Wer hat die Hosen an?

Episode 80
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Braucht es überhaupt einen Chef oder eine Chefin daheim? Darüber spreche ich mit Familiencoach Ben Strigl in Folge 80.

Und Spoiler: am Ende zählt nicht, wer entscheidet – sondern ob beide damit glücklich sind.

Kapitel:

00:00 – Wer hat die Hosen an?
Einstieg ins Thema Rollenverteilung, Entscheidungsfindung und die Frage: Braucht es überhaupt ein Familienoberhaupt?

03:44 – Aufgaben statt Rollen: Was wirklich zählt

Wie unterschiedliche Stärken den Alltag strukturieren – und warum Klarheit wichtiger ist als Gleichheit.

09:01 – Frag die Mama: Entscheidungsfallen im Familienalltag
Warum viele Väter in die Mitläufer-Rolle rutschen – und was das mit Kommunikation zu tun hat.

13:17 – Sag, was du willst
Warum es nicht reicht, zu hoffen, dass der andere es „eh merkt“ – und wie Wunsch, Verantwortung und Zufriedenheit zusammenhängen.

Weiterführende Links:

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Transkript:

Ben Strigl: [0:00] Tofes Beispiel, aber wenn der eine 100% entscheidet und der andere 0% und beide Ben Strigl: [0:03] sind glücklich, dann ist das super. Bernhard Vosicky: [0:05] Papa Mia, reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Willkommen, Papa Mia, der Podcast von Papas für Papas und alle, die Papas mögen, mit dem großartigen Familiencoach Ben Stregel. Willkommen. Ben Strigl: [0:25] Vielen Dank für die Einladung. Bernhard Vosicky: [0:26] Es geht heute so wie immer um ein Thema, das ein bisschen so die Harmonie in eurer Partnerschaft, in eurem Familienkonstrukt vielleicht auf ein höheres Level heben könnte, weil es darum geht, sich mit Kommunikation auseinanderzusetzen, darum unser Kind möglichst eben, wie der Name schon sagt, sicher, stark und selbstbewusst zu machen. Und dazu gehört, ich würde einmal sagen, ein bisschen Teamwork zu Hause. Und da ist immer die Frage, und mit der beschäftigen wir uns heute, muss es in der Familie einen Chef geben? Also ich rede jetzt nicht vom Familienoberhaupt, wie es vielleicht so in längst vergangenen Zeiten, die wir ohnehin nicht mehr haben wollen, die Rede war, sondern eher so, kann man das sagen, wer die Hosen anhat, muss das so sein? Oder darf, eine paritätisch rechtlich verteilte Beziehung, darf das so sein? Generell, meinst du, oder was kriegst du mit? Gibt es in jeder Beziehung irgendwie so eine? Ben Strigl: [1:22] Das ist so ein spannendes Thema. Ich liebe diese Frage. Es ist schon so, dass natürlich, aber auch je nach Situation, immer eher einer gerade sagt, was los ist. Selbst wenn ich sage, ich bin gleichberechtigt und ich verstehe mich gut und wir kommunizieren offen und ehrlich, ist trotzdem immer einer, der halt eher das eine übernimmt oder einer, der bei dem und dem ansagt, was Sache ist. Da geht es jetzt noch gar nicht darum, dass der oder die der Chef ist, sondern das passiert dann automatisch, weil der eine hat halt mehr Kompetenzen in dem Bereich und der andere in dem. Also das ist auch ganz cool und ganz normal. Und vielleicht darf ich auch ein Beispiel sagen. Im Militär, ist jetzt vielleicht weit hergeholt, aber im Militär ist es nicht so demokratisch, weil man oft in Gefahrensituationen nicht die Zeit hat abzustimmen, was jetzt Sache ist. Ja, wenn das Militär unter Beschuss steht, dann sagt einer, was Sache ist und alle gehen nach links oder alle gehen nach rechts. Einfach aus dem Grund, weil manchmal die Zeit fehlt. Darüber abzustimmen oder was denkst du, was denkst du, ist jetzt vielleicht weit hergeholt, aber im übertragenen Sinne auf den Familienalltag, da gibt es auch mal Situationen, wo nicht viel Zeit ist oder wo man nicht viel Infos hat oder wo man jetzt nicht ganz weiß und dann ist es cool, wenn einer sagt, wir machen es jetzt so und dann sagt, passt, so machen wir es. Das ist einfach einfacher. Ben Strigl: [2:33] Heißt nicht, dass einer immer der Chef sein muss. Ja, es gibt verschiedene Situationen. Ich wollte nur dieses Beispiel nennen, warum Chef oder wie du vorher gesagt hast, wenn einer das sagen kann, warum das manchmal ganz gut ist. Aber es soll natürlich nicht die Beziehung so sein, dass einer dauernd ansagt und der andere dauernd zurücksteckt. Bernhard Vosicky: [2:51] Würde mich interessieren, wie viel er jetzt bei diesem Militärvergleich den Partner oder die Partnerin irgendwo als Colonel sich vorgestellt hat. Ben Strigl: [2:57] Das wollte ich auf keinen Fall. Bernhard Vosicky: [3:00] Aber ich bin bei dir, ich verstehe natürlich, was du meinst. Also es geht dann auch ein bisschen um Verantwortung. Also demokratisch etwas aufzuteilen heißt ja auch immer so viel wie, die Mehrheit hat entschieden, ich kann nichts machen. Wenn aber einer oder eine entscheidet, dann heißt es so viel wie, ich muss ja auch dann die Konsequenzen tragen für meine Entscheidung. Was ja vielleicht oftmals die Herausforderung ist, oder? Ben Strigl: [3:17] Aber genau, Verantwortung übernehmen ist eine der wichtigsten Sachen natürlich. Und manche wollen sogar viel mehr Verantwortung und manche wollen viel weniger. Also da klappt es gut. Manche sagen auch, weißt du was, triffst du die meisten Entscheidungen, ich bin der Mitläufer. Ja, wenn das beide gut finden, super. Aber natürlich, der Idealfall ist, alle haben eine Meinung, alle wollen mal Verantwortung übernehmen, weil man natürlich den Partner und die Partnerin entlasten kann. Und in einer gesunden, guten Beziehung haben wir eine Top-Kommunikation. Bernhard Vosicky: [3:44] Wie wichtig ist so eine klare Rollenverteilung für die Beziehung, aber auch für das Gesamtkunstwerk-Familie? Ben Strigl: [3:53] Rollenverteilung... Es kommt darauf an, sagen wir es so, es ist in einer Beziehung oft so, dass halt der eine zum Beispiel eher dafür zuständig ist, Kleidung für die Kinder zu kaufen. Das dürften beide, vielleicht wären sogar beide in der Lage, aber einem oder einer macht es einfach mehr Spaß, ist regelmäßiger dahinter. Jetzt ist es so, wenn das natürlich der eine Partner zehnmal macht und dann sagt, jetzt mache ich es nicht mehr, jetzt soll es der andere mal machen, dass der andere natürlich dann überfordert ist, er weiß gar nicht, wo muss ich einkaufen, welche Größen haben die Kinder und da geht es schon los. Das heißt, Rollenverteilung in dem Sinn, wenn jeder seine Aufgaben kennt und beide damit zufrieden sind, ist das Leben viel einfacher. Ja, definitiv. Heißt nicht, dass man sich nicht auch abwechseln darf, aber es macht es, weil es ist eine Gewohnheit, im Alltag einfach leichter, wenn, nennen wir es nicht Rollenverteilung, aber nennen wir es, jeder hat seine Aufgaben. Bernhard Vosicky: [4:42] Stärkenorientierte Aufteilung der Aufgaben oder irgend sowas. Wer soll jetzt das nicht sagen? Also sowas kann ich mir vorstellen. Ich nehme jetzt das konkrete Beispiel bei meiner Partnerin und mir. Sie hat ihr Netzwerk an Mamas, die sich untereinander ständig Kleiderkisten schicken. Wir transportieren die, wir Papas, und sie schicken sie. Das ist aber gut, deswegen hat sie natürlich auch einen Überblick, was da ist und was wir brauchen, was wir nicht brauchen. Umgekehrt, also da sage ich immer, ich mache das gern. Es ist kein Problem, weil natürlich ist es eine Aufgabe, mit der auch Zeit, Ressourcen verbunden sind. Immer ja, Aber wenn ich es mache, ich mache es gerne, das ist kein Problem. Du wirst nicht zufrieden sein, wie ich es mache, voraussichtlich. Ben Strigl: [5:28] Bis dato hat sie gesagt, Bernhard Vosicky: [5:30] Sie macht es. Umgekehrt bin ich für 100 Prozent, und das sind auch unsere Geschmacksnerven und auch die Gesundheit sehr glücklich, dass ich fürs Kochen zuständig bin. Und auch für die Bevorratung, also alles, was irgendwie, ich weiß immer, was im Kühlschrank ist, ich weiß, was im Tiefkühler ist, ich weiß, was fehlt, was wir nachkaufen müssen, von allen Produkten zu Hause. Das ist halt mein strukturierter Part, der wichtig ist. Darf ich dich kurz fragen? Natürlich. Ben Strigl: [5:54] Bevor du mir eine Frage stellst, kurz. Und passt das für euch? Bernhard Vosicky: [5:59] Also, passen. Ich sage jetzt einmal, ich glaube, es gibt Situationen, wenn jetzt wieder Saisonwechsel ist, dann hat meine Frau mal wieder eine Phase, wo sie halt das Gewand tauscht und dann geht sie unglaublich auf die Nerven. Legitim? Dann sage ich halt, danke, dass du das machst. Ich verstehe, dass das heftig ist. Das sage ich in einer idealen Welt, in der ich reflektiere, mit meiner Frau umgehebe. Und gleichzeitig ist es halt schon auch so, dass wenn jetzt wieder mal eine Familienfeier, also die vergangenen Wochenende, wo dann 14 Menschen zu uns kommen und Brunch hergerichtet wird für alle mit Antipasti und all Bipabo, dann mache halt ich diese Aufteilung und meine Frau nicht. Macht ihr nichts, was auch okay ist. Weil das haben wir uns ausgemacht. In der Situation denke ich mir aber natürlich auch wieder, warum muss ich das eigentlich alles machen? Aber im Nachhinein und overall denke ich mir, Passt das schon so. Ich bin noch nicht immer so reflektiert genug, dass ich es in der Situation, wo ich mich benachteiligt fühle, auch erkenne. Also ich glaube, so ticken eh ohnehin viele. Ben Strigl: [6:58] Du sprichst von den Ausnahmen, wenn da mal eine große Feier ist oder wenn da mal wieder viel Gewandwechsel ist oder so. Bernhard Vosicky: [7:03] Genau, also das passt schon ganz gut. Aber da haben wir unsere Rollen ganz gut aufgeteilt. Ich glaube, problematisch wird es nur dann, wenn es wirklich eine Schieflage ist, oder? Ben Strigl: [7:12] Absolut. Und Schieflage bedeutet ja nichts anderes, als einer von beiden ist höchst unzufrieden. Und wenn wir da wieder beim Thema Kommunikation sind, Ja, unbedingt ansprechen einfach. Siehst du das genauso? Das ist mein Empfinden, so fühle ich mich. Ich sehe, das ist meine Aufgabe, das ist deine oder haben wir uns da gar nichts ausgemacht oder wie auch immer. Aber ja, Schieflage ist immer schlecht, außer man spricht drüber, weil natürlich, es geht wieder um Balance. Bernhard Vosicky: [7:35] Das ist jetzt quasi ein bisschen die Aufteilung der Care-Arbeit. Es geht ja auch viel, viel im Kleineren eigentlich, wenn es ganz simple Entscheidungen sind, wo vielleicht ein Elternteil sich gar nicht traut, eine Entscheidung zu treffen, weil er das Gefühl hat, dass er vom anderen Elternteil overruled wird, weil er hat nichts zum Mitreden. Also ich glaube, das gibt es schon auch in vielen Beziehungen so im Sinn von Ah, nein, das fragt die Mama. Also so dieses, dieses, dieses, dieses Dings. Wie, kriegst du das mit? Ben Strigl: [8:03] Da muss ich sogar kurz überlegen, ob mir ein konkretes Beispiel einfällt. Was schon passiert, du hast jetzt diesen Satz gesagt, frag mal die Mama. Ja, das passiert tatsächlich öfters in diese Richtung als in die andere Richtung, weil meistens die Mamas, es ist oft so im Alltag, alles abchecken. Das heißt, Kleidung der Kinder, weil wir gerade dieses Beispiel hatten, ja, die checken natürlich das mit der Kleidung ab. Und wenn dann, weiß ich nicht, das Kind will ohne Jacke raus und der Papa sagt, nein, nee, und das Kind schreit, ja, dann fragt die Mama. Ja, das passiert natürlich schon sehr oft im Alltag. Und da ist es dann tatsächlich so, dass dann die Mama die Entscheidung trifft und der Papa vielleicht nicht gerade will oder kann. Gibt es auch andersrum, aber in dem Beispiel ist es klassisch. Bernhard Vosicky: [8:48] Braucht mich dann aber nicht wundern, als Papa, wenn ich jetzt so ein Papa bin, der das quasi outstourst an dem Mama, wenn ich gegenüber meinem Kind jetzt nicht die absolute Kompetenz in Sachen Entscheidungen biete in der Familie, oder? Ben Strigl: [9:01] Absolut, ja. Das Kind merkt natürlich dann das, wenn du das immer und immer wieder machst, dann ist es so. Dann geht es bei bestimmten Sachen aber auch eher zu dir, weil es hofft, dass du dann weicher wirst. Weil bei der Mama weiß das Kind dann, in dem Beispiel jetzt genau, was Sache ist. Da weiß es auch wahrscheinlich, dass es die Jacke anziehen muss, wenn es immer so ist. Also es ist vielleicht erst zum Papa gegangen. Das ist dann klassisch. Bernhard Vosicky: [9:22] Ja, weil die Kinder ja natürlich nicht blöd sind. Das ist ja ganz, ganz wichtig. Und dann gibt es ja auch noch oft die Geschichte, dass die Kinder mitreden wollen an der ganzen Geschichte. Also wenn es jetzt eine Entscheidung ist, die die Eltern treffen wollen und die Kinder auch. Es gibt ja vielleicht auch Beziehungen oder Familienkonstrukte, wo die Kinder die Chefs sind, oder? Ben Strigl: [9:41] Also das ist natürlich nicht gut, meiner Meinung nach. Die Kinder sollen und Ben Strigl: [9:46] müssen mitreden, sollen und müssen Entscheidungen treffen. Aber die Kinder sollen nicht entscheiden, was passiert generell im Alltag. Es kommt natürlich auf das Alter drauf an, auf die Situation drauf an, aber nicht die Kinder bestimmen das Leben der Familie, denn dazu sind sie meist gar nicht imstande, weil sie ja auch die weitreichenden Folgen gar nicht kennen. Aber Kinder sollen und müssen Entscheidungen lernen und auch selbstständig zu sein. Und das mache ich auch im Coaching. Ganz viele Kinder heutzutage, weil ihnen so viel abgenommen wird, können und wollen und trauen sich gar nicht, Entscheidungen selbst zu treffen. Dabei ist es so wichtig. Die haben dann Angst vor Konsequenzen oder es ist ihnen egal oder sie wollen eh nichts selbstständig machen. Und es ist so wichtig, dass wir das unseren Kindern beibringen, selbstständig zu denken, Entscheidungen zu treffen und dann auch unbedingt ganz viele Fehler zu machen am Weg, dass man aus ihnen lernen darf. Bernhard Vosicky: [10:30] Da haben wir eh eine Folge gemacht, also wie mit Fehlern und Misserfolgen umzugehen ist. Wer Lust hat, kann da gerne in die gesamte Podcast-Playlist hineinschauen. Da gibt es eben mit dir eine eigene Folge. Sehr, sehr cool. Auch cooles Feedback darauf bekommen. Aber das heißt, du sagst, wenn wir von Rollenverteilung sprechen... Dieses, wir machen beide exakt die Hälfte, auch bei den Entscheidungen her, Bernhard Vosicky: [10:54] und das kann gar nicht gehen, weil dazu sind wir alle so unterschiedlich. Was wäre so, wo du sagst, ja, ihr regelst das gut, ist ja wieder Kommunikation, the key. Ben Strigl: [11:03] Ganz einfach, ihr regelst das Gutes, wenn beide zufrieden sind. Tofes Beispiel, aber wenn der eine 100% entscheidet und der andere 0% und beide sind glücklich, dann ist das super. Ist natürlich jetzt im Alltag nicht so, aber natürlich, wenn beide, Kommunikation ist der Key, hast du gerade gesagt, genau so ist es, wenn beide miteinander reden und sie dürfen sich ja auch gerne sagen, du machst das bei uns im Alltag, du machst das bei uns im Alltag und beide sind happy damit, ja, perfekt, ist ja ideal und wenn die Frau sagt, in dem Beispiel, was du vorher gesagt hast, ich kümmere mich um die Kleidung, beziehungsweise, wenn du die Kleidung machst, bin ich eh nicht zufrieden, also mache ich es gleich selber und der Mann sagt, ja, ich koche, weil ich will schauen, was im Kühlschrank ist, weil nie ist das da, was ich haben will, ja, also das war jetzt beides. Bernhard Vosicky: [11:45] Ja, ja, ja, ja. Ben Strigl: [11:46] Und beide sind unterm Strich damit zufrieden, dann ist das perfekt. Wenn dann einer nicht zufrieden ist, dann müssen wir wieder in die Kommunikation gehen. Aber ich empfehle schon im Alltag gewisse Sachen, dass man nicht beide alles machen, weil es dann einfach vom Alltag her nicht so leicht ist. Was gebe ich für ein Beispiel? Wenn alle alles machen, zu jeder Zeit, dann kann es sein, dass vielleicht was doppelt gemacht wird oder was vergessen wird oder oder. Natürlich dürfen die das machen, die Eltern, aber dann ist Kommunikation noch wichtiger als vorher, dass man sich ganz genau abspricht. Aber natürlich Haushalt dürfen und sollen beide machen. Das ist ganz klar. Aber wenn du Rollen verteilen willst, mach das. Bernhard Vosicky: [12:29] Das ist fast schon ein bisschen wie Projektmanagement in Unternehmen eigentlich. Ben Strigl: [12:32] Ja, ich merke, aber ich verwirre mich. Bernhard Vosicky: [12:34] Ich kann in tausend Richtungen gehen. Ich bin ja ganz bei dir, weil es hat keinen Sinn wenn in einem Unternehmen bei einem Projekt mehrere Teams an den gleichen Teilprojekten arbeiten, weil es ist ja kein Wettbewerb. Und ich glaube, auch das müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, dass es in einer Beziehung keinen Wettbewerb gibt, sondern im Endeffekt Harmonie als oberstes Ziel wahrscheinlich. Und vorankommen und eben selbstbewusste Kinder durch den Alltag begleiten zu dürfen. Gibt es da jetzt irgendetwas, das ich machen könnte, wenn ich das Gefühl habe, Ich bin vielleicht eher hauptsächlich der, unter Anführungsstrichen, devote Part in einer Beziehung, bin damit nicht ganz so glücklich, würde gerne ein bisschen mehr Kompetenzen nachhaben, entscheiden dürfen, wie könnte ich mich verhalten? Ben Strigl: [13:17] Das Wichtigste im Leben ist immer, man bekommt nicht das, was man verdient, sondern das, was man sich verhandelt, beziehungsweise das, was man sich wünscht. Das sage ich aus dem Grund, denn oft ist es so, dass der Partner einfach nicht riechen kann, was ich will. Wenn ich jetzt der devote Partner, wie du gesagt hast, vielleicht fällt es mir schwer, ja, aber ich muss in die Kommunikation. Es geht nicht anders. Ich muss ansprechen, was ich gerne hätte und was ich will. Ich muss nicht sagen, was der andere alles falsch macht, sondern ich muss sagen, was ich mir wünsche und was ich will. Und da ist es dann spannend, denn je nachdem, was da für eine Reaktion kommt, Ben Strigl: [13:49] weiß ich eh schon, wo ich in der Beziehung dran bin. Also ich muss ansprechen, was gerade nicht so gut für mich läuft, was ich gerne will und was ich auch bereit bin dafür zu tun. Und dann noch natürlich fragen, was mein Partner oder meine Partnerin darüber denkt. Ganz, ganz wichtig. Ich muss sagen, was ich will. Sonst weiß es keiner. Bernhard Vosicky: [14:09] Und wie gehe ich um damit, wenn mein Kind mehr in Entscheidungen eingebunden werden möchte? Ben Strigl: [14:15] Das ist super. Es kommt auf das Alter immer darauf an. Ich sage jetzt, ein dreijähriges Kind darf gerne entscheiden, ob es nach Disneyland will oder nicht. Aber es muss nie entscheiden, ob wir nach Frankreich fliegen oder nach Florida. Also ich kann mein Kind schon grundsätzlich mit einbinden in Entscheidungen. Willst du heute auf den Spielplatz gehen oder willst du lieber zu Hause bleiben? Das könnte ich mein Kind schon fragen. Problem ist oft, wenn Entscheidungen zu groß sind, dann kann das Kind, wie ich vorher erwähnt habe, die Folgen noch nicht erkennen. Je älter das Kind wird natürlich umso besser, aber kleine Entscheidungen im Alltag, wenn das Kind übernehmen will, mega, unbedingt, ganz, ganz wichtig, denn nur so lernt es auch, aha, meine Entscheidung hat eine Konsequenz und die muss gar nicht negativ sein, aber es passiert irgendwas, wenn ich entscheide. Und das Blöde ist, es passiert auch was, wenn ich nicht entscheide und wenn ich nicht entscheide, dann bekomme ich nicht das, was ich will, das versuche ich den Kindern beizubringen, sondern das, was entweder jemand anderer will oder was dann zufällig passiert, weil ich keine Entscheidung getroffen habe. Also wenn ein Kind Entscheidungen treffen will, dann super, nimm es mit in den Prozess mit rein und geh auch in die Erklärung, in die Kommunikation, warum, wie, wo, was und dann ist es richtig toll für die Entwicklung, für das Selbstbewusstsein und eben auch für das spätere Leben. Bernhard Vosicky: [15:31] Also bist du schon eher jemand, der sagt, auch ab einem gewissen Alter zumindest, das dann auch alle gemeinsam als Familie große Entscheidungen vielleicht zu treffen, wenn es darum geht, wohin ziehen wir, wenn ein Wohnortwechsel ansteht oder irgend so etwas. Ben Strigl: [15:46] Das ist eine Mega-Entscheidung, von der du gerade sprichst, damit eine der größten, die es überhaupt gibt. Da bin ich vorsichtig. Warum? Wenn das Kind jetzt 17 ist und in drei Jahren auszieht, Schwierig. Wenn es jetzt dann mitredet, dann wohne ich wo, wo ich nicht will. Natürlich. Also du weißt, worauf ich nicht will. Bernhard Vosicky: [16:02] Dann reden wir oft. Nehmen wir vielleicht ein kleineres Beispiel wie Urlaubsdestinationen. Ben Strigl: [16:07] Ja, klar. Warum nicht? Also kommt auch wieder darauf an, was ist mein Ziel als Eltern? Wenn mein Ziel wirklich ist, mein Kind darf mitentscheiden und wir sind für alles offen, ja, dann sehr gerne. Aber wenn ich überhaupt keinen Bock auf Skifahren habe, mein Kind liebt Skifahren und ich nehme es mit in die Entscheidung, dann muss ich auch damit leben können, dass mein Kind auf seiner Entscheidung beharrt und Skifahren will. Aber ja, natürlich ist eine Option, kann man machen. Ich würde es immer mit reinnehmen, weil wenn du zusammen eine Entscheidung triffst und du bist dann am Ende bei einem Konsens, dann wird der Urlaub mega, wenn sie alle happy. Ben Strigl: [16:36] Wenn du jetzt dein 16-, 17-jähriges Kind wohin zwingen willst, das ergibt keinen Sinn. Bei kleineren Kindern, die würde ich jetzt nicht zwingend fragen, weil sie sollen nicht die Entscheidung treffen, fahren wir da jetzt für 1.000 Euro hin oder fahren wir da für 1.000 Euro hin, das Kind checkt das nicht, das will am Ende einfach nur auf den Spielplatz. Also da kommt es auch immer auf das Alter drauf an. Bernhard Vosicky: [16:53] Kann man da bleiben auch, das gewisse Dinge. Aber ich bin bei dir. Also das heißt eher, wenn ein Kompromiss ist, muss ich halt einfach davon ausgehen, dass wahrscheinlich alle nicht zu 100 Prozent zufrieden sind. Das habe Kompromisse so an sich. Und wenn ich derjenige bin oder diejenige bin, die in einer Beziehung unter Anführungsstrichen die Hosen anhat, ich mag diesen Begriff gar nicht, aber halt möglicherweise eher Entscheidungen treffen darf, die dann auch Respekt gekriegt werden, dann muss ich auch damit rechnen, dass die Konsequenzen vielleicht bedeuten, dass einer im Urlaub am Anfang einmal so da sitzt und grantig ist, weil er nicht entscheiden durfte. Also entscheiden bedeutet Konsequenzen tragen. Kompromiss bedeutet vielleicht nicht, alle glücklich gemacht zu haben. Ben Strigl: [17:30] Aber darf ich kurz sagen, mega für den Lernprozess. Das ist so wichtig. Man kann natürlich nicht immer alles im Leben bekommen, weil es gibt natürlich auch externe Gründe oder wie auch immer, warum das nicht passiert. Das heißt, auch da lernen Kinder. Also super. Bernhard Vosicky: [17:44] Ben, ich danke dir für heute. Ich möchte am Ende der Folge nochmal darauf hinweisen, dass du ja gerade derzeit mit deiner eigenen Fernsehshow unterwegs bist und zwar auf Puls4, der Familiencoach. Es gibt schon einige Folgen online, es wird auch gerade weiter gedreht. Das heißt zwei Dinge. Erstens einmal, was ist die Geschichte, Bernhard Vosicky: [18:00] worum geht es? Der Name verrät schon ein bisschen was. Und wie kann ich mitmachen? Ben Strigl: [18:03] Es ist Familiencoaching. Ich begleite Familien über mehrere Wochen und Monate hinweg bei egal welchen Problemen oder Hoppalas sie im Alltag haben. Das heißt, vielleicht funktioniert die Kommunikation zwischen den Eltern nicht oder mit den Kindern nicht oder Social Media ist ein zu großes Thema oder sie wollen Ziele erreichen und wissen nicht ganz, wie sie die erreichen können. Sie werden gemobbt in der Schule. Sie wissen nicht, wie sie lernen sollen. Also ich könnte jetzt ewig weitermachen. Einfach Themen, die die Familie, Eltern, Kinder betreffen. Und bewerben kann man sich jederzeit. Wir suchen wieder Familien. Wir drehen weiter. Wir sind dann schon wieder voll im Drehen, wenn du das hier hörst. Und genau, ich würde sagen, einfach auf PULS4 oder in den Shownotes, wirst du es, glaube ich, verlinken, reinschauen. Und ich würde mich sehr, sehr freuen, wenn du oder ihr euch bewerbt und ich euch helfen darf. Bernhard Vosicky: [18:48] Ben, danke vielmals für heute. Ich freue mich schon auf die nächste Folge. Wer uns eine Bewertung dalassen möchte, angeblich ist das extrem gut fürs Karma, habe ich gehört. Also Bewertung dalassen und in der nächsten Folge wieder einschalten. Danke, Ben. Ben Strigl: [19:00] Danke, Bernhard. Bernhard Vosicky: [19:01] Papa Mia. Reine Männersache. Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

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Wer hat die Hosen an?
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