Mein Kind isst nur Nudeln – und das ist gut so

Episode 128
47:43

Dein Kind isst seit drei Wochen nur Nudeln mit Butter. Du kochst heimlich schon ein zweites Gericht, weil du Angst hast, es fehlt sonst etwas. Ernährungspsychologin Ronia Schiftan sagt: Genau das ist gesundes Essverhalten.

Der Satz, der mich seit diesem Gespräch nicht mehr loslässt:

„Nährstoffmangel bei Kindern ist extremst selten.“

Ronia Schiftan ist Ernährungspsychologin, Mutter und hat gerade das Buch „Wie Kinder essen“ veröffentlicht. Wir reden über den Moment, den wahrscheinlich jede Familie kennt: Das Kind will wieder nur Nudeln, keine Sauce, kein Gemüse, und du fragst dich, ob du gerade etwas falsch machst, oder dein Kind „anders“ ist. Ronias Antwort ist die einfachste und gleichzeitig unbequemste, die ich in diesem Podcast bekommen habe: Nein, machst du nicht.

Denn Kinder sind laut Ronia Komponenten-Esser und essen in Phasen, das ist normale Entwicklung, keine Störung. Trotzdem macht uns das nervös, weil wir selbst mit dem Satz groß geworden sind, der Teller muss leer sein. Deshalb kochen viele Eltern heimlich ein zweites Gericht, obwohl das Kind eigentlich genau weiß, was es braucht. Und genau da liegt der Punkt: nicht das Kind hat ein Problem, sondern unsere Angst davor.

Besonders relevant für mich als Papa: Ronia beobachtet in ihrer Praxis, dass gerade Väter oft die strengeren, rigideren Vorstellungen mitbringen, was am Tisch richtig und falsch ist. Sie gibt fünf konkrete Fragen mit, an denen du ehrlich checken kannst, ob wirklich Grund zur Sorge besteht, oder ob du dir nur selbst Druck machst. Für dich, wenn dein Kind gerade in einer Nur-Nudeln-Phase steckt und du nicht mehr weißt, ob das noch normal ist.

Kapitel

(00:00) – Intro
(12:50) – Der Safe-Food-Trick: Nudeln im Kühlschrank sind kein Scheitern
(14:09) – Die leere Batterie: Warum erschöpfte Kinder nichts Neues probieren
(26:25) – Warum Kinder wochenlang nur Nudeln essen (und das okay ist)
(29:57) – Die fünf Fragen, die dir sagen, ob wirklich Grund zur Sorge besteht
(32:11) – Warum „iss den Salat“ das Gegenteil bewirkt

Das nimmst du mit

  • Du weißt, warum „nur Nudeln“ normales Essverhalten ist und kein Alarmzeichen.
  • Du bekommst fünf Fragen, mit denen du in zwei Minuten checkst, ob wirklich Grund zur Sorge besteht.
  • Du lernst den Safe-Food-Trick, der dir das zweite Kochen erspart, ohne dass sich jemand am Tisch übergangen fühlt.
  • Du erfährst, warum gerade Väter oft die strengeren Regeln mitbringen und wie du deine eigene Anspannung erkennst, bevor sie aufs Kind überspringt.

 

Über Ronia Schiftan

Ronia Schiftan ist Psychologin MSc, Fachpsychologin für Gesundheitspsychologie FSP und spezialisiert auf Ernährungs- und Medienpsychologie. Sie berät in ihrer Praxis in Bern Familien rund ums Essverhalten von Kindern und hat mit „Wie Kinder essen“ gerade ihr erstes Buch veröffentlicht. Selbst Mutter eines sechsjährigen Kindes, bringt sie neben der Fachexpertise auch die eigene Tischrealität mit ins Gespräch.

Links

 

Über Papa Mia!?

Papa Mia!? ist der Podcast über moderne Vaterschaft, ehrlich erzählt. Bernhard Vosicky spricht mit Vätern und mit Menschen, die Familien professionell begleiten, über das, worüber Männer sonst schweigen: Überforderung, Zweifel, Stolz und die Frage, was für ein Papa man eigentlich sein will.

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Transkript:

Ronia Schiftan (00:00) Es ist nämlich sehr spannend, weil in unserer Gesellschaft sprechen wir immer von, wie können wir Kinder vor sexueller Gewalt schützen? Wie können wir Kindern beibringen, mein Körper gehört mir und ich habe meine Körperautonomie und ich erkenne Grenzen und ich sage nein und ich lerne Konsent. Aber sobald es ums Thema Essen geht, dann kann man dem Kind einfach irgendwas in Mund rammen und zum Schlucken zwingen. Bernhard Vosicky (00:34) Diesmal geht's an den Esstisch bei der neuen Folge von Papa Mia. Ich freue mich ganz besonders, dass ich heute eine Gesundheitspsychologin und Ernährungspsychologin bei mir im Podcast zugeschalten habe. Bernhard Vosicky (00:46) Von wo genau werden wir gleich hören? Herzlich willkommen Ronja Schieftan. Ronia Schiftan (00:50) Danke Ronia Schiftan (00:51) vielmals. Ich freue mich total, da ich da sein. Bernhard Vosicky (00:54) Ich freue mich auch, dass du da bist. Man hört wahrscheinlich in den ersten zwei, drei Sätzen auch schon raus, du bist aus der Schweiz. Und wo bist du? Du bist gerade im Urlaub zugeschalten, oder? Ronia Schiftan (01:02) Genau, ich bin in meinem Rückzugsnaturort im Jura, aber im Moment gerade geflüchtet von der Familie, damit ich in Ruhe mit dir sprechen darf an einem ruhigen Ort. Bernhard Vosicky (01:14) Du bist selbst Mama, du hast ein sechsjähriges Kind und wir wollen heute über Ernährung sprechen. Du hast ein Buch geschrieben, ganz aktuell, das nennt sich Wie Kinder essen. Ich habe das natürlich Ronia Schiftan (01:27) Mmh. Bernhard Vosicky (01:28) durchgelesen, ich habe es mir angeschaut, ich finde es wahnsinnig spannend, weil es einfach eine Situation ist, jeden und jede von uns tagtäglich in irgendeiner Weise auch beeinflusst, mit der wir zu tun haben und dieses Essen. Bernhard Vosicky (01:43) mit Kindern, mit der ganzen Familie ist ein riesengroßes Thema und ich finde es spannend jetzt einmal mit dir über das zu reden. Was du aus dieser Folge mitnehmen wirst ist hoffentlich erstens einmal den Fakt, dass du nicht alleine bist, wenn dein Kind vielleicht nicht immer das genauso ist, wie du es gerne hättest. Das zweite hoffentlich einen Ratschlag, einen Tipp, einen sofort umzusetzenden Ratschlag, wie das Essen ein bisschen weniger Drama ist und Bernhard Vosicky (02:12) Hoffentlich eine spannende Folge mit einem großartigen Gast. Ronja, ich danke dir vielmals, dass du da bist und ich freue mich sehr, dass Essen ein Thema ist, über das wir reden dürfen. Wie kam es denn dazu, dass du dich für diesen Zweig entschieden hast? Wie wird man Ernährungspsychologin? Warum macht man das? Ronia Schiftan (02:31) Das ist gute Frage. Es ist nämlich wirklich spannend, dass die Ernährungspsychologie eigentlich sehr ein kleines Fachgebiet ist. Das ist ein Zweig der Gesundheitspsychologie. Ich bin auch noch Medienpsychologin und diese Kombi ist vor allem auch dort spannend, wenn wir so über die sozialen Medien sprechen. Dann sehen wir, wie krass groß dieser Gesundheitsdiskurs auf den sozialen Medien ist und wie sie diese Effekte sind. Und warum Ernährungspsychologie? Ich sag's ganz... Ronia Schiftan (02:57) Ganz einfach, es wird mir nie langweilig. Ich sagte, in jedem Gebiet würde es mir langweilig werden. Aber das Thema Ernährung finde ich einfach so krass spannend, weil es in allen unseren Lebensbereichen ist. Das heißt wirklich, wir sprechen über Entwicklungspsychologie, über Sozialpsychologie, über Klinische. ist einfach nie langweilig. Und ich finde das so geil und mir wird eben schnell langweilig. Das heißt, ich muss da ein Themengebiet haben, das mich interessiert und das effektiv auch einfach genug spannend bleibt. Bernhard Vosicky (03:27) Jetzt schreibst du über wie Kinder essen. Warum essen denn Ronia Schiftan (03:30) Mmh. Bernhard Vosicky (03:30) Kinder anders als Erwachsene? Ronia Schiftan (03:33) Ja, ich glaube, ist extrem wichtig, dass wir einfach mal das Verständnis haben, wie Kinder überhaupt essen. Also wie das Esslernen, also diese Entwicklung eigentlich bei Kindern überhaupt aussieht. ganz oft, ich habe ja so verschiedene Arbeitsbereiche. Also auf der einen Seite bilde ich Fachpersonen an der Hochschule weiter, also ich gebe Lehre, ich arbeite viel im Bereich von der Gesundheitsförderung, das war auch so mein Start. Dort ging es immer darum, wie kann man möglichst gesunden Boden schaffen, quasi, dass sich Kinder oder Erwachsene Ronia Schiftan (04:02) gesundheitsförderlich verhalten können. Und mein großes Herzensteil an meiner Arbeit ist aber eben auch die Praxis, also wo ich Einzelpersonen, Erwachsene, aber eben auch Familien und deren Kinder, also ich arbeite nie direkt mit den Kindern, sondern ich arbeite mit den Eltern. Und das finde ich einfach so super spannend, dass ich erlebe, dass wenn ich mit Erwachsenen arbeite, ist eigentlich immer, egal welches Thema, Ronia Schiftan (04:30) Am Schluss landen wir im Thema Kindheit. Und mein großes Anliegen war eigentlich auf der einen Seite, das Verständnis überhaupt mal zu generieren und auf der anderen Seite, das wird jetzt sehr ernst, wenn ich das so beschreibe, aber Ronia Schiftan (04:45) Kindsschutz. Und zwar wirklich Kinder in ihrer Entwicklung, in ihrer Körperautonomie zu schützen. Und zwar Ronia Schiftan (04:58) Es ist nämlich sehr spannend, weil in unserer Gesellschaft sprechen wir immer von, wie können wir Kinder vor sexueller Gewalt schützen? Wie können wir Kindern beibringen, mein Körper gehört mir und ich habe meine Körperautonomie und ich erkenne Grenzen und ich sage nein und ich lerne Konsent. Aber sobald es ums Thema Essen geht, dann kann man dem Kind einfach irgendwas in Mund rammen und zum Schlucken zwingen. Bernhard Vosicky (05:23) Interessanter Zugang. Da reden wir auf jeden Fall noch detailliert darüber. glaube, du hast jetzt schon ein bisschen den Zugang in dieser Folge erklärt. Ich habe schon einmal eine Ronia Schiftan (05:32) Mhm. Bernhard Vosicky (05:32) sehr interessante Folge gemacht mit einer Kindertietologin. Ich verlinke euch gerne auch den Link zur Folge, das ist schon ein bisschen her, aber ich glaube, das von der Systematik hat sich nicht viel verändert. Heute gehen wir also die andere Seite an, die Elternseite. Und da Ronia Schiftan (05:47) Und vor Ronia Schiftan (05:49) allem die psychologische Perspektive. Ich glaube, ist eben das Wichtige. Der große Unterschied liegt eben, können Ernährung aus ernährungswissenschaftlicher Sicht, also wie die Diätologin anguckt, oder wir können eben Ernährung auch aus psychologischer Sicht angucken. Und das ist auch wichtig zu verstehen in der Folge jetzt auch, ich schaue auf die psychologische Perspektive. Ronia Schiftan (06:08) Sorry, ich habe dich unterbrochen, geh weiter. Bernhard Vosicky (06:09) Nein, das passt aber gut, weil es ist wichtig zum Einordnen, Bernhard Vosicky (06:14) was uns erwartet in der Folge. Du bist ein bisschen ein Hybrid, weil du ja selber auch Mama bist und gerade eben im Urlaub. Und wenn du jetzt, wir nehmen jetzt 11.38 ist es aktuell, also kurz vor Mittagessen auf, wenn du nach der Folge dann gemeinsam mit der Family beim Mittagstisch sitzt. Was ist der Moment? Bernhard Vosicky (06:38) der am ehesten Spannung auslöst, obwohl du vielleicht wüsstest, wie man es entspannt angeht. Also gibt es da so Sachen, was auch bei dir, also bist du die, die es besser weiß und wo keine Probleme da sind oder ist es nicht so? Ronia Schiftan (06:53) bei mir ist immer alles total entspannt und die Kinder essen alle immer genau das, was ich koche und bei uns gibt es auch nie Konflikte, Bernhard Vosicky (07:00) Warum glaube ich dir das nicht? Ronia Schiftan (07:02) nie wirklich nie. Nein, ich bin Psychologin, ich weiß perfekt wie es geht. Also das ist ganz klar. Nein, nicht einmal vielleicht und ich glaube, es auch das ist, was ich übrigens Fachpersonen immer ganz fest in Weiterbildungen näherbringen möchte. Wir sind nicht Role Models, wir sind nicht die Perfektion oder sowas, sondern Ronia Schiftan (07:23) Mein leider mittlerweile verstorbener Mentor Christoph Klotter, das war so sehr berühmte Ernährungspsychologe in Deutschland, der hat immer so einen schönen Satz gesagt und zwar, ich bin genauso gestört wie alle meine Klienten auch. Und das ist genau das, was ich wunderschön finde als Grundhaltung. Ich muss nichts perfekt machen und genau das möchte ich eigentlich auch allen Eltern mitgeben. Und zwar, es heißt sogar ein Kapitel in meinem Buch, ich musste groß kämpfen, dass es im Buch blieb als Titel und zwar Fuck Perfect. Ronia Schiftan (07:52) Und zwar genau Bernhard Vosicky (07:52) Okay. Ronia Schiftan (07:54) zu erkennen, nicht ich muss es perfekt machen, sondern was ist los? Und du hast gefragt, was passiert bei mir bei so einer Mittagstisch-Situation? Klassischerweise bin ich irgendwie mega überspannt, weil entweder unterzuckert oder ich bin gerade sonst einfach überreizt oder irgendwas. Dann ist es im Moment bei uns wirklich 36 Grad. Wir sterben literally von der Hitze. Das heißt, es ist dann auch noch ganz viele Reizetemperatur und so weiter. Ronia Schiftan (08:22) Und dann springt garantiert mein Kind mit Kopfhörern irgendwo rum und ich muss es einsammeln und irgendwie dazu kriegen, dass wir irgendwie uns der Nahrungsaufnahme widmen. Und dann, wohl bemerkt, sind wir mit zwei anderen Familien im Urlaub und haben dann noch drei Teenager dabei. Bernhard Vosicky (08:40) Okay, also Bernhard Vosicky (08:40) das heißt aber auch im Endeffekt, wenn du wirklich willst, dass alle zufrieden sind, dann gibt's Nudeln. Oder wie schaut das aus? Kann man das so sagen? Ist das ein Klassiker? Ronia Schiftan (08:50) Es ist effektiv so, dass der Anspruch, dass alle zufrieden sind, der Hauptstress ist. Ich merke ganz Ronia Schiftan (08:59) stark, dass die Grundhaltung das Wichtige ist bei Kindern. Kinder sind ja Komponentenessende. Kinder entwickeln schon mal die Geschmacksnerven bzw. Geschmackssensibilität auf gewisse Geschmäcker. Es kommt mit einer Süssprägung auf die Welt. Süss ist so vertraut. Ronia Schiftan (09:19) und quasi sicher und auch in der Natur wissen wir ja, evolutionär, das ist etwas was safe ist, also sicher. Weil wenn es gegärt ist oder nicht gut oder giftig, dann ist es bitter oder sauer. Das heißt, das ist schon mal sicher das eine Verständnis, dass Kinder alle so ihren Safe Food haben. Also das heißt ihr Essen, das eigentlich ein bisschen immer geht. Ronia Schiftan (09:44) Und ich habe mir die Haltung, dass ich wissen möchte, was sind die Safe Foods von den Kindern, dass ich einfach weiß, worst case hätte ich noch das Müsli im Schrank. Und dort immer zum Beispiel so die Grundhaltung, die ist zum Beispiel bei mir super gelassen, einfach im Sinn von, es gibt, du kannst das Müsli holen und mach es selbst, hier ist das Zeug. Oder vielleicht ist es dann zum Beispiel kein Reis mit Sojasoße und der ist dann halt einfach, gibt es halt ein größeres Tupperware, ein Reis mit, ein vorgekochtem Reis im Kühlschrank, das man kurz aufwärmen kann. Ronia Schiftan (10:14) Aber die Haltung ist eigentlich bei mir mehr grundsätzlich auch. auch die wissenschaftliche Haltung. Kinder lernen ja Modell. Das heißt, das Wichtigste ist mal, und das klingt jetzt super krass, was ich sage, oder das klingt super krass, und zwar das Wichtigste sind eigentlich zuerst die Eltern. Und zwar, dass es ihnen gut geht. Weil, dass sie entspannt sind und vor allem, dass sie Freude an ihrem Essen haben. Weil, wenn sie Freude am Essen haben, entspannt sind, dann ... Ronia Schiftan (10:43) Lernen Kinder am Modell, weil sie beobachten die Eltern ja. Und vielleicht möchten sie ja mal dann was mitprobieren oder sie essen ihren Safe Food. Und das ist aber immer abhängig von der Stimmung. Und die Stimmung ist das Zentrale eigentlich. Bernhard Vosicky (10:57) Also das heißt, zum Beispiel jetzt in meiner Familie, einmal eine 11-jährige, einmal eine 5-jährige, meine Frau und ich gemeinsam, ich bin zu 100 Prozent für Essens, Zubereitung, Kochen, so werde ich da zuständig. Das ist mein Job. Und was mich manchmal fertig macht und wo ich wirklich, das ist für mich zu viel, wenn alle Anwesenden, die dann auch Hunger haben und essen wollen, Bernhard Vosicky (11:22) andere Wünsche haben und im Endeffekt ich vier unterschiedliche Mahlzeiten zubereiten müsste, damit alle Ronia Schiftan (11:28) nicht. Bernhard Vosicky (11:28) zufrieden sind, muss es gar nicht mein Ziel sein, dass ich die alle glücklich mache. Ronia Schiftan (11:34) Ja, also ich finde es mega schön, du es sagst. Und zwar, da kommt ja sowieso eine innere Stimme mit, oder? Eine Stimme, die sagt, muss, alle müssen glücklich sein, oder? Ich muss alle glücklich machen, oder? Das sind so Prägungen, die wir... Fix, Bernhard Vosicky (11:44) Also ich bin ein schlechter Papa, wenn es wem nicht schmeckt, Ronia Schiftan (11:47) fix. Also ich bin ein schlechter Papa, wenn es mir schmeckt, aber meinen Kindern nicht. Das Zentrale ist gar nicht, dass ich sage, hey, koche etwas, was die Kinder gar nicht mögen, oder? Das sind nicht so schwarz-weiß, sondern es geht darum, dass zum Beispiel, jetzt nehmen wir mal einen an, keine Ahnung, du magst einen Thai Curry. Ich bringe gern das Beispiel vom Thai Curry, weil ich so... Ronia Schiftan (12:04) Das ist Beispiel von Erwachsenessen, dass viele Kinder dann irgendwie so bisschen... Logisch guckst du, dass es nicht zu scharf ist. Oder dass es nicht scharf ist. Oder ein anderer Trick ist, dass du diese Komponenten, das habe ich ja eben vorher so beschrieben, Kinder sind Komponenten-Essende, weil die ja erst noch diese... diese verschiedenen Geschmäcker am Lernen sind. Das heißt, sie lernen die, indem dass sie die auch einzeln essen können. Und so kannst du zum Beispiel halt das Tofu dann separat machen und den Reis auch separat und... Ronia Schiftan (12:34) Dann können sie sich nehmen, was sie möchten von den Dingen, die da sind. Und gleichzeitig weißt du aber, Safe Food, der ist zu Hause. Und das ist dann gar nicht ein Ablehnen von deinem Essen, sondern das Spannende ist eigentlich, ich muss schnell einen Schluck Wasser nehmen. Bernhard Vosicky (12:50) Wasser immer sehr viel, drei Liter. Ronia Schiftan (12:52) Ganz wichtig. Das Spannende ist eben, dass Kinder diese Geschmacksvielfalt ja erst lernen, auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite, für das Ronia Schiftan (13:04) benötigen sie ja Lernenergie. Also ich beschreibe sie immer so wie eine Batterie, die brauchen Energie dafür. Und die Illusion ist, wenn ein Kind müde nach einem Tag Schwimmbad, irgendwie jetzt nehmen wir das Ferienbeispiel, sonst ist vielleicht die Schule, heimkommt und dann kriegt noch irgendein fancy Essen, was mega viel Lernenergie braucht für das Kind, dann ist das als würde ich dir irgendwie eine Ronia Schiftan (13:30) eine komplizierte Gleichung hinlegen und sagen, wenn du die gelöst hast, Bene, dann kriegst du was zu essen. Das heißt, mit einer leeren Batterie kann ich ja gar nicht lernen. Und dann brauche ich zuerst einfach mal Energie. Und oft haben dann die Kinder zum Beispiel, wenn sie einfach immer wissen, sie können dann irgendwie ihr Müsli nehmen oder ihr Butterbrot oder ihr Nutella-Brot oder was auch immer, dann wissen die oft, dann kommen sie gar nicht in diesen Stress rein und sie können dann einfach dieses Nutella-Brot essen und plötzlich kommt vielleicht mal so das Ronia Schiftan (13:59) Die Batterie ist jetzt bisschen gefüllt, ist wieder ein bisschen Zucker im Kreislauf. Und vielleicht kommt dann plötzlich mal so, du Papa, was ist das da? Bernhard Vosicky (14:09) Okay, ja, Bernhard Vosicky (14:10) das heißt erschöpfte, hungrige Kinder probieren nicht gern. Ronia Schiftan (14:14) Nee, nee, weil das ist, was zu probieren, also es gibt natürlich Kinder, die sind per se einfach sehr neugierig und bei denen ist das so wie kein Thema, aber über die sprechen wir nicht, weil die sind meistens ja auch kein Thema. Aber gerade Kinder, die eher so tendenziell Schwierigkeiten haben, Neues zu probieren oder so, die können mit einer leeren Batterie einfach gar nichts probieren. Das geht nicht. Das ist einfach nicht möglich. Und vor allem, es ist auch nicht fair. Es ist nicht fair, weil in dem Moment brauchen sie vor allem einfach Energie. Ronia Schiftan (14:44) Also das heißt, es gibt sogar Kinder, die können fast vollen Teller verhungern, weil sie die Energie nicht mehr hinkriegen können, überhaupt die Gabel in den Mund zu Ronia Schiftan (14:53) führen. Bernhard Vosicky (14:54) Warum wollen wir denn das überhaupt? Also warum ist das uns so wichtig? Ich glaube, das ist dann auch noch bisschen eine Generationenfrage und je älter die Generation ist, umso eher, dass das gegessen wird, was da ist, dass es keine extra Würste gibt, dass alle gemeinsam essen, dass niemand aufsteht. Also all diese Dinge, die wir vom Großeltern-Disch vielleicht kennen. Bernhard Vosicky (15:20) Warum ist uns das so wichtig, weil das könnte uns doch eigentlich egal sein, oder ist es wichtig? Ronia Schiftan (15:25) Das ist eine mega wichtige Frage und sie führt genau zu dem, was so für mich mein Hauptarbeitsbereich auch ist. Also im Sinn von, wir müssen zuerst mal verstehen, welche Generation ist wie geprägt im Bezug auf Essen. Also beispielsweise deine Großeltern oder du bist wie ich millennial, nehme ich jetzt mal an. Genau, das heißt unsere Kinder, Bernhard Vosicky (15:43) Richtig, Ja, 83 geboren. Ronia Schiftan (15:46) genau, das heißt unsere Kinder, sind tendenziell Alphas, so Set oder Alphas, ein bisschen in dem Range und unsere Eltern, sind tendenziell Boomer. Ronia Schiftan (15:55) Also Baby Boomer. Bernhard Vosicky (15:55) Correct. Ronia Schiftan (15:57) Deren Eltern sind eigentlich die Kriegsgeneration. Das heißt, wenn wir das mal genau angucken, dann geht es dort vor allem ja auch das Verständnis von Essen ist überlebenswichtig, je mehr, desto besser. Fleisch ist was mega Besonderes. Wir wissen nicht, ob es morgen noch Essen gibt. Das heißt, die haben ganz fest auch dieses Ding von, du musst leisten, damit du was kriegst, damit du überlebst. Sprich, die haben ganz eine spezielle Prägen zum Thema Essen. Und Ronia Schiftan (16:24) Wir werden, wenn wir von Prägung sprechen, also wenn wir die Frage stellen, was prägt unser erwachsenes Essverhalten am meisten, dann sind das so diese ersten paar Kinderjahre. Und wenn wir jetzt uns überlegen, unsere Eltern, die Babyboomer, die waren ja damals klein und die haben dann genau das gehört, so im Sinn von ist was auf den Tisch kommt, morgen gibt es vielleicht nichts mehr, ist so viel du kannst zum Beispiel, ist ein Teller leer. Ronia Schiftan (16:48) oder faires aufteilen, blablabla. Oder einfach Werte und auch vor allem Leistung. Leistung, Leistung, Leistung. Weil Disziplin, Leistung ist ein Zeichen, das man später überleben kann quasi. Macht ja Sinn, weil wir wollen ja den Kindern das mitgeben, was in unserer Zeit sinnvoll überlebensstrategien sind. Und jetzt kamen aber die Babyboomer in eine total andere, also die haben das als Baby mitgekriegt, als Kleinkinder, und in was für eine Welt sind sie aufgewachsen. Weisst du das? Bernhard Vosicky (17:19) In einer, in der es eigentlich mehr gibt, deutlich mehr gibt, oder? Ronia Schiftan (17:21) Megaviel gibt totaler Wirtschaftsboom und totales Aufsteigen quasi, auch Job-Sicherheit etc. Das heißt, das Spannende ist, die haben dann eigentlich diese Werte drinnen gehabt, aber die haben jetzt auch neue Werte erlernt. zwar zum Beispiel ist so in den 70er, 80er Jahren, also eben als wir Kinder waren, da kam eine grosse Welle aus der USA. Und zwar, kam für eine Welle? Jane Fonda aerobics. Bernhard Vosicky (17:51) Okay, ja. Ronia Schiftan (17:51) Ein dünner Körper, schlanker Körper, ein Ronia Schiftan (17:53) guter Körper, ist diszipliniert und erfolgreich, ist schlank. Da kam dann plötzlich diese Mega-Diät-Geschichte eigentlich nach Europa. Sprich, damals waren unsere Mütter eigentlich junge Frauen, unsere Väter, junge Väter, die dann dieses Zeugs ausprobiert haben, die dann gediätet haben. Das war vor allem gegendered sehr stark auf die Frauen. Und zwar die Männer wurden dann oft bewertet, so im Sinn von Ronia Schiftan (18:20) Man sieht ja schon deinen Bauch an, also ganz viel Körperbewertung. Und die Frauen wurden vor allem trainiert auf ganz viele Diäten. Also ganz viele Millenialmädchen und Jungs mögen sich an die diätenden Mütter erinnern. Da wurde jede, oder? Jede Saftdiät, diese Diät, Trend-Cost, ja alles, oder? Bernhard Vosicky (18:34) Absolut, kenne ich, ja. Ja, also, Watchers war überall, ja, ja. Ronia Schiftan (18:41) Und jetzt musst du dir vorstellen, jetzt waren wir damals Kinder. Das heißt, das haben wir gelernt. Wir haben gelernt, Essen ist ein Ronia Schiftan (18:49) Element, meinen Körper zu steuern, diszipliniert zu zeigen. wie zum Beispiel ein schlanker Körper ist ein guter Körper. Disziplin heisst quasi eben, forme meinen Körper etc. Das kommt von da. Und jetzt tragen wir ja genau diese Stimmen, gleichzeitig tragen wir aber auch die, also ich beschreibe sie immer als Rucksack, auch die von meinen Großeltern. sagen zu Hause, nee sonst gehe ich so aus, ich aufhöre an Hefe glos, ist nicht so viel. Ronia Schiftan (19:18) Und die Grossmutter, die dann sagt, komm, is noch Schatz, is noch, is noch. Also da sieht man, was man da für verschiedene Stimmen drin hat. Du lachst, das hast du auch erlebt. Bernhard Vosicky (19:28) Ja, Bernhard Vosicky (19:28) ich sehe mich gerade sitzen mit der Familie und unterschiedliche Befehle, Ratschläge, Tipps an die Kinder während des Essens weitergeben. Ronia Schiftan (19:35) Voll! Voll! Ronia Schiftan (19:38) Voll! Und vor allem, gibt nichts Schlimmeres, als, jetzt musst du dir mal als Erwachsener vorstellen, wir gehen zusammen essen und ich sitze die ganze Zeit da und sage, ja, aber Bene, du das jetzt noch essen? Also hast du von dem schon probiert? Also nimm mal einen Löffel, komm, probier, komm, komm, ich schiebe sie in meinen Mund. Ähm, stell dir mal vor, wie du dich fühlen würdest. Also als Erwachsenes, wenn wir uns da mal reinversetzen, wir würden das nie tolerieren. Nie! Und das Problem ist, wir Ronia Schiftan (20:04) haben ja das alles auch erlernt. Das heisst, wir haben alle diese Stimmen im Rucksack. Und jetzt haben wir aber auch einen grossen Neueinfluss. Wie damals die Babyboomer, die Diätindustrie, haben wir die Medien. Also soziale Medien mit enormst vielen Ernährungsinformationen. By the way, bis zu 90 % Fake News auf den sozialen Medien in Bezug auf Ernährung. Also wirklich krass. Und werden überflutet von... Ronia Schiftan (20:31) Fake News von vermeintlichen Vorbildern, von Idealvorstellungen, von Optimieren und so weiter. Und irgendwann wissen wir einfach auch nicht mehr, wo uns der Kopf steht. Und jetzt stehen wir da mit den Kids und denken so, ich will das nicht und eigentlich fand ich selbst mega schlimm, dass ich probieren musste und dann bin ich mega lange vor dem Teller gesessen, habe nichts gegessen und dann wurde mein Körper bewertet, das will ich doch irgendwie nicht weitergeben, aber es ist mir ja schon wichtig, dass mein Kind gesund ist und jetzt kommt Ronia Schiftan (21:00) In unserer Generation haben Millennials nicht mehr nur das Schlank, sondern gesund. Alles muss gesund sein. Möglichst gesund. Das ist eigentlich einfach ein neuer Trend quasi. Bernhard Vosicky (21:12) Aber das ist natürlich jetzt auch für uns als Eltern sau schwer, weil wir haben da jetzt diese Prägung unserer Eltern, also der Boomer Eltern. Wir haben dann das, was wir gelernt haben. So dann kommt noch das, was wir von allen anderen Einflüssen haben. Und dann sitzen aber diese Generationen alle gemeinsam am Tisch und dann soll es ein entspanntes Mittagessen geben. Wie soll denn das funktionieren? Ronia Schiftan (21:36) Es tut nicht. Es es nicht. Es ist genau der Punkt. zwar genau das, Bene, du fasst das perfekt zusammen. Der Anspruch, also im Endeffekt dürfen wir uns die Frage stellen, ich stelle mir immer das Bild der Batterie vor. Was lädt die Batterie? Also was gibt Energie und was nimmt Energie? Alles was entspannend ist, also zur Entspannung beiträgt, das hilft der Batterie sich zu füllen und alles was... Ronia Schiftan (22:04) zur Entspannung abträgt, wie zum Beispiel Stress führt, das ist per se das, was eigentlich gesundheitsabträglich ist. Denn du kannst das perfekte Meal essen, wenn dein Körper im Stresszustand ist und in der Anspannung, kann er nicht gut verdauen, er kann nicht gut... Wir essen schneller, wir kauen weniger, wir schlucken mehr Luft und vor allem wir sind so angespannt, dass unser Sympathikus aktiviert ist und Cortisol, Stresshormone und so weiter ausgeschüttet wird. Sprich, es ist eben wirklich ein Paradox. Ronia Schiftan (22:34) Und das Relevante ist eigentlich, dass wir uns die Frage stellen, und das finde ich mega wichtig, dass wir uns die Frage stellen, was entspannt mich, was entspannt uns als Familie. Also in diesem Fall jedes Familiensystem ist anders. Und da ist zum Beispiel eine neurodivergente Familie einfach zu 180 Grad komplett funktioniert anders als eine eher neurotypische Familie. Bernhard Vosicky (23:00) Ja, bitte jetzt vom Fach-chinesischen rauszugehen. Neurodivergent. Also wenn ich jetzt Ronia Schiftan (23:02) Sorry! Bernhard Vosicky (23:04) Kinder habe, die zum Beispiel ADHS-Kinder sind, dann ist das neurodivergent. Ronia Schiftan (23:08) Genau, Ronia Schiftan (23:11) das ist Neurodivergent, ist einfach so bisschen die Formulierung, dass man nicht eigentlich von so Störungsbildern spricht oder Entwicklungsstörungen, sondern dass man eher eigentlich uns als Spektrum, wir haben verschiedene Hirnformen, verschiedene Hirnarten und das ist vor allem meistens bezogen auf ASS, ADHS, genau. Und da ja, ein Kind mit ADHS vorkommt, meistens nicht ein kleines Elefantchen alleine auf der Flur ist, sondern Ronia Schiftan (23:36) da meistens die Familie in Neurodivergent ist, weil das Genete stark vererbt wird, ist halt die Wahrscheinlichkeit, dass da gewisse Überreizungen schnell zusammenknallen. Bernhard Vosicky (23:47) Ja, also ich sehe gerade meine große Tochter und mich. Von dem her weiß ich ganz genau, wovon du sprichst. Ronia Schiftan (23:53) Und Ronia Schiftan (23:54) das geile ist eben, das ist eben mega wichtig, viele checken nicht, dass das Thema Neurodivergenz zum Beispiel so krass fest mit dem Thema Essen zu tun hat. Und zwar wirklich. Bernhard Vosicky (24:03) Weiß ja da Bernhard Vosicky (24:04) Cortisol, weiß ja da Dopamin und all diese Dinge geht. Ronia Schiftan (24:07) Nicht nur, sondern auch zum Beispiel die Reizsensitivität. Neurodivergente Kinder sind ganz oft Picky-Eater. Also dass sie ganz, ganz viele Lebensmittel nicht mögen. Und zwar warum? Weil sie ja ganz reizsensibel sind. Auf Licht, auf Ton, aber eben auch auf Geschmack, auf Temperatur, auf Konsistenz. Und darum zum Beispiel auch ganz logischerweise total Picky-Eaten. Bernhard Vosicky (24:33) Da ist aber jetzt halt die Frage, solche Dinge können sich ja auch auswachsen in ein pathologisches Bild. Also wenn es dann vom Picky Eating, das ja oftmals dann im Teenager-Alter vielleicht auch wieder abnimmt zumindest, kann aber natürlich schon auch sein, dass das ein, in Anführungszeichen, ein Essstörungsbild entwickelt, Ronia Schiftan (24:52) Mhm. Bernhard Vosicky (24:53) wenn es zu viel wird. Woran merke ich denn? Weil ich mir vielleicht als Erwachsener denke, okay, ist mein Kind jetzt einfach nur Nudel verliebt? Bernhard Vosicky (25:02) Oder ist da jetzt etwas, was ich vielleicht auch begleiten soll? Ronia Schiftan (25:06) Das ist eine wichtige Frage, wann ich mir Sorgen machen Der Punkt ist, dass Picky-Eating nicht unbedingt die Basis der Essstörung Wir müssen von der Anorexie und der Bulimiernervosa sprechen. Anorexiernervosa ist die Magersucht. Bulimier ist die Essbrechsucht. Das sind psychische Schwereerkrankungen. Ronia Schiftan (25:32) und die gehören wirklich in einen klinisch behandelnden Kontext. Also da spricht man dann wirklich von, das sind auch sehr, übrigens eine Magersusse, eine der tödlichsten psychischen Erkrankungen, es gibt. Das heißt, ein Kind, warum eine Anorexie sich entwickelt, das ist sehr komplex. Da gibt es ganz, ganz viele Faktoren, die zusammenspielen. Es ist aber nicht eigentlich per se ein picky eating Kind, sondern picky eating Kinder, das sind Kinder, eben sehr wählerisch essen, oft Ronia Schiftan (26:01) Auf der einen Seite sind sie gar nicht Picky eater. Das heisst, es sind Eltern, die das Essverhalten der Kinder verschätzen. Die dann beschreiben, mein Kind ist super wählerisch. Dabei ist es total normal, Stereotyp quasi normal, das kindliches Essverhalten. zwar Komponentenessende, die essen oft phasenhaft usw. Bernhard Vosicky (26:25) Ganz kurz damit wir das auch klar machen. Also Komponenten essen. Zum Beispiel, ich kenne das und ich glaube jeder Elternteil kennt das. Papa gibt mir die Nudeln, aber die Sauce daneben. Ja? Ja genau, richtig. Weil ich möchte selbst entscheiden, wo Ronia Schiftan (26:35) Genau, und darf sich hier auch nicht berühren. Bernhard Vosicky (26:39) ich hin tue. Oder eben in Phasen essen. Das Kind steht dann dazwischen auf und das zieht halt einfach den Grund nicht, warum es jetzt gerade 18.30 Uhr Abend essen soll. Ronia Schiftan (26:49) Das ist das eine, dass der Mahlzeit einen Rhythmusphasen essen, das ist aber gemeint, dass Beispiel Kinder eine Zeit lang einfach nur Nudeln mit Butter essen und dann wieder Bernhard Vosicky (26:57) ok, das meiste. Ronia Schiftan (26:58) nur Würstchen und dann wieder nur Gurken. Also Kinder essen zum Beispiel selten ausgewogen innerhalb von einer Mahlzeit, sondern einfach über eine Woche hinweg zum Beispiel. Also Kinder, die intuitiv essen, also Kinder essen eigentlich innenreizgesteuert. Das heißt, wenn wir dieser Innenreize möglichst nicht übersteuern, das wäre ein bisschen die Idee davon, Ronia Schiftan (27:17) Dann lassen wir die Körperwahrnehmung der Kinder und sie können selber explorieren, sie, quasi welchen Bedarf sie haben. Und der Punkt ist der, Kinder essen dann oft so eben zum Beispiel dann, keine Ahnung, essen sie zu Mittag nur Nudeln und dann am Abend kommen sie und gehen zum Kühlschrank und holen eine ganze Mozzarella zum Beispiel. Also das kann wirklich vorkommen. Das ist super lustig zu sehen. Und das ist eigentlich sehr kindliches Essverhalten, normales Essverhalten. Und... Ronia Schiftan (27:44) mir Sorgen machen? Bernhard Vosicky (27:44) Ja, Bernhard Vosicky (27:45) wir waren ja gerade dabei, dass wir gesagt haben, wann erkenne ich, wo uns problematisch wird. Also du hast von Anorexie Ronia Schiftan (27:50) Genau. Bernhard Vosicky (27:50) und von Bulimie gesprochen. Ja, das sind Krankheitsbilder. Aber erzähl Ronia Schiftan (27:54) Mhm. Bernhard Vosicky (27:55) mal so, wann sollte ich hellhörig werden, wann sollten meine Alarmglocken läuten? Ronia Schiftan (27:57) Hallo. Genau. Ronia Schiftan (28:00) in der Regel ist es so, dass deine Alarmglocken schon klingeln, wenn sie eigentlich noch gar nicht müssen. In der Regel machen sich Eltern sehr stark, sehr früh Sorgen, sobald es kleine beobachtbare Erweichungen gibt von der Norm, sag ich mal, oder von der Normvorstellung, was wir erwarten. Weil der Witz ist ja eigentlich, wenn wir Eltern sind, sind wir das ja jedes Mal zum ersten Mal. Also wir haben eigentlich ja keinen Plan. Also eigentlich... Ronia Schiftan (28:24) sind wir ja das erste Mal Eltern und das erste Mal Eltern von diesem Kind. Also sprich, jedes Mal ist eigentlich irgendeine Wartungshaltung, die kommt von irgendwo und dann gibt es irgendwelche Abweichungen. Jetzt ist so, was ich immer eine gute Grundhaltung finde, ist, ich habe zum Beispiel auch im Buch so fünf Grundfragen gestellt und zwar, dass man herausfindet, also angenommen dein Kind isst jetzt wirklich nur Nudeln mit Butter, zum Beispiel nehmen wir das, Dann Ronia Schiftan (28:52) kommt die erste Sorge meistens, hat mein Kind Nährstoffmangel, es entwickelt sich nicht richtig, wenn es das ist und so weiter. Erst vorweg, Nährstoffmangel bei Kindern ist extremst selten. Und wenn es vorliegt, dann ist das meistens zum Beispiel eine unentdeckte Zöliakie oder sonst eine metabolische Erkrankung. Aber eigentlich, Kinder verwerten total anders als Erwachsene. Also das sind so spannende Verwerter. Ronia Schiftan (29:21) Und das macht oft die Entlastung, wenn man das weiß. Und das Zweite ist, dann kommen so diese fünf Grundfragen. Und zwar hat ein Kind Energie, also mag es spielen, ist es konzentriert, zeigt es einen Range an Emotionen, also zum Beispiel kann es traurig zeigen, kann es freudig zeigen und so weiter, spielt es mit anderen Kindern, also hat es soziale Interaktion und auch vor allem ist die Entwicklung vom Kind, und zwar nicht, ist es auf der obersten Perzentile oder auf der untersten, ist mit Ronia Schiftan (29:49) Das ist mir völlig gleich auf Schweizerdeutsch. Das total egal. Die Frage ist, verläuft die Kurve kurvengerecht? Die Entwicklungskurve? Bleibt es auf der eigenen Kurve? Das sieht man bei der Pediatrin in der Kontrolle. Wenn es starken Abbruch gibt oder eine starke Steigung, sollte man das Kind sowieso angucken, denn dann ist was. Wenn es aber einfach kurvengerecht sich entwickelt, bewegt sich, es isst, es nimmt Nahrung zu sich, es trinkt. Ronia Schiftan (30:18) Dann, und es bewegt sich gerne und so weiter, dann ist kein Grund zur Sorge. Dann ist... Stuhlgang! Stuhlgang ist noch so ein Kontrollmechanismus. Normale Verdauung. Dann geht es dem Kind gut. Dann ist es versorgt. Das heißt eigentlich no worry. Und wann sollte man jetzt aber achtsam sein? Und zwar immer im Vergleich zu meinem Kind. Also wenn sich das Kind verändert. Sprich eben Kurvenabfall, Kurvensteigerung. Ronia Schiftan (30:46) oder plötzlich nicht mehr gut konzentrieren kann oder plötzlich total anders ist oder plötzlich einen komischen Stuhlgang hat oder sich plötzlich zurückzieht. Und das sind solche Dinge, die uns aufmerksam machen dürfen. Zum Beispiel, wenn ein Kind anfängt heimlich zu essen, also Essen zu verstecken im Zimmer oder wenn ein Kind beginnt nicht mehr zu essen, dann müssen wir hellhörig werden. Ronia Schiftan (31:13) Und dann braucht es aber dann unbedingt Fachpersonen. Also immer, wenn sich Eltern Sorgen machen, geht zu Fachpersonen, holt euch Hilfe und gleichzeitig aber auch glaubt an eure Intuition. Weil die meisten Eltern, die ich habe, die sagen dann, ja ich habe schon gemerkt, eigentlich geht es meinem Kind gut, aber ich weiß einfach nicht, ich brauchte einfach mal das Okay. Bernhard Vosicky (31:37) Ja, man will die Verantwortung auch ein bisschen outsourcen, glaube ich, dafür. Das ist dann etwas, wo man diese Sorge dann teilen möchte oder jemandem anderen geben. Ronia Schiftan (31:46) oder verifizieren auch. Bernhard Vosicky (31:50) Ich würde ganz gerne auf so konkrete Situationen gehen. Ich habe am Beginn der Podcast-Folge versprochen, dass wir auch handfeste Dinge tatsächlich mitnehmen wollen. Ronia Schiftan (31:56) Ja. Bernhard Vosicky (31:58) Setzen wir uns einmal gemeinsam an den Tisch und dann kommen in unserem Kopf so diese ganz klassischen Dinge. Bernhard Vosicky (32:04) die wir beim Essen wahrscheinlich alle schon selbst einmal gesagt haben. So, Ronia Schiftan (32:11) Mmh. Bernhard Vosicky (32:11) na probier's wenigstens mal, wenn das Kind sagt, ich will nicht. Oder so, jetzt noch drei Bissen und dann kannst du aufstehen. Oder so quasi die Nachspeise gibt's nur, wenn du aufgegessen hast. Also essen... Ja, nimm den. Ronia Schiftan (32:24) Bene, darf ich den nehmen? Darf ich den gerade voll... Ronia Schiftan (32:29) Also ich brauche aber schnell einen Moment dafür. Ich probiere es kurz zu fassen. Also und zwar das Geiste, ich finde, gesund und ungesund. zwar, also erstens Kredo, du wolltest einen handfesten Tipp, den nehme ich mal vorweg und zwar Vermeidung von Bewertung von Lebensmitteln und Kommentaren zum Essverhalten. Und Körper sowieso. Und zwar warum. Ronia Schiftan (32:51) Wenn wir Lebensmittel bewerten, also sagen wir mal zum Beispiel gesund und ungesund, welche Lebensmittel nennen wir gesund? Das ist meistens so Gemüse oder irgendwie sowas. Und Gemüse ist zum Beispiel, das ist eine erhöhte Bitterstoffe und Sauer und so weiter. Das heißt, für Kinder ist das eher was, was sie noch lernen müssen. Also in erster Linie wird das mal ein bisschen abgelehnt. Das heißt, Bernhard Vosicky (33:13) Hehe. Ronia Schiftan (33:14) Kinder lernen eigentlich, gesund ist das, was ich nicht mag. Und jetzt kommt es noch viel besser. Ronia Schiftan (33:19) Ungesund ist das, was ich ja mag, was in mir vertraut ist. Das meistens so das Zuckerhaltige oder so, was wir als ungesund bezeichnen. Und vor allem das Beste ist, was lernen Kinder dann eigentlich? Du musst zuerst durch das Schlechte durch und dann kommt das Gute. Aber das Gute gibt es nur ganz wenig. Und von dem darfst du nur ganz wenig essen. Es ist aber die Belohnung am Schluss. Und noch besser, wenn wir etwas verknappen, wie reagieren wir Menschen, wenn es eine Verknappung von einem Gut gibt? Bernhard Vosicky (33:48) Wir wollen es haben sofort. Ronia Schiftan (33:50) Krieg, Autonomie, wollen dann das erkämpfen, das ist ein natürlicher Mechanismus und das ist ja genau der Witz. Also das heißt, wir machen das noch attraktiver durch diese Bewertung und vor allem lösen wir genau diese Konfliktsituation schon von Anfang an aus und wir sagen dem Kind eigentlich total bescheuert, das was wir gesagt haben, ja wollten wir eigentlich fördern, quasi gesunde Essen, machen wir so schlecht, weil wir sagen, du jetzt musst du druckmäßig. Ronia Schiftan (34:18) Es ist zwar scheiße, aber du musst durch. Durch das Negative. Und dann lockt die Belohnung. Und die Belohnung gibt es aber nur, wenn du durch das Schlechte durch bist. Also eigentlich total kontraproduktiv. Und da sehen wir genau, mit dieser Bewertung machen wir das Problem eigentlich. Weil wir nehmen dem Kind die eigene Erfahrung. Weil vielleicht möchte es ja zuerst was Süßes essen. Bernhard Vosicky (34:44) Wer gibt die international gültige Regel vor, dass Nachspeise süß und Hauptspeise pikant ist? Ronia Schiftan (34:49) Exakt, Ronia Schiftan (34:50) exakt. in Frankreich ist die Nachspeise Käse total bekannt. Das ist kulturell und da sehen wir genau, das ist kulturelle Sozialisierung, nehmen wir das. Also das kulturelle Prägen eines Menschen. Und wenn wir das vermeiden wollen, also das allererste, ich von wegen konkreten Tipps heiße, überlegt ihr mal, was prägt mich eigentlich? Also was hat mich geprägt zum Thema Essen? Und was... Ronia Schiftan (35:18) Möchte ich meinem Kind weitergeben? was möchte ich selbst vielleicht aus meinem Rucksack ein bisschen aussortieren? Weil ich finde, nee, kommt da die ganze Zeit so dieses, du musst noch Salat essen, aber eigentlich hasse ich seit Kind Salat. Warum sollte ich es essen? Dieses Salatblatt in deinem Körper macht jetzt gar nichts. Das ist bisschen Wasser. Also das ist jetzt so null Mehrwert, aber du hast dich gezwungen und das bringt genau gar nichts. Und dann, wenn Bernhard Vosicky (35:43) Ja. Ronia Schiftan (35:43) wir bei uns beginnen, können wir nachher zum Kindern. Bernhard Vosicky (35:46) Ja, ist völlig richtig. Das ist genau dieses Vorleben. Du kannst deinen Kindern noch so viel sagen, sie kopieren dich ja im Endeffekt. Und wenn ich durch dieses, ich zwinge dich zum Gesunden, damit du zum Ungesunden kommst, wann soll das Kind auf die Idee kommen? Ja, ich will das Ungesunde haben, wenn ich es nur schlecht mache. Das ist eigentlich völlig klar. Ronia Schiftan (36:09) Genau. Ronia Schiftan (36:10) Und das Geile ist, das hält sich vor diesem Effekt, dieser Geschmack, also quasi ungesund, weh oder gleich eklig, das hält sich übrigens bis ins Erwachsenenalter aufrecht. Und zwar sieht man das immer dann, wenn Leute sagen, so was wie Beispiel, keine Ahnung, mühsames Telefonat abgehängt und gesagt, boah, jetzt brauch ich mal eine Belohnung. Das hab ich mir jetzt verdient. Oder ich hab gesündigt. Und so Dinge. Da merkt man einfach so, mein Gott, das Essen ist so krass gewertet bei uns. Ronia Schiftan (36:36) Und ich glaube, je mehr wir dort mal bei uns hingucken, wie sprechen wir über Essen, wie sprechen wir auch über unseren Körper. Also wenn wir die ganze Zeit irgendwie vorm Spiegel stehen und finden, äh, äh, äh, dann kopieren das die Kinder eben auch. Bernhard Vosicky (36:51) Ich fasse jetzt einmal zusammen, was ich auf jeden Fall schon als Take-Away mitnehme. Liebe Eltern, mich inklusive, lasst uns entspannt sein. Denken wir darüber nach, wenn wir nicht entspannt sind, warum sind wir nicht entspannt? Sind wir nicht entspannt, weil wir unsere eigenen Werte oder die, die wir von unseren Eltern mitbekommen haben, vielleicht gerade nicht erfüllen? Oder geht es wirklich das Kind? Ronia Schiftan (37:18) zwar, Bernhard Vosicky (37:18) Bitte. Natürlich. Ronia Schiftan (37:19) ich finde es auch mega wichtig, dass wir über solche Aspekte sprechen wie, wer hat welche Rollen in der Familie rund ums Thema Essen. Weil ich bin immer noch, also umfinde ich es auch so cool, dass wir zusammen sprechen dürfen, weil zum Beispiel erlebe ich immer noch krasse Gender-Rollen rund ums Thema Essen. Also wenn zum Beispiel Familie oder auch Thema Gesundheit, wenn zum Beispiel Familien zu mir in die Praxis kommen, ganz oft, also ich sage immer, die müssen beide Elternteile kommen. Und als zu Beginn und Ronia Schiftan (37:44) dann ist mega oft nachher das Thema, okay, wir waren jetzt da und ab jetzt übernimmt Petra die Beratungssituation, weil sie ist bei uns fürs Essen zuständig. Und das Krasse finde ich, du zeigst es ja auch Bene, welche Rolle haben die Väter und ganz oft immer noch, ich erschrecke dabei, in unserer Generation, die oft so krass auf Gleichstellung ist, ist das Essen oder solche Gesundheitsentscheide und so weiter oft immer noch bei den Frauenhand. Ronia Schiftan (38:13) Und das ist mal so das erste, wo ich wirklich so das Frage stelle, was ist da passiert? Und auf der anderen Seite auch, väterliche Prägungen sind anders als mütterliche Prägungen. Also millennial mummies haben oft andere Erfahrungen. Also die haben oft, was ich erlebe in der Praxis und da kann ich leider keine Empirie geben, weil diese Daten werden wir erst in ein paar Generationen haben. Aber ich habe oft Frauen und Mütter. Ronia Schiftan (38:42) Die sagen, es gibt natürlich jedes Range, ich sage nur ein paar Beispiele, die zum Beispiel sagen, irgendwie für mich ist es eigentlich okay, also das Thema ist für mich okay, das Thema, wenn das Kind so und so ist, das ist völlig in Ordnung. Ich kann mit dem Leben, ich sehe mein Kind entwickelt sich gut. Und was ich aber immer noch erlebe, ist sehr viele Väter, die starke, starke, rigorosere Vorstellungen haben. Ronia Schiftan (39:10) über was ist richtig und was ist falsch. Und das hat ganz stark mit väterlichen Prägungen zu tun. Da müssen wir drüber sprechen. Oder was haben wir für Väter gehabt? Bernhard Vosicky (39:21) Also bin ich ganz bei dir. das ist natürlich was, wo wir jetzt die Chance haben, das aufzubrechen. Ronia Schiftan (39:27) Mhm. Bernhard Vosicky (39:29) Weil ich merke schon auch, dass das natürlich, dass mein Vater völlig anders sozialisiert wurde als ich selbst. Und dass er natürlich diese Werte, die er mitbekommen hat, auch weitergibt. Und das ist natürlich bei mir mittlerweile anders. Aber wenn jetzt mehrere Generationen Ronia Schiftan (39:42) Natürlich. Bernhard Vosicky (39:45) am Tisch sitzen und Bernhard Vosicky (39:47) dass eine und mein Kind nicht mehr aufessen will, dann fühlt sich zum Beispiel mein Vater gezwungen, das von den Kindern aufzueißen, weil man hat ja gelernt, man gibt nichts weg. Ronia Schiftan (40:00) Plus, noch wichtiger, das ist auch noch dazu, man gibt nichts weg. jetzt kommt noch dazu, dass Väter ja oft mit dem mehr essen, ein Stück weit, also quasi der männliche Körper braucht mehr Energie und so weiter, dass das auch ganz oft mit Männerrollen zu tun hat. Also beispielsweise Fleisch essen, Männlichkeit, Bernhard Vosicky (40:23) Mhm. Ronia Schiftan (40:24) also wir haben ganz viele Moralaufgabe, also die Ronia Schiftan (40:27) Die Moral, meine Freundin Eva Maria Enders hat eine grossartige Dissertation zum Thema wie die Moral des Essens in dem digitalen Kontext diskutiert wird und hat soziale Medien untersucht über mehrere Jahre. Das ist wirklich spannend, wie diese Fleischbubble, es gibt so eine Fleischgrillbubble, wie das Bernhard Vosicky (40:47) Ja, ja. Ronia Schiftan (40:47) oft so dieses männlichkeitszelebrierte Thema ist. Und gerade solche Dinge. Bernhard Vosicky (40:55) Der Mann grillt die T-Bone Steaks und die Frau isst den Salat mit Putenstreifen. Ronia Schiftan (41:01) Exakt Ronia Schiftan (41:02) und lächelt dabei in die Kamera. Da Bernhard Vosicky (41:04) Ja, genau. Ronia Schiftan (41:05) dürfte mir wirklich auch die Frage stellen, welche Rollenbilder sind da übers Essen auch kommuniziert und auch werden weitergegeben. auch, was ich eben auch spannend finde, weil wenn ich in der, ich habe viele so Beispiele aus der Praxis, zum Beispiel ein Kind isst, picky und der Vater ist super gestresst, weil er macht sich Sorgen und so weiter. Was ich ganz oft habe, ist, dass ich so mache, Ronia Schiftan (41:30) Kämpfe am Tisch erlebe. Also zum Beispiel habe ich ganz oft, dass ich die Familien dann aufzeichnen lasse. Wie sitzt ihr eigentlich? Und das ist zum Beispiel super spannend, dass ich oft auch beobachten kann, dass dann zum Beispiel die Eltern der Vater dann vis-à-vis von diesem, vis-à-vis sagt man, gegenüber von diesem Bernhard Vosicky (41:47) Mhm, ja, passt schon. Ronia Schiftan (41:48) picky eating Kind sitzt und dann eigentlich die ganze Zeit guckt, was ist das und eigentlich gestresst ist und diesen Stress mega stark überträgt auf das Kind und dann so eine Ronia Schiftan (41:59) Fast Machtspiel oder eben auch vor allem auch Drucksituationen entsteht. total aus Versehen und total unextra. Der Vater will das ja gar nicht. Und dort schon nur das Umsitzen. Also die setzt sich dann oft neben die Kinder. Zum Beispiel, weil dann fühlen sie das Kind, aber sie gucken nicht die ganze Zeit auf den Teller. Und Bernhard Vosicky (42:20) Aha. Ronia Schiftan (42:21) das sind zum Beispiel so kleine praktische Aspekte. Wie sitzt ihr eigentlich als Familie? Ist das die optimale Konstellation? Bernhard Vosicky (42:28) Also das heißt, wenn ich da vielleicht auch zur Entspannung führen möchte, dann setze Ronia Schiftan (42:31) Mmh. Bernhard Vosicky (42:32) ich das vielleicht selektiv essende Kind neben den Opa. Ronia Schiftan (42:39) Kann sein. Kann man nicht generell sagen, aber kann sein. Also dass ich zum Beispiel Bernhard Vosicky (42:43) Natürlich nicht, ja klar. Ronia Schiftan (42:44) einfach ausprobiere und auch wirklich einfach merke, es gibt eine Dynamik und es ist nie das Kind oder die erwachsene Person, sondern es ist immer das Zusammenspiel. Und darum ist die S-Situation ja auch so mega kompliziert, weil so viele Menschen, so viele Überzeugungen, so viele... Ronia Schiftan (43:07) auch zum Beispiel Hirntypen dann zusammenkommen und das macht es einfach extrem kompliziert. Bernhard Vosicky (43:13) Aber das heißt jetzt, es nochmal zusammenzufassen, ich muss langsam zum Ende kommen. Wir bewerten nicht, Ronia Schiftan (43:17) Ja. Bernhard Vosicky (43:20) wir geben es nicht als Belohnung, aber auch schon gar nicht als Bestrafung aus. Ronia Schiftan (43:24) Genau. Bernhard Vosicky (43:25) Am besten ist es einfach neutral. Oder kann man das so sagen? Ronia Schiftan (43:30) Essen ist immer Ronia Schiftan (43:30) auch emotional, das ist okay. Aber es ist nicht ein Instrument zur Erziehung. Und der Esstisch ist kein Erziehungsort. Bernhard Vosicky (43:43) Und wie kann ich jetzt als Papa, mein Podcast richtet sich ja vornehmlich an Papas, auch wenn natürlich viele Mamas zuhören, was mich freut, dann was kann ich denn da jetzt, was gibt es irgend so einen Zaubertrick, den ich am Tisch machen kann, vielleicht eine angespannte Situation beim Essen zu entspannen? Gibt es irgendwas, was ich tun könnte, es besser zu machen? Ronia Schiftan (44:06) Hey mega, ja unbedingt und zwar deine Selbstregulation. Guck was passiert bei dir und zwar vielleicht musst du mal aufstehen und geh mal aufs Klo und dann geh mal die Hände waschen und geh mal durchatmen, reguliere dich selber und nicht das Kind, weil das Kind reagiert auf deine Anspannung und das ist nicht eine Schuldzuweisung, ist mir ganz wichtig und das passiert auch an Mamas. Ronia Schiftan (44:33) Das passiert auch in allen gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, wenn du angespannt bist, kannst du an deiner Anspannung arbeiten. Sie zuerst realisieren, dass sie da ist, und dann langsam prüfen, von wo kommt sie. Aber man kann wirklich oft mit einer kleinen Pause, mit einer Unterbrechung, indem man mal den Tisch verlässt, mal selber durchatmet, sich reguliert, ein Glas Wasser trinkt, was auch immer, mega viel Entspannung erzeugen. Ronia Schiftan (45:03) Und vielleicht kann es auch wirklich sein, dass du in dem Moment sagst, hey, für mich ist gar gut, ich mach ne Essenspause, ich ess dann danach. Weil du willst ja auch in einer Entspannung essen. Bernhard Vosicky (45:16) Das ist ein guter Tipp, das gefällt mir sehr gut. Das nehme ich gleich quasi als Ratschlag mit. Normalerweise frage ich ja meine Gäste, meine Papas, mit denen ich spreche, immer so, was sie ihrem noch nicht Papa ich als Ratschlag geben würden. Das Papa Ratschlag fällt bei dir ein bisschen weg. Aber du hast ja quasi jetzt den anderen Papa seinen Ratschlag gegeben. Das lasse ich mal so durchgehen. Danke dir vielmals für diesen wirklich hilfreichen Tipp. Was ich aber auf jeden Fall gerne noch von dir hätte, Bernhard Vosicky (45:43) wäre ein Song auf unserer Playlist des Grauens. Also quasi nachdem du ja auch Mama bist und ja auch lange Autofahrten habt, gibt es sicher den einen oder anderen Song, den dein Kind sehr gerne und vor allem häufig hört und du ihn deswegen nicht mehr hören kannst. Ronia Schiftan (46:00) Ich bin ein schlechtes Beispiel. Und zwar, wenn mein Kind repetitiver Musik hat, ich bin genau gleich. Ich habe eine CD Bernhard Vosicky (46:07) okay. Ronia Schiftan (46:08) im Auto und die läuft in Dauerschlaufe. Und das ist völlig okay. Aber was mich wirklich wahnsinnig macht, ist das Lied Pipi Kaka Pups. Bernhard Vosicky (46:19) Aha. Ronia Schiftan (46:20) Und das war irgendwann mein Partner, der das meinem Sohn gezeigt hat und ich könnte ihn noch verfluchen dafür. Das ist das Pipi Kaka Pups. Bernhard Vosicky (46:27) klingt es klingt eher nervig ja Ronia Schiftan (46:29) ist ein bisschen nervig. Aber ich würd's auf die Playlist hauen. Bernhard Vosicky (46:29) gut geben wir Bernhard Vosicky (46:32) ja das machen wir ist auch nicht darum ich kenne es noch nicht ich befürchte ich werde bald kennenlernen aber ok Ronia Schiftan (46:37) Und Ronia Schiftan (46:38) in Repetitiv schlafen. Viel Spass! Bernhard Vosicky (46:40) Ja, Bernhard Vosicky (46:41) das wird schön. Wunderbar. Ronja, ich danke dir viel, vielmals. Ich darf allen empfehlen, schaut euch das Buch an. Wie Kinder essen. Ich verlinke euch natürlich auch die Seite zum Buch. Jawohl. Sehr gut. Ronia Schiftan (46:52) Ich habe es hier. Schaut mal, hier sitzt. Bernhard Vosicky (46:56) Und dank dir für die Zeit und wünsche dir noch einen schönen Urlaub. Ronia Schiftan (47:02) Danke dir. Danke dir ganz herzlich für die Einladung. Ich freue mich total, dass ihr euch den Thema annimmt. Auch alle zuhören und wünsche dir auch eine wunderschöne Zeit. Und danke an alle. Bernhard Vosicky (47:11) Danke dir vielmals. wenn du das Gefühl hast, dass diese Folge eine ist, die du gerne jemandem weiter schicken möchtest, weil er oder sie mit dem Thema Essen in der Familie ein Thema hat, ich freue mich, wenn du es weiterleistest. Ich freue mich, wenn du den Podcast abonnierst und wenn du noch nicht hast, dann gerne auch eine Bewertung dalassen. Danke, bis bald. Ronia Schiftan (47:29) Danke, tschüss!
Bernhard Vosicky – Podcast Host Papa Mia!?

Bernhard Vosicky

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