja eine Midlife-Crisis, nichts anderes als eine kleine Depression. Ist so. Also man denkt halt, reflektiert, fragt sich, wo ist das schon, was kann ich noch? Also das sind ein bisschen so die Fragen, die man sich stellt und dann denkt man sich halt, was kann ich tun, damit es mir besser geht oder damit ich halt, was auch immer, für meine Kinder ein besserer Papa sein kann. Ist ja nicht falsch, ganz im Gegenteil. Man muss halt nur drüber nachdenken und dann merkt man, dass man als Mann auch nicht alles schaffen muss. Weil das ist ja der große Fehler, den ich so mitbekomme, wie du schon sagst. Warum kriegt man zum Vatertag immer Anzeigen für Spirituosen, Zigarren und Riegut? Also das sind eigentlich die Sachen, die in den Prospekten drinnen sind, weil der Mann schafft das und ich kann mich ausraufen, weil ich heute das durch und so, weil ich ja plötzlich. Otto Jaus: [37:12] Bis du dann mit 40 kein Blutbüffel kriegst und dann auf einmal oh, schau, da, ja, Kolostolien, hoch, da, schau, das ist alles. Zucker. Zucker, oh, ich glaube das will, okay, das passt Vitamin D, ist überhaupt nicht verwandt. Bernhard Vosicky: [37:22] Ja, genau. Und bis dahin schaffst du aber halt alles und dann irgendwann kann der Moment, wo es nicht mehr geht und dann überlegst du, was machst und ich sage mal, das Rennrad hilft bei der Bewältigung. Otto Jaus: [37:31] Nein, voll. Nein, nein, ich merke es auch selber, ich merke, je mehr ich sportlich mache, desto Also ja, es ist ja keine Hexerei. Ich finde, das ist ganz, ganz, ganz, ganz klar. Je mehr du ein bisschen körperlich dich betätigst und ein bisschen, wie haben wir schon vorgesagt, auf die Neurang schaust, desto besser geht es dir im Endeffekt. Und desto weniger brauchst du von anderen Substanzen, dass du gut geht. Und das stimmt. Otto Jaus: [37:58] Es ist wieder zurück zum Anfang, von 1 bis 6. Und das ist wurscht, ob du einen Bub oder einen Mädel hast. Es ist scheißegal. Die spielen anders. Ja, ein Bub spielt anders wie ein Mädel. Mädel, das ist einfach so. Das ist außerhalb bestätigend die Regeln. Ja, trotzdem im Großen und Ganzen. Die spielen anders. Die sind auch auf eine andere Art und Weise fordernd. Auch komplett richtig. Aber sie brauchen von der Liebe genau das Gleiche. Die Buben brauchen genau die gleiche Liebe wie die Mädels. Und umgekehrt. Die brauchen genau die gleichen zärtlichen Umarmungen. Wenn er sich anhaut oder wenn sie sich anhaut und weint, dann hingehen und sagen, hey, das hat Wetter, oder? Wo ist das denn Wetter? und nicht, ist ja nichts passiert. Oder Indianer kennen keinen Schmerz. Du siehst ja nur Volltrotteln, die einfach nicht auf sich selber hören können. Und sagen, naja, ich darf jetzt nichts sagen, weil es tut zwar weh, aber ich halte es aus. Nein, du darfst sagen, wenn es dir weh tut. Und da, ja, und da, genau. Und deswegen glaubt man dann, wenn man dann 30 ist, na, ich bin stark oder ab 20, gar nicht alles. Das ist, ja, bist du teppert. Bernhard Vosicky: [39:05] Eine coole Aussage habe ich mal gehört und die unterschreibe ich zu 100%. Männer haben keine Probleme. Männer lösen Probleme. und das ist das Problem. Otto Jaus: [39:16] Ha, spannend. Ja, Männer haben keine Probleme, Männer lösen Probleme und das ist das Problem. Ja, im Großen und Ganzen erklärt der Satz ganz viel. Ich merke einfach jetzt zum Beispiel, was meiner Frau und mir hilft gerade, ist, dass sie vielleicht nicht mit jedem kleinen Problemchen, welches sie hat, gleich einmal mit mir drüber reden will, weil man denkt, denken wir selber drüber noch. Ich aber, ich vollpfosten, liebevoll ist gemeint, dass ich vielleicht schnell einmal zu meiner Frau gehe und sage, du, das passt gerade nicht oder mir geht es da gerade nicht gut oder das ist, weil ich kenne mich und ich glaube, da spreche ich manchen Männern aus der Seele, ich zerdenke das Problem bis es geht nicht mehr, wo meine Frau mich schon drei Wochen lang fragt, was ist denn los mit dir, geht es da gut? Ja, ja, es geht mir super, es ist alles spitze. Und sie glaubt es mir eh nicht. Und dann startet sie sich vielleicht mal eine Woche darüber nach. Und nach der ersten Woche sagt, du, Schatze, Eva, ähm, irgendwie, ich denke so viel über mich, geht es gerade, das tut man gerade und dann merkst du auf einmal, wie so ein Ding abfällt und du redest miteinander darüber und ja, da muss ich lernen, da muss ich lernen, dass ich nicht alles, alles, alles, alles zerdenke. Bernhard Vosicky: [40:32] Aber das haben wir halt anders gelernt. Otto Jaus: [40:34] Du, es ist auch evolutionsbiologisch so. Es ist ja auch evolutionsbiologie, was so, das ist einfach so, da war das Mammut, du machst das, du machst das, du machst das, du machst das, du machst das, fuck, geht schon. Und dann bist du hier und dann hast du drüber geredet, wie geht's dir heute oder sonst was, dann einfach nur fertig. Und Frauen waren auch Jäger natürlich, aber haben viel gesammelt, die sind auch viel im Wald, die haben miteinander geplaudert und geredet und war super, was wir leider Gottes einfach nicht gemacht haben, wir Fuhlioten. Und jetzt sollten wir anfangen, wirklich miteinander reden. Reden, wie du, sagst du so oft, Kommunikation, das ist das Beste, was du tun kannst, das hält eine Ehe wirklich fit, dass man selber mal über den Schatten springt als ich, als Mann und sagt, hörst du, ich habe ein Problem. Mir geht es gerade nicht gut. Ich fühle mich auch nicht gut dabei. Das ist nicht in eurem Fall. Darf man sagen? Und dann merkst du eh gleich, an welcher Stelle du bist als Paar. Bernhard Vosicky: [41:33] Wie macht ihr das als Paar? Also vor allem, wie schafft ihr es, dass ihr, wie schafft ihr euren Alltag so einzuteilen, dass ihr ja auch noch ein Liebespaar seid und nicht nur Eltern? Otto Jaus: [41:43] Wir reden nicht miteinander. Bernhard Vosicky: [41:45] Das hilft. Otto Jaus: [41:47] Ja super in der früh aufstehen da du machst da ich mach das kind hat du machst das kind hat danke sehr was wir sehen uns am ab beim hinlegen. Bernhard Vosicky: [41:54] Wieder wie hast du noch mal Otto Jaus: [41:55] Super genau herrlich ja es war ach das ist der gibt es, Das ist wahnsinnig, wahnsinnig schwierig, weil ich stehe gerade wirklich auf, ich lese mich da so ein in die ganze Geschichte, weil es ist ja so, die Verliebtheit geht ja nach zwei Jahren. Jetzt ist es wirklich so, kann man so sagen, nach zwei Jahren ist dieses Dopamin-gesteuerte Haufflüge, ich will fliegen. Was aber auch gut ist. Gott sei Dank. Bernhard Vosicky: [42:23] Sonst könntest du ja die mal arbeiten. Wenn du auf Rieses, Otto Jaus: [42:24] Dann wirst du ja gar nicht vergehen. Gott sei Dank. Und dann kommt die kameradschaftliche Liebe, so nennt man das. Und die ist nachher Arbeit. Das ist dann wirklich einfach Arbeit. Und da kommen Kinder dazu und dann wird es keine Arbeit, sondern wird es einfach nur anstrengend. Weil du einfach, das bringt Sachen in dir hoch, wo du als Paar, wir kämpfen teilweise so dermaßen, das ist unfassbar. Und es ist auch wichtig, dass man das ausspricht, auch in der Öffentlichkeit, weil viele redet man nicht davon und drüber. Nein, das ist die Hölle. Du streitst erstens einmal wegen jeder scheiß Klarnigkeit beim ersten Kind einschmieren, nicht einschmieren. Zähn putzen bei der ersten Mütze oder nicht Zähn putzen, Sonnencreme ja oder nein was für Bodys nehmen wir, was für Windeln nehmen wir, ist doch wurscht welche Windeln nein, es ist nicht wurscht und so weiter, also da bist wirklich im, da streitst du nur die ganze Zeit, das sind die kleinen Themen mal, das sind nur die kleinen Themen, da gibt es ja noch viel mehr und wo bleibst du als Liebespaar und dann bist du das erste Mal wenn das Kind schon ein bisschen so zwei, drei zwei Jahre, das fährst du in eine Therme mit einer Kinderbetreuung, und dann ist dieses Kind in der Kinderbetreuung weil es auf einmal für eine Stunde vielleicht dort bleibt und du sitzt beim Frühstück und so, Wie geht es dir eigentlich? Ah, hörst du schon super aus. Bist du? Das ist voll lang. Das ist der Wahnsinn. Bernhard Vosicky: [43:46] Du erzählst mein Leben im Endeffekt. Otto Jaus: [43:48] Das ist aber so lang. Und wir haben dann die Eva und ich, wir haben jetzt zweitig einmal einen Film dreht miteinander und dann habe ich mich im Film dann wieder einfach irgendwie neu verliebt, weil ich einfach wirklich nicht mehr die Mutter gesehen habe, sondern die Frau dahinter. Und sie mich dann auch als Mann und nicht als dem Papa, der die ganze zeit vielleicht irgendwas falsch macht oder vielleicht auch viel richtig macht keine frage aber es ist wahnsinnig schwierig wir haben dann bei wir haben ein paar stunden partherapie dann auch wenn man das ist wie können sie das leisten dass ihr partherapie macht, aber ich wie gesagt reden wie das aber das ist also kinder zu haben ist das schönste auf gottes erden aber es verlangt schon als paar viel viel kann. Bernhard Vosicky: [44:29] Aber aber du sagst partherapie Ich glaube, für viele Paare ist das ein bisschen so ein Eingeständnis von Scheitern, was ich völlig falsch finde. Ganz im Gegenteil, ich finde, das ist wie wenn du mit dem Auto das Bickerl machst. Du schaust, passt eh alles und redest was aus und wenn was ist, ein leichter Mangel, dann reparierst du den. Otto Jaus: [44:47] Ja, aber du hast einen Schiedsrichter von dir. Bernhard Vosicky: [44:49] Genau, richtig. Einen Unbeteiligten. Otto Jaus: [44:50] Einen Unbeteiligten. Na, Alter, der dir auch vielleicht... Es gibt, du stehst vor der Ampel, die Ampel wird grün, sie fortbekelt, du sagst, du, es ist grün. Und du hast den Mörder, wirklich? Ich hab sechs Jahre, nein, ich wollte nur sagen, es ist grün, weil du einfach, und wenn da jemand vor dir ist, der sagt, nein, nein, nein, es war gerade nicht, oder umgekehrt auch, es ist einfach, der einfach dir, der das übersetzt, was du manchmal nicht schaffst, so zu sagen, dass auch alle verstehen, was du meinst, dann ist das wahnsinnig förderlich, das hat nichts mit, ich hab aber auch das lange Scheitern gesehen, ich hab gesagt, brauche ich da, ich brauche nur da, wenn es nicht mehr geht. Und das ist überhaupt nicht der Fall, das ist einfach nur wieder ein bisschen ein Übersetzen des Gefühlsstandes, die man gerade irgendwie hat. Und das ist super, aber wie gesagt, das kann sich halt nicht jeder leisten, dass er sich ein paar hat, aber in jedem Fall einfach scheiß der ist. Bernhard Vosicky: [45:43] Wenn man sich am Abend hinsetzen oder in der Früh oder wann halt einmal die Kinder gerade netter sind und aufrichtig zuhören, wie es dem anderen geht, ist einmal ein Benko-Plan, im Sinn von der Gagau früher. Nein, nicht der Gagau. Früher war das mal gut. Früher war Benko cool. Also im Sinn von, das ist einmal nicht schlecht. Miteinander reden ist nie falsch. Es stimmt, die ersten Jahre sind hart. Im Sinn von partnerschaftlich. Da hat uns geholfen, Babysitter nehmen, geh ins Stammlokal, mach ein Terminwochenende, mach all das. Nimm dich raus. Du bist kein Rabenvater, keine Rabenmutter, wenn du es auch mal zu viel hast. Das ist gut so. Da redet es miteinander, nehmt es euch als Menschen wahr, die ihr euch verliebt habt und die ihr geheiratet habt. Das hat ja alles an Grund gehabt. Und dann tut man sich um einiges leichter, wobei ich ja nie Ratschläger verteilen möchte. Otto Jaus: [46:39] Alles, was ich heute sage, sind Dinge, die ich versuche zu machen. Und ich würde nie jemanden... Die meisten Leute, die über Eltern urteilen, sind meistens die Leute, die keine Kinder haben. Die, die Kinder haben, urteilen ganz, ganz, ganz wenig. Die sagen vielleicht, also Freunde, wenn du sie fragst, geben dir einen Tipp, aber da urteilen du meistens die, die keine Ahnung haben, was da eigentlich los ist. Deswegen, ich hüte mich davor, jedem erstens zu urteilen und zweitens jedem zu sagen, so muss er es machen, weil jedes Kind ist komplett anders. Das ist nur Dinge, die bei mir funktionieren. Also funktionieren, ich hoffe es halt. Bernhard Vosicky: [47:22] Aber du darfst dir jetzt, wir kommen schon Richtung Ende, du darfst dir selbst einen Ratschlag geben. Also quasi dem Otto, bevor er Papa geworden ist, mit dem Wissen, dass du heute mit zwei Kids hast. Otto Jaus: [47:36] Mach eine Therapie. Ich hätte mir aber nicht zugehört. Ehrlich. Also ich weiß nicht, ob ich mir selber zugehört. Vielleicht, naja. Nein, wenn wirklich mein Ich, so wie ich jetzt bin, zu mir kommen wäre vor, also mit diesem Geist des Zugehörigen Ottos Entstehen, der gesagt hat, Alter, mach eine Therapie, dann hätte ich es wahrscheinlich gemacht, ja. Aber ich glaube, das wäre das Wichtigste gewesen für Kinder, ja. Therapie. Weil der Rest kommt dann von alleine, dass du dich damit beschäftigst, mit dir und so weiter, ja, Therapie. Bernhard Vosicky: [48:07] Und auch hier, jedem Menschen schlage ich auch eine Therapie vor. Also das ist auch, meine Eltern sind zum Beispiel in einer Generation, aus einer Generation, bei der ist das so wie wir oder viele von uns vielleicht die Paartherapie sehen, da musst du ja krank sein, wenn du das machst. Blödsinn. Otto Jaus: [48:23] Wenn mir der Haxen wehtut, gehe ich zum Arzt. Wenn ich wirklich was Arges habe, gehe ich zum Arzt. Und wenn mir die Seele wehtut, dann gehe ich zum Arzt. Es ist das Beste, was man tun kann. Mir hat das wahnsinnig viel geholfen. Hilft mir noch immer. Man darf aber nicht vergessen, da komme ich erst jetzt drauf, nach weiß ich nicht wie vielen Stunden, dass ich bin halt nicht gern, wenn man was wehtut, gehe ich nicht gern, weil man was wehtut zum Arzt. Das ist nicht, ich sitze dann, jetzt sitze ich bei der Therapie und denke mir, oh ja, da bist du ja ein bisschen anstrengend. Weil, Karamba. Wenn du nachher rausgehst. Bernhard Vosicky: [49:02] Bist du so hinnig, oder? Otto Jaus: [49:03] Ja, bist du sehr, weil du so denkst, ich bin ja jemand, der wahnsinnig viel redet und es war immer so, dass ich die ersten Stunden in der Therapie, reden, reden, reden, reden, reden, reden, reden, und jetzt nach 20, 30, 40 Stunden, rede ich fast nichts mehr. Ich bin ganz ruhig in der Therapie und sage bestimmte Dinge nur noch, weil ich einfach und sie hat gesagt, ja, hätte ich dich von Anfang an unterbrochen, dann wären wir nie dort, wo wir jetzt waren. Und ich merke jetzt, dass Therapie scheiß anstrengend ist. Genauso wie, wenn du einen gebrochenen Haxel hast. Der geht halt schon weg. Bernhard Vosicky: [49:36] Den kann man gibsen. Otto Jaus: [49:40] Den Kopf. Aber es ist das Anstrengendste, was ich jemals gemacht habe. Gleichzeitig das Beste, was ich jemals gemacht habe. Bernhard Vosicky: [49:48] Letzte Frage. Bitte. Eine Liste, eine Spotify-Playlist, Papamia-Playlist des Grauens. Du darfst einen Song draufsetzen, den dir deine Kinder ein bisschen kaputt gemacht haben. Otto Jaus: [50:03] Es gibt einen und ich bin gerade sehr froh darüber, dass ich den vergessen habe. Ich könnte jetzt nachschauen. Bernhard Vosicky: [50:11] Machen wir nicht. Otto Jaus: [50:11] Aber ich bin gerade so, Ich bin gerade so im Frieden, das ist wirklich als wahre 10 Stunden in Therapie gewesen, dass das weg ist, deswegen schreibe ich nach. Deswegen nehme ich, weil der war zeitlang wirklich, ich muss das wirklich sagen als Musiker, das ist einer der geilsten, der ist so gut geschrieben, der Song, der ist so leibernd, das ist ein Wahnsinn, und ein Hoch auf diesen Song, weil er einfach wirklich bravo, aber in Dauerschleife... Fakkelkontakt. Das ist so hoch auf dich, mein Freund, wenn du das hörst. Brav oft für diese Nummer, aber wenn es das 3-Stunden-Auto-Fahrt in neuen Schleif fährt, dann glaubst du dir, es ist ein Pressluft da immer im Schädel drin. Nein, das geht nicht mehr. Bernhard Vosicky: [50:53] Gut, tu mir auf die Liste dazu. Otto Jaus: [50:54] Bitte, ja. Ich meine, hast sicher schon unglaublich. Bernhard Vosicky: [50:56] Nein, da ist es noch nicht um. Was? Da ist es noch nicht um, kommt ja jetzt dazu und dementsprechend die Liste wird immer schrecklicher. Ich freue mich schon auf den nächsten Autofahrt. Otto Jaus: [51:04] Aber ich glaube, das kennt jeder, Entschuldigung, zum Abschluss, kennt das nicht jeder und das ist einer der schönsten Dinge, wenn du im Auto fährst und es fährt ein anderes Kind mit, welches nicht so oft mitfährt und dann, sagen die Eltern nämlich, hey, habt ihr schon das Lied gehört, das taugt dir so sehr und genau da sitzt du irgendwie, kannst du nicht die Pappen holen? Kann das nicht, wenn das vom Kind kommt, bist du ja, hören wir uns an, aber warum musst du als Papa oder Mama jetzt diese Nummer verschlagen? Weil du hast, weil ich höre das jetzt die nächste Woche, weil wenn man sichert, dass ihr da, taugt sie ja! Bernhard Vosicky: [51:35] Natürlich, selbstverständlich. Otto Jaus: [51:36] Das heißt, nie ins Auto einsteigen. Wenn da ein Radio ist und es sind alle ruhig, Pappenheiden, nie sagen, hey, das Lied macht sich gerade voll. Nein! Oder eher. Bernhard Vosicky: [51:46] Nehmen wir es mal mit. Auch dass die Reise in den Sommerurlaub mit dem Auto besonders schön wird. Otto Jaus: [51:52] Ja, das wird super. Es ist ja wohl eine Kleinigkeit. Bernhard Vosicky: [51:56] Und ich danke dir vielmals. Otto Jaus: [51:57] Bernhard, ich danke dir. Das ist super. Es war voll entspannt und voll schön. Bernhard Vosicky: [52:00] So soll es sein. Otto Jaus: [52:01] Danke, dass du das machst. Das ist so wahnsinnig wichtig. Ein Hoch auf dich, wirklich. Bernhard Vosicky: [52:04] Bravo. Danke, tut gut. Otto Jaus: [52:05] Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard Vosicky: [52:09] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.
Bernhard Vosicky – Podcast Host Papa Mia!?

Bernhard Vosicky

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