Familie als Turbo fürs Business – mit Christoph Schwarz

Episode 95
34:58

Ich spreche mit Coach Christoph Schwarz darüber, warum Familie kein Hindernis, sondern ein Turbo fürs Business ist.

Wir reden über Führung mit Herz, über Verletzlichkeit als Stärke und darüber, was Kinder uns über Leadership beibringen.

Und wir zeigen, warum echte Qualitätszeit – ob mit Kindern oder im Team – am Ende den Unterschied macht.

Kapitel:

(00:00) – Intro

(05:35) – Elternschaft & Leadership: Stärke heißt auch Schwäche zeigen

(09:05) – „Let Them“-Gedanke: Vertrauen statt kontrollieren – zu Hause & im Team

(15:15) – Sauerstoffmaske & Laufen: Selbstfürsorge macht uns zu besseren Eltern/Führungskräften

(27:29) – 1:1-Zeit: Was Teams von Familien lernen

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Transkript:

Bernhard Vosicky: [0:00] Ich glaube, an der Spitze, an der absoluten Spitze, wurscht ob du Mann oder Frau bist, gibt es den Begriff Work-Life-Balance-Vereinbarkeit nicht. Christoph Schwarz: [0:08] Wenn ich das genauso sehe, und ich würde nur einmal in der Woche oder einmal im Monat sogar das im Führungskreis oder in der Firma aufmachen und sagen, okay, was können wir aus der Familie lernen, und ins Business integrieren als Learning? Was macht uns im Business besser? Bin ich der Meinung, dass ein Turbo Boost wäre für jede Organisation? Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard Vosicky: [0:31] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch. Willkommen zu einer weiteren Folge Papa Mia. Wir nähern uns dem großen Hunderter. Die schon bald hundertste Folge meines Papa-Podcasts. Ich freue mich wahnsinnig, dass ich immer wieder Menschen da habe, die ich jetzt auch schon ein bisschen besser kenne, weil wir schon einmal vorher geplaudert gehabt haben. und einer von denen ist heute bei mir. Und zwar ist es Christoph Schwarz. Christoph, schön, dass du da bist. Christoph Schwarz: [1:02] Vielen Dank für die Einladung. Bernhard Vosicky: [1:03] Wir haben vor mittlerweile auch schon längerer Zeit einmal beim Kaffeetrinken in der Nähe im Quador am Margaretenplatz ein bisschen über Familie und die Welt geplaudert. Du hast mich ja damals angeschrieben gehabt und ich finde das wahnsinnig schön, dass wir uns da ausgetauscht haben. Jetzt haben wir es endlich geschafft, dass wir gemeinsam einen Podcast machen. Und du hast mich dann gefragt, hey, was reden wir eigentlich? Und ich habe gesagt, lass uns doch über das reden, was ein bisschen so dein und mein Kernthema ist. Und zwar, wie wir es schaffen, dass wir Familie und alles, was dazugehört, ein bisschen als Booster für Erfolg im Leben, für ein glückliches Leben heranziehen. Und du hast gemeint, ja, da können wir, das schaffen wir, da können wir auf jeden Fall drüber reden. Warum? Du bist Team- und Führungskräfte-Coach, Organisationsentwickler, Resonanz-Coach und es geht bei dir um ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung. Mit den Anforderungen der neuen Arbeitswelt. So sagst du es du selbst über dich auf deiner Website. Ja, und dann bist du auch noch Papa. Christoph Schwarz: [2:02] Richtig. Bernhard Vosicky: [2:02] Das heißt, Familiensituation, du hast es mir vorher erklärt, erklär es unseren Hörerinnen und Hörern, du bist zweifach Papa. Christoph Schwarz: [2:08] Genau, ich bin zweifach Papa, also doppelter Papa, genau von einer Tochter, zehn Jahre und dem Leo mit fünf. Bernhard Vosicky: [2:16] Da sehe ich extrem schöne Parallelen, weil meine Große, eben auch zehn, die ist jetzt gerade der ersten Wochen im Gymnasium. Ist bei dir auch schon Gymnasium oder kommt das erst? Christoph Schwarz: [2:26] Nein, Gymnasium ist nächstes Jahr. Bernhard Vosicky: [2:27] Kommt, okay, alles klar. Wird spannend, sage ich dir. Das ist so der nächste große Schritt von den Zwergen, von der Kindheit in Richtung jugendlichen Alter. Das ist schon heftig. Und meine Kleine ist vier. Das heißt, ja, da sind jetzt langsam die Chefs im Kindergarten, oder? Christoph Schwarz: [2:44] Naja, die Chefs sind Kindergarten, vor allem in der Schule, in der vierten Gasse. Wir haben eine Mehrstufen-Gasse. Ah, okay, cool. Das ist super schön zu sehen, wie sie da die Rollen verändern. Bernhard Vosicky: [2:54] Das ist schon spannend, oder? Das sieht man dann auch, weil jetzt kommen sie schon ins Alter, wo sie die Kleinen mitziehen, oder? Christoph Schwarz: [2:59] Genau, sie haben ein bisschen um die Kleinen kümmern und auch schon vielleicht mehr Wissen, aber auch den Kleinen helfen, wenn sie irgendwas nicht wissen. Ja. Finde ich super schön. Bernhard Vosicky: [3:08] Von den Funktionen, die ich jetzt gerade vorhin genannt habe und von diesen vielen Funktionen, die du hast, Papa inklusive, was bist du am liebsten? Sportler. Ja, Sportler, das habe ich noch gar nicht aufgezählt gehabt. Sportlich sehe ich eine Garmin-Uhr, eine Polaruhr auf deinem Handgelenk. Was tust du? Christoph Schwarz: [3:27] Laufen. Also ich unterstütze auch Sportlerinnen oder mich, aber ich sehe das für mich als Papa, habe ich extrem viel Inspiration in der Bewegung und in der Natur gefunden und das Gleiche im Business. Also wenn ich laufen gehe, kriege ich immer neue Lösungen für Familie und Business, wie das zusammengeht. Bernhard Vosicky: [3:44] Du schreibst ja auch, du bist leidenschaftlicher Flaneur. Das finde ich ein sehr schönes Wort. Das heißt, du gehst gerne spazieren, brauchst die Natur, brauchst Bewegung, um ins Denken zu kommen? Oder wie ist das? Christoph Schwarz: [3:54] Genau, also ich habe mich sehr viel mit der Natur beschäftigt und wie die Natur auf uns wirkt. Und unterschiedliche Plätze wirken unterschiedlich auf uns. Bernhard Vosicky: [4:01] Okay. Christoph Schwarz: [4:01] Und dann gibt es sozusagen einen Papaplatz, da habe ich einfach sozusagen über die Paparolle nachdenken. Wo ist der? Das sind zum Beispiel die Mammutbäume in Schönbrunn. Bernhard Vosicky: [4:09] Mammutbäume in Schönbrunn ist dein Papaplatz. Hat das was damit zu tun? Mammutbaum sind große Bäume. Hat das irgendwie... Christoph Schwarz: [4:20] Ja, erzähle ganz kurz. Ja, bitte. Ist ja auch im Park gebaut. Das ist französische Gartenbaukunst. Und dieser Ort ist ganz besonders angelegt. Das sind nicht nur Mammutbäume, aber es ist ein Setting, der in einem Kreis gemacht ist mit drei Mammutbäumen. Und dort ist irgendwie das Gefühl von Mammutbäumen und irgendwie Stärkesicherheit. Und das ist ein ganz geschützter Bereich in Schönbrunn. Also den kennen auch die wenigsten. Bernhard Vosicky: [4:42] Stärke, Sicherheit passt ja auch sehr, sehr gut zu der Rolle, wie viele von uns Vaterschaft oder Elternschaft generell verstehen, oder? Christoph Schwarz: [4:50] Ja, glaube ich schon. Ich glaube, dass das ein altes Rollmodell ist und ich versuchte, die Papa-Rolle ein bisschen anders zu leben. Müssten wir vielleicht ein bisschen mit Männerrolle noch kombinieren, Papa- und Männerrolle. Und dort kann man aber auch schwach sein und sagen, okay, was sind Sorgen, Gedanken, Schwäche zeigen. Und ich glaube, das bräuchte viel mehr auch noch in der Papa-Rolle, für Stärke und Sicherheit. Bernhard Vosicky: [5:13] Das ist ja schon das, wo ich hingehen möchte in dem ersten Teil unseres Gesprächs. Und zwar sind so Parallelen zwischen Elternschaft oder sagen wir Vaterschaft. Du definierst, worüber du sprechen möchtest, wie du es willst und einer Führungskraft, wenn du Führungskräfte coachst und eben diese Parallelen vielleicht zur Elternschaft herstellst, gibt es da welche? Christoph Schwarz: [5:35] Gibt es sehr viele Parallelen. Ich bin ein großer Befürworter von Female Leadership. Also ich glaube, jede Frau, die in einer Führungsposition ist, und jede Mama, die in einer Führungsposition ist, führt viel anders, mein Verständnis von Leadership wohin zu führen. Also auch dieses Gespür zu haben, auch dieses Schwachsein, auch die Qualitäten ins Business zu bringen, die per se lange gefehlt haben. Und zu mir kommen immer mehr Männer, die eigentlich das wünschen, das zu leben oder das auch irgendwie einzubringen. Und das probiere ich selbst auch als Papa, nicht immer der Starke zu sein, sondern auch der mal, der eine Träne runterrinnert oder weint und das auch nicht zu verstecken. Und ich glaube, im Business braucht es bei den Männern oder bei den Papas noch viel mehr, dass sie das ins Business bringen. Weil mit einem Kind würde ich wahrscheinlich nie so umgehen, wie es heute noch oft passiert mit Mitarbeiterinnen. Bernhard Vosicky: [6:31] Ja, also da gebe ich dir 100% recht. Mich hat jetzt ganz kurz was gecatcht, was du gesagt hast, von wegen einer Träne runterrinnen. Ich frage dich jetzt einfach, wann hast du zum letzten Mal geweint? Da brauche ich keinen Grund nennen, aber mich interessiert, wann. Christoph Schwarz: [6:44] Freitag letzte Woche. Bernhard Vosicky: [6:47] Ich muss sagen, ich bin noch nicht so weit. Also ich habe irgendwie gelernt, man tut das nicht. So wie viele Burschen, die dann zu Männern werden. Und bei mir ist das sicher schon deutlich länger her. Ich date gern mehr. Manchmal geht es einfach nicht. Christoph Schwarz: [7:03] Das stimmt, aber ich kann mich erinnern an eine Situation, wo meine Großbruder gestorben ist. Und die noch irgendwie ganz klein war. Und so die Tränen zurückhalten, man darf nicht weinen, das Konzept. Und ich glaube, wir müssen mit diesen Gedanken, mit diesen gesellschaftlichen Normen, die müssen wir irgendwie neu denken. Deshalb hat es mir sehr gefallen, wie du den Titel gesagt hast, weil das so ein ganz neues, wir brauchen irgendwie neue Gedanken, neue Räume aufzumachen, dass Vaterschaft, Elternschaft, Mutterschaft oder Mama sein, Papa sein, einfach wie ein Turbobuspunkt in Organisationen. Also ich glaube, es könnte keine Organisation existieren ohne Mütter und Väter, ohne Elternschaft. Bernhard Vosicky: [7:41] Also da bin ich mir 100% sicher. Ich sehe ja für meinen Teil auch einfach ganz praktische Dinge, die wir Eltern in ein Unternehmen hineinbringen können. Also wer schon einmal einen ganz simplen Tag unter der Woche mit zwei arbeitstätigen Eltern und zwei Kindern geschafft hat, logistisch mit allem, was sonst noch dazu gehört, Haushalt, also all das. Der kann im Projektmanagement auch nicht so schlecht sein, muss ich ganz ehrlich sagen. Christoph Schwarz: [8:14] Voll richtig, da ist auch noch eigentlich Team, Elternschaft das Team, weil ich brauche extrem viel Abstimmung. Bernhard Vosicky: [8:20] Klar. Christoph Schwarz: [8:20] Und das erhöht sich, wir haben gestern gesprochen, mit der Kinderanzahl, wenn die Kinder dann halt mehr Sachen haben. Wenn ich dann drei Kinder habe, ist es noch mehr Logistik, noch mehr Tetris-Spiel im Kalender. Und ich muss als Eltern gut kommunizieren können. Bernhard Vosicky: [8:33] Also auf jeden Fall. Und resilient sein. Christoph Schwarz: [8:35] Weil gut Konflikte lösen können, würde ich sagen. Bernhard Vosicky: [8:39] Und dann, nächster Schritt, wer schon einmal seine, in meinem Fall, vierjährige Tochter davon überzeugen hat müssen, dass es vielleicht bei Regen doch gut ist, eine Jacke anzuziehen, der weiß auch, was es heißt, argumentieren, überreden vielleicht sogar oder auch verhandeln. Also das lernst du auch einfach, ja? Christoph Schwarz: [9:00] Ja, wobei, das würde ich ein bisschen challengen. Bernhard Vosicky: [9:04] Ja, bitte, gerne. Christoph Schwarz: [9:05] Weil da würde ich sagen, da wüssten wir noch mehr lernen von den Kindern. Und sagen, okay, wir lassen sie mal ohne Regenjacken in den Regen zu gehen. Also so gibt es diese Mel Robbins, die Let Them Theory. Bernhard Vosicky: [9:16] Ja, liebe ich übrigens das Buch. Christoph Schwarz: [9:17] Und das aushalten zu lernen, weil es geht ja eher darum, dass, okay, wann ist das Kind krank, dann ist es nochmal logistisch. Da müsste man gerne noch mehr in den Kurs gehen. Ich tue mir selbst auch schwer damit. Ja, ja, ja. Ganz ehrlich. Aber dann würde ich sagen, okay, noch mehr die Kinder sein lassen. Und das wäre wie im Beruf, wenn ich jetzt Führungskraft bin, ist es ganz oft so, dass ich Ideen, Innovationen von Mitarbeitern sofort erledige. Also du kommst zu mir und sagst, boah, diese tolle Idee. Und ich sag dir, boah, ich bin jetzt total super, aber ich hätte noch gern dies, dies und dies dabei und deine Idee ist tot. Und bei den Kindern ist es aber die gleiche in der Entwicklung. Also wenn ich dir lerne sein zu lassen, so könnte man das eigentlich super reflektieren. Bernhard Vosicky: [9:59] Ich bin ja generell ein Anhänger von dem, was du gesagt hast. Also lass sie doch selber erfahren, dass sie die Acker brauchen. Ich finde das super. Ich versuche das auch zu machen. Das wiederum führt zu Konflikten mit meiner Frau, die da anders denkt. Also das ist ja auch logisch. Du musst ja auch andere Denkweisen, andere Erziehungen, andere Weltbilder, andere Werte aufeinander bringen. Weil für die Erziehung ist man gemeinsam zuständig. Nicht nur einer oder nicht nur eine. Also das ist wahnsinnig spannend. Und ich glaube, da kann man extrem viel mitnehmen. Also da unterstütze ich das, was du sagst, zu 100%. Kriegst du das auch mit bei deinen Coaches? Ja dass du dass das entspannungsfeld ist also dieses auf der einen seite berufliche auf der anderen seite das private oder oder dass das ineinander übergreift also wie nimmst du das war Christoph Schwarz: [10:47] Ich bekomme es vor allem in den letzten Jahren noch viel mehr Spannungsfeld mit, weil viel mehr Homeoffice ist. Bernhard Vosicky: [10:53] Ja, klar, natürlich. Christoph Schwarz: [10:54] Also man begegnet sich häufiger und das Konfliktpotenzial ist höher. Und es gibt in unserem Bildungswesen nichts, wo wir Konflikte lernen. Null. Konflikte, okay, lass die Kinder streiten. Wird schon werden. Aber dort gibt es nicht. Und auch die Vorbildwirkung aus Eltern. Also von meinen Eltern war es noch so, wir streiten vor den Kindern sicher nicht. Bernhard Vosicky: [11:19] Was ja eigentlich in die Richtung schwarze Pädagogik führt, muss man dazu sagen. Christoph Schwarz: [11:22] Ja, genau. Und woher soll es die Kinder lernen? Und ich finde, wenn man respektvoll streiten lernt, wäre das sowas, wo man ein Konzept hat, jetzt kann man zu Hause, und das kann man gleichzeitig in einem beruflichen Kontext irgendwo nützen, dass man nicht gleich irgendwie jemand davonlaufen oder kündigen oder, sich scheiden lassen oder rennen. Und das begegne momentan sehr viel, dass sehr viele Konflikte jetzt kommen. Bernhard Vosicky: [11:48] Kommen die mehr, also sind sie mehr da oder kommen sie mehr ans Tageslicht? Christoph Schwarz: [11:54] In meiner Wahrnehmung nehme ich sie verstärkt wahr. Okay, schon. Also ich kann jetzt nicht sagen, ob sie jetzt verstärkt ans Tageslicht kommen, vorher nicht da waren. Subjektiv würde ich sagen, sie waren vorher schon da. Bernhard Vosicky: [12:06] Man hat halt nicht darüber geredet, aber das will schon so passen. Wir Männer reden ja generell nicht so gerne über Dinge, die nicht hinhauen. Weil wir haben ja gelernt, dass alles immer hinhaut. Und wenn was nicht hinhaut, dann finden wir die Lösung. Christoph Schwarz: [12:16] Und es muss hin. Genau, es muss hin. Bernhard Vosicky: [12:18] Ich liebe ja dieses Korshawke Zitat. Männer haben keine Probleme, Männer lösen Probleme und das ist das Problem. Und das finde ich, das bringt wahnsinnig gut auf den Punkt. Christoph Schwarz: [12:30] Da kann ich auch ein super Zitat, das kommt eigentlich aus, ich glaube, von den Findern, aus dem Coaching-Bereich, der hat gesagt, keiner ist alleine für das Problem verantwortlich, aber alle gemeinsam für die Lösung. Bernhard Vosicky: [12:43] Ja, voll. Christoph Schwarz: [12:44] Und das versuchen wir dann immer herzuholen, in diesen Momenten, denn irgendwie ist es alles selber lösen. Bernhard Vosicky: [12:49] Und ich glaube, es geht oft bei einer Lösung eines Problems vielleicht gar nicht primär um die Lösung, sondern eigentlich um die Ursache zuerst einmal. Also dieses klassische, und das ist meiner Meinung nach ein Ansatz, der nichts bringt, weil oft musst du halt einfach nur weitergehen und es ist völlig egal, wie so das Problem entstanden ist. Da gibt es jetzt den Peter Brandl, einen Speaker und Pilot, der gesagt hat, also wenn er als Pilot eine Entscheidung treffen muss, weil ein Triebwerk brennt, ist es nicht sehr sinnvoll, darüber nachzudenken, warum brennt das Triebwerk, sondern wie kommen wir mit einem Triebwerk weiter. Christoph Schwarz: [13:25] Genau, und ich würde sagen, da verstrickt man uns in einer Diskussion, ist jetzt das Problem oder die Lösung wichtiger? Und ich würde sagen, ist eigentlich der Prozess das Wichtige? Also es ist egal, ich sage, ich habe ein Problem, dann kann ich vielleicht nur irgendwie sagen, okay, was hätte ich gern? Oder wo wollen wir hin? Okay, wir wollen sicher landen. Aber es geht eigentlich, dass ich den ersten Schritt im Prozess mache. Und man muss jetzt beim Konflikt auch so den ersten Schritt machen, aber der Konflikt wird nicht gleich gelöst sein. Oder ich werde nicht gleich eine Lösung haben. Genauso im betrieblichen Kontext. Es gibt auch Situationen, da habe ich nicht sofort eine Lösung dazu. Bernhard Vosicky: [13:58] Ich mache das übrigens, wenn ich dann mich selber dabei ertappe, dass ich vielleicht in einem Prozess der Lösungsfindung, wo eine Lösung sinnvoll wäre oder wo etwas weitergehen sollte, es vielleicht nicht gleich schaffe, meine persönlichen Befindlichkeiten hintanzustellen. Wenn man halt einfach grantig ist, weil ein Problem da ist. Und da ertappe ich mich und deswegen habe ich mich bei dir auch mit dem Bewegungsthema abgeholt gefühlt. Ich ertappe mich dabei. Am besten bin ich, wenn ich dann einmal eine Stunde laufen gehe. Endorphine, Beruhigung, quasi das drüber schlafen untertags, so in die Richtung. Und dann kann ich ein kalmiertes Mail schicken, antworten und nicht mehr grantig sein. Dann kann ich mit meiner Frau diskutieren oder mit damals meiner Chefin diskutieren. Da bin ich einfach um einiges entspannter. Also das ist vielleicht so ein Tipp, den ich auch euch mitgeben kann. Wenn es irgendwas gibt, was euch ärgert, geht es einmal rennen. Christoph Schwarz: [14:48] Wenn wir jetzt über Familie reden, ich bin so ein großer Belieber von denen. Ich mache ja viel mit Spitzensportlern, also Ausdauersportlern. Und da geht es darum, wie schaffe ich es eigentlich, meinen Zustand zu verändern oder herzustellen. Und dieses Laufen ist ja nichts anderes. Ich bin auch irgendwie besser drauf, entspannter. Also wenn ich ärgerlich mit meinen Kindern bin, okay, ich gehe jetzt mal eine Runde, dann ist es super und man kommt einfach besser wieder retour. Und der andere weiß das dann oder die Kinder wissen das auch. Bernhard Vosicky: [15:15] Absolut, ja. Und mir hat sogar schon meine Tochter gesagt zu mir, Papa, geh laufen. Ja, du hast dir völlig recht. Ja, und es ist so, also auch da wieder ein Vergleich aus der Luftfahrt, aber dieses schon sehr oft strapazierte Beispiel mit der Sauerstoffmaske, die man halt zuerst sich aufsetzt und dann den anderen. Weil wenn es dir nicht gut geht, kannst du jemandem helfen. Und du willst ja in der Familie anderen helfen oder andere unterstützen. Also das ist ja wichtig. Christoph Schwarz: [15:43] Aber das ist das Gleiche im Business und in der Führung. Das ist leider nicht die Haltung. Ein guter Bekannter, der Freund von mir, der Klaus Teuretsbacher, der ist ein Coach und hat ein Buch geschrieben, Echt der Chef. Und in dem sind karikiert die Führungskräfte, wie sie heute immer noch sind. Und man denkt, wenn man das durchlässt, das gibt es nicht, aber das begegnen wir jeden Tag in der Praxis. Und zu Hause sind wir eigentlich auch irgendwie Führungskräfte. Wenn wir das den Kindern vorleben, wie das geht, dann werden die Kinder das auch machen oder sind die viel schneller. Also wenn du sagst, deine Kinder kommen dazu durch den Papa gelaufen, dann haben die das eh schon kapiert. Bernhard Vosicky: [16:15] Ja, die checken das eh. Da können wir uns viel abschneiden. Aber jetzt hast du schon was angesprochen, was ich wahnsinnig spannend finde. Du sagst, dass dieses Mindset in der Führung noch immer da ist. Ich habe jetzt gerade erst vor wenigen Tagen ganz kurz auf LinkedIn mit dem Philipp Badertaner geschrieben. Kennst du wahrscheinlich, kennen die meisten. Wenn ihr ihn nicht kennt, hört es mal rein. Sehr, sehr spannender Mensch, Unternehmer, sehr erfolgreich. Und der hat was geschrieben, ich lese dir ganz kurz vor, und zwar, wer lauthals Work-Life-Balance predigt, ist selbst oft mit dem Gegenteil davon erfolgreich geworden. Spannend, ich habe ihn daraufhin gefragt, das heißt für mich aber eigentlich im Umkehrschluss, dass an der Spitze, also in der Führung, an der Führungsebene, sowas wie Work-Life-Balance oder Lasses-Vereinbarkeit oder wie auch immer du es nennen möchtest, einfach kein Thema ist, der Begriff ist dort nicht bekannt. Und er hat dann gesagt, meine Erfahrung ist so, Eine extreme Anstrengung ist notwendig, um etwas an die Spitze zu bringen und erst an der Spitze entsteht dann der Spielraum für mehr Freiraum. Bernhard Vosicky: [17:19] Und da habe ich mir dann, da denke ich noch, also da denke ich noch nach über dieses Thema, weil ich unterstütze seine Aussage im Sinne von, ich glaube an der Spitze, an der absoluten Spitze, wurscht ob du Mann oder Frau bist, gibt es den Begriff Work-Life-Balance-Vereinbarkeit nicht. Gibt es nicht. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass die Frau Außenministerin so eine, dass die viel daheim ist, sagen wir so. Wurscht, ob es jetzt Außenministerin oder ob es der damalige Außenminister war, ist völlig egal. Also das sind halt einfach… Ja, Christoph Schwarz: [17:50] Also da fallen mir sofort zwei Dinge dazu ein. Das eine ist, was ich jetzt bei dir gehört habe, ist diese Zeitkomponente, ob die viel zu Hause ist. Und ich finde, es ist die Qualität. Bernhard Vosicky: [18:00] Die Qualitätszeit. Christoph Schwarz: [18:01] Also ich habe jemanden jetzt im Coaching gehabt, sehr erfolgreicher Unternehmer, hat einen Exit gehabt, Startup-Unternehmer, ist jetzt viel im China und sagt, okay, er ist jetzt mit seinem Sohn, knappes Jahr war das damals und er geht am Spielplatz und eigentlich ist er vor allem in Tränen und ich bin die ganze Zeit am Handy und das ist meine Family-Zeit. Aber wenn diese Stunde volle Aufmerksamkeit ist und der spielt keine Ahnung, Bausteine aufstellen, dann ist das super. Und das hat zwei große Vorteile. Das eine ist, du kommst als Erwachsener wieder ins Spiel und diese Qualität verlieren wir als Erwachsener. Bernhard Vosicky: [18:34] Voll, ja. Christoph Schwarz: [18:35] Das heißt, in der Sekunde, wo du spielst, Zustand veränderst, ist wie auftanken, wenn wir voll eigentlich da sind. Und das könnte man noch viel mehr mit den Kindern gemeinsam tun. Das wäre eine Win-Win-Situation. Und das mit an der Spitze entsteht Freiraum. Ich glaube, dass das ein Gedankenkonstrukt ist, der nicht mehr funktioniert. Weil während du in der Prozess bist, tot bist, braucht es so viel länger, bis du wieder aufgetankt bist und dann sind die Kinder erwachsen und draußen. Also wenn das jetzt an Kinder denkt. Na klar. Ich habe gerade die Biografie, kann ich auch in dem Film vom Antoine Egesse gelesen. Vielleicht auch noch Generation. Bernhard Vosicky: [19:13] Ich kenne ihn sogar noch mit langen Haaren. Christoph Schwarz: [19:15] Ja, genau. Aber das war ein 2B. Und das Spannende ist zum einen, dass er sagt, sein Buch beginnt mit Ich hasse Tennis. Das ist sehr spannend, weil der auch seine Beziehung mit seinem Vater. Bernhard Vosicky: [19:26] Geiler Operner, ja. Christoph Schwarz: [19:27] Und das Gleiche ist, wie er dann Zeit mit seinen Kindern und mit der Steffi Graf beschreibt, er diese Situation, dass es trotz, und da ist er nochmal Nummer eins geworden, hat glaube ich nochmal die US Open gewonnen und hat es trotzdem geschafft, wirklich die Familienzeit, die ihm so wichtig war, aufgrund dessen, wo er hergekommen ist, trotzdem auch in diese Spitze einzuplanen. Ich glaube, es muss nur Teil des Konzepts sein. Und wenn ihr jetzt keine, ich habe früher auch Führungsrollen gehabt, das erste Thema, wenn sie irgendwie Führungskräfte drinnen sind, sind nicht die Kinder. Bernhard Vosicky: [19:55] Ja, klar. Christoph Schwarz: [19:55] Aber es tauscht sich keiner authentisch aus. Natürlich. Ja, wie geht es denn den Kindern? Bernhard Vosicky: [19:58] Ja, genau. Das ist halt immer so, na, die sind die Große, die Kleine und so. Aber ehrlich darüber reden, wie es einem am Nerv geht, dass man es nicht zusammenbringt, so viel, also dieses, ich müsste eigentlich arbeiten, als hätte ich keine Kinder und ich müsste bei den Kindern sein, als hätte ich keine Arbeit. Christoph Schwarz: [20:11] Genau, weil wenn ich voll verzweifelt bin, keine Ahnung, wenn jetzt bei mir jetzt die Tochter, ich mag nicht in die Schule gehen und volles Zickrack, nur knapp hin, und du gehst zum ersten Termin, bist dorthin, dich wieder so, okay, schwieriger, hoffentlich Also diese Gedanken und Sorgen, die kommen einfach auch mit. Bernhard Vosicky: [20:29] Natürlich. Christoph Schwarz: [20:29] Die dürfen auch da sein, aber sie werden halt meistens unter der Decke gut verschwiegen. Ich bringe immer wieder dieses Beispiel von, da hat es die Biefgesage bei uns, da hat es diese Situation gegeben, wo man dann unter dem Rasen geschaut hat und da war der Müll drin. Bernhard Vosicky: [20:42] Genau. Christoph Schwarz: [20:43] Also das bräuchten wir nicht mehr und ich glaube, wir müssten mehr darüber reden, wie wäre das cool in der Firma? Wie könnte man das machen aus Tourbewusst? Bernhard Vosicky: [20:50] Ist ja auch eine falsch verstandene Form der Rücksichtnahme eigentlich. Weil wenn du als männliche Führungskraft zum Beispiel über Jahrzehnte oder eigentlich als Rollenbild eingetrichtet bekommen hast, du bist zuständig dafür, dass die Familie materiellen Wohlstand hat, du musst das machen, dann kannst du dir das nicht leisten, dass du quasi das nicht machst oder dass du daran zerbrichst vielleicht sogar. Und glaubst dann, du musst das tun, weil man erwartet es von dir. Also das ist natürlich etwas und deswegen mach den Rasen auf, wie du so schön das Beispiel gebracht hast, und schau drunter, was da ist, man darf das herzeigen. Christoph Schwarz: [21:22] Man darf das zum einen herzeigen und man darf auch was Neues machen. Ich kann mich erinnern, ich war in der Geschäftsführung und es war so... Als Geschäftsführer in Karenz gehen, ein Logo. Und ich habe dann so eine Karenz angemeldet und Mitarbeiterinnen haben ja hinsetzt beim Café und junge Männer sind zu mir gekommen und sagten, Herr Schwarz, bei uns darf man in Karenz gehen. Also wir brauchen da ein neues Mindset. Das ist total super, wenn du das magst. Wir wünschen uns das als Organisation, weil erstmal kommen meistens die Leute viel besser zurück als vorher. Bernhard Vosicky: [22:03] Gar keine Frage. Christoph Schwarz: [22:03] Ja, also du bist viel produktiver danach, das Investment und das wird oft nicht so gesehen, weil es so in der Sekunde noch ist. Bernhard Vosicky: [22:12] Weil das alteingesessene Unternehmerdenken, das wir im Kopf haben, ist halt, na der fällt mir aus, der ist weg. Wer macht denn dann die Hacken? Die anderen müssen mehr hacken. Also das ist ja auch etwas, das ich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber mit meiner Chefin lang diskutiert habe. Also in Wirklichkeit, ab dem Moment, wo du sagst, du gehst in Karenz, bist du ein Problem. Und das ist egal, ob du Mann oder Frau bist. Vielleicht sogar bist du mehr Problem als Mann, weil man es ja nicht erwartet. Weil als Frau, in Wirklichkeit, wenn du eine Frau in, klingt jetzt blöd, aber gebärfähigen Alter einstellst, dann kannst du davon ausgehen, dass die auf jeden Fall ausfällt, wenn sie ein Kind kriegt. Bei manchen wird es mehr, aber wie viel zeigen die Zahlen? Christoph Schwarz: [22:55] Es ist überschaubar. Sehr überschaubar. Bernhard Vosicky: [22:57] Genau, richtig. Noch ziemlich überschaubar. Vor allem länger. Ja, aber da gibt es eben dann wiederum die anderen Zahlen, die sagen, naja, aber die Männer würden ja gern. Also alle 40 Prozent würden, wenn es ginge. Es ist eben die Frage, was ist, wenn es ginge? Christoph Schwarz: [23:09] Wenn es ginge ist meistens das finanzielle Non-Bout. Bernhard Vosicky: [23:14] Ja, oder auch das gesellschaftliche. Oder das berufliche im Sinn von, na, wenn du weg bist, bist du weg. Dann macht wer anderer deinen Job. Wir wissen alle, wie kommst du an bessere Stellungen, an bessere Positionen, wenn jemand krank ist, wenn jemand erfuhlt bislang oder wenn jemand ausfällt. Dann kriegst du Positionen. Und das möchtest du jetzt natürlich auch nicht haben. Und da musst du halt im Kopf die Frage stellen, was bringt mir das? Und das war mein Ansatz, warum ich eigentlich überhaupt diese ganze Geschichte mit dieser Vaterschaft nach außen trage. Weil ich könnte auch einfach da sitzen und das machen. Wäre auch okay. Und viele werfen mir auch vor, dass ich das nach außen trage, weil sie sagen, alle anderen sitzen auch da und machen es einfach. Aber ich denke mal, ich möchte drüber reden. Ich mag es. Und wenn ich jetzt hergehe und Und mich da genauso verhalten wie vorher, ich muss dieses Mindset ändern für mich und herausfinden, wieso bringt es mir mehr, wenn ich als Mensch ganzheitlich zufrieden bin, als wenn ich einfach nur Erfolg in der Erwerbstätigkeit habe. Vielleicht Status habe oder was auch immer, materiell in der Hinsicht jetzt. Und da habe ich für mich einfach gemerkt, mein Status ist mittlerweile Zeit mit Familie, Zeit für etwas, was ich gerne mache. es ist viel mehr Status als ein Handy, als ein Laptop, als was auch immer. Christoph Schwarz: [24:27] Ja, aber so wie ich die erkennen kann, hast du begonnen zu reflektieren. Na klar. Und reflektieren ist auch das, was die meisten, vor allem bei den Männern, entweder im stillen Kämmerlein passiert, für sich alleine, wird nicht nach außen getragen. Ich glaube, wir bräuchten so, und das ist übrigens ein bisschen schmunzeln, weil es so schön ist, wenn wir uns als Männer austauschen, uns gegenseitig inspirieren, ich komme jetzt zu einem Gedanken zum anderen, erst dann kann ich neu denken, dann kann ich denken, wie würde das funktionieren, wenn ich jetzt ein Modell hätte, wo Väter in Karenz gehen und das einfach von Herzen gerne machen und trotzdem irgendwie die Familie gut überleben kann. Wie ist ein Modell für die Zukunft? Bernhard Vosicky: [25:04] Da, und das bin ich ganz bei dir, und ich glaube, Menschen, die reflektieren, kommen sehr schnell zu dem Punkt, den wir auch haben, wo wir jetzt da so denken, die Frage ist halt immer nur, wie der Wischmann die noch nicht so weit sind. Und ich glaube, dass der Erhobere Zeigefinger, du solltest aber, weil ein Falscher ist, weil das erzeugt Reaktanz, also das Gegenteil. Mein Zugang ist eben der, und deswegen mache ich ja auch diesen Podcast, dass ich versuche zu zeigen, was bringt dir Familie. Und ich habe so viele Punkte schon gefunden. Also du hast jetzt wieder ein paar Punkte aufgezählt, die mit eigentlich Skills, Soft Skills, im Beruflichen, im Leadership zu tun haben. Ich führe dann noch ein gesünderes Leben mit weniger psychischen Problemen. Wir brauchen uns die Suizidrate bei Männern am Papier anschauen. Christoph Schwarz: [25:49] Oder psychische Probleme wie es Kindern. Bernhard Vosicky: [25:50] Genau, richtig. Also es gibt hier durchaus viel, das du gewinnen kannst. Also gesunde Lebensjahre ist ein cooler Gewinn, muss ich ganz ehrlich sagen. Christoph Schwarz: [25:58] Und genau diese Räume zu öffnen, so wie wir es jetzt tun, die sagen, wow, gesunde Lebensjahre oder diese Intensität mit der Familie. Keine Ahnung, das erste Bild, wo man die Tochter gemalt hat, das zu erleben. Für mich, das bin ich stolz, dass ich einfach bei den Schulveranstaltungen, bei 99 Prozent der Schulveranstaltungen dabei bin, das erste Theaterstück aufgeführt, war wie Gänsehaut. Bernhard Vosicky: [26:23] Schön. Christoph Schwarz: [26:23] Das macht das Leben aus und das kannst du eigentlich nicht kaufen. Bernhard Vosicky: [26:27] Das ist völlig richtig und vor allem, es kommt nicht mehr zurück. Das ist was, was hat man halt oft erst zu spät merkt, dass das jetzt vorbei ist. Also wie gesagt, dieser 75 Prozent des der gemeinsamen Zeit hast du mit Kindern, bis sie zwölf sind. Christoph Schwarz: [26:43] Genau. Das ist schon eine schöne Zahl. Bernhard Vosicky: [26:47] Und ich meine deine die Große, oder? Die Große. Die Tochter, genau. Bei mir eben auch. Also die sind zehn. Ihr möchtet jetzt keinen, aber das ist arg. Der Gedanke ist schon heftig. Und wir haben jetzt eben gerade das Kinderzimmer zum Teenie-Zimmer umgebaut. Und jetzt kommt es niemand danach zu uns. Christoph Schwarz: [27:08] Ich habe so auch Beispiele, vielleicht noch vom Business, was mir jetzt eingefallen ist. Ja, bitte. Genau diese individuelle Zeit, dir zu denken, bis zwölf, das gibt dir jetzt diesen Rahmen oder setzt den Fokus drauf, dass es wichtig ist, auch mit dem Kind Zeit zu verbringen oder diese Qualitätszeit zu verbringen. Wir nennen es bei uns zu Hause auch, dass man individuelle Zeit mit einem Kind hat. Bernhard Vosicky: [27:29] Ja, voll. Die ist ganz wichtig. Christoph Schwarz: [27:31] Und wenn ich als Führungskraft bin, ist es genauso, dass ich auch individuelle Zeit brauche mit dem Mitarbeiter. Bernhard Vosicky: [27:37] Natürlich, das ist wahr. Christoph Schwarz: [27:38] Oder mit der Mitarbeiterin. Und das passiert oft gar nicht. Und das kann man zum Beispiel genauso rüberheben. Ich versuche immer so zu transferieren, ist eins zu eins das Gleiche. Auch der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin braucht Individualzeit. Bernhard Vosicky: [27:52] Auf jeden Fall. Das unterstütze ich zu 100 Prozent, weil es hat ja schon, Du hast am Anfang schon diese Parallelen zwischen Führungskräften und Eltern aufgezählt. Und diese Form der Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die Verantwortung gegenüber den Kindern überkneidet sich ja auch darin, dass man nicht nur für die Funktion verantwortlich ist. Ich finde, man ist als guter Chef, als gute Chefin für mehr verantwortlich beim Mitarbeiter, bei der Mitarbeiterin, als nur für den Job als solches. Das sind Menschen, das sind ja keine Maschinen. Und ich glaube, da muss der Knopf auf Ost aufgehen bei vielen Führungskräften. Christoph Schwarz: [28:38] Ja, das glaube ich auch. Es ist aber auch so, dass es oft Aktionäre oder Eigentümer gibt. Und da gibt es nochmal die Diskrepanz drüber. Was ist jetzt der Auftrag und wo muss der Knopf aufgehen? Ist jetzt die Frage, wo muss wirklich der Knopf aufgehen? Es war ja, ja. Bin ich bei dir, ja. in diese Sache. Ich würde jetzt einmal ein Gedankenspiel gerne einbringen zu dem Familie. Wenn ich das genauso sehe und ich würde nur einmal in der Woche oder einmal im Monat sogar das im Führungskreis oder in der Firma aufmachen und sagen, okay, was können wir aus der Familie lernen und ins Business integrieren als Learning? Was macht uns im Business besser? Wenn ich nur diese Diskussion habe, bin ich der Meinung, dass ein Turbo Boost wäre für jede Organisation. Bernhard Vosicky: [29:25] Also keine Ahnung, so ein freitags schon fix Frühstück mit der Firma, wo dann Barcamp ähnlich ausgesprochen wird. Christoph Schwarz: [29:33] Oder ein Management-Meeting im Monat. Oder Mitarbeiter sagen, was glaubt ihr von euren Familien, was kann man da reinheben, was sind die Ideen, was kann man da in der Organisation beheben. Bin ich hundertprozentig da überzeugt, wenn man das rüberheben würde und den Raum dafür schafft, weil bisher wird das nicht gedacht. Denkt keiner drüber nach. Nein, natürlich nicht. Bernhard Vosicky: [29:51] Du bist eben mit anderen Sachen voll, aber das ist wichtig. Das finde ich schön, das könnte man unternehmerisch durchaus, also die HR-Abteilungen, die jetzt vielleicht zuhören, dürfen sich das wirken, aber vielleicht kommen wir zu etwas Konkreterem. Hast du irgendeinen Tipp, eine Idee, irgendetwas, womit ich, wenn ich selber gerade in der Situation bin, dass ich das Gefühl habe, es ist alles ein bisschen früh, es geht sich alles so nicht aus, irgendwie, ich komme da nichts recht und ich komme da nichts recht, eigentlich bin ich überall nur zu wenig. Hast du irgendwas oder welche Fragen stellst du oder gibst du was mit den Coaches, die, kann man irgendwas mitnehmen? Gibt es irgendeinen kleinen Tipp, den man vielleicht umsetzen kann? Christoph Schwarz: [30:32] Ich komme wieder zurück zur Natur. Und mein Tipp in der Natur ist, mit einer Frage im Kopf schwanger zu gehen. Dann sage ich, okay, wenn ich gerade überall zu wenig bin, wie wäre es, wenn ich einfach gut bin, wie ich bin oder zu viel bin? Das Gegenteil finde ich gut. Und ich gehe durch die Natur und es geht jetzt darum, per se keine konkrete Antwort zu finden, aber man geht mit der Aufmerksamkeit im Außen und findet ein Symbol. Ein Blatt, ein Stock oder eine Nadel, ein Bokkerl, whatever. Und danach sich die Fragen stellen, okay, wenn das jetzt wirklich eine Antwort wäre, was ist die Message? Also dann kommt man mal ganz aus diesem kognitiven Gedankenprozess raus. Bin in die eigene Kreativität, war draußen in der Natur, bin aufgedankt und es ist sicher was anderes danach. Bernhard Vosicky: [31:26] Kein schlechter Gedanke kann man sich immer machen. ist. Ich glaube, ich brauche da ein bisschen, bis man den Kopf so frei hat, aber dafür hilft die Natur ja wieder. Christoph Schwarz: [31:35] Also wenn man rausgeht mit dem Fokus, ist eigentlich der erste Schritt schon getan. Also in der Sekunde, wo entscheide ich, geh raus und rezitiere diese Frage im Kopf, passiert automatisch, dass die Gehirnfrequenz von High Beta, wenn man sie jetzt im Fakten aus hat, runterkommt, in immer Low Beta oder in den Alpha Zustand kommt und dann ist wieder ein neues möglich. Bernhard Vosicky: [31:57] Ich habe ja in meinem Podcast immer gegen Ende und wir kommen jetzt langsam zum Ende, weil ich eigentlich mittlerweile versuche, die Podcast-Folgen so auf eine halbe Stunde zu begrenzen, dass ich so ein paar Kategorien drinnen habe, die sich wiederholen und ich finde es immer spannend, sich da die Antworten zu holen von den unterschiedlichen Gästen. Und die eine ist, nachdem du gesagt hast, du bist jemand, der reflektiert, der viel reflektiert, wenn du dich jetzt zurückbeamst gedanklich und dich vor den Christoph stellst, bevor er Papa geworden ist. Und mit dem Wissen, dass du heute jetzt aus zehn Jahren Vaterschaft, Elternschaft hast, was würdest du dem Christoph von damals noch ohne Kinder raten? Christoph Schwarz: [32:44] Ich würde den Christoph von damals raten, also in der Vaterschaftsrolle dann? Bernhard Vosicky: [32:51] Ja, keine Ahnung. Wir haben es ja sehr viel geblendet. Wir haben ja Work-Life-Blending betrieben jetzt ein bisschen? Christoph Schwarz: [32:58] Also ich glaube, der beste Lifehack ist, wenn man ein Umfeld hat, ich nenne jetzt jetzt Freunde und man hat zwei, drei gute Freunde, wo man wirklich das Herz öffnet und dort immer wieder den Austausch sucht. Das ist, finde ich, noch mehr das zu tun, also dieses Netzwerk zu haben, wo man sich auf einer Ebene austauscht, wo man wirklich verbunden ist. Bernhard Vosicky: [33:18] Dann drehe ich jetzt den Umkehrschluss und sage, also glaub nicht, dass du alles allein durchstehen musst. Ist das ein Ratschlag? Christoph Schwarz: [33:27] Ja, oder bitte um Hilfe. Bernhard Vosicky: [33:30] Das ist ein schöner Gedanke. Finde ich super. Und noch eine Sache, damit wir jedenfalls, jetzt positiv rausgegangen aus der Geschichte, wir lachen über das, was uns unsere Kinder musikalisch mitgeben. Es gibt eine Playlist, Papa Mia, Playlist des Grauens, die vernetze ich, also verlinke ich auch immer, in den Shownotes drinnen. Und mittlerweile hat sich da schon eine ganze Reihe an Songs zusammengesucht von Titeln, die die Kinder gern hören. Und Kinder haben ja, im Gegensatz zu uns Eltern, Wobei du gemeint hast, du hast auch nicht wirklich so diesen Burnout-Faktor von Songs. Aber Kinder hören Sachen einfach in Dauerschleife und kriegen nicht genug. Wir Eltern manchmal schon. Was ist denn so ein Song? Christoph Schwarz: [34:09] Also, ich würde den Song Baby Shark nehmen. Aber als zweites kommt man sofort an Schokolade. Bernhard Vosicky: [34:14] Schokolade. Schokolade. Schoko, Schoko. Christoph Schwarz: [34:17] Von den Freunden. Monsterfreunde. Die Freunde. Oma, gib mir Schokolade. Bernhard Vosicky: [34:24] Ja, den werde ich suchen. Ich kenne den gerade nicht, aber ich werde ihn auch tunlichst an meinen Kindern verstecken, weil sonst kommt er. Christoph Schwarz: [34:30] Also wenn Papa und Mama nichts gibt, dann sozusagen kommt die Oma. Ah, gut, ich verstehe. Bernhard Vosicky: [34:35] Omas Regeln sind andere Regeln. Christoph Schwarz: [34:36] Genau. Sehr gut. Bernhard Vosicky: [34:37] Dann schmeißen wir Schokolade und Baby Shark drauf. Die Liste kann nicht lang genug werden, finde ich. Christoph Schwarz: [34:42] Ja, super. Bernhard Vosicky: [34:42] Christoph, danke dir vielmals. Christoph Schwarz: [34:44] Ja, vielen Dank. Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard Vosicky: [34:48] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

00:00
Intro
05:35
Elternschaft & Leadership: Stärke heißt auch Schwäche zeigen
09:05
„Let Them“-Gedanke: Vertrauen statt kontrollieren – zu Hause & im Team
15:15
Sauerstoffmaske & Laufen: Selbstfürsorge macht uns zu besseren Eltern/Führungskräften
27:29
1:1-Zeit: Was Teams von Familien lernen

Bernhard Vosicky

Host

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