Zwischen T-Rex und Barbie: Wer prägt hier wen?

Episode 96
18:06

Einhörner, T-Rex und die Frage: Wer jagt hier eigentlich das Mammut?

Wir reden über Papas, Mamas und die schreckliche Bubble, in der wir uns befinden – und merken, wie tief alte Bilder noch sitzen.

Eine Folge zwischen Schmunzeln, Nachdenken und rosa Gummistiefeln.

Kapitel:

(00:00) – Intro

(00:35) – Unsere Bubble & warum wir drüber reden

(03:12) – Kinderzimmer-Realität: Rosa vs. T-Rex

(08:13) – Vorbilder: Papa als Mindestmaß

(14:11) – Alltagstest: Rosa Laufrad, Rock & Regeln

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Transkript:

Bernhard: [0:00] Also all das, was wir hier diskutieren, ist schon ein bisschen eine Babel. Dominik: [0:05] Das war schon immer so Evolution, der Mann muss stark sein, der wird das Mammut jagen, wo ich mir immer denke, ich will kein Mammut jagen. Bernhard: [0:11] Ich habe da Einhörner, ich habe da Barbie-Puppen und ich habe mehr Jungfrauen. Und das ist alles rosa-pink. Mädels haben ja viel mehr Vorbilder, weil sie viel mehr mit Mädels zu tun haben. Denke an unseren Kindergarten. Wie viele Betreuer gibt es? Dominik: [0:31] Papa Mia eine Männersache. Bernhard: [0:35] Der Podcast von Papas für Papas und für alle die Papas mögen klingt cool, ist es auch Hallo bei einer neuen Folge von Papa Mia mit dem Dominik am Küchentisch. Dort werden die Themen angesprochen, die uns beschäftigen. Und diesmal ist es eins, das poppt eigentlich gezwungenermaßen in der Bubble, in der ich seit Podcastbeginn mit der Geburt meiner kleinen Tochter, die jetzt auch schon über vier ist, hineingestolpert bin. In diese Männer-Frauen-Geschichte, in diese Mama-Papa-Geschichte, in der eigentlich permanent ein bisschen viel zu viel Gegeneinander, also ein Miteinander ist, was mich wahnsinnig stört. Gleichzeitig denke ich mir, wenn jemand kämpfen will, soll er kämpfen. Ich muss ja nicht mitmachen. Das ist eine andere Geschichte. Da möchte ich ganz kurz übrigens eine liebe Kollegin von mir zitieren, die Monika, die mit mir mal länger über das Thema bei einer Autofahrt gesprochen hat. Und ich habe halt so von Geschlechterkampf gesprochen. Was für Geschlechterkampf? Ich habe keinen Kampf. Ich kämpfe nicht. Und ich denke immer, das im Kopf zu behalten, ist schon ganz wichtig. Also all das, was wir hier diskutieren, ist schon ein bisschen eine Bubble. In der bist du jetzt drinnen. Dominik: [1:52] Auf jeden Fall. Danke. Ich wollte mich gerade darüber beschweren bei dir. Vielleicht auch du ein bisschen mit Schuld gesagt hast. Bernhard: [1:59] Wie du mir so geschickt hast. Ich habe dich in den Algorithmus hineingezogen. Dominik: [2:02] Ich habe es jahrelang, genau drei Jahre geschafft, nicht in irgendwelchen Targetings und Bubbles drin zu stecken. Ist jetzt irgendwie passiert und plötzlich überholen mich da Themen, wo ich mir eigentlich wenig Gedanken noch drüber gemacht habe und mir gedacht habe, eigentlich werden sich da nicht mehr Gedanken gemacht, weil es diese Themen gar nicht mehr gibt. Ist aber... Und überall und da diese Rollenthemen. Was müssen wir können, was dürfen wir nicht können, was müssen wir vorleben, was müssen wir unbedingt vorleben, was darf man gar nicht vorleben. Da ist, wie du gesagt hast, viel Zwang, viel Kampf, wo ich mir gedacht habe, das gibt es ja nicht. Warum müssen wir das eigentlich schon wieder diskutieren? Müssen wir es überhaupt diskutieren? Ich will es mit dir diskutieren am Küchentisch. Bernhard: [2:38] Ja, genau, das machen wir. Und ich finde das auch wirklich super, weil je mehr man darüber spricht, umso mehr reflektiert man sich selbst und das kann nicht falsch sein. Das ist einmal gut. Was aber natürlich auch heißt, all das, was wir hier sagen, betrifft uns. Wir sind in der wahnsinnig privilegierten Situation, mit unserer Familie uns darüber Gedanken machen zu können, Zeit zu haben, über das Gedanken zu machen. Weil die Menschen, die das wirklich trifft, die haben ja keine Zeit. Weder für eine Podcast-Produktion, noch um sich andere Sachen Gedanken zu machen. Die müssen das einmal leben. Dominik: [3:12] Wir sind dann nochmal in der Babel eine eigene Babel. Und sicher nicht die repräsentative Schnittmenge der Gesellschaft. Ist mir ehrlich gesagt auch egal, weil das ist ja dieser kleine Mikrokosmos-Themat in seiner Familie. Man denkt, man ist ein weltoffener Papa, hat eine weltoffene Rollenverteilung in der Familie, was ich glaube zu haben, wo wir uns eh sehr ähnlich sind. Wo es vielleicht diese harten Grenzen gar nicht gibt, was auch gut ist. Aber man halt dann trotzdem, wie du gesagt hast, vielleicht einmal, wie es ich getan habe, einfach mal ins Kinderzimmer rein spaziert und sich überlegt, wie viel Papa bin ich denn eigentlich? Wenn er sich, was ja wahrscheinlich auch zwangsläufig passiert, sich an den Geschlechterrollen irgendwo orientiert, weil er merkt halt langsam, aus biologischen Gründen und auch aus diversen kleinen Büchlein, ist er schon auf einer gewissen biologischen Basis gelandet, dass er weiß, da gibt es gewisse Unterschiede. Wie bin ich? Wie muss ich sein? Wo gehöre ich hin? Und da bin ich jetzt eben mal in das Kinderzimmer reinspaziert, als, wie gesagt, weltoffener Papa, der sich denkt, diese Grenzen gibt es eh nicht. und dann schaue ich so, da ist die randvolle Autokiste, mit der wir gerne spielen. Dann ziehe ich die nächste Kiste raus, schaut der T-Rex entgegen, der größte fleischfressende Supersaurier. Nächste Kiste Werkzeug. Bernhard: [4:29] Hast du mir gerade den T-Rex erklärt? Dominik: [4:31] Ja, das gibt es noch viel zu erklären. Bernhard: [4:33] Dominik, ich bin ein Dinosaurier. Dominik: [4:35] Ich bin ein Fug. Ich glaube, wir die Aussprache bei manchen Dinosauriern tue ich mir noch schwer, aber da können wir machen mal eine eigene Folge. Ankylosaurus. Ankylosaurus ist sehr leicht. Bernhard: [4:45] Der ist cool. Ich bin Triceratops. Fan, Großer und Stegosaurus. Dominik: [4:51] Ja, der Spinosaurus ist mir jetzt in den Weg gelaufen. Der ist geil. Der habe ich früher als Kind, glaube ich, keinen so am Schirm gehabt. Der ist super, der ist ja nochmal größer. Du merkst das. Das sind dann wieder Sachen, wo man selber denkt, eigentlich bin ich vollkommen Stereotyp befreit. Ich hatte wieder ein weltoffenes Kind und eigentlich hat er unter Anführungszeichen dieses Bubenspielzeug. Was überhaupt nicht schlimm ist. Das ist nichts Wertendes, wo er jetzt nicht rein darf oder sonst wo. Aber das war einfach eben durch diese Babel, ich möchte kurz diese Frage gestellt, auch mit Themen, die immer wieder ums Eck kommen, mit dem, das war schon immer so, Evolution, der Mann muss stark sein, der wird das Mammut jagen, wo ich mir immer denke, ich will kein Mammut jagen, ich habe wahrscheinlich ziemlich viel Angst vor diesem Mammut, das ist riesengroß, wenn dann, dann weiß er nichts. Machen wir Familienaction draus, gehen wir gemeinsam jagen, aber wie komme ich dazu? Ich will das Mammut nicht jagen. Das sind immer diese Beispiele, das ist so dermaßen weit hergeholte evolutionstechnisch, wie können wir das nicht ein bisschen gesellschaftsnäher das Ganze wieder durchdenken und diese Geschlechter wollen, ich weiß nichts. Also ich tue mir schwer, vielleicht steckt man eh auch irgendwo drin, weil man ja trotzdem selber erzogen wurde, wobei ich auch sehr, sehr offen erzogen wurde. Also da gibt es auch sicher nicht sehr viel. Da waren wir auch in unserem kleinen Mikrokosmos. Aber wie gesagt, auch du jetzt als Papa von zwei Töchtern, ich als Papa von einem Sohn, vielleicht findet man da eh ein paar lustige Geschichten, wo man das vielleicht eh am besten sieht. Was man da für einen Eindruck hinterlassen bei den Kindern. Bernhard: [6:19] Das dürfen wir ja nie vergessen. Zwei Dinge. Das erste ist, wenn ich in das Kinderzimmer von meinen Kindern reinschaue, also bei der Großen jetzt nicht mehr, aber bei der Kleinen, die jetzt vier ist, Das würde ich mal sagen repräsentativ für, was tun die in dem Alter, in dem Geschlecht. Ich habe da Einhörner, ich habe da Barbie-Puppen und ich habe mehr Jungfrauen. Und das ist alles rosa-pink. Und sie hat jetzt vor kurzem, weil die Große eben gerade ihr Zimmer bekommen hat und sich, das finde ich cool übrigens, bewusst für eine blaue Wandfarbe entschieden hat, das ist ihr gerade vorher gesehen, hat die Kleine, hat beim Baumarkt dann auch solche Farbkarten, weil sie natürlich jetzt auch ein anderes Zimmer will. Und das ist Violett und Rosa. Das sind ihre Farben, die sie haben will. Dominik: [7:04] Violett ist ganz schwer zum Übermalen, pass auf. Bernhard: [7:06] Ich weiß, ja. Aber grün vielleicht. Nein, aber Spaß. Das ist natürlich schon so etwas, wo ich dann hergehe und sage, Liebe Julia, du kriegst kein violettes und auch kein rosa Zimmer, weil ich weiß, in ein paar Jahren gefällt dir das nicht mehr und ich möchte da nicht so bald wieder ausrollen. Deswegen lieber was Neutrales. Und da ticke ich aber auch und weiß, dass sie ihre Vorlieben, dieses Super-Medi-Barbie-Hafte, irgendwann ablegen wird. Und das wird immer weniger. Und die Frage ist halt immer, wie schnell wird es weniger? Das ist das Erste. Dominik: [7:37] Das heißt, du sagst, das geht vorbei, sie orientieren sich. Bernhard: [7:41] Es wird dich zumindest adaptieren. Also die Große will mit zehn Jahren jetzt kein Rosa-Zimmer mehr, hätte es aber vor fünf Jahren auch noch wollen. Und irgendwann hörst du halt auf, mit Barbies zu spielen. Ob du dann nicht andere altersgerechte Mädchen- oder Bubendinge machst, weiß ich nicht. Aber was ich natürlich gerade bei Buben spannend finde, ist, Mädels haben ja viel mehr Vorbilder, weil sie viel mehr mit Mädels zu tun haben. Denke an unseren Kindergarten. Wie viele Betreuer gibt es? Dominik: [8:13] Null. Bernhard: [8:15] In der Schule, Volksschule, wie viele Lehrer gibt es? Ich glaube, wir sind bei 97 Prozent Frauen. Okay. In der pädagogischen Elementarpädagogik. Das heißt aber auch, dass du, und no pressure jetzt, aber du bist das Nummer eins Vorbild in Sachen Mannsein für den Konstantin. Dominik: [8:37] Das sage ich ja, das hat mir die Babel auch erzählt. Deswegen habe ich die Panik gekriegt und gesagt, Bernhard, wir müssen eine Podcast-Folge machen. Ja. Es steht überall, wo soll er sich sonst orientieren. Das sind die Opas und die Papas. Das sind halt die Männer in der nächsten Umgebung. Und natürlich die Burschenfreunde dann wahrscheinlich auch im Kindergarten und dort, wo er sich halt auffällt. Das ist keine Frage. Bernhard: [8:56] Genau, und da müssen natürlich jetzt wir, müssen, wenn wir wollen, das ist immer die Voraussetzung, also wir müssen gar nichts. Also wie ihr das macht, ist eure Sache. Ich mische mich da nicht ein. Wir reden über uns. Wenn wir wollen, dass wir ein Bild vermitteln, müssen wir es leben. Ganz easy. Und das müssen wir halt dann auch durchziehen, so wie das ist. Und es wird meine Frau, meiner Tochter und auch der zweiten Tochter, noch so sehr ein Männerbild, Papa-Bild erzählen können, das werden sie nehmen, das ich ihnen vorlebe. Und deswegen ist natürlich auch immer die Frage, was kommt da an? Also da haben wir schon eine Aufgabe. Ich bin im Endeffekt auch für meine Töchter das Mindestmaß als Mann, das sie irgendwann einmal akzeptieren. Verstehst du, was ich meine? Dominik: [9:45] Ja, das nimmt jetzt wenig Druck von mir und von dir. Ja, ich weiß nicht. Was auch okay ist. Das ist ja kein Spaziergang, das Ganze. Wir haben ja da einiges vor. Bernhard: [9:56] Aber ich finde das toll und das ist für mich so eine Gratwanderung. Einerseits würde ich, nehmen wir das Beispiel mit der Wandfarbe, würde ich wahnsinnig gerne meiner kleinen Tochter den Wunsch erfüllen und sagen, hey, dann male ich halt ein Zimmer rosa. Auf der anderen Seite, wie strebt mir das so dermaßen, ein Zimmer rosa anzumalen, nur weil sie ein Mädchen ist. Bevor sie auf die Welt gekommen ist, habe ich das Zimmer ausgemalt. Und habe mich bewusst für so einen, das nennt sich Drachengrün. Es ist so ein türkisgrünes, sehr nette, sanfte Farbe, schaut gut aus und so. Das haben wir genommen, weil das ist super neutral. Also würdest du jetzt das wem zuordnen? Türkisgrün, weder Frau noch Mann, oder? Genau, das haben wir bewusst entschieden. Bei der großen Tochter war es damals ein Gelb. Auch ein Gelb ist neutral. Also wir haben uns bewusst versucht, da was Neutrales zu nehmen, um nicht von Beginn an diese frühkindliche Farbprägung blau-rosa aufkommen zu lassen. In unserem Fall halt nur rosa oder lila oder was auch immer. Mit der Zeit ziehen halt einfach Dinge ein. Es wird wahrscheinlich, sobald ein Bursch in diesem Zimmer ist, wird wohl keine kleine Kiste einziehen, in der 100.000 Haargummis drinnen liegen. Wenn er nicht lange Haare hat. Aber die Wahrscheinlichkeit ist geringer, als dass ein Mädel lange Haare hat. Das kann ich als Elternteil auch beeinflussen. Aber will ich mein Kind dann wiederum anders machen als alle? Dominik: [11:18] Das meine ich ja. Das ist ja wieder etwas fast Egoistisches von uns. So quasi, ich bin ein weltoffene Papa oder Eltern, wir sind weltoffene Eltern, das darf so nicht sein. Sicher muss das auch so sein, weil die ja da draußen auch irgendwo funktionieren oder dann auch funktionieren müssen. Wir haben da, wie gesagt, unsere kleine Welt, da kann man, glaube ich, viel vorzeigen, aber, ja, so gewisse da draußen gibt es halt dann, das sind dann so eine Bubenfreunde und dann kommen Aussagen wie, das ist eine Bubenschaukel, letztens im Park, wo ich dann auch versucht, gegenzusteuern, ich weiß zwar nicht genau wie, weil ich sage dann, warum genau und ich habe es nämlich mal umgekehrt gespielt, ich schieße das Warum sofort zurück. Warum ist das eine Bubenschaukel? Es war dann eine recht philosophische Debatte, die wir geführt haben auf der Schaukel. Weiß nicht mehr, ich glaube, ich hätte es gleich zu Papier bringen sollen, ich glaube, er hat die Lösung gehabt dafür, das ist erledigt gewesen alles. Aber ich sage, das sind solche Sager, oder weiß ich nicht, dann kommen von außen wieder Sager, wie, das ist ein Bub, der hat dafür dreckig sein und schlimm. Denke ich mir, eh. Bernhard: [12:18] Aber es ist mir genauso, Dominik: [12:19] Die können sich einsauen von oben bis unten. Eben, also muss man ein bisschen gegensteuern, ihm vielleicht auch das erklären. Mein großes, was mich zum Beispiel sehr gefreut hat, wir haben ja von euch ein kleines Laufrad geerbt. Bernhard: [12:35] Richtig. Dominik: [12:36] Das zum Beispiel Rosa war. Ja. Der ist da drauf gesessen. Ich glaube, er hat da ausgeschaut, dass der Harley-Davidson-Fahrer neben ihm, als er voll am Straßenrand gestanden ist, der hat das geliebt. Jetzt ist er schon ein bisschen rausgewachsen. Aber ich sage eben, man kann nichts erzwingen, aber das hat mich so ein bisschen froh gemacht. Bernhard: [12:54] Gleichzeitig musst du dir schon denken, wie viele Eltern, Mamas, Papas sind an dir und dem Konstantin, wie er auf dem Rosalaufrad gesessen ist und gefahren ist und Spaß gehabt hat, vorbeigegangen und sich gedacht, wieso hat der Bub ein Mädchen Fahrrad? Und du denkst dir einfach, hey, das sagt viel mehr über euch aus, als über uns. Ja, weil ich meine, dem Kind ist es Wurst. Der hat diese Prägung nicht. Das haben ja wir im Kopf. Dominik: [13:22] Das stimmt schon. Bernhard: [13:23] Und dann ist immer die Frage, muss ich das jemandem aufzwingen? Diese Prägung? Nein, muss ich nicht. Das ist doch völlig egal. Gleichzeitig, wenn ich jetzt hergehe und einfach nur zum nächsten Supermarkt gehe und mir da aber einen Rock anziehe, ja, und ich meine jetzt nicht einen Schottenrock, aber selbst dann, ja, wenn ich Tabus breche, die in unseren Köpfen drinnen sind, na, dann werde ich angeschaut, wie nur was. Also gleichzeitig denke ich mir, warum nicht, wenn es heiß ist? Ich bin sehr viel bei Veranstaltungen mit hochgeschlossenem Anzug und beneide die Moderatoren-Kolleginnen, die mit dem Gleitchen auf der Bühne stehen, weil denen nicht heiß ist. Wenn ich mir ein Gleitchen anziehe, Dann werde ich den Job nicht mehr kriegen. Weil ich möchte nicht der First Mover sein. Aber wenn eine Frau hat einen Hosenanzug ansehen, ist es wurscht. Die haben das halt schon ausgekämpft. Dominik: [14:11] Vor allem eben, das ist ja wieder eine persönliche Sache, die du mit gewissem Risiko eingehst und mit gewissem Risiko der Häme. Aber das willst du ja auch deinen Kindern wieder nicht antun. Ich stecke denen jetzt nicht in Zuckerlrosa, nur weil ich glaube, dass ich als weltoffener Papa gegensteuern muss. Und in die andere Richtung genauso wenig. Wenn ich ihm das rosa Pucki-Bag wegnehme und ihm ein mächtiges T-Rex-Rad hinstellt, das weiß nicht was. Bernhard: [14:36] Ich weiß, das schießen kann und... Dominik: [14:38] Flammen wirft. Bernhard: [14:38] Ja, genau. Dominik: [14:39] Flammen spuckt und alles Mögliche. Wobei, das war auch schon... Ich habe gesagt, ich kenne mich aus mit Dinosauriern und dann komme ich mit Flammen daher. Aber du weißt, was ich meine. Es ist ein sehr, sehr, sehr schmaler Grat, über den ich noch nie nachgedacht habe. Jetzt denke ich drüber nach und jetzt hat man irgendwie so das Damoklesschwert hinten. Bernhard: [14:56] Lass mich raten, du hast noch keine Lösung für das. Das ist eh klar. Dominik: [15:00] Das kommt dann. Das heben wir uns auf für eine der nächsten Folgen. Ich habe sie auf der Schaukel ausdiskutiert. Er hat es mir ja gesagt. Bernhard: [15:06] Und der Konstantin hat das Problem gelöst. Dominik: [15:07] Er hat es gelöst, er will es uns dann mal sagen. Bernhard: [15:10] Nein, aber das Schöne ist ja, dass das den Kindern ja wurscht ist. Das ist ja nur unser Ding. Dominik: [15:16] Das meine ich ja, das ist ja eigentlich unser Problem. Oder anscheinend Problem. Ich habe das irgendwie von außen reingezwickt bekommen, das Problem. Eben, das können wir ja für uns lösen, wenn wir glauben, dass wir da eine Männlichkeit oder Weiblichkeit reinbringen müssen. Ich glaube, den Kindern wird es relativ wurscht. Bernhard: [15:33] Aber wir müssen halt abwiegen, weil wir müssen abwiegen, weil im Kindergarten zum Beispiel haben alle Mädchen, wenn es regnet, rosane Gummistiefel, die leuchten können und einen Einhornregenschirm. Beispiel, das stimmt. Und dann ist immer die Frage, wenn meine kleine Tochter sagt, ich will das auch, Dann gehe ich aber nicht her und kaufe ihr blaue Regenstiefel mit einem Feuerwehrmann-Sem-Regenschirm. Dominik: [16:00] Nur, dass du dich besser füllst. Bernhard: [16:01] Wenn du den Händen schläfst. Genau, richtig. Sondern wenn sie diese Gummistiefel will, und das ist im Bereich des Möglichen, diesen Wunsch wahrzumachen, dann werde ich das machen. Warum soll ich doch bitte meine... Das muss doch nicht sein. Ich finde es nicht so wichtig, irgendein gesellschaftliches Thema auszudiskutieren, wenn ich damit meinem Kind einen Wunsch verweigere. Dominik: [16:23] Absolut, deswegen machen wir es am Küchentisch, dann haben wir das richtig gemacht. Bernhard: [16:26] Genau, wir machen es richtig. Dominik: [16:27] Und jetzt kannst du den rosa Kübel dahinten nehmen. Bernhard: [16:30] Ja, oder eins von diesen vielen rosen Stofftieren dahinter mir. Dominik: [16:34] Und los geht's. Bernhard: [16:35] Aber wir werden das eh nicht lösen. Und das ist absolut nicht. Dominik: [16:38] Ich glaube auch eben, diese Debatte führt ja auch in alle Richtungen sehr weit und wird dann auch in gewissen Phasen sehr verletzend. Deswegen, ich wollte das nur mal kurz anschneiden. Eben, weil dieses Problem da plötzlich da war, das ich nicht gesehen habe. Ich meine, du hast wieder aus der Bubble raus, kannst bitte, also ich bin im Marketing, ich bin beruflich im Marketing so unterwegs, ich werde das schon wieder rausfinden, oder auch nicht. Die sind schon verdammt gut. Schick mir keine Links mehr. Ich muss jetzt gegensteuern. Bernhard: [17:07] Ich schicke den einfach nie wieder verlinken. Dominik: [17:09] Hot Wheels, Dinosaurier, ich steuere dagegen. Bernhard: [17:12] Und dann machen wir jetzt mal deine Folge mit End Rotate. Der Gegenpol von dem... Das lassen wir jetzt. Dominik, ich sage danke, weil wir schauen ein bisschen auf die Zeit, damit wir noch Platz für eure ganz persönlichen eigenen Diskussionen lassen. Wenn ihr euch auch vielleicht an der Diskussion beteiligen wollt, geht in der Spotify-App direkt unten in den Kommentaren. Geht auf Social Media, Instagram oder auch TikTok ist der Papamia-Podcast zu finden. Oder auch, wer ganz einfach eine Mail schicken will, podcast.papamia.at geht eben so. Und für die nächsten Themen hat der Dominik schon viele, viele Ideen, aber Das ist eine andere Geschichte. Dominik: [17:53] Papa Mia. Reine Männersache. Bernhard: [17:56] Der Podcast von Papas für Papas. Und für alle, die Papas mögen. Klingt cool, ist es auch.

Kapitel

00:00
Intro
00:35
Unsere Bubble & warum wir drüber reden
03:12
Kinderzimmer-Realität: Rosa vs. T-Rex
08:13
Vorbilder: Papa als Mindestmaß
14:11
Alltagstest: Rosa Laufrad, Rock & Regeln

Bernhard Vosicky

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