Trennung mit Kind: Wie geht’s richtig?

Episode 76
17:34

Trennung ist schwer – aber wie bleibt man gute Eltern?

In dieser Folge spreche ich mit Familiencoach Ben Strigl, wie getrennte Eltern fair kommunizieren, was Kindern wirklich guttut und welche Fehler du vermeiden solltest. ? Jetzt reinhören und mitdiskutieren!

(00:00) – Intro
Willkommen zu „Papa Mia!?“ mit Ben Strigl & Bernhard Vosicky

(01:03) – Trennung und das Wohl des Kindes
Warum Kinder beide Elternteile brauchen und was ihnen schadet

(05:42) – Gibt es eine gute Trennung?
Wann eine Trennung besser ist als eine belastende Beziehung

(09:31) – Kommunikation statt Konflikt
Wie Eltern lernen, besser miteinander zu sprechen – ohne Vorwürfe

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Transkript:

Ben Strigl: [0:00] Das macht auch mich immer emotional, weil die Kinder wollen nichts anderes als natürlich Eltern, die sie lieb haben, Eltern, die sich untereinander verstehen Ben Strigl: [0:07] und natürlich wollen sie mit beiden Zeit verbringen. Und das Schlimmste, was ich meinem Kind antun kann, ist, dass ich den anderen Elternteil schlecht rede oder versuche, dass der andere Elternteil nicht gesehen wird. Bernhard Vosicky: [0:17] Papa Mia, reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Willkommen zu einer neuen Folge Papa Mia. Sicher, stark und selbstbewusst mit dem großartigen Ben Stegel. Schön, dass du da bist. Ben Strigl: [0:36] Vielen Dank. Ich freue mich sehr. Jedes Mal schön mit dir. Bernhard Vosicky: [0:38] Ein großes Thema, das wahrscheinlich vielleicht viele von euch selbst kennen oder aber auch aus dem Freundeskreis heraus. Wir sind jetzt mittlerweile in einem, zumindest ich Anfang 40, einem Alter, wo sich rundherum die Beziehungen manche auch wieder auflösen. Mit Kindern dann natürlich besonders, wo du dir denkst, eine brenzlige Situation, jedenfalls keine Situation, die man sich wünscht. Und völlig unabhängig, warum das passiert, geht es im Nachhinein eigentlich Bernhard Vosicky: [1:03] hauptsächlich darum zu sagen, wir schauen, dass es den Kindern gut geht. Ich glaube, darauf können wir uns einigen, aber das ist eine Challenge, oder? Wie oft hast du mit sowas zu tun? Ben Strigl: [1:12] Ständig, ständig, leider. Also mit was ich am meisten zu tun habe, ehrlicherweise, dass einzelne Elternteile zu mir in die Praxis kommen, und eine Problematik haben, wo der Partner nicht immer sehr interessiert ist oder wo halt der andere Elternteil Abstand nimmt von dem Ganzen. Und das ist natürlich die schlimmste Situation, wenn wir jetzt vom Kind sprechen, vom Kindeswohl. Ich habe aber auch, und das finde ich ganz cool, ich habe wirklich Eltern, die sagen, die kommen zusammen, die kommen zu zweit und sagen, hey, wir haben hier ein Riesenproblem. Irgendwie checken es wir selber nicht. Keine Ahnung, kannst du uns helfen? Und das liebe ich, weil da kann so viel Schönes und Wunderbares entstehen, Wenn die Eltern eigentlich getrennt sind und vielleicht selbst, wenn sie im Schlechten auseinandergegangen sind, aber wenn ein bisschen Abstand war und sie dann über die Kinder wieder zusammenfinden wollen, das ist wirklich großartig, was man auch dem Kind Gutes tut. Bernhard Vosicky: [1:58] Warum ist denn das überhaupt so ein, ich sage jetzt mal, emotionales Minenfeld? Ben Strigl: [2:03] Da gibt es sehr, sehr viele Gründe. Es ist oft so, dass sich irgendwer benachteiligt fühlt oder man als Mensch ja nicht eigentlich die Schuld haben will. Das ist ja auch von früher. Wir sind ja eigentlich, ich sage mal, Herdentiere. Und wir sollten eigentlich uns mit allen gut verstehen und es sollte gut passen, damit wir bei der Herde dabei sind. Und da ist dann auch so eine Partnerschaft. Und eigentlich will ich ja nicht schuld sein. Und ich will dafür sorgen, dass es toll läuft. Und dann beginnt es mit den Schuldzuweisungen. Und dann wird es natürlich schwierig. Und wie du gesagt hast, es ist dann sofort ein Minenfeld. Und wenn man dann beginnt, und das finde ich so schlimm leider, wenn man dann beginnt, bestimmte Sätze zu sagen, das sind so Sätze, die man nie wieder zurücknehmen kann, dann wird es schwierig, weil die emotional so tief sitzen, dass selbst wenn du dich danach ausredest, irgendwie ist der Satz dann noch da. Bernhard Vosicky: [2:46] Das musst du natürlich sagen, was meinst du da konkret? Ben Strigl: [2:49] Es gibt so Sätze wie, wenn du sagst, ich wusste schon immer, zum Beispiel, wenn du sagst, die ganze Beziehung wusste ich schon und dann gehst du rein und sagst, diese eine Sache hat mich schon immer an dir gestört oder das war schon immer das, warum ich denke, du bist so eine furchtbare Mutter oder ein schlechter Vater. Also so Dinge, die schon immer angeblich waren, die man schon gedacht hatte, als man ja noch Vertrauen hatte. Das heißt, da ist dann der Vertrauensbruch, da ist dann diese tiefe Verletzung, weil man ja als Vater oder Mutter eigentlich immer alles gibt und dann wird da quasi etwas aufgemacht, wo man sich dachte, aber ich dachte immer, das war schön oder das war immer gut. Und dann fängt man an zu zweifeln und selbst wenn man nicht eigentlich glaubt, dass man irgendwas in die Richtung extra oder schlecht gemacht hat, beginnt man zu zweifeln und denkt darüber nach und das zieht sich dann die nächsten Monate und Jahre. Also es gibt so ganz bestimmte Sätze, ich will jetzt auch nicht Schimpfwörter oder irgendwas dergleichen nehmen, aber so Sachen, die richtig tief und emotional sind. Bernhard Vosicky: [3:48] Was sind denn so die Sorgen, die die Eltern haben, wenn sie in einer Trennung sind? Also was sind die Sorgen und was hat das für eine Auswirkung auf die Kinder? Ben Strigl: [4:00] Und ehrlicherweise, es ist schon so, dass eher die Mütter ins Coaching kommen und die Mütter das meiste auffangen. Ben Strigl: [4:10] Glücklicherweise sind wir in einer Gesellschaft, die unbedingt Gleichberechtigung wollen, aber es ist halt oft so, dass eher die Kinder bei den Müttern dann sind. Und die Sorgen der Mütter sind dann einfach natürlich die Alltagssorgen. Bei den Männern, wenn da jetzt die Kinder nicht sind, dann sind das andere Sorgen. Aber bei den Müttern ist es so, da kommt dann so, klappt das in der Schule und sieht das dem Papa oft genug? Und wie ist das Verhältnis zum Papa? Das sind dann meistens die Sorgen der Mütter. Und beim Papa, die haben dann meist eher ein bisschen Abstand. Wenn wir jetzt aber sagen, dass die Kinder eher aufgeteilt sind, sie sind bei beiden Elternteilen, dann ist es oft so, dass die Papas eher mit dem sportlichen Teil involviert sind. Und ja, die Mamas eher mit dem schulischen Teil. Und da ist auch viel Konfliktpotenzial natürlich, weil das wäre schön, wenn sich das auch noch mehr mischen würde. Und Sorgen gibt es natürlich in viele Richtungen. Aber die größte Sorge ist immer das Kindeswohl bei beiden Eltern. Ich habe auch dann Papas, die bei mir sitzen und sagen, mein Kind ist überhaupt nicht selbstbewusst. Was kann ich nur tun? Aber auch bei Müttern. Also man kann das eigentlich geschlechterspezifisch nicht trennen. Es ist nur oft so, dass die Kinder eher bei der Mama sind, wenn sie zum Beispiel bei mir im Coaching sind. Und dass die Mamas halt den Alltag eher schützen und dann mal am Wochenende oder jede zweite, dritte Woche oder so dann die Kinder mit Papa sind und der Ben Strigl: [5:26] dann nur versucht, etwas zu übernehmen, was eigentlich die Mama im Alltag stemmt. Bernhard Vosicky: [5:31] Ist das dann, was du gerade skizziert hast, eine gute Trennung oder kann man überhaupt sagen, was eine gute Trennung ist? Also ab wann würdest du sagen, ja, machst du was Gutes, fahrt hin? Ben Strigl: [5:42] Laut Studienlage ist natürlich das Allerbeste, man versteht sich gut, man bleibt zusammen und man trennt sich nicht. Jetzt ist es aber so, jetzt streite ich mich, jetzt habe ich immer mehr Streit und irgendwann überlege ich mich zu trennen. Und da sagt man auch, es ist viel besser, ich trenne mich und verstehe mich gut oder kann gut kommunizieren, als ich bleibe zusammen und haue mir die Köpfe ein. Weil viele sagen, ja, wir bleiben für die Kinder zusammen. Aber das ist pauschal gar nicht mal besser. Weil wenn ich wegen der Kinder zusammenbleibe und mir zu Hause die Köpfe einhaue, dann ist das überhaupt nicht gut für die Kinder. Und darum ist ein guter Punkt, sich zu trennen, wenn man sagt, ich bin emotional überhaupt nicht bei meinem Partner, ich bin überhaupt nicht zufrieden und ich bin überhaupt nicht mehr glücklich. Weil wenn du selbst als Mama oder Papa nicht glücklich bist, hast du fast keine Chance, dein Kind im Alltag aufzufangen, weil du musst ja auch mal auf dich schauen. Ich habe ganz viele Mamas und Papas, die geben sich fast schon auf, weil sie alles für die Kinder geben und sich selbst vergessen und das ist aber überhaupt nicht gut. Also ein guter Zeitpunkt ist immer dann, wenn ich sage, ich kann nicht mehr. Es geht jetzt seit Jahren so, es ist furchtbar, ich will nicht mehr, ich habe keine Freude mehr, es ist alles anstrengend. Dann wäre spätestens oder schon viel früher eigentlich der Zeitpunkt gekommen, dass ich entweder mit meinem Partner natürlich rede, es versuche zu retten oder mich eben trenne. Bernhard Vosicky: [6:55] Und ab wann ist dann eine Trennung ein System, das gut ist, das funktioniert, wo du sagst, so ist das in Ordnung? Ben Strigl: [7:02] Da sind wir wieder wie bei der letzten Folge beim Thema Kommunikation. Es ist einfach so, wenn die Eltern gut miteinander kommunizieren und mit gut, meine ich, wertschätzend Infos austauschen, sich Infos auch proaktiv einholen und wenn sie auch vor dem Kind normal miteinander reden können, dann ist das eine gute, wenn man das überhaupt sagen kann, eine gute Trennung, weil das Wichtigste ist ja, dass ich für mein Kind im Alltag schaue, dass ich alles organisieren kann und wir wollen ja, dass das Kind im Idealfall beide Elternteile hat, sich mit beiden Elternteilen versteht und von beiden Elternteilen viel Liebe, Wertschätzung und auch Freizeit, Zeit, Nähe bekommt und mitbekommt Und das ist eben ganz, ganz wichtig. Ben Strigl: [7:44] Und dann ist es eine gute Trennung. Bernhard Vosicky: [7:46] Dieses Thema Zeit ist, glaube ich, etwas, was wahrscheinlich gerade bei Trennungen eine große Rolle spielt, auch in dem, was du mitbekommst. Nehmen wir vielleicht ein konkretes Fallbeispiel, oder ich glaube, dass es ein konkretes ist. Ein Elternteil wird den Kontakt zum ehemaligen Partner minimieren. Der andere Teil kämpft darum, das Kind vielleicht mehr zu sehen. Ben Strigl: [8:07] Furchtbar. Bernhard Vosicky: [8:08] Aus Sicht des Kindes? Ben Strigl: [8:09] Ganz schlimm, ja. Ich habe, also jetzt aktuell, ich habe auch, es sind zufälligerweise zwei Familien, oder da habe ich, ich habe Väter, die wollen ihr Kind sehen, ich habe Mütter, die wollen das nicht. Habe ich auch andersrum, aber es ist faszinierend, wie viel das für das Kind ausmacht. Weil ich mache ja Familiencoaching, das heißt, ich habe Elternberatung, ich habe Kindercoaching und ich mache ganz viel Coaching auch mit den Kindern alleine. Ich habe teilweise 5, 6, 7, 8, 9, 10-Jährige, mit denen ich alleine arbeite und die haben so viel Unsicherheit in sich. Es ist so traurig, also es macht auch mich immer emotional, weil die Kinder wollen nichts anderes als natürlich Eltern, die sie lieb haben, Eltern, die sich untereinander verstehen und natürlich wollen sie mit beiden Zeit verbringen. Und das Schlimmste, was ich meinem Kind antun kann, ist, dass ich den anderen Elternteil schlecht rede oder versuche, dass der andere Elternteil nicht gesehen wird. Bernhard Vosicky: [9:01] Wie kann ich das machen? Wie kann ich das machen? Weil ich meine, es kann ja wirklich sein, dass wir wissen ja nicht, was vorgefallen ist. Das ist partnerschaftlich und auch menschlich zwischen den beiden ehemals Partnern, dass es einfach nicht mehr geht. Wie kann ich es schaffen, eine funktionelle Beziehung, ohne jetzt Liebesbeziehung zu haben, zwischen diesen beiden Ehemalspartnern zu gestalten, die gut für das Kind ist? Gibt es da Kochrezepte? Ben Strigl: [9:31] Das Schwierigste ist, dass manchmal, wenn der Partner überhaupt nicht mitspielen will, oder die Partnerin, aus welchen Gründen auch immer, ja egal, es sind ja auch manchmal leider noch ganz andere Gründe dahinter, ja sei es, aber egal, ob wir jetzt von Drogen sprechen, ob wir vom psychischen Problem sprechen. Wenn wir davon sprechen, dann wird es wirklich schwierig. Dann wird es wirklich schwierig. Dann würde ich trotzdem natürlich versuchen, dass ich den Partner nicht schlecht rede von meinem Kind und so weiter. Aber dann müssen ganz andere Lösungen her. Wenn ich jetzt aber von einer normalen Trennung, einem normalen Streifen, das ist schon normal, spreche, dann sollte ich immer schauen, dass ich so viel Kontakt halte wie möglich. Also so viel meine ich, wenn das Kind mal da schlafen soll, mal da schlafen soll. Bernhard Vosicky: [10:13] Also ausmachen, funktionell in Wirklichkeit um Alltagsbewältigungsdinge. Ben Strigl: [10:19] Ja, weil dann passiert so oft, dass man hört drei, vier, fünf Tage nichts und dann kennt sich der andere Partner gar nicht aus und sagt, ach so, ich dachte und dann kommt es vielleicht wieder zu einem Konflikt. Also es müssen gar nicht lange Kommunikations, wie sage ich, man muss gar nicht lang und viel kommunizieren, aber die Grundbasisinfos sollten, wann ist Fußballtraining, wann ist wirklich die Schule, was hat die Lehrerin gesagt. Je mehr die zwei miteinander kommunizieren, umso besser für das Kind und dann klappt es auch meistens besser, weil sich beide verstanden fühlen, beide Elternteile. Je mehr Informationen beide haben, umso mehr in der Regel freuen sich beide, weil sie dann auch viel besser mit dem Kind kommunizieren können. Bernhard Vosicky: [10:53] Also versuchen, das im Kopf zu trennen. Ist das ein Ratschlag, wenn du geben kannst? Sozusagen die ehemalige Partnerschaft und die jetzige Funktionsgemeinschaft, nenne ich es mal so. Ben Strigl: [11:04] Für die einen klappt es, für die anderen nicht, ja, es ist ein gutes Mittel, man könnte das trennen und könnte sagen, weißt du was, wir hatten da irgendwann einmal eine wunderschöne Zeit zusammen, das hat dann leider nicht mehr so geklappt, aber weißt du was, in dieser wunderschönen Zeit sind unsere wundervollen Kinder entstanden und für die sind wir weiterhin da und das finde ich ist immer so ein schöner Ansatz, weil…, In dieser Zeit, wo alles gut war, ist was Wundervolles entstanden, das wir jetzt noch haben und das wollen wir auch weiter. Wir wollen ja unsere Werte mitgeben, da sind wir auch wieder beim Thema Werte und daran sollten wir jetzt arbeiten und die schlechte Zeit, okay, die thematisieren wir jetzt einfach nicht mehr, weil es bringt uns nichts, es bringt den Kindern nichts und dann schaut man, dass man trotzdem dem Partner natürlich alles Gute wünscht, vielleicht mit einem neuen Partner, einem neuen Partner, wie auch immer. Aber wenn man die Zeit davor sieht und die aktuelle Zeit und halt diese doofe Zeit, sage ich mal, versucht auszublenden, also aktiv sagt, wir haben es einmal uns ausgesprochen, jetzt müssen wir nicht mehr darüber reden und jetzt konzentrieren wir uns auf die Kinder. Bernhard Vosicky: [11:58] Gibt es da eigentlich ein Mittel, wie man es schafft, nicht in diese, ich glaube, darin kämpfen sehr viele, in diese Vorwürfe hineinzukommen? Weil das ist ja etwas, was ich immer halt mitbekomme. Man würde am liebsten dem anderen permanent den Schädel hauen, dass er irgendwas falsch gemacht hat, dass er nicht völlig kontraproduktiv ist. Kann man da lernen, runterzuschlupfen? Ben Strigl: [12:16] Also der allerbeste Weg, ich meine, gut, jetzt bin ich Coach vom Beruf her, aber es ist tatsächlich so, der allerbeste Weg ist, man holt sich eine dritte Person. Und das ist jetzt egal, ob es psychosoziale Beratung, psychologische Beratung, Paartherapie oder wie auch immer, dass man einfach Kommunikation teilweise lernt, wenn man es vorher noch nicht gelernt hat oder nicht konnte. Und dann ist man meistens an einem ganz guten Punkt, wo man dann im Alltag das ganz gut alleine schafft. Natürlich braucht es das nicht. Man könnte sich auch theoretisch, es gibt viele fantastische Ratgeber oder man kann vielleicht auch mal mit einer Freundin oder einem Freund darüber reden, was kann ich jetzt machen, weil die sind nicht emotional immer so befangen und die haben vielleicht sogar manchmal einen richtig guten Tipp, aber grundsätzlich natürlich, wenn ich an mir arbeite und an meiner Kommunikation arbeite, dann ist die allgemeine Kommunikation schon viel besser. Bernhard Vosicky: [13:00] Das heißt, du bist ein Vertreter der Meinung, du kannst den anderen oder die anderen ohnehin nicht ändern, ändere dich selbst, wenn du etwas ändern willst. Ben Strigl: [13:07] Es gibt zwei Möglichkeiten. Ich könnte einen anderen Menschen manipulieren. Ist erstens sehr schwer und wollen wir natürlich nie. Das heißt, die Option fällt eigentlich raus. Oder ich kann es vorlegen. Aber vorlegen funktioniert auch nicht immer. Also wie du gerade gesagt hast, genau, ich arbeite an mir. Das ist wie bei Kindern in der Schule, die gemobbt werden. Natürlich, es wäre cool, wenn man mit den Mobbern redet, mit den Lehrern redet, mit dem Direktor redet. Aber als allererstes versuche ich das Kind so sehr zu stärken, dass es sich selbst durchsetzen kann oder vielleicht sich selbst helfen kann und sich selbst wehren kann. Es gibt ganz viele verschiedene Optionen immer, aber als allererstes sollte ich immer bei mir anfangen, denn dann fällt alles andere sowieso leichter. Bernhard Vosicky: [13:43] Damit wir aus der Folge auch irgendwie was Handfestes mitnehmen können, vielleicht gibt es irgendeine Technik, eine Übung, irgendwas, was ich tun kann, was ich mir ausmachen kann mit meinem ehemals Partner in einer Trennungssituation, wenn ich merke, dass das eben nicht so eine Funktionsgemeinschaft ist, die auf das Wohl des Kindes ausgelegt ist, sondern die wieder mal in irgendwelche Vorwürfe abdriftet. Gibt es da irgendwas, wo du sagst, das könnt ihr sie tun, um euch wieder auf das Wesentliche, nämlich die Kinder, zu konzentrieren? Ben Strigl: [14:12] Ich würde mich einmal zusammensetzen. Es gibt ganz viele Sachen. Ich sage jetzt eine konkrete und zwar ist es die Ich-Kommunikation. Das heißt, ich bleibe bei mir. Ich mache das auch mit meinem Partner aus. Und wenn wir ins Gespräch gehen, dann sage ich, was meine Bedürfnisse sind und was mir aufgefallen ist und nicht, was du schon wieder falsch gemacht hast. Mit diesen Fingern, das ist schon so eklig, dieses Du, Du, Du, Du. Sondern mir ist aufgefallen, mir ist wichtig. Man darf auch mal sagen, ich habe was falsch gemacht, vielleicht kennst du das auch oder es dir auch passiert, aber das und das und das. Und wie schaut es bei dir aus? Und dann spielt man den Ball zurück. Im Idealfall hat man davor einmal über die Ich-Kommunikation gesprochen. Das heißt, hey, es wäre cool, wenn wir uns darauf einigen, dass Fehler passieren. Ich bin auch nicht perfekt. Bitte sag mir gerne, was dir auffällt. Vielleicht können wir das wertschätzend und gegenseitig sagen. Und wenn man in der Ich-Kommunikation bleibt und seine Bedürfnisse sagt und was man sich wünscht und was einem aufgefallen ist, klassisches Beispiel jetzt im Haushalt, nicht, du hast schon wieder nicht den Geschirrspüler ausgeräumt, sondern mir ist ganz wichtig, dass man zu Ordnung ist, da wir vereinbart haben, vielleicht wäre es möglich, wie siehst du das ganz, also, ja? Bernhard Vosicky: [15:15] Geht alles so leicht, immer in der Situation, wenn man dann einfach mal garantiert ist, dass der Geschirrspüler nicht ausgeräumt, aber ich verstehe, was du meinst. Natürlich wünsche ich mir sowas. Völlig klar. Vielleicht habt ihr auch in eurem Alltag, in eurer Partnerschaft, in eurer Konstellation, die ihr eben zu Hause mit der Familie habt, Themen, die wir mit dem Ben besprechen sollten, dann meldet euch gerne bei uns, podcast.papamia.at oder wenn es nur kurze Geschichten sind, gerne auch als Kommentar in den sozialen Medien oder vielleicht könnt ihr ja auch von anderen Beispielen lernen, denn gerade momentan gibt es aktuell die Möglichkeit, tief reinzutauchen, länger als nur in, unter Anführungsstrichen, diesen kurzen Folgen mit Einzelthemen. Du bist nämlich im Fernsehen auf Pulse 4 mit dem Familiencoach unterwegs, seit einigen Folgen bereits, wer nachschauen möchte, online, auf Join, was, erzähl mal ganz kurz, wer es noch nicht gesehen hat, erwartet uns. Ben Strigl: [16:08] Ich darf Familien helfen. Ich bin eingeladen, dass ich zu Familien nach Hause gehe und mir anschaue, wo die Problematik liegt. Die einen haben Probleme mit Mobbing vielleicht in der Schule, bei den anderen gibt es einen, der will unbedingt Weltmeister werden, Ben Strigl: [16:20] aber kennt die Mentaltechniken dafür nicht, egal in welcher Sportart auch immer. Dann gibt es Kinder, die vielleicht Probleme mit Social Media haben oder vielleicht ist auch eine gewisse Sucht in irgendeiner Form bald vorhanden und da sind schon ein paar Warnsignale da und es geht einfach darum, dass ich den Eltern helfe in der Kommunikation oder das Kind stärke. Wie auch immer. Und was eben so schön ist, und das möchte ich jetzt auch unbedingt sagen, wir suchen wieder Familien, denn wir werden jetzt weiter drehen. Das heißt, wenn du willst, dass ich zu dir nach Hause komme, dass ich euch helfe, dass ich euch über Wochen und Monate begleite und am Ende sogar noch mit einer Belohnung aufwarte, dann bitte bewerbt euch jetzt. Geht einfach auf PULS4.at und dort gibt es eben eine Seite. Mitmachen und ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich dir bzw. euch helfen darf. Bernhard Vosicky: [17:05] Oder natürlich auch klicken auf die Shownotes, weil natürlich verlinke ich auch den Anmeldenk und alles in die Shownotes hinein, das geht. Also ich sage dir vielen lieben Dank für heute und ich freue mich schon auf die nächste Folge. Ben Strigl: [17:14] Danke Bernhard, du bist mein absoluter Lieblingsmoderator, immer schön mit dir zu kommunizieren. Bernhard Vosicky: [17:19] War schon ein Kaffee, oder? Ben Strigl: [17:20] Ja, genau. Bernhard Vosicky: [17:21] Papa Mia, reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

01:03
Trennung und das Wohl des Kindes
05:42
Gibt es eine gute Trennung?
09:31
Kommunikation statt Konflikt

Bernhard Vosicky

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