mit Kabarettist „Heidelbeerhugo“

Episode 68
49:40

Wir kennen ihn mit Bart und Kapperl von Insta und TikTok – aber der „Heidelbeerhugo“ hat auch ein Leben abseits des Smartphones!

Und da ist er Kabarettist, Finalist der ORF – Comedy Challenge 2022 und 2-fach Papa! Deswegen hab ich ihn zum Interview eingeladen…

Willkommen Michael Bauer! (Nicht der vom Bundesheer!!)

Website „Heidelbeerhugo“ – https://www.heidelbeerhugo.at/
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TikTok „Heidelbeerhugo“ – https://www.tiktok.com/@heidelbeerhugo_
Podcast „Am Boden geblieben“ – https://ambodengeblieben.simplecast.com/
Youtube Channel „Heidelbeerhugo“ – https://www.youtube.com/@heidelbeerhugo

Website „Papa Mia!?“ – ⁠⁠www.papamia.at
„Papa Mia!?“ – Youtube Channel ⁠https://www.youtube.com/watch?v=vlczJi3MlqA&list=PLBsmCGWpasWcYdyEE3Pcl_aOATzJ9La-K&pp=gAQB
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Transkript:

Heidelbeerhugo: [0:00] Schon auch. Also für mich ist Teil meines Lebenssinnens, dass ich was weitergebe und dass ich meinen Beitrag dazu leiste, dass es nicht nur mehr Trotteln auf der Welt gibt, sondern dass du sagst, okay, wenigstens die zwei, die du auf die Welt gesetzt hast, Heidelbeerhugo: [0:14] die sind okay, die sind vernünftig, das sind mündige und lautere Mitglieder der Gesellschaft. Bernhard: [0:21] Papa Mia. Reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Heidelbeerhugo: [0:29] Klingt cool, ist es auch. Bernhard: [0:31] Willkommen bei Papa Mia. Eine neue Folge der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Oder zumindest tolerieren, wie auch immer. Heute ist ein ganz besonderer Papa bei uns. Zweifach Papa Michael Bauer. Möglicherweise noch nicht sofort ein Begriff, aber als Heidelbeer Hugo kennt man ihn. Kabarettist, Content-Creator, Podcaster und eben Papa von zwei Kindern. Danke, dass du Zeit hast. Danke für die Einladung. Was habe ich vergessen? Heidelbeerhugo: [0:57] Nichts. Das ist das Wichtigste. Hoffentlich guter Partner auch von einer sehr lieben Frau. Bernhard: [1:01] Stimmt natürlich. Übrigens, auf diese Frage habe ich mich gefreut. Ich weiß ja natürlich, woher der Name Heidelberg-Hugo kommt. Wer es nicht kennt, du erzählst es in deinem Programm. Ja. Es gibt bei uns in meiner Familie den Erdbeer-Schorsch. Aber der Erdbeer-Schorsch hat nichts mit einem Getränk zu tun, sondern der Erdbeer Schorsch ist eine kindliche Verwechslung des Titels Erzbischof. Und das Kind hat ständig vom Erdbeer Schorsch gesprochen, weil es im Pfarrkindergarten ist. Und im Endeffekt hat sich dann herausgestellt, das ist der Erdbeer Schorsch und der Erzbischof. Heidelbeerhugo: [1:31] Das ist sehr lustig, falls ich noch etwas dazu sagen darf. Ich bin schon fast alles genannt worden. Also Ribissel Django, Erdbeer Schorsch. Bernhard: [1:38] Aber Ribissel Django ist auch nicht schlecht. Heidelbeerhugo: [1:39] Aber Kolder Wickerl, also es war schon alles dabei. Weil die Leute sich nur irgendwie merken, irgendwas mit Obst. Mit Früchte. Bernhard: [1:45] Ja, das war's. Wir haben übrigens regional angebaut, der Kiwi und Ananas. Heidelbeerhugo: [1:50] Ananas, die war sehr gut. Bernhard: [1:51] Die Regionals und Waldwirtel, wie du gesagt hast. Du bist ja selber Podcaster, Podcast mit dem Manuel Thalhammer, Podcast, der sich nennt, am Boden geblieben, übrigens schwere Empfehlung. Und du hast gesagt, die neue Folge, die jetzt kommt, jetzt die Frage, ob die schon draußen ist, wenn nicht. Ja, die ist schon draußen. Kommt morgen. Und da, nicht nur da, sondern generell bei all dem, was du tust, sind ja so Familienpartnerschaftsthemen eigentlich immer ganz, ganz groß. Warum ist das so? Heidelbeerhugo: [2:20] Also sehr gute Frage. Ich glaube, weil es einfach ein Riesenteil von meinem Leben ist, einen großen Teil meiner Persönlichkeit auch einnimmt. Ich bin sehr, sehr gerne Papa. Ich bin sehr, sehr gerne Partner. Und ich finde, Familie ist für mich so eine Kraftquelle. Also wenn die Familie nicht passt, ich zumindest kann dann keine gute Comedy machen, wenn der Kopf nicht frei ist. Also ich bedanke mich immer bei meiner Frau und sage danke, dass du alles so weit managst und im Griff hast, dass ich mir den ganzen Tag um einen Blätsel eigentlich Gedanken machen kann. Bernhard: [2:50] Du brauchst auch, man muss Kopf frei haben, um Blödsinn zu machen. Heidelbeerhugo: [2:53] Also ich brauche es. Ich bin ein Mensch, man sieht sofort, das ist gut und schlecht, aber man sieht sofort, wie es mir geht. Und wenn ich traurig bin, dann hätte ich auch lieber gern, dass man es oft nicht sieht und dass man nicht bemerkt, dass ich traurig bin. Aber es ist oft so, Leute, die mich kennen, nach zwei Sekunden sagen, was hast du? Und ich sage, du redest nichts, du bist zu still. Und ich sage, nein, ich habe eh nichts. Ich sage, Dr. Rost, was ich sehe, Dr. Rost. Also es ist extrem nervig, aber auf der anderen Seite auch gut. Und wenn es mir nicht gut geht, dann kann ich nicht Leistung bringen. Bernhard: [3:23] Und merkt man das, wenn man dich kennt auf der Bühne, also wenn man dein Programm sieht und merkt, dass er heute einen schlechten Tag, dass er, keine Ahnung, daheim gefetzt hat oder so? Heidelbeerhugo: [3:30] Nein, ich glaube nicht. Also A, ich habe noch nie so gefetzt, dass mir irgendwie Probleme gemacht hätte beim Auftritt. Und auf der anderen Seite ist es ja so, dass ich mich spätestens nach dem zweiten Satz auf der Bühne so gehypt von der Energie vom Publikum fühle, dass ab da eigentlich schon gut ist. Bernhard: [3:49] Wenn ich so Promi-Papas unter Anführungsstrichen bei mir im Podcast habe, dann ist immer sozusagen die Prämisse, nicht allzu viel über den Job zu reden. Das tust du eh dauernd bei allen Interviews, die du gibst. Bernhard: [4:00] Deswegen möchte ich mich eben auf das fokussieren, deine Papa-Rolle. Und drei Teile. Anfangen mit deiner eigenen Kindheit. Dann, wie du quasi vom Sohn zum Papa geworden bist. Und wie es jetzt ist. So möchte ich es ungefähr aufteilen, so ein bisschen. Und wenn wir über deine eigene Kindheit sprechen. Ich bin hier, wo wir jetzt aufnehmen, in Leopoldstorf, bei Wien aufgewachsen. Und wenn ich aus meinem Elternhaus aus dem Fenster geschaut habe, dann habe ich gesehen die Alt-Erla-Bauten. Meine Eltern haben immer gesagt, das sind die schieren Schiefenbauten in Alt-Erla, neben den schieren Senfbauten vom 10. Bezirk und die schieren, was haben wir dort noch? Schöpfweg. Schöpfweg zum Beispiel, ja genau. Du bist aufgewachsen dort. Heidelbeerhugo: [4:39] Genau, ich bin eines von den schieren Kindern aus den Schiefenbauten. Genau das. Und ja, dort war es sehr abenteuerlich. Bernhard: [4:44] Schon, oder? Ich meine, da musst du zusagen, so prinzipiell, das wird ja auch immer wieder der Geister, ich glaube, alle paar Jahre wieder kommt so dieses Video, dass der soziale Wohnbau in Wien so groß ist und dann wird Alderla so als Paradebeispiel genannt mit Pool am Dach und früher mal eigene Radiostation drinnen und Wohnpark. Heidelbeerhugo: [5:03] Sender gibt es noch immer, Fernsehsender. Bernhard: [5:05] Okay, aber es ist halt dann, das hat halt einmal angefangen und jetzt ist es nicht mehr so. Heidelbeerhugo: [5:11] Finde ich zumindest. Also ich habe auch schon einmal mein Kabarettprogramm in Alderla gespielt, da gibt es so einen Freizeit- und Kulturklub. Da waren die jetzt nicht der Meinung, dass es ein bisschen gründig geworden ist über die Jahre, aber ich finde schon. Also es war 1977 erbaut und damals war es wirklich ein Luxus, da hat der Kienast und Krankel und alle vom Nationalteam, das halbe Nationalteam hat dort gewohnt, es war eine sehr... Luxuriöse Gegend und meine Mutter war damals Gastarbeiterin und Zugreinigerin bei der ÖBB, hat viele Jahre darauf hingespart, dass wir uns da damals die, was wären es gewesen wären, 280.000 Schilling oder so leisten konnten, Genossenschaftsbeitrag und dann war das dort so die Füllung eines Traumes, dort zu leben, aber dann eben über die Jahre, natürlich, die Mieten sind dann immer günstiger geworden, es hat so ein bisschen einen Publikumswandel auch gegeben und ich, aus meinem subjektiven Gefühl, haben sie ein bisschen drauf das schleifen lassen. Bernhard: [6:04] Aber man nichts braucht. Heidelbeerhugo: [6:05] Ja, weißt du, du greifst hin, es pickt ein bisschen der Grin. Also es ist alles ein bisschen, hat so eine leichte Patina, es ist nicht mehr so cool, wie es einmal war und deswegen bin ich schon sehr froh. Und vor allem die Wohnungsschnitte sind alle sehr ähnlich. Und wenn du überall diese dunkelbraunen Fensterrahmen hast, die Fenster sind auch so lustig, weil die sind in der Mitte angeschlagen und du drehst dann quasi die Fenster so. Bernhard: [6:27] Ah, okay, ich weiß schon. Also im Endeffekt kein Aufmachen. Heidelbeerhugo: [6:30] Ja, schon, aber das Fenster ist immer in der Mitte genau und es geht dann in die Wohnung rein. Bernhard: [6:35] Schön. Wie oft hast du den Schädel angehört? Heidelbeerhugo: [6:37] Na ja, eh nicht oft, weil du bist mit dem einfach aufgewachsen. Aber es waren dann so Eigenheiten wie zum Beispiel, das es dann relativ früh gegeben hat, Betriebskosten zum Beispiel. Alt-Erla-Kinder erkennst du daran, dass sie stundenlang duschen, während ein Zähneputzen das Wasser rinnen lassen, weil das Wasser quasi nichts kostet. Das ist immer durch 3000 Wohneinheiten. Ah, alles klar. Das war irrelevant, der Einzelne. Natürlich, wenn das jeder macht, wird es teuer oder du erkennst die Heizung war auch Flatrate, das war auch gratis und was sehr cool war ich komme noch aus einer Zeit 83 geboren, wo es Welscheibentelefonen waren, dann gab es ja die Telefone mit Tasten, wo du dieses Kuh. Bernhard: [7:18] Noch gehört hast die Heidelbeerhugo: [7:20] Waren schon digital und du hast noch dieses Ding dann waren die cooleren, wo du schon Tasten hattest, aber das Du, Du, Du, Du gehört hast ja Und zu der Zeit ist dann auch eingeführt worden, von Alt-Erla nach Alt-Erla-Telefonieren mit dem Festnetz ist gratis. Geil. Naja, und dann habe ich natürlich mit meiner besten Freundin im B-Block, ich war im A-Block, haben wir gespielt Schiffelversenken und Schiffelversenken. Bernhard: [7:41] Über das Telefon, was gratis. Über das Telefon, natürlich. Natürlich nicht. Weil du sagst 83, du bist entscheidend älter als ich, du bist Februar 83, ich bin März 83. Du bist der Fisch. Ja, genau, dass ich ein bisschen Lebensweisheit von dir holen kann, weil du mir halt schon einiges voraus hast. Absolut. Ja, also da hoffe ich auf viel, was ich mache. Deine Kindheit, du erwähnst es auch in so manchen Ausschnitten, die man online findet, Mama aus Serbien und den Papa nie kennengelernt. Heidelbeerhugo: [8:10] Ja, naja, ja. Also ich bin mit einem Mann aufgewachsen, den habe ich als Papa quasi kennengelernt. Also das war mein Papa. Das hat sich dann aber herausgestellt, doch nicht. Also den richtigen Papa habe ich dann, ich glaube, einmal gesehen mit 33 und das war es. Also den Leiblichen. Bernhard: [8:29] Und du machst, ich meine, Heidelbeerhugo: [8:31] Da geht man dann. Bernhard: [8:31] Du machst da Schmähes drüber. Heidelbeerhugo: [8:33] Ja. Bernhard: [8:33] Ist das dein Weg oder ist dir das wurscht? Ich weiß nicht. Heidelbeerhugo: [8:37] Also es ist im Grunde dieses Vorurteil des traurigen Clowns, sehr, sehr, sehr traurige Kindheit und dann halt quasi was Positives daraus gemacht, das trifft absolut zu bei mir. Sicher, das ist irgendeine Art meines Bewältigungsmechanismus. Ich habe es auch als Kind gebraucht. Ich erzähle sehr oft, ich war als Kind sehr, sehr viel alleine, weil meine Mutter selbstständig war. Und wenn du als Kind, also es würde ja heutzutage gar nicht gehen, ich war ja von halb zehn in der Früh bis um elf, halb zwölf in der Nacht alleine, Und habe da einfach in Alt-Erla mir ein Netzwerk aufgebaut von Menschen, meistens Gleichaltrige. Ich habe auch sehr viele ältere Freunde gehabt, weil die haben ja dann schon was dürfen und mir in Sachen helfen können, die ich vielleicht selber nicht geschafft habe. Und dann natürlich auch viel die Eltern der Freunde. Also ich sage jetzt mal, wenn ich zum Zahnarzt gehen habe müssen, dann ist die Mutter der besten Freundin mit mir zum Zahnarzt gehen zum Beispiel. Also es war schon echt extrem, wo es da heute denken würde, boah, da wollen Sie die Kinderwohlfahrt oder das Jugendamt. Aber damals war das so und es war normal für mich. Das hat für mich auch jetzt, wie gesagt, ich bin ganz oft am Sportplatz gegangen, war Basketballer und Fußballer gleichzeitig, weil ich einfach so viel Talent gehabt habe. Bernhard: [9:48] Verstehe ich natürlich, ja klar. Heidelbeerhugo: [9:49] Für einen Sport. Und wenn dort wenig Kinder unten waren, dann waren 40 Kinder unten. Und wenn viele Kinder unten waren, dann waren 100, 110, 120 Kinder unten. Und das war halt der Wahnsinn. Also wir haben dort Lagerfeuer gemacht, wir haben dort Champions League nachgespielt. Also es war schon eine crazy Zeit. Bernhard: [10:03] Man sagt ja auch irgendwie, man braucht irgendwie so ein Dorf, um ein Kind zu erziehen. Das war ja ein Wohntag. Ist ja wurscht. Heidelbeerhugo: [10:08] So viele Einwohner wie Eisenstadt dort. Also 13.000 haben dort in den Bauten gewohnt. Bernhard: [10:13] Vergleichbar attraktiv. Heidelbeerhugo: [10:15] Ja, vom Charme her ähnlich. Bernhard: [10:18] Aber jetzt hast du schon gesagt, also das heißt, diese Gruppe war dir wichtig und diese Gruppe war irgendwie deine Familie, oder? Ja. Und der Humor war dein Zugang. Hast du das früh gemerkt, dass der Schmäh deine Welt ist, wo du dich wohlfühlst? Heidelbeerhugo: [10:31] Der Schmäh war insofern auch ein, wie soll ich sagen, ein Schutz. Schon. Ja, ja, natürlich. Na klar. Weil ich war ja schon immer ein dickes Kind. Bernhard: [10:40] Okay. Heidelbeerhugo: [10:40] Und es hat dann schon einige gegeben im Laufe meiner Kindheit, die halt probiert haben, mich zu verspotten diesbezüglich. Und wenn du halt dann eine Pappen hast und wenn du merkt, okay, wenn du den jetzt angreifst, dann nimmt er das, verstärkt das fünffach und haut es da zurück um die Ohren. Dann hört das relativ rasch auf. Und dann hat sich das insofern bei mir jetzt gewandelt, dass dann die Sportlichen und tendenziell auch ein bisschen dummen, weil ich war immer gescheit und lustig, die zwei Sachen habe ich so gehabt. Bernhard: [11:06] Humor und Intelligenz hängen oft zusammen. Heidelbeerhugo: [11:08] Hängt oft zusammen, genau. Und es waren dann die Sportlichen, vielleicht nicht zu klugen, nicht zu guten in der Schule, oft meine engen Freunde, weil das hat sich dann so angeschickt. Ich war dann auch immer der, der die Mädels angesprochen hat, weil ich habe keinen Genierer gehabt. Ich war aber auch keine Gefahr, das hat mir mal eine Psychologin gesagt. Also es war dann immer cool, weil ich konnte gut anbahnen. Bernhard: [11:26] Also ein guter Wingman. Heidelbeerhugo: [11:27] Im Abschluss keine Gefahr, weil ich immer in der Friendzone ganz massiv war. Bernhard: [11:31] Okay. Ich kenne das, bei mir war diese Geschichte, also meine, ich weiß kein Wohnpark, aber halt so diese, bei mir war es so der Jungschar-Apartie, wo du halt irgendwie deine Freunde gehabt hast. Und da bin ich sehr viel auch so der Schmähvögel gewesen. Und da war es dann immer so, wenn dann irgendwelche Sachen waren, war es dann schon der Schutz auch immer, wenn du unsicher warst, bist in Richtung Schmäh gegangen, weil du hast gewusst, da bist du safe, da kann da nichts passieren und dann lachen alle, wenn alle lachen, mögen sie dich, irgendwie so. Also das kennst du. Heidelbeerhugo: [12:00] Ja, und ich habe es auch, glaube ich, gebraucht in der Schulzeit, das hat mich so ein bisschen durch die, ich habe immer mit den Lehrern gelacht, über die Lehrer, also sie haben selber über sich selber gelacht und mit der Klasse gemeinsam und ich sage, die Pappen hat mich immer durchgebracht. Es war nie verletzend, das mache ich auch heute im Kabarett so nicht, sondern es war immer und etwas Verbindendes in dem Humor. Da war zum Beispiel eine Szene, wo die Lehrerin gesagt hat, jetzt kriege ich gleich einen Krampf. Und ich habe Krampf verstanden und bin dann aufgestanden und habe die Lehrerin imitiert, wie sie im Oberschenkel einen Krampf hat und durch die Klasse gehüpft. Und die hat gemerkt, dass sie echt angefressen war, weil sie zu einem Lachanfall bekommen, die ganze Klasse. Ja, hat sie dann eh geschimpft. Und das hat dann mein bester Freund damals mitgemacht und dann zwei Trotteln durch die Klasse gekupft und gesagt, ein Krampf, ein Krampf. Und das war halt einfach lustig. Bernhard: [12:51] Ja, man kann mit Humor schon viel auflösen. Aber trotzdem zeigt das irgendwie, wenn da rund um die Welt, die Community war, in dem Wohnpark, wo du warst, Family war nicht viel da? Heidelbeerhugo: [13:04] Wie meinst du, von meiner Seite? Naja, die waren halt arbeiten die ganze Zeit. Also ich habe eine elf Jahre jüngere Schwester, die dann quasi noch mit einem anderen Mann dazugekommen ist. Also die hatte nicht damals schon einen Mann, sondern die hatte einen anderen Vater. Hätte sein können, dass du das Zweijährige schon verheiratet hast. Bernhard: [13:22] Ja, ist ja alles möglich. In Alt-Irland kann man sich nicht sicher sein. Heidelbeerhugo: [13:26] Da hast du peruanische Pässe kaufen können damals, das war ein Klassiker. Im Gymnasium schon. So habe ich mich durch die Unterstufe. Ja, ich verstehe. Verschiedene Persönlichkeiten verkauft. Bernhard: [13:39] Aber zurück. Das heißt, du hast jetzt nicht wirklich so mitbekommen, wie man selber, was hast du von deiner Mama mitbekommen, wie man aufwächst oder wie man Kinder erzieht oder irgend sowas? Heidelbeerhugo: [13:54] Wenig. Also ich glaube, meine Mutter hat das Glück gehabt, dass ich mit dem, ich habe ja bis zum neunten Lebensjahr einen Papa wahrgenommen. Und der war auch sehr gut, also der war auch mit mir Tippkickspielen und Fußballspielen und der hat mich, glaube ich, so ein Stück weit sozialisiert. Der war auch in der Zeit, wo ich mich noch an beide erinnern kann, also wie gesagt, bei meinem neunten Lebensjahr ungefähr war das, war auch eher mehr präsent als sie, Und ich glaube, meine Mutter hatte das Glück, dass ich schon fertig erzogen war, sagen wir mal nicht so. Also so die Grundprägung war vorhanden und ich habe dann schon selber gewusst in Alt-Erla, ich glaube, das ist überall so im Leben. Du triffst halt einfach Leute, wo es besser ist, dass du Hallo Tschüss sagst und mehr nicht. Und von denen habe ich mich halt immer relativ erfolgreich entfernt gehalten und habe halt mehr Zeit mit vielleicht auch depperten, aber harmloseren Leuten verbracht. Und so habe ich mich so ein bisschen durchgemogelt. Bernhard: [14:47] Und du bist relativ früh Papa geworden eigentlich dann, oder? Mit 23, oder? Heidelbeerhugo: [14:51] Ja, 23 habe ich meinen Sohn bekommen, 2006. Mit 2007 war dann meine Tochter. Ja, aber ich muss sagen, es war jetzt kein Hopperlau. Also ich habe die schon bewusst und sehr gerne bekommen. Bernhard: [15:07] Was interessant ist, weil ich muss ganz ehrlich sagen, meine erste Tochter war mit 31. Und ich war mir da noch nicht mal sicher, ob das richtig ist, weil ich mir gedacht habe, der Moment wird wahrscheinlich nie kommen, wo ich sage, jetzt passt es. Heidelbeerhugo: [15:19] Das stimmt. Also das kann ich da aus heutiger Sicht mit 41 auch unterschreiben. Wenn du wartest, bis du bereit bist für Kinder, dann wirst du keine Kinder haben, weil bereit bist nie. Und es kommt total anders, aber was ich auch jedem, der vielleicht jetzt gerade überlegt, Kinder zu zeugen oder welche zu machen, was vielleicht auch nie ganz klar sein wird, oder, nein, ich muss nochmal anfangen, was das Kind einem mitgibt, was man am Anfang glaubt, dass es nicht so sein wird, dem Kind ist völlig wurscht, ob du das schief wickelst, falsch wickelst, also es verzeiht extrem viel, und am Anfang, also auch der Unterschied von ersten zum zweiten Kind, wir waren ja, wir haben den Burmhammer behandelt wie ein rohes Ei und ich bin glaube ich mit 25 kmh damals mit dem Kindersitz, mit dem Auto nach Hause gefahren, aber mit dem zweiten Kind, du bist einfach furchtbar entspannt und denkst dir, was soll sein? Und dann rumpelt es ein bisschen, das Kind ist ja stabil, das ist ja kein genetischer Fall. Bernhard: [16:12] Die sind ja so konstruiert, dass sie mit idioten Eltern zurechtkommen. Bin ich ganz bei dir. Aber das heißt, du hättest das dann auch so, für dich war der Zeitpunkt okay, so wie er ist, aber du kennst ihn auch nicht anders, logischerweise. Genau. Heidelbeerhugo: [16:26] Also für mich, was schon im Nachhinein sehr, sehr knapp war, da muss ich auch der Schwiegermutter ein bisschen ein Dank aussprechen, finanziell war das schon crazy. Also natürlich mit 23, wenn du ins Berufsleben startest. Ich habe ja maturiert, dann kurz studiert und dann das Studium abgebrochen. Da bist du jetzt noch nicht da, wo du vielleicht mit 40 gehalts technisch bist. Und also ohne Zuschuss von der Schwiegermutter wäre es an vielen Stellen sehr, sehr eng geworden. Wobei man auch dazu sagen muss, viele Dinge wären halt auch günstiger gegangen. Also ich kann mich noch an eine Szene erinnern, da war der Burr, Der konnte schon gehen, aber noch nicht so, dass er lange Strecken geht. Und das Mädel war halt noch quasi Baby oder im Liegealter. Und dann waren wir bei einem Kindergeschäft, was ja damals auch erst wenigere wahrscheinlich gab, wie es heute gibt. Und da gab es genau zwei Modelle. Wir wollten nämlich keinen Wagerl, warum auch immer. Das hat sich meine Ex-Frau so eingebildet, dass die Kinder nebeneinander sitzen, sondern die sollten hintereinander sitzen. Und von den hintereinander sitzen... Aerodynamischer, ich sage. Genau, wegen der Geschwindigkeit. oder wie ich immer so schnell gehe. Bernhard: [17:35] Ja, natürlich, ja. Heidelbeerhugo: [17:37] Und die sollten hintereinander sitzen. Da gab es genau zwei Modelle. Das eine hat kostet 150, und das andere war lenkbar und hat, glaube ich, kostet 1300 Euro. Was glaubst du, welches wir genommen haben? Ich war wirklich nur das Beste für sein Kind. Bernhard: [17:48] Aber da können Sie dir auch Sachen einreden. Also wenn es um Kinder und die Gesundheit der Kinder vor allem ist, können Sie dir alles einreden. Heidelbeerhugo: [17:54] Ja, das war ja noch nicht eingeredet, sondern er hat das eh gescheit gemacht. Er hat gesagt, na, schauen Sie, greifen Sie das einmal an. Das klappert ein bisschen, das ist ein bisschen hakelig zum Zusammenlegen, das Günstige. Schauen Sie, wie leicht das teurer geht. Also teuer, ich möchte gar nicht, das ist ein Investment. Was Sie dir nicht dazu sagen, dass jetzt der Buhr dann, wir haben ja dann noch ein Trittbrett kaufen müssen, weil der Buhr will jetzt schon mehr stehen, dann ist er quasi hinten gestanden und hat sich so angehalten. Bernhard: [18:17] Aber dafür kann man das in das zweite Sitzel dann die Einkaufsarten zureißen. Heidelbeerhugo: [18:20] Ja, und das war so gut lenkbar. Ich habe so eine Freude mit dem Lenkrad. Du hast hinten lenken und die Vorderachse. Das war crazy. Bernhard: [18:26] Mein Schwager hat gebaut für das Kind, das war am ersten Kind, und das war mir dann am Weihnachtsmarkt, eine Unterbodenbeleuchtung. für den Kinderwagen. Und bist du der, der war der Held am Weihnachtsmarkt. Alle Papus haben nicht schläft. Also wirklich geil getunet. Großartig. Man kann da schon was machen und es ist schon so ein Challenge. Aber ich verstehe das. Heidelbeerhugo: [18:46] Umfelgen, sag ich, um zu selten. Bernhard: [18:48] Winterreifen. Ist ja Winterreifen vielleicht auch in Österreich. Da muss man eh aufschauen. Okay, und du warst, wie du sagst beruflich, du warst Marketing-Mensch, unter anderem beim Baumarkt. Heidelbeerhugo: [19:01] Ja, gut habe ich den Seelen. Bernhard: [19:02] Wir wissen alle, was daraus geworden ist, das war jetzt nicht so erfolgreich. Heidelbeerhugo: [19:05] Naja, würde ich jetzt so gar nichts sagen. Bernhard: [19:07] Also es war nicht wegen dir. Heidelbeerhugo: [19:08] Nein, wie ich dort war. Bernhard: [19:09] Gab es noch. Heidelbeerhugo: [19:10] Ich bin dann zwei Jahre vor dem Ende quasi abgesprungen. Bernhard: [19:14] Und dann gehst du erst richtig bei Gabler. Heidelbeerhugo: [19:16] Ja, dann haben sie erkannt, das kennen sie nicht mehr, da heute nicht, wo ich weg bin. Bernhard: [19:18] Ja, ja. Und dann viele, viele, viele unterschiedliche Sachen, bevor du dann eigentlich durch Zufall, unter Anführungsstrichen, eine, wobei Zufall war es nicht, das war fremdgesteuert, dass du deine Schiene als Content Creator gefunden hast, das verdankst du auch deiner Familie. Heidelbeerhugo: [19:34] Genau, richtig. Also ich habe dann, wie gesagt, eine Scheidung mit der Mutter meiner Kinder und jetzt habe ich seit acht Jahren eine sehr liebe neue Partnerin und die, mit der habe ich mich ganz schön in die richtige Richtung, wie ich finde, entwickelt, weil die hat mir über Jahre natürlich mich aufgebaut, gut zugeredet, hat mich ermutigt und hat natürlich auch mitgekriegt, dass ich beim Weg in die Arbeit natürlich sämtliche Dinge hinterfragt habe, weil ich mir dachte, ich war immer auf der Suche nach Sinn. Und wenn du, ich glaube, es gibt viele Leute, die wissen nicht genau, was sie gut können oder glauben nicht daran, dass das jetzt irgendwie für einen Lebensunterhalt taugen würde. Und bei mir mit der Lustigkeit war das immer so, habe ich gesprochen über die Kindheit, mit meinem ganzes Leben die Leute gesagt, mach was draus, du bist so lustig, du kannst ins Fernsehen, Spieldurch, geh, schau, dass du in die Werbung kommst. Das war, glaube ich, auch ein Grund, warum ich dann in Richtung Werbung im Büro gekommen bin. Und das habe ich halt die ganze Zeit mehr oder weniger verdrängt oder durch mangelndes Selbstbewusstsein nicht wahrgenommen. Und die neue Partnerin eben hat jetzt gesagt, du, schau, mach doch was Ding. Und hat dann irgendwann gesagt, du, die Sicherheitsvariante ist, fang doch an, von zu Hause aus Videos zu machen. Und im schlimmsten Fall, wenn dich die Leute komplett zerfleischen, wenn das Internet ganz böse zu dir ist, dann löscht halt alles wieder und nichts ist geschenkt. Und nimmst zwei, drei Stunden extra und die Geschichte ist erledigt. Das kostet nichts. Naja, die 200 Euro haben wir an. Bernhard: [20:55] Dann kriegst du sicher zwölf Jahre zurück, wenn du kranken kannst. Das darfst du auch nicht vergessen. Heidelbeerhugo: [20:58] Richtig, richtig. Naja, und das ist dann so insofern positiv quasi entglitten, als dass dann schon ein relativ frühes Video sehr erfolgreich war und dann eben diese ganze Comedy-Geschichte losgegangen ist mit OF-Casting und Show und so weiter. Und dann hat das so seinen Weg genommen. Bernhard: [21:14] Und das, was du tust, das hat ja auch sehr oft Familien-Content, wobei du da, du mimst immer so ein bisschen diesen dümmlichen Praktikanten-Papa, so gefühlsmäßig teilweise, so der, weißt du was ich meine, so ein bisschen so der, also ich glaube, wie viel ist denn da aus dem Leben von dir und wie viel, kann man das sagen? Heidelbeerhugo: [21:33] Ja, also ich befürchte fast, dass ich dem dümmlichen Praktikanten-Papa sehr nahe stehe. Bernhard: [21:40] Okay, gut. Ich verstehe. Heidelbeerhugo: [21:42] Das hast du gesagt. Das hast du gesagt. Das passt eh. Nein, also der tümliche Praktikantenpap, ich überzeichne natürlich die Figuren total. Also da geht es ja im Kabarett, in der Comedy-Geschichte geht es halt viel um Überspitze, um Übertreibung, um scharfe Abgrenzung von Themen und von Charakteren. Und deswegen mache ich das ein Stück weit so. Also ich versuche schon Themen zu nehmen, die jeder kennt. Also keine Ahnung, du haust ein Zeichen beim Nordkastlan oder das Kind sagt, obwohl du eigentlich mit ihm nur sprechen möchtest und Zeit verbringen möchtest, auf die Frage, wie war der Tag zum 600. Mal gut? Was war in der Schule? Nix. Ja, wo ich mir denke, okay, bitte noch ein Silbiger, danke. Bernhard: [22:25] Als wären wir dabei gewesen. Heidelbeerhugo: [22:26] Ja, genau. Und das greifst halt dann auf und natürlich spielst du halt dann das Kind. Also was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, mein Sohn ist bei weitem nicht so arg drauf gewesen, wie ich den halt immer spiele, logischerweise. Bernhard: [22:37] Also da gibt es schon so, und das ist auch etwas, was ich, wenn ich jetzt mit Kabarettistinnen und Kabarettisten spreche, da gibt es schon sowas wie eine Art Bühnenfamilie und eine echte Familie. Heidelbeerhugo: [22:48] Natürlich, natürlich, weil die, wie soll ich sagen, also zumindest ich mache das ja auch so, die Basis von vielen Dingen im Kabarett sind Szenen im echten Leben und das, wie nennt man das? Nicht Science-Fiction, sondern Real-Fiction. Die tatsischen Pommes haben einmal so ein schönes Autofiktional, glaube ich, hat sie gesagt. Also es hat mit dem eigenen Leben zu tun, aber es ist viel Erfundenes. Bernhard: [23:14] Also ein wahrer Kern ist da. Richtig. Heidelbeerhugo: [23:17] Und so finden meine, zumindest meine Kabarettprogramme auch statt, weil du das natürlich für die Leute zu einer lustigen und verständlichen Gesamtgeschichte verschmelzen musst. Und ich sage dir jetzt ein Beispiel, also wenn wir zwei lustige Geschichten erleben, einmal erleben es wir zwei und einmal erlebe ich es mit meiner Frau gemeinsam, die zweite lustige Geschichte, dann überlegen wir uns beim Kabarett schreiben, wäre es nicht für das Publikum einfacher, wenn wir beide Geschichten entweder mit dir oder beide mit der Frau erleben würden, weil da müssen wir keine neue Figur einführen, da müssen wir nichts zusätzlich erklären und so bildet sich das dann. Oder es besteht eine lustige Sache und ich erfinde noch vier lustige dazu. Also ich brauche nicht glauben. Bernhard: [23:58] Wenn ich dich jetzt auf den mir zur Verfügung stehenden Wegen verfolge und dir erscheint, dass das echt du bist. Bernhard: [24:04] Es ist ein bisschen du und ich glaube, dass du, zumindest kommt das so rüber, einer deiner absolut mir wahnsinnig sympathischen Fähigkeiten ist es, über sich selber zu lachen, sich selber nicht zu ernst zu nehmen, weil das ist einer der schönsten Sachen, das entwaffnet ja auch wahnsinnig alle dich angreifen wollen in irgendeiner Form und Kritiker gibt es immer und wenn du aber entwaffnet ehrlich bist und Und dir ist es wurscht, dann ist es super. Heidelbeerhugo: [24:29] Ja, das war halt etwas, wo ich auch im Berufsleben dann sehr oft draufgekommen bin, wenn jemand von mir wollte, dass ich zum Beispiel Lanchas präsentiere. Also wir haben jetzt eine neue App entwickelt und ich wusste, die ist wirklich schlecht. Und ich muss sie aber den Kollegen oder dem Chef oder den Deutschen, keine Ahnung, denen muss ich es jetzt verkaufen. Wenn das das Next Big Shit wäre, dann habe ich damit immer ein Problem, weil da kommt wieder, dass man sieht, wie es mir geht. Und wenn ich nicht überzeugt bin von dem, Und deswegen, ich würde mich auch nie mit einem Produkt auf die Bühne stellen oder auch nicht ins Internet. Also ich überlege mal bei jedem Video und ich habe mir jetzt gestern alte Videos angeschaut von vor zwei Jahren. Da gibt es kaum Dinge dabei, wo ich sage, da schäme ich mich wirklich dafür. Ich würde es heute sicher anders machen, weil natürlich auch die Fähigkeiten sich entwickeln. Aber da ist jetzt nichts dabei, wo ich sage, das geht ja gar nicht. Oder ich sage, der Humor ist ganz anders oder so. Bernhard: [25:17] Ist diese Authentizität auch etwas, was du deinen Kindern von Beginn an sagst, seid echt, weil das hat ja auch etwas damit zu tun, offenbar kannst du nicht gut lügen, wenn du dich nicht verstellen kannst. Stimmt, ja. Dann gibst du das weiter? Heidelbeerhugo: [25:33] Ich hoffe. Ich finde das eine gute Eigenschaft. Ich kann mich noch erinnern an eine Szene im Baumarkst, da war ich Teamleiter, da gab es zwei andere Teamleiter, auch junge Männer auf derselben Ebene mit mir. Und da ist dann der Mensch drüber weggebrochen. Dann ist so ein bisschen ein Kampf um die Beförderung quasi entstanden. Und da bin ich das erste Mal mit richtig, ja, das war richtig gemein. Also die haben sich dann zusammengeschlossen und hin und her. Und ich habe das immer als Schwäche von mir gesehen, dass ich mich, dass ich quasi nicht vorgeben kann, etwas zu können. Bernhard: [26:05] Aber das war eigentlich eine Stärke, ne? Heidelbeerhugo: [26:07] Eigentlich ja. Also jetzt empfinde ich das auch als Stärke. Und deswegen habe ich das, ich hoffe, dass das, also ich weiß bei meinem Sohn, ich habe das auf jeden Fall mitgegeben. Weil der macht das auch so, der kommt ganz schlecht mit Ungerechtigkeiten zum Beispiel zurecht und setzt sich für Schwächere ein. Meine Frau ist Sozialarbeiterin jetzt, also ich schaue auch, dass ich die Reichweite auch dazu nutze, viel Qualitatives zu tun und Schwächeren zu helfen. Das ist mein großes Anliegen. Bernhard: [26:35] Wie hat dich denn das damals verändert, dieses Papa sein? Also wenn du jetzt da quasi selber Sohn bist, aber dann mit 23, wo viele vielleicht sogar noch daheim bei der Mama wohnen und dann wirst du selber Papa und dann relativ schnell zweifach Papa. Was hat das mit dir gemacht? Ich habe damals zum Beispiel das Gefühl gehabt, das war total deppert, aber man muss... Die ersten Anflüge, wo man glaubt, okay, ich habe jetzt irgendwie eine Miniaturform von Weisheit, weil ich jetzt, also das ist ja für ein Blödsinn, aber man kommt sich so gescheit vor und es macht einen erwachsen. Heidelbeerhugo: [27:05] Ja, ich glaube, ich war da ehrlicher zu mir und habe jetzt nicht das Gefühl gehabt, dass ich ein Zentimeter gescheiter bin wie vorher. Aber natürlich, also was bei mir extrem war, war dann dieser Versorgerdruck. Schon? Ja, ja, der ist extrem schnell gekommen. Es ist auch wieder wichtig, mit welchem Partner bist du zusammen und verstärkt er diesen Versorgerdruck, den du eh schon selber machst oder nimmt er dir? Bernhard: [27:24] Also materiell jetzt im Sinne von, du musst die Familie ernähren. Heidelbeerhugo: [27:27] Ja, genau, natürlich. Bis dahin war es wurscht. Und wenn ich dann einmal, ich sage immer das plakative Beispiel, Thunfisch aus der Dose essen will, zwei Monate lang, weil ich mich darauf gespüre und ich will jetzt irgendwie 400 Euro weglegen im Monat. Bernhard: [27:40] Für die Omega-3-Fettsäuren ist das super. Ist das super? Heidelbeerhugo: [27:42] Aber halt, wenn du Kinder hast, ist das nicht so super, weil die gehören halt dann irgendwie, weil sie nicht geimpft und zum Arzt. Und das kostet extra und das ist nicht dabei. Und dann doch ein Kinderwagen. Und dann, es gibt zum Beispiel eine lustige Anekdote. Wir haben ja extra dem ersten Kind, dem Buben, orange und grüne Sachen gekauft, damit es das Mädel, auch wenn es, wir wussten ja noch nicht, dass es ein Mädel wird, aber auch im Falle, dass es eins wird. Bernhard: [28:03] Auch anziehen kann. Heidelbeerhugo: [28:05] Weil es nur da ist. Was ich dann nicht bedacht habe, ist, dass wie sie die Größe gebraucht hat, war es Winter und wir haben von dem nur Sommer. Nein, ich habe mir gedacht, nein, ich bin ja ein Trottel. Also, dass ich das nicht mit bedacht habe. Ja, ja. Bernhard: [28:17] Aber wir haben auch ein Winter- und ein Sommerkind und genau das, obwohl es beide Mädels sind, du kannst das nicht verwenden, weil die wachsen. Heidelbeerhugo: [28:23] Ja, aber auf das musst du mal kommen. Also da hast du keine Chance, ohne dass du selber Kinder hast, dass das je behirnst im Vorhinein und das sind lauter so Sachen, wo ich mir denke, ja. Aber zur Eingangsfrage, ob ich die Kinder so, ob ich denen das mitgegeben habe, ja, ich finde schon. Und wie hat es mich verändert, das Vatersein, dieser Versorgerdruck und natürlich, es wird ein bisschen ernster, das Leben, finde ich schon. Wirklich? Bernhard: [28:45] Aber schon auch lustiger teilweise, weil halt Sachen dazukommen. Heidelbeerhugo: [28:48] Genau, das schon. Und ich habe das immer so empfunden, wenn du jetzt zum Beispiel das Kind am Wickeltisch liegen hast und du gehst zwei Schritte weg und ich habe eine Szene gehabt, wo ich einmal Besuch gehabt habe und der Besuch sagt, du, magst du nicht die zwei Schritte hingehen? Was ist, wenn sich der Kleine runterdreht vom Wickeltisch und ich sage, der kann sich noch nicht dran, naja. Bernhard: [29:09] Das war der Tag, Heidelbeerhugo: [29:10] Wo er sich entschieden hat, ab heute kann ich mich dran. So wie, neues Feature, loaded. Und dann zack, dreht er sich auf einmal und denkt, gestern hat er so ein Netgekopf. Bernhard: [29:18] Und hast du einen Deadmove gemacht und bist hingesprungen? Nein, es war so knapp, Heidelbeerhugo: [29:21] War es dann eh nicht. Er hat sich nur quasi am Wickeltisch einmal umdreht. Bernhard: [29:25] Ja, logisch. Wenn der einen Drahl hat. Wenn er sich verrollt. Heidelbeerhugo: [29:29] Oder wenn es windig ist. Bernhard: [29:30] Genau, weiß er das nicht. Wir haben auch in der, bevor wir, wie wir noch unsere heimischen Erdbeeren gegessen haben, haben wir darüber gesprochen, dass du gesagt hast, warum ich diesen Podcast überhaupt mache. Ich sage, ich mache den unter anderem dafür, dass ich Werbung mache, Bernhard: [29:45] Papa zu sein, weil ich es selber leibend finde. Bin super. Und du hast gesagt, du findest auch Papa sein, auch leibend. Warum? Was gibt dir das? Heidelbeerhugo: [29:53] Was gibt mir das? Sehr viel, ehrlich gesagt. Also mir gibt das extreme Freude, mir erfüllt das mit irrsinnigem Stolz, wenn du dann deine Kinder siehst, dass die nicht nur die schlechten Dinge von dir mitbekommen, sondern auch die guten. Mich ärgert es dafür sehr, wenn ich meinen Sohn quasi dabei ertappe, wie er Dinge von mir natürlich übernimmt, auch die man nicht an mir selber auch nicht gefallen hat. Aber dann sind halt so Momente, wo er erzählt, dass er gute Freundschaften hat. Also ich finde, er hat zum Beispiel viel früher wertige Freundschaften, wie ich das gehabt habe. Ich habe dann erst richtig gute Freundschaften in meinem Erwachsenenleben dann, oder dass sie einfach... Vorurteilsfreier geworden sind, die Freundschaften. Erst in den 30ern und jetzt eben in meinen 40ern. Und der hat das schon mit 18, 19, wo ich mir dachte, da waren meine Freundschaften nur auf Saufen und Saufen im Miet und viel mit Druck und so weiter. Und er trinkte auch nahezu keinen Alkohol. Jetzt hat er die letzten zwei Mal was probiert, aber halt auch ohne Druck. Und das finde ich sehr schön. Bernhard: [30:57] Selbstbestimmt und selbst der Ideen hat und selbstbewusst ist. Heidelbeerhugo: [31:02] Auch Sport macht, das war mir sehr wichtig. Also beide Kinder haben seit dem, ich glaube, sechsten oder siebten Lebensjahr, durchgehend mehrfach die Woche Sport in einem Verein gemacht. Bernhard: [31:12] War dir das wichtig oder war das eigen? Heidelbeerhugo: [31:14] Nein, nein, natürlich ist es am Anfang von den Eltern, aber du musst halt dann auch was finden, was dem Kind taugt. Und meine Tochter ist eben geschwommen und der Boah hat lange Fußball gespielt, jetzt spielt er Football, und geht halt so auch trainieren ins Fitnesscenter. Was ich immer wollte, weil ich auch mit dem Gewicht natürlich immer zu kämpfen hatte als Kind. Ich wollte, dass meine Kinder das nicht durchmachen müssen, dass sie auch der Plade sind in der Schule. Und dass ihnen das ein Anliegen ist, auch für die weitere Entwicklung und fürs Leben, dass sie einfach einen gesunden Lebensstil haben. Auch wenn ich ihn jetzt selber offensichtlich noch nicht ganz gefunden habe. Aber ja, ist so. Bernhard: [31:50] Ich sage dir, Kinder, egal was du, was für eine Sache ist, die dich in irgendeiner Weise abnormal unter Anführungsstrichen macht. Ob du jetzt groß, klein, dick, dünn, es ist auch nicht gleich, oder lange zu sein. Ich war mit 14 schon ein 96 und habe mich bewegt wie der Gufi, bis heute teilweise. Einfach die Gegenmaßen nicht unter Kontrolle. Sack umgeschmissen. Ja, nein, einfach schlagsig. Und genau, der Bolsch hat er. Also Kinder sind einfach Arschlöcher in der Schule und es finden irgendwas, warum es dich vorstellt. Es ist immer so. Und davor Kinder zu schützen ist sicher nicht ganz immer nur möglich, aber das ist sicher ein großer Auftrag, oder? Heidelbeerhugo: [32:27] Ja, also ich kann mich noch erinnern, es gab auch eine Szene, wo mein Sohn dann damals gesagt hat, dass ihn ein Mädchen, ich glaube es war noch im Kindergarten oder in der Volksschule, haut. Echt? Ja, ja, und ich habe richtig gemerkt, dass ihn das stört. Also das war für ihn ja gar keine Option, weil er hat immer Sachen mit Worten und, weißt du, dass mal Kinder sagen, das ist mein Spielzeug und schubsen, das ist ganz normal. Aber die hat irgendwie hingehaut auf ihn und so weiter und dann haben wir jetzt nicht in Erwartung, dass er der nächste Mike Tyson wird, aber wir haben ihn dann einfach quasi angemeldet zum Kampfsport und dann hat er glaube ich drei, vier, fünf, sechs Monate Kampfsport gemacht, bis sich halt einfach was an der Haltung und ein bisschen auch am Mindset, geändert hat und in vielen Situationen reicht es halt einfach, wenn er dann anders dasteht. Bernhard: [33:06] Wenn er sich aufbaut, selbstbewusst dasteht und dann ist er automatisch kein Opfer. Heidelbeerhugo: [33:11] Genau. Ich finde, die Leute und gerade Kinder haben ein sehr, sehr Orgesgespür dafür, wen du wie treffen kannst. Bernhard: [33:20] Ist das was? Also würdest du sagen, dass dich so dieses offenbar sehr hellhörige, aufmerksame Papa sein, macht dich das zu einem guten Papa? Bist du ein guter Papa? Heidelbeerhugo: [33:32] Ich hoffe. Also ich kann es selber, glaube ich, schwer beurteilen. Ich bin sicher in vielen Bereichen ein strenger Papa. Ich bin in vielen Bereichen ein fordernder Papa. Also ich war immer dann sehr streng, wenn ich Ich weiß, was meine Kinder können und sie bieten mir aus welchem Grund auch immer 10% der Leistungsmöglichkeit an und glauben, ich komme nicht drauf, also mich quasi für blöd verkaufen. Ich habe zum Beispiel eine Phase gehabt zwischen Baumarkt und dann meiner Beschäftigung beim Rewe. Ich war dann auch da im Marketing. Da war ich ein Jahr zu Hause, weil ich mir einfach eine Auszeit gönnen wollte. Und da habe ich jedes Fußballtraining gesehen in dem Jahr vor meinem Kind. Da hat er bei Fösendorf Fußball gespielt. Und ja, und es waren dann oft Szenen im Auto danach, wo er dann geweint hat, weil er auch schon selber mit sich unzufrieden war und dann Ding und ich habe dann aber auch in dem Moment nichts richtig machen können, ja, also ich habe dann schon so geschaut oder ich atme dann schon so komisch, obwohl ich gar nichts gesagt habe. Bernhard: [34:28] Ja. Ja, wenn du atmest. Heidelbeerhugo: [34:29] Ja, genau, ja, also es war dann oder irgendwas war im Verkehr und ich habe dann Gebiete oder so gesagt und er hat gesagt, ja, da bist du wieder schlecht drauf und so und ich habe gesagt, ja, aber nicht wegen dir. Ja, sicher wegen mir und dann ist es schon losgegangen. Und wenn er mir dann gesagt hat, nein, hat sich aber eh voll bemüht und ich denke mir, Irgendwie nicht glaubhaft. Du hast irgendwie schon aufgeben und dann hast du mit Sachen geworfen und hin und her und das bist nicht du. Und ich weiß ja, was du kannst und das waren immer so Momente, wo ich streng war. Aber ich hoffe schon, dass so in den Grundzügen dass er halt die richtigen Werte mitbekommen haben. Oder dass beide Kinder die richtigen Werte mitbekommen haben. Also dass man halt liebevoll miteinander umgeht. Dass man immer die Hand ausstreckt und erst wenn er der andere zeigt und sagt, dass er Trottel ist, dann kannst du auch noch immer blöd zu ihm sein. Aber von Anfang an quasi einmal in Vorleistung gehen. Finde ich auch als Gesellschaft sehr wichtig, dass man einfach sagt, okay, du musst einmal nichts leisten, nichts können, wir geben. Und wenn es dann ein Trottel ist, dann ist es ruckzuck wieder weg. Bernhard: [35:25] Ja, absolut. Bewähren muss man sich schon ein bisschen. Ich meine, ich kann es ja auch selber nicht definieren, was ein guter Papa ist. Also nachdem ich keine Definition habe, deswegen frage ich ja auch all meine Gäste, ob sie eine haben. Bis dato versucht man sich mal irgendwie anzunähern. Aber liebevoll umgehen und so. Und es ist, glaube ich, Heidelbeerhugo: [35:42] Ist eh... Wie da sein? Also ich habe jetzt schon noch Dinge, die ich zum Beispiel, weil du ja gesagt hast, du hast jüngere Kinder, wie meine jetzt, 18 und 17, genau, es kommt ja dann erst die Pubertät auf dich zu und das war etwas, was ich erfahren durfte, ich habe zum Beispiel die Fehleinschätzung getroffen, dass wenn das Kind anfängt, selbstständig zu sein oder viel draußen zu sein, viel mit Freunden unterwegs ist, dass es dann dich weniger braucht als Elternteil und meine Frau, wie gesagt Sozialarbeiterin, ein sehr, sehr feinfühliger und sozialer Mensch, Mensch, die hat gesagt, nein, das ist umso wichtiger gerade jetzt, dass wir da sind. Einfach nur da sein. Und das waren dann oft so Momente, wo er dann rauskommt in die Küche und sich nochmal was zum Trinken holt und dann sich doch hinsetzt und wir fünf, sechs, sieben Minuten über den Tag reden und mehr will er dann auch nicht. Dann geht er wieder rein und dann passt das. Aber dass da dann mehr da ist. Aber deswegen ist ja wichtig, das was bleibt bei allem Eltern und Papa und Ding, ist halt die Partnerschaft. Also die Frau ist die, die da bleibt, weil die ist der A selber ausgesucht und b, die Kinder sind geborgt. Also die Kinder bleiben da 20, 25 Jahre. Und ich habe auch einmal eine Statistik gehört, ich glaube, mit 18 hast du 90 Prozent der Zeit. Bernhard: [36:53] Das Kind verbracht. Also ganz furchtbar eigentlich, Heidelbeerhugo: [36:55] Gerade wenn sie so klein sind. Aber im Grunde ist das die Wahrheit. Also das wird dann auf mehrere Besuche und man hofft halt dann wieder auf die Enkelkinder und dann kann man die wieder knudeln und knudeln. Aber ja, so ist das Leben. Und wenn dann die Partnerin gut ist, dann geht es eigentlich auch. Weil das ist, wie gesagt, das, was übrig bleibt. Du musst dich mit deiner Frau gut verstehen. Du musst halt, keine Ahnung, deine Freizeit verbringen und Sachen bereisen und zufrieden im Job sein, dass das was bleibt. Und die Kinder, die sind halt dann immer mehr weg. Bernhard: [37:26] Ist dein Sohn auch irgendwie so Schmäh-Test-Partner für dich? Heidelbeerhugo: [37:33] Ich würde ihn eher als Cringe-Test-Partner bezeichnen, weil es gibt halt ganz viele Sachen, was er schon super macht, dass er mir sehr gut spiegelt auf Social Media, weil er sehr viel Social Media nutzt und viele Creatoren schaut, die ich nicht schaue, weil sie mir einfach zu blöd oder zu deppert oder zu jung oder zu plump sind. Aber er schaut das schon und er gibt dann trotzdem gutes Feedback in dem, dass er zum Beispiel sagt, ja, teilweise sind die Schnitte irgendwie zu langatmig oder bei dir ist immer nur die gleiche Kameraperspektive, das muss es ein bisschen auffrischen. Also der gibt mir so ein bisschen den Reality-Check und ein bisschen die Nachwuchsbrille, was das angeht. Und ich merke es halt immer, weil er ist bei den Primären meistens dabei. Also wenn ein Programm neu ist, dann ist er auch live vor Ort. Und da erzählt mir dann immer meine Frau, dass er dann schon trotz aller Peinlichkeit dann schon sehr stolz ist. Und dann in der ganze Saal applaudiert für seinen Papa. Bernhard: [38:30] Schon cool. Schon cool. Was würde er über dich sagen? Du hast ihn ja zitiert auf deiner Website. Aber ich frage, ob das ein echtes Zitat ist. Nein, nein, nein, das ist kein. Also, was würde er sagen, wenn ich jetzt frage, wie ist der Papa so? Heidelbeerhugo: [38:42] Eh ganz okay. Bernhard: [38:43] Und das ist eh schon. Also eh ganz okay ist eine der besten Sachen, die man reden kann. Heidelbeerhugo: [38:48] Ich glaube, ich würde sagen, eh ganz okay. Und wenn du dann nachfährst, würde ich sowas sagen, wie halt dein Papa so ist. Also, ich bin halt trotzdem sein Papa. Also, das kann da, glaube ich, jeder erzählen. Ich glaube, das hat die größten Stars der Welt. Der Mick Jagger, der hat das auch. Da ist halt die Tochter. Ich glaube, der hat eine Tochter. oder dass die halt sagt, ja, da geht man halt trotzdem an. Ich weiß nicht, wie viele hat er. Ja, das ist ein blödes Beispiel, aber egal. Bernhard: [39:12] Ich weiß schon, was du meinst. Heidelbeerhugo: [39:13] Wenn es die, vor allem jetzt nur Tote ein, jetzt sage ich Dino Turner und Michael Jackson. Aber wurscht, in der Größenordnung, die Barrys wird ihm genauso sagen, heißt, Alter, du bist urbeinlich, du gehst mir am Nerv. Das ist auch normal, das ist auch gesund, dass sich dann die Kinder quasi abkapseln können von einem. Ab 25 habe ich gehört, ist das Gehirn dann bei den Buben und dann geht es los. Und die Frage ist, ich glaube schon, ich habe mal gehört, Erfolg ist, wenn die Kinder kommen, obwohl sie nicht mehr müssen. Und das wird sich dann zeigen, ob er dann kommt und ob er gerne kommt und ob er uns die Enkelkinder dann gibt und ob wir gemeinsam auf Urlaub fahren oder ob er sagt, ich mache so Pflichtbesuche zu Ostern und Weihnachten. Ich glaube, Stand heute, es wird eine gute Zukunft. Bernhard: [39:58] Das ist sehr cool. Ich glaube, das ist schon was Schönes. Und da kann man dann irgendwie auch überprüfen, was man mitgegeben hat. Was glaubst du, wird dein Sohn anders machen, wenn er da selber Papa ist als du? Hast du irgendwie eine Idee? Weißt du, was die Sachen sind, wo du sagst, das taugt dir nicht? Heidelbeerhugo: [40:11] Also ich sage immer, er ist eine stark verbesserte Version von mir, weil er natürlich einerseits schon moderner groß geht. Ich bin ja trotz aller Offenheit, die ich heute habe, als Sohn von einer jugoslawischen Gastarbeiterin Ende der 80er, Anfang der 90er groß geworden. Also da ist schon noch natürlich ein anderes Bild. Ich war der Kaiser, der König. Meine Mutter wollte mir die Füße waschen und hat das Essen gekocht und ich habe ja keinen Finger zu viel rühren dürfen. Bernhard: [40:41] War das schon so, weil sie so gesellschaftlich geprägt ist? Heidelbeerhugo: [40:45] Das war normal. Bei meiner Mutter war das normal, dass die Mädchen auch früher mit der Schule aufgehört haben. Also ihre beiden Brüder waren in der Schule und sie hat, glaube ich, vier, fünf, sechs Klassen. Mehr hat sie gar nicht gemacht. Also das war damals normal. Bernhard: [40:59] Eine Frau muss es nicht machen. Heidelbeerhugo: [41:00] Am Feld arbeiten, genau. Die heiratet ihr dann eh und wird dann versorgt vom Mann. So war das damals. Sie ist Jahrgang 52. Heidelbeerhugo: [41:07] Und genau, ein Stück weit bin ich schon so. Und das war natürlich mir damals schon als Kind unangenehm, weil sie auch, finde ich, einen sehr, sehr großen Unterschied zwischen mir und meiner Schwester gemacht hat. Also sie hat immer gesagt, schau dir den Bruder an und der ist viel besser in der Schule und wie und der. Und hat teilweise echt hart mit ihnen umgegangen. Und ich habe dann als, wie gesagt, elf Jahre älter, wenn ich war, 18, 19 und die war eben dann in der Volksschule, habe ich gesagt, hey, wie redest du mit der Kleinen? Ich meine, was soll denn das? Und ich habe jetzt noch ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Schwester. Aber es war schon, es ist Kind auch oft gefühlt sehr, sehr unfair, wie dann mit ihr umgegangen war. Bernhard: [41:44] Und das willst du natürlich anders machen, davon gehe ich einmal aus. Heidelbeerhugo: [41:46] Ich glaube, ich habe es schon anders gemacht, aber mein Bub ist halt durch die gesellschaftliche Prägung und durch seinen moderneren Freundeskreis ist er halt noch ein Stück offener. Also ich bin auch offen, aber der lebt es halt einfach anders. Ich glaube, bei seiner Partner so, ich hoffe, dass er zum Beispiel die ersten zwei, drei furchtbaren Freundinnen auslässt, weil wir ihm schon eine gute, gesunde, ich weiß es nicht, bis jetzt, also gefühlt für mich, glaube ich, hat er noch keine Freundin gehabt oder keine, die ich gesehen hätte und er ist jetzt fast 19 und das ist für mich eigentlich ein ganz gutes Zeichen, dass er sich da auch, dass er ein bisschen seinen Wert selbst erkennt und sagt, er nimmt jetzt nicht jede, nur weil das schon Zeit wäre. Bernhard: [42:25] Wenn man das haben müsste. Heidelbeerhugo: [42:26] Genau, und ich habe das halt nicht so gemacht, ich habe gesagt, die anderen haben jetzt schon, jetzt muss ich auch und sie waren offensichtlich nicht passend, also hinter und vorne, aber ich habe halt eine gehabt, ein Papier. Bernhard: [42:36] Ja, klar. Ich verstehe, was du meinst. Heidelbeerhugo: [42:38] Und solche Dinge macht er natürlich ganz anders und durch den Einfluss von meiner jetzigen Partnerin ist er halt natürlich, ja, der ist extrem liebevoll, der ist sehr sozial. Er hat einmal erzählt, er hätte heute fast eine Schlägerei gehabt in der Schule, aber ich habe gesagt, ja, ist das nur warum? Und er hat gesagt, na, der hat gesehen, wie zwei Ältere ein Mädchen zwischen die Autos gestoßen haben und so weiter und dann hat er sich für das kleine Mädchen eingesetzt und ihm gesagt, du bist der fucking Held. Bernhard: [43:03] Du bist richtig cool. Heidelbeerhugo: [43:06] Und ja, und für sowas, dann hätte ich keine Schlägerei gehabt, aber für das hätte ich gesagt, super. Bernhard: [43:10] Ja, sicher. Finde ich cool. Wenn du dir selber gegenüberstehen würdest, mit 22 oder bevor du Papa geworden bist, mit all dem Wissen, was du jetzt hast, mit Kindern, die volljährig sind, was würdest du dir selber für einen Ratschlag geben? Heidelbeerhugo: [43:35] Ja, ich glaube, dass man in vielen Situationen gelassener sein kann, weil es wurscht ist am Ende des Tages. Es gleicht sich halt alles über die Jahre aus. Und ich glaube, die Dinge, die du nicht sagst, die du nicht machst, die Dinge, die du tust, die Handlungen, die du setzt, die sind mindestens genauso wichtig wie all die aktiven Dinge, die du machst. Also ob du jetzt mit ihnen sechsmal oder achtmal am Schlechtwetter-Spielplatz warst oder ob du mit ihnen den Geburtstag teuer in einem Bogeypark gefeiert hast oder ob du einfach selber Brötchen und Sachen dekoriert hast. Aber es geht darum, hat das Kind das Gefühl, du bist da und du hast Interesse. Also das ist schon auch was, was ich durch den Freundeskreis von meinem Sohn mitbekomme. In dem Alter merkt man dann langsam die Auswirkungen, ob die Eltern auch da waren und ob die Eltern Interesse hatten und auch nach wie vor haben. Weil man braucht jetzt nicht glauben, nur weil die Kinder 16, 17, 18 sind, die sind doch noch sehr fragil vom Ego. Also wie gesagt, mein Sohn spielt Football und er steigt jetzt auf in die Erwachsenenmannschaft und ich frage ihn halt, wie schaut es aus, bist du aufgeregt oder Ding? Und er sagt dann immer, ja, das sind halt richtige Männer, wo ich mir denke. Bernhard: [44:45] Was bist du, bist du anrichtiger geworden? Heidelbeerhugo: [44:47] Aber halt im Kopf nicht. Also da macht er selber für sich noch einen Unterschied und das ist auch gut so. Ich finde das auch ein Kompliment, dass er so ein bisschen ein, ja, in vielen Sachen Spätentwickler unter Anführungszeichen ist, aber weil er es kann. Also er muss sich nicht um Erwachsenenthemen oder muss sich in dem, ich sage jetzt mal zwölf bis jetzt, muss er sich nicht um Erwachsenenthemen kümmern, weil wir unsere Rolle wahrgenommen haben als Eltern und weil wir einfach gesagt haben, dein größtes Problem soll sein, ob du heute noch Playstation spielen kannst oder ob du noch für Bio lernen musst oder so. Aber andere Probleme sollst du nicht haben. Bernhard: [45:26] Sehr guter Ansatz. Ich habe so ein paar Sachen, wie ich mich erinnern kann, wenn du dir in einem Freundeskreis sagst, dass du bald Papa wirst, dann kommen ja ungefragt Millionen Ratschläge. Von wegen, schlaf dich nochmal aus, weil das geht dann alles nicht mehr. Fahr nochmal auf Urlaub, weil dann ist es vorbei. Geh nochmal aus, weil dann geht das nicht mehr. Irgendwie solche Sachen. Mir hat das immer wahnsinnig aufgestoßen, weil ich habe richtig Angst davor bekommen, Papa zu werden. Natürlich ändert sich was, aber niemand hat mir dazu gesagt, dass ich das ja auch mag. Das finde ich ganz wichtig. Und deswegen versuche ich immer Menschen, die mir gegenüber sagen, dass sie Eltern werden, mit diesen ganzen positiven Sachen zu überhäufen, so quasi eher so Candy Storm in die Richtung, dass sie sich drauf freuen, weil es was Schönes ist. Bernhard: [46:14] Aber was sind so die Sachen, die du Menschen mitgeben würdest, wenn sie sagen, hey, ich werde Papa und du sagst, cool, weil Heidelbeerhugo: [46:21] Ja, also ich würde auf jeden Fall mitgeben, das Leben ändert sich, aber ich finde zum Positiven, es bringt eine ganz neue Komponente, eine wunderbare Facette in deinem Leben. Du wirst gerade, wenn das Kind noch klein ist, merken wirklich, wie wenig Worte auch Liebe braucht, also wie es dein Kind anschaut, wenn es dein Name das erste Mal sagt, wenn es gehen kann. Das sind so kleine Dinge, die du ja überhaupt nicht mitkriegst im Alltag, weil es selbstverständlich ist, aber der neue Mensch lernt das ja alles erst. Und dass du da Teil sein darfst von dem Weg und wie der dann erste Erfolge feiert oder wenn der das erste Mal irgendwas Selbstgebasteltes vom Kindergarten mitbringt. Und natürlich, der hat Läuse und speit es so 15 Mal an. Das ist klar. Das will ich vielleicht jetzt in einem Nebensatz noch erwähnen. Aber das ist egal. Bernhard: [47:10] Selbstgebastelte Läuse aus dem Kindergarten ist ja auch was Schönes. Heidelbeerhugo: [47:13] Ich habe mal gelesen, Läuse gehen nicht runter vom Kopf. Also jede Kappe, jedes Bettzeug, das kannst du alles sparen, das zu waschen, weil die gehen nicht von ihren Wirten weg. Also dieses, ich wasche die Kappe aus und das Bettzeug, das kannst du alles sparen. Weil die Laus ist nicht dumm und geht entweder am Kopf oder gar nicht. Also das war auch eine beruhige Sache. So viel dazu. Nein, aber das ist eigentlich jetzt der schöne Teil und für mich auch ein Stück weiter Lebenssinn. Schon auch. Also für mich ist Teil meines Lebenssinn, dass ich was weitergebe und dass ich meine Kinder, dass ich auch meinen Beitrag dazu leiste, dass es nicht nur mehr Trotteln auf der Welt gibt, Sondern dass du sagst, okay, wenigstens die zwei, die du auf die Welt gesetzt hast, die sind okay, die sind vernünftig, das sind mündige und lautere Mitglieder der Gesellschaft und sind vielleicht auch ein bisschen entspannt in gewissen Themen, weil es gibt ja oft dann auch Leute, die zwar lauter sind, aber die halt furchtbar unentspannt sind und glauben, es dreht sich alles um sie. Bernhard: [48:10] Das gibt es viele, ja. Eine Sache habe ich noch. Eine Frage kommt noch hinzu, weil es ja die Spotify-Playlist des Grauens gibt vom Podcast, die zugehörig, und zwar bewusst mit Liedern, die sich jeder Gast von mir aussuchen darf. Ein Lied, das dich, wo du sofort abschaltest, wenn du es im Radio hörst, falls du überhaupt ein Radio hörst. Warum? Weil deine Kinder es damals zu einem bestimmten Zeitpunkt so oft gehört haben, dass es alles zerstört hat. Heidelbeerhugo: [48:36] Ja, also gibt es für mich zwei Kandidaten und du kannst uns aussuchen. Bernhard: [48:40] Ja, gut, wie du willst. Heidelbeerhugo: [48:42] Also einerseits wäre das dieses Michel Delon, I say Joubago. Bernhard: [48:46] Ja, genau. Ja, hör auf, lass es, bitte, furchtbar. Heidelbeerhugo: [48:50] Das? Weil das haben die rauf und runter gehört. Und das andere wäre Gangnam Style. Oh ja. Also zu der Zeit sind die groß geworden. Wobei das dann auch noch gefolgt ist von diesem Lied Gentleman, also vom selben Typen. Und das ist dann Ettlfettl Gentleman. Bernhard: [49:09] Ah, das ist auch vom Sahel. Heidelbeerhugo: [49:09] Auch von demselben Typen. Bernhard: [49:11] Das ist einmal vorübergegangen. Heidelbeerhugo: [49:13] Da haben die im Etel-Vettel, da war auch die Zeit vom Vettel. Bernhard: [49:15] Wo der ganz gut ging. Heidelbeerhugo: [49:17] Da sind meine Kinder rauf und runter. Da kannst du eins aussuchen. Bernhard: [49:20] Ich werde es zur Wahl stellen. Heidelbeerhugo: [49:23] Ja, bitte. Bernhard: [49:24] Ich danke dir für den Besuch, das war großartig. Heidelbeerhugo: [49:26] Bitte gerne, danke schön für deinen Besuch. Bernhard: [49:27] Papa Mia, reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

04:02
Aufwachsen in Alterlaa
10:18
Humor schützt!
14:46
sehr frühe Vaterschaft
24:04
Authentizität und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen
29:46
Freude an der Vaterschaft
41:06
Veränderungen durchs Papa-sein

Bernhard Vosicky

Host

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